im Winter die Beute öffnen?

  • Hallo liebe Imker !!!
    Ich habe dieses Frühjahr mit dem Imkern begonnen und dies ist nun der erste Bienenwinter für mich. Ich würde nun gerne wissen, ob es den Bienen noch gut geht bzw. ob noch genügend Vorräte vorhanden sind. Leider habe ich noch keine Waage um dies zu überprüfen und hatte deshalb überlegt, ob ich mal reinschauen könnte da es im moment ca. 10 grad warm draußen ist.
    Meine Frage: 1.Wäre das zu verantworten oder wird das für die Bienen zu kalt;
    2. Was mache ich wenn tatsächlich nicht mehr genügend Futter da ist? Futterteig ?
    Oder muß ich mich bis zum Frühjahr gedulden?


    Vielen Dank für Antwort im vorraus,
    Vollkornschnittchen


    P.S.: Ich überwintere alle Völker einzargig auf Empfehlung eines Imkers

  • lass die Bienen im Winter ihre Ruhe, ausser einer Varroabehandlung (Perizin oder Oxalsäurebehandlung - beträufeln) kannst du ohnehin nichts tun. Normalerweise wäre der richtige Behandlungszeitpunkt 3 Wochen nach einer tagelang anhaltenden Frostperiode min. 5 Grad -, wo ein Volk dann aus der Brut gegangen ist, aber am Tag der Behandlung sollte es schon Plusgrade haben, ist alles nicht so einfach, aber die Waben reiße ich im Winter nicht auseinander, da meines Erachtens, die Wachsübergänge von einer Zarge zur andern zerstört werden und dies die Überwinterung sehr negativ beeinflußt. Bei einer einzargigen Überwinterung kommst du je nach Gegend mit 10 -12 ltr. Zuckerwasser über den Winter, diese Menge wirst du ihnen sicherlich zur Verfügung gestellt haben. Hat sich ein Unglücksrabe im Herbst noch ausrauben lassen, dann kannst du ihm sowieso nicht helfen.
    Also Füße hoch legen und die Bienen in Frieden lassen.

  • Hallo Imkerin
    Es ist normal und verständlich, dass man als Anfängerin immer wissen will was im Volk so abläuft, besonders im ersten Volk. Du hast Dein Volk zweimal gegen Varroa behandelt und sicher genügend gefüttert. Um Dein Gewissen zu beruhigen, hast Du jetzt an einem warmen Tag noch die Möglichkeit mit einem Blick von oben links und rechts des Volkes die Wabengassen evtl. mit Hilfe einer Taschenlampe zu kontrollieren. Hier solltest Du noch Futtervorräte finden und du kannst ruhig dem Frühling entgegen sehen.
    Du musst Dir vorstellen das Tier ist nicht die einzelne Biene sondern die ganze Wintertraube. Diese Wintertraube ist ein raffiniertes Gebilde das sich bei Kälte zusammenzieht und bei zunehmender Wärme sich wieder auflockert. So wird bei kleinstem Futterbedarf das Innere der Traube wo die Königin sitzt, geheizt. In der Mitte mit Brut konstant bei ca. 36°C und ohne Brut mindestens 18°C. An der Aussenwand der Traube bilden die Bienen eine Art Schutzhaut, dort ist es am kältesten, das bewirkt das die Wärmeabstrahlung an die Umgebung und dadurch der Wärmeverlust klein gehalten wird. Das erklärt auch, weshalb es im Magazin auch mal Ecken hat mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
    Die Belüftung und der CO2 - Austausch geschieht über ein ausgeklügeltes Kanalsystem innerhalb der Wintertraube.
    Bei jeder noch so kleinen Störung nehmen die Bienen vermehrt Futter auf und belasten damit unnötig ihre Kotblase, was bei längeren kälteren Periode ohne Fluggelegenheiten zu Krankheiten wie Ruhr führen kann. Bei grösseren Störungen kann die dadurch entstehende grosse Unruhe im Volk sogar zur Verlust der Königin führen.
    Wärhend der brutlosen oder brutarmen Zeit verbraucht ein Volk wenig Futter, sollte bei Deinem Volk im Frühling doch ein Futtermangel einstellen so kannst Du dann mit Futterteig Deinem Volk über die Runden helfen.
    Bist dann hilfst Du Deinem Volk am meisten wenn Du es in Ruhe lässt, was in Deinem Volk geschieht, wo es sitzt siehst Du auf der Unterlage, welche Du gelegentlich vorsichtig ziehen kannst.

  • Hallo Hans-Peter,


    was nützt es, zu wissen, wo das Volk sitzt?
    Mehrere Jahre beobachtete ich, daß meine Völker am liebsten an der Ostseite in Fluglochnähe (nach Süden ausgerichtet) sitzen. Nun habe ich aufgehört, mich darüber zu sorgen, daß sie es nicht wie im Lehrbuch tun schön mittig zu sitzen.
    Laßt die Völker in Ruhe. Wenn sie wenig Varroen und viel Futter haben kann man nichts beseres tun, als sie nicht zu stören.


    Grüße, Thomas


    P.S.: Es wird langsam Zeit, die unbenutzten Beutenteile zu überholen und Rähmchen zu drahten.

  • Thomas Du hast schon recht die Bienen suchen die Wärme. Hier ging es aber nicht um den Wintersitz sondern um die Futtervorrat-Kontrolle mangels Waage.
    In einem privaten Garten habe ich ein Magazin stehen (neuer Standort). Dort sitzt das Volk total nördlich. Der Grund ist vermutlich; es windete im Herbst öfters vom Süden und von Norden windet es praktisch nie, da von dieser Richtung total windgeschützt.

  • Ich bin heute ein bischen begriffsstutzig. Mir geht es um Deinen Satz "was in Deinem Volk geschieht, wo es sitzt siehst Du auf der Unterlage", den ich nicht begreife. Und welche Information das "wo es sitzt" über den Futtervorrat gibt, verstehe ich auch nicht.
    Es ist aber schon richtig, daß man sich einen Überblick über den Futtervorrat verschaffen kann, indem man schaut, wieviele Futterwaben noch nicht belagert sind.
    Grüße, Thomas

  • Also, ich bin keine Expertin, aber ich habe im Winter mal vorsichtig die Beuten angehoben und zwei schienen mir einfach sehr leicht, Die Bienen und die Beute wiegen ja nicht viel. Statt Futterteig habe ich einfach eine Tüte Zucker durchlöchert, in warmes Wasser getaucht und und unter den Deckel auf das Loch im "Zwischeneckel" gelegt (Das war allerdings Ende Januar) Ein Volk hatte den Zucker dann auch aufgemampft. Das andere brauchte ihn wohl nicht, gestört hatte er aber denke ich nicht.
    Expertenmeinungen zu aufgeweichten Zuckertüten und mit der Hand abwiegen währen mir sehr willkommen. Das Herstellen von Futterteig ist mir nicht gelungen. Ich denke jetzt noch mit Schaudern an meine Versuche.

  • Hallo Queen,


    wenns nützt, ists gut und wenn es noch so seltsam aussieht
    Wenn sie den Zucker genommen haben, gut, soll aber nur ne Notlösung sein.
    A propos wiegen: Warum nicht. Besorge die eine einfache Federwaage mit einem Haken dran im Baumarkt, einmal rechts die Beute angehoben, dann nochmal links. Ergibt zusammen das Gesamtgewicht.
    Wenn Du vorm Einfüttern eine leere Beute mit Volk wiegst, weißt Du ungefähr wie schwer so ein Volk ist, und nach dem Einfüttern nochmal wiegen, schon hast du einen super Ausgangswert.
    Und dann im winter einfach, wenn Du meinst, ein Volk sei unterversorgt, die Beute wiegen, und schon kannst Du besser schlafen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-