Höhe der Beutenaufstellung bei der Überwinterung und Frühjahrsentwicklung

  • Hallo,

    hat jemand von Euch einmal repräsentative Versuche, sprich mit einer Versuchs- und einer Kontrollgruppe

    an einem gleichen Standort unternommen, möglichst über mehrere Jahre mit der Fragestellung wie sich

    die Höhe der Beuten über dem Erdboden auf die Frühjahrsentwicklung von Bienenvölkern auswirkt ?


    LG

    Frank

  • Welches Maß ist dann niedrig und welches hoch?

    Ich habe nicht die Völkerzahl, um das zu testen. Alle stehen etwa 50cm über dem Boden.

    Interessant ist das auf jeden Fall!

    Alle guten Wünsche für 2020 von

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo,

    ich glaube hier einmal etwas davon gelesen zu haben, dass es eine Untersuchung gab über den Zusammenhang der Feuchtigkeit des Honigs und der Höhe der Beutenaufstellung: Je tiefer, desto feuchter. (Was an sich logisch ist.)

    Thomas Seeley untersuchte die beliebtesten Höhen der Bruthöhlen bei den wildlebenden Bienenvölkern in seinem Forschungswald. Wenn ich mich recht erinnere war dies ca 2,5 Meter über Erdboden.

    Es gab hier doch mal ein Mitglied, der seine Völker auf einem großen Hochsitz hielt und ein anderes Mitglied, der seine Völker in einem Baumhaus (oder war es eine Beobachtungsplattform auf seinem Haus?) logiert hatte.

    Hinweise könnte auch der Imker geben, der seine Bienen auf dem Dach seines Hausbootes in der Mecklenburger Seenplatte sitzen hat (bequemer Standortwechsel).


    Von einer regelrechten Untersuchung habe ich noch nichts gelesen. Die Praxisnähe hat bei Berufsimker sicherlich immer Vorang.


    Kommt gut in das Neue Jahr 2020.

    Andreas

  • Guten Tag.


    Vielleicht könnte eine Umfrage bei den Bienenhausimkern mit 2 Etagen einen Ansatz liefern.


    Bei meinem Bienenhaus, ist das Flugloch und Kastenboden, bei der unteren Etage etwa 1m über dem Boden, und bei der oberen Etage ca 2m über dem Boden.


    Ein wesentlicher Unterschied, ist mir dabei aber nicht aufgefallen.


    lg Sulz.

  • Hallo Sulz,

    kann ich mir vorstellen, dass das keinen Unterschied mehr macht; und ich glaube auch nicht, dass die Aufstellung im Bienenhaus, mit einer Freilandaufstellung vergleichbar ist. Durch Dach und Boden, ist der Wetterschutz so viel größer, als bei Freiaufstellung, dass evtl. Unterschiede in der Etage, nicht mit der Fragestellung von Frank zu vergleichen sein dürften.


    Gruß
    Ludger

  • Guten Tag Ludger, und alles Gute im neuen Jahr.


    Ich gehe auch nicht davon aus, dass die höhe über dem Boden im Bienenhaus einen Einfluss hat. Standort, und Ausrichtung zu der Sonne, beeinflusst dies schon eher.


    Bei der Freiaufstellung, hängt sicher noch einiges mit Gegend, und der Höhenlage in den Bergen zusammen.


    In meiner Gegend, überwintern die Magazinvölker bei Freiaufstellung, am besten unter einer dicken Schneedecke. (möglichst nahe am Boden)

    Der Schnee, schützt die Bienen vor Kälte (Schnee ist eine gute Isolation), Wind und zu früher Sonneneinstrahlung. Zudem herrscht unter dem Schnee, ein ideales Mikroklima.


    Im Frühjahr, würde ein Anheben der Beuten über die Schneedecke einen kurzzeitigen Vorteil bringen.

    Sobald der Schnee weg ist, ist die Wärmestrahlung, des Boden nach Sonnenuntergang, bei einer Bodennahen Aufstellung, in meiner kühlen Gegend, wo der Schnee in Muldenlagen (da gehören Bienen nicht hin) noch lange liegen bleibt, dann wieder von Nutzen.


    Bei der Frage zu der Höhe über dem Boden, müsste somit meiner Meinung nach, auch der Standort, und Gegend berücksichtigt werden.


    lg Sulz.

  • Ich kann keinen signifikanten Unterschied zwischen den Völkern die im Bienenhaus und der Freiaufstellung bezüglich des Wassergehalts des Honigs feststellen.

    Das gilt auch für die unterschiedlichen Beutentypen wie Trogbeuten T120, Segeberger Holz etc.

    Für mich ist nur wichtig, dass die Beuten auf Beutenböcke ca 20-30 cm über den Boden stehen, damit die Böden keiner Staunässe ausgesetzt werden.

    Ob das Einfluss auf die Feuchte des Honigs hat, kann ich nicht beurteilen.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Höhe der Beuten über dem Erdboden auf die Frühjahrsentwicklung von Bienenvölkern auswirkt ?

    Hi Frank,

    ich sehe folgendes, die Höhe ist weniger für die Bienen wichtig, eher mehr für den Imker. Du sitzt ja eher drann, ich stehe eher daneben, und das sollte bequem und muss viele Stunden auszuhalten sein.

    Der verwendete Boden erscheint mir wichtiger, als das direkte Stellen auf den Boden oder eben nicht. Deine DN Hochböden werden einen Unterschied, wenn überhaupt vorhanden, ausgleichen.

    Wogegen, der Standort ist mir viel wichtiger, als allgemein bedacht, wird.

    Mittlerweile sehe ich das Stellen in die direkte Sonne als nich wirklich gut an.

    Im ganz frühen Jahr lockert die Sonnenwärme die Traube, der Futterverbrauch steigt in Folge, die Bienen sitzen unruhig und könnten vorzeitig das Brüten beginnen, auf jeden Fall den wertvollen Fettkörper verfrüht (unnütz) angreifen.

    Ebenso verleitet Sonneneinstrahlung zum Fliegen bei Kälte, da kommen schon viele viele nicht mehr zurück, die eigentlich noch dringend gebraucht würden. Alleine darum schon stelle ich die gerne mindestens in den Halbschatten über den Winter.

    Das hab ich getestet!

    Ein paar Wochen später beeinträchtigt die direkte Sonneneinstrahlung so richtig den Brutrhytmus, was Schwärmerei verursachen kann wenn die Völker zu ungestüm/unruhig Wachsen.

    Stehen die im Schatten, wachsen die gleichmässiger, klar die sind ein paar Tage später stark, was ja nix macht, aber der Schwarmtrieb könnte ausbleiben.....

    Einen Punkt für tiefes Stellen hätte ich noch, die Luft ist Nachts am Boden am kühlsten, das fördert sicher das Trocknen des Honigs, kalte Luft nimmt ja immer mehr Feuchte auf als wärmere.....

    Just meine 5 Cents, und frei nach Bretschko;)

    LG Wasi

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von wasgau immen ()

  • Hallo wasgau immen ,


    für Wirtschaftsvölker habe ich dieses Thema noch nicht so genau beobachtet, aber für Begattungseinheiten ist pralle Sonne eine Katastrophe. Von daher neige ich neuerdings auch dazu, direkte Sonne bei der Aufstellung von Bienen zu vermeiden. Aber gerade im Frühjahr, ist zu viel Schatten auch nicht gut. (Beobachtung eigener Stände)

    Was die Aufstellhöhe angeht, hast du was das Bearbeiten angeht sicherlich recht, da spielt die eigene Arbeitsweise eine wichtige Rolle. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es in der Frühjahrsentwicklung einen Unterschied macht, ob die Beute aus dem Bereich der direkten Bodenfeuchtigkeit heraus sind, oder nicht. Ich gehe davon aus, dass es schon einen Unterschied macht, ob die Beuten direkt auf Palette stehen (15cm), oder ob sie einen nennenswerten Sockel unter dem Boden haben (45cm und mehr). Aber wo da die Grenze liegt, kann sogar vom restlichen Aufstellort abhängig sein und mit echten Tests (wonach Frank ja fragt), kann ich leider auch nicht dienen.


    Gruß

    Ludger

  • Hallo wasgau,

    wo steht denn das geschrieben? Das hab ich ganz anders in Erinnerung.

    Weder in Wassermenge total, noch bei rel. Luftfeuchte trifft das zu.

    Oder ist das nur ein Freud´scher Verschreiber?


    Mit <3-lichen Neujahrsgrüßen

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Bei offenem Boden ist es ein Unterschied ob der Unterboden auf einer Europalette oder auf 30 cm hohen Böcken steht. Habe beides. Bei den Böcken kann ich jetzt durch den Gitterboden das Volk beobachten, das geht bei Palettenaufstellung nicht. Bei den Völkern auf Böcken kann ich maximal 4 Zargen bewältigen, das war 2019 bei einigen Völkern mit zweitägigem Brutraum DNM problematisch. Deshalb werde ich die WV in diesem Jahr nur noch auf Paletten stellen, die Ableger auf Böcke. Mit der Honigfeuchte hatte ich bisherige keine Probleme, schleudere am liebsten nur vollverdeckelt. VG

  • Interessantes Thema, allerdings denke ich, dass man das so pauschal gar nicht beantworten kann. Ich sehe da mehrere Faktoren, die eine beeinflussende Rolle auf das Mikroklima und somit die Volksentwicklung spielen:


    1. Der Boden unter den Völkern kann im Winter Kälte abstrahlen. Je näher am Boden, desto mehr bekommen die Völker eisige Temperaturen durch den Gitterboden zu spüren.

    Bei Sonneneinstrahlung hingegen kann sich der Boden im Frühjahr beispielsweise auch zügig erwärmen (je nach Bodenbeschaffenheit und wieviel Sonne auf den Boden trifft) und so auch schneller Wärme abstrahlen.

    Allerdings muss man auch bedenken, dass eine Palette oder eine relativ dicht gebaute Unterkonstruktion (Bretter o.Ä.) vielleicht auch eine abpuffernde Funktion spielen kann, sowohl abpuffernd auf Kälte- und Wärmestrahlung, die vom Boden ausgeht. Bei einer etwas erhöhten und "luftigeren" Aufstellung auf einem Beutenbock bekommen die Völker Temperaturen vielleicht in beiden Extremen stärker zu spüren? Das hat ebenfalls Vor- und Nachteile.


    2. Wieviel Wind unter den Beuten herziehen kann, wird natürlich auch durch die Art der Völker-Aufstellung beeinflusst. Auf Palette ist es wahrscheinlich weniger zugig als auf einem Beutenbock.


    3. Die Bodenbeschaffenheit ist für mich auch ein nicht zu vernachlässigender Faktor: An Standorten mit Unterbewuchs (Gras/Wiese) wird durch die Pflanzen Feuchtigkeit transpiriert, sodass ich in meinen Völkern im Winter Schimmel auf den Waben beobachten konnte und an Waldrandstandorten mit trockenem Laub oder Erde/offenem Boden so gut wie gar keinen.


    Ich vermute, dass eine bestimmte Völkeraufstellung (Abstand zum Boden) an einem Standort vorteilhaft sein kann, an einem anders beschaffenen Standort aber eine komplett andere Wirkung auf die Entwicklung von Bienenvölkern haben kann.

    Dennoch wären großangelegte Versuche oder Daten hierzu sehr interessant (sofern es welche gibt) :):thumbup:

    11 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Den Morgennebel gibt es auch in Bödennähe da es dort am kältesten ist.

    Also ist dort, bei einer Erwärmung der Luft am trockensten.

    Was allerdings eher Theoretisch sein wird, da im Stock ein Microklima hergestellt ist und eher die Anzahl der verdeckeln Waben eine Rolle spielen wie, sagen wir mal, 20 bis 30 cm in der Höhe.

    Was wiederum eher beim Rücken des IMKERS eine Rolle spielt.

    Der Boden sollte in der Höhe für die jeweilige Körpergröße ideal platziert sein.

    Beim aushelfen reißt mir regelmäßig bei Kollegen " der Rücken ab".

    Was als junger, oder bei wenigen Völkern verkraftbar ist, ersteres gibt sich mit der Zeit.

    Also: Alles Gute im neuen Jahrzehnt.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Die Bodenbeschaffenheit ist für mich auch ein nicht zu vernachlässigender Faktor: An Standorten mit Unterbewuchs (Gras/Wiese) wird durch die Pflanzen Feuchtigkeit transpiriert, sodass ich in meinen Völkern im Winter Schimmel auf den Waben beobachten konnte und an Waldrandstandorten mit trockenem Laub oder Erde/offenem Boden so gut wie gar keinen

    Mein Sohn hat sich unlängst gerade neue Böden fertigen, und im Anschluss Bienen geeignet Kesseldruck imprägnieren lassen.