Verdampfen, aber wie?

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    Der Test mit dem GasVap ist durchgeführt. Erstmal wurde er im Original getestet, Dampf wurde reichlich erzeugt, aber aussagekräftig war das noch nicht. Ein genauer Zeitpunkt für die Zuführung der Oxalsäure war schwer zu ermitteln, deshalb wurde ein Digitalthermometer angebracht. Eine Temperatur zwischen 160 und 180° war erstaunlich schnell erreicht, nur war diese nicht konstant zu halten. Die zeitliche Differenz zwischen 160 und 200° betrug circa 5 Sekunden und stieg viel zu schnell an. Als nächstes wurde eine Bohrung von 8 mm unterhalb der Brennerhalterung vorgenommen, um etwas mehr Wärme abzuführen. Das Ergebnis war fast das gleiche wie zuvor. Um die Flamme noch kleiner einstellen zu können wurde ein anderer Brenner verwendet. Danach stieg die Temperatur langsamer an, aber zu bremsen war sie nicht und die 300° waren schnell erreicht, alles darüber war außerhalb des Messbereiches des Digitalthermometers. Die einzige Möglichkeit, die mir noch einfiel, war das Rohr zwischen Brenner und Verdunstungskammer zu verlängern. Erstmal mit 30 cm angefangen, beheizt und dann weiter gekürzt, bis es passte. Was soll ich sagen, es funktioniert jetzt, aber nach einer gewissen Zeit ist wieder zu viel Temperatur vorhanden. Um es milde auszudrücken, der GasVap ist durch die Änderungen schwerer, unhandlicher und Kopflastig geworden. Wenn dem so ist, wie von mehreren hier im Forum behauptet, denen ich aber glauben schenke, dass die Oxalsäure sich bei zu hohen Temperaturen zersetzt, ist dieses Gerät im Original schlecht einsetzbar. Diese Ergebnisse resultieren nur aus meinen Erfahrungen und sind somit ohne Gewährleistung, alle Tests wurden ohne geflügelte Probanden durchgeführt.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Wenn dem so ist, wie von mehreren hier im Forum behauptet, denen ich aber glauben schenke, dass die Oxalsäure sich bei zu hohen Temperaturen zersetzt, ist dieses Gerät im Original schlecht einsetzbar.

    Wenn dem so ist. Dem ist aber nicht so. Oxalsäure sublimiert lieber (Aggregatszustandsänderung), als daß sie sich zersetzt (Zerstörung der chemischen Bindungen). Wenn sie tatsächlich sich überwiegend zersetzen würde, dann wäre das, was den Gasvap verläßt, eher Dampf als Rauch.

  • Wenn dem so ist. Dem ist aber nicht so.

    Dem ist so. Schau dir das in #98 verlinkte Video an. Dort kannst sehen (nicht glauben, denken, vermuten, hoffen), was mit Oxalsäure geschieht, wenn die Temperaturen zu hoch sind.


    Durchaus möglich, dass die Verdampfer trotzdem fuktionieren, weil andere Prozesse eine Rolle spielen. Dazu möchte ich mich mangels Erfahrung mit den verschiedenen Verdampfern nicht äußern. Aber die Aussage

    Oxalsäure sublimiert lieber (Aggregatszustandsänderung), als daß sie sich zersetzt (Zerstörung der chemischen Bindungen).

    ist nicht pauschal richtig.

  • Ich habe davon keine große Ahnung von Aggregatszustandsänderungen, kann aber behaupten, dass die Temperatur weit über 300° steigt.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Hallo Mark-O


    Deine Versuche haben das bestätigt, was ich angekündigt habe. Die Rohre sind ausserdem zu dünn um eine gleichmässige Temperatur zu puffern.

    Danke für Deine Arbeit.


    Freizeitimker

    Auch wenn es vielleicht unhöflich von mir ist, aber Deine ständigen, oft falschen Behauptereien gehen mir so was auf den Senkel. Jetzt bezweifelst Du sogar Sachen, die wissenschaftlich nachgewiesen sind.

  • Vielleicht entwerfe ich mal was Eigenes, habe einiges dazu überlegt, muss das dann aber erstmal praktisch umsetzten und ausgiebig Testen. Wenn der Tag 48 Stunden hätte, würde das heute noch beginnen.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Wenn dem so ist. Dem ist aber nicht so.

    Dem ist so. Schau dir das in #98 verlinkte Video an. Dort kannst sehen (nicht glauben, denken, vermuten, hoffen), was mit Oxalsäure geschieht, wenn die Temperaturen zu hoch sind.

    Dieses Video ist weitab einer Beweiskraft. Wo sind denn da die Analysen? Aus wissenschaftlicher Sicht schlichtweg untauglich. Darüber lacht ja wohl jeder Laborant, erst recht Chemiker. Stattdessen wird dort über den Rauch schwadroniert, und etwas anderes als Rauch, Dampf, Nebel ist dort als "Reaktionsprodukt" nicht zu sehen. Das ist nichts anderes als Quacksalberei. Auch ein aufgeschlagenes Buch - noch das wissenschaftlichste an diesem Video - erhöht leider nicht die Beweiskraft. Erzählen Sie mir bloß nichts vom Pferd oder aus der Chemie! Zufälligerweise bin ich in dieser Richtung nämlich beruflich vorbelastet.

    Durchaus möglich, dass die Verdampfer trotzdem fuktionieren, weil andere Prozesse eine Rolle spielen. Dazu möchte ich mich mangels Erfahrung mit den verschiedenen Verdampfern nicht äußern.

    Durchaus möglich. Tja, warum fallen die Milben nach Oxalsäurebehandlung mit Pfannenverdampfern, brennerbetriebenen und elektrisch ungeregelten Verdampfern (wird zumindest überall berichtet, bei mir übrigens auch)? Weil es "durchaus möglich ist, daß sie trotzdem funktionieren"? Erstaunlich. Es gibt eben sogar Dinge, die es gar nicht gibt. Diese "anderen Prozesse" sind übrigens nur einer, nennt man Sublimation.

    Aber die Aussage

    Oxalsäure sublimiert lieber (Aggregatszustandsänderung), als daß sie sich zersetzt (Zerstörung der chemischen Bindungen).

    ist nicht pauschal richtig.

    Was ist sie dann - "pauschal falsch"? Dann funktionieren die nichttemperaturgeregelten Verdampfer eben rein zufällig. Auch in Ordnung, Hauptsache, sie tun es möglichst zuverlässig (und nicht nur "möglicherweise").

  • Dem ist aber nicht so.

    Ist das ganz sicher?

    Das läßt sich ganz pragmatisch beantworten bzw. zeigen: Würde die Oxalsäure ganz oder überwiegend zersetzt werden, dann wäre die Verdampfungs- bzw. Sublimationsbehandlung nicht erfolgreich, denn es reichen ja 1 bis 2 g für eine Brutzarge. Es wäre außerdem zu klären, ob das bei der Zersetzung entstehende Kohlenmonoxid auch für Bienen oder allgemein für Insekten giftig ist.

  • Meine Chemie aus der Schulzeit liegt lange zurück - wir haben inzwischen den 50. Jahrestag zum netten Treffen genutzt. Einer von den Mitschülern ist Chem.-Prof. geworden. Den kann ich ja mal fragen und seine antworten auf mich wirken lassen.



    Zum Thema normale Sublimation oder Zersetzen wegen Temparatur-Chaos:


    Was mich mit meinem Halb- und evt. auch Quacksalberwissen umtreibt ist wirklich die Antwort auf die Frage, wie die hohen (gemessenen) Teperaturen an der "Mechanik" sich auf die Oxalsäure überträgt, die bei mehr als 157 Grad C in den gasförmigen Zustand übergeht oder übergehen soll.


    Wie um alles in der Welt erreicht die Hitze das sublimierte Oxalsäure-Zeug vor Verlassen des Gerätes?

  • Das läßt sich ganz pragmatisch beantworten bzw. zeigen: Würde die Oxalsäure ganz oder überwiegend zersetzt werden, dann wäre die Verdampfungs- bzw. Sublimationsbehandlung nicht erfolgreich, denn es reichen ja 1 bis 2 g für eine Brutzarge. Es wäre außerdem zu klären, ob das bei der Zersetzung entstehende Kohlenmonoxid auch für Bienen oder allgemein für Insekten giftig ist.



    Sehe ich auch so. Ein grossteil der Verdampfer am Markt haben keine Temperaturkontrolle, mir kann auch keiner erzählen das die Mehrzahl der internationalen Imkerschaft ein mehrere hundert Euro teures Gerät a la Sublimox oder ähnliches verwendet. Da die Jungs aber nun mal inzwischen seit Jahrzehnten erfolgreich mit mehr oder weniger abenteuerlichen Konstruktionen behandeln (selbst die Teelichtflamme von dem Liebig schafft über 1000° ), klingt für mich die vereinfachte Aussage "ab 300° keine Wirkung" schlicht nicht sehr wahrscheinlich.

  • Man kann noch nicht das Profil ausfüllen, aber hier von zufälliger chemischer Vorbelastung zu reden hat ein Geschmäckle. Bei soviel fachlicher Inkompetenz bin ich jetzt hier raus. Das ist mir ganz einfach zu dumm.


    Gruss

    Ulrich