Verdampfen, aber wie?

  • nein, man fällt nicht gleich um...

    im Gegensatz zu Vergiftungen mit Schwefelgasen oder Kohlenmonoxid

  • bienenfred : mag sein, aber die Dosis, bei der das passiert ist nicht sehr groß. Vorher holst Du Dir "nur" eine Verätzung der Atemwege und vielleicht Leber- oder Nierenschäden. Deswegen lieber Obacht.

    Könnte sein, dass darum die Zulassung bei uns noch auf sich warten lässt, weil eben zu unvorsichtig gearbeitet werden kann. Der Imker kennt sich schließlich aus mit "Rauch"...


    Grüße

    Roland

    (ich benutze den Varrox und weiß nicht wie Oxalsäurenebel riecht ;))

  • Anfang d.J. hatte ich das hier


    Verdampfen, aber wie?


    schon mal erklärt. In Feststoffen gibt's keine Konvektion zur Wärmeverteilung. Darum kommt's zur lokalen Überhitzung mit entsprechenden Folgen.


    Friedrich, mal die ganze Diskussion lesen ?!!

    Ich kann mir das echt nicht vorstellen, wieso das bei OS Sublimation anders sein sollte und frage daher aus Interesse, nicht um dich zu ärgern.

  • OS Sublimat ist als weisse Wolke sichtbar. Mache 1/2 Gramm OS in den überhitzten GasVap. Und glaube mir, der ist so gut wie immer überhitzt. Da tut sich nichts mit Sublimat. Bei 2 Gramm kommt etwas, aber viel weniger als aus einem Sublimox. Ca 1/3.

    GasVap kalt mit OS füllen, dann hochheizen, das funktioniert, aber nach jedem Vorgang müsste man wieder abkühlen, wie beim Varox.

    Geregelte Energiezufuhr ist bei OS das A und O. Nur so habe ich Sicherheit.

    Der GasVap ist nichts anderes als der alte Rohrverdampfer. Den konnte man zumindest noch ohne hitzefeste Handschuhe benutzen. Aber immer die Unsicherheit, ob er sublimiert hat oder nicht.


    Gruss

    Ulrich

  • wer mit den einfachen FFP-Papiermasken oder ohne Maske Oxal- oder Milchsäure gesprüht oder bedampft hat, wird schon mal einen sauren Geschmack auf den Lippen gehabt haben.

    Ich verwende - nach dem negativen Erlebnis mit Halbmaske und einem Gas-Verdampfer- nur noch Vollmaske. Wenn man sie hat, auch für Schleifarbeiten mit preiswerteren P3-Filtern.

    Ich halte auch den Varrox in Kombination mit einem Smoker als Windrichtungsanzeiger für eine sehr sichere Variante, wenn man sich genug Zeit nimmt. (in 5m Entfernung Ein/Ausschalten)

    https://publikationen.uni-tueb…Varroatose.pdf?sequence=1

  • Vielen Dank beemax und auch an Immenlos für das nochmalige Erklären bzw das Zitieren der entsprechenden Stellen!

    Ich hatte es tatsächlich versucht mit dem Lesen der ganzen Diskussion aber bei mehr als 300 Beiträgen ist es echt schwer, die entsprechenden Stellen zu finden bzw. sie nicht aus Versehen zu übersehen.

    Nochmals danke für eure Hilfe. Jetzt muss ich nur noch darüber nachdenken...

  • Hallo,


    Wenn das hier einer von den bekannten Instituten mitliest, werden wir wahrscheinlich nie eine Zulassung in Deutschland bekommen. Wir müssen immer alles zu 100% abgesichert und begründet (Absolution) haben.

    Filter, Vollschutz, Temperatur, Reinheit, Behandlungszyklus usw. alles 1000 mal diskutiert.


    Die Südländer haben damit seit vielen Jahren Erfahrung. Holt Euch Geräte was z.B. die Italiener einsetzten und dann rein damit. 1 x bei Brutlosigkeit und im Block bei Brut (alle 2-3 Tage über ein gesamten Brutzyklus).


    Grüße Stefan

  • ...Die Südländer haben damit seit vielen Jahren Erfahrung. Holt Euch Geräte was z.B. die Italiener einsetzten und dann rein damit...

    Waaaas?

    Ist das jetzt die Aufforderung, passend zur Adventszeit mit dem was grad viel vorhanden ist: Weihrauch und fromme Gebete - und sie haben Frieden. ;-)

    Weil es sich schon über tausend Jahre bewährt hat?


    Duck und wech.

    Schlossimker - ein Kaiserfranke.

    Anfänger (mit Welpenschutz) 2019, 2020 und 2021, zu viele Einheiten mit Bienen, teilweise unklaren Weisel-/Begattungszustand.


  • Wenn das hier einer von den bekannten Instituten mitliest, werden wir wahrscheinlich nie eine

    begründet (Absolution) haben.


    Die Südländer haben damit seit vielen Jahren Erfahrung. Holt Euch Geräte was z.B. die Italiener einsetzten und dann rein damit.

    Nein, das Problem liegt beim Geld. Die Standardzulassungen für AS, MS, OX hatte 2004 die Imkerschaft selber finanziert (über DIB und Institute). Damals wurde die Standardzulassung für die OX-Sublimation zwar diskutiert, aber die Zulassungsentscheidung zurückgestellt wegen angeblich noch offener Fragen der Anwendersicherheit. 2006 erschien dann die Dissertation von Dr. Fritjof Koithan dazu und räumte mit etwaigen Sicherheitsbedenken wissenschaftlich auf. Leider hat die Zulassungsbehörde die noch ausstehende Entscheidung zur Applikationsform Sublimieren noch immer nicht getroffen.

    Die Zulassung eines einzelnen Tierarzneimittels dagegen erbringt Gebühren, die der jeweilige Pharmahersteller/-händler neben den Unbedenklichkeitsnachweisen selber finanzieren muß.

    Pikant sind überdies zwei weitere Tatsachen:

    a) OX ist als Wirkstoff gegen Varroamilben EU-weit zugelassen. Bei der Sublimation ist - anders als bei anderen Tierarzneimitteln (TAM) - der Wirkstoff zugleich das TAM. Diese juristische Tür nutzt bereits ein Teil der deutschen Imkerschaft (ca. 1/3?).

    b) In Zulassungsverfahren ist durchaus das Kriterium relevant*, ob in der Anwendungspraxis bspw. in anderen Ländern jemals Fälle von Gefährdung der zu schützenden Tierart, von Anwendern oder von Verbrauchern bekannt wurden. Bei OX-Sublimation ist bisher trotz mehrjähriger Anwendungspraxis in anderen Staaten, auch EU-Ländern, kein einziger Fall von Gefährdung bekannt geworden.


    *Z.B. spielte es bei der Befreiung von Oxuvar 5,7% aus der Apothekenpflicht die entscheidende Rolle (Quelle s. Link in 70):

    Neues Varroabehandlungsmittel OXUVAR 5,7%

  • Ich muß mich für eine Falschaussage in #345 entschuldigen:

    Die Dissertation zur Arbeitssicherheit bei Applikation von OX stammt von Dr. Thomas Gumpp, nicht von Dr. Koithan (der übrigens eine sehr lesenswerte Dissertation über AFB geschrieben hat). Die Dissertation von Dr. Gumpp vergleicht zwei in ihrer Wirksamkeit ähnliche Applikationsformen von OX: das Sprüh- und das Sublimationsverfahren. Sie ist in mehrfacher Hinsicht wegweisend (Zitat aus der Zusammenfassung):

    "Der mittlere Anteil einatembarer Oxalsäure-Aerosole betrug beim Sprühverfahren 0,22 mg/m³ (Spannweite 0,07-0,41 mg/m³), beim Verdampfungsverfahren 0,23 mg/m³ (Spannweite 0,01-0,36 mg/m³). Der mittlere Anteil alveolengängiger Oxalsäure-Aerosole betrug beim Sprühverfahren 0,15 mg/m³ (Spannweite 0,03-0,67 mg/m³), beim Verdampfungsverfahren 0,07 mg/m³ (Spannweite 0,01-0,36 mg/m³). Zwischen den beiden Behandlungsverfahren zeigte sich kein signifikanter Unterschied.
    Schlußfolgerungen
    Alle gemessenen Einzelbelastungen lagen unter dem derzeitigen Luftgrenzwert (MAK) von 1 mg/m³ (einatembarer Staub) nach TRGS 900. Die Tagesexpositionszeiten waren deutlich geringer als der Bezugszeitraum von 8 Stunden. Da sich zudem die Varroatose-Behandlung auf wenige Tage im Jahr beschränkt, besteht gegen die Anwendung von Oxalsäure zur Varroatose-Bekämpfung unter den untersuchten Bedingungen kein prinzipieller Einwand."

    Quelle:

    https://publikationen.uni-tueb…/xmlui/handle/10900/44465

  • Wir sollten in unseren Imkerverbänden darauf hinwirken einen Antrag zu stellen, das der DIB sich um die Fortsetzung / Abschluß des Zulassungsverfahren für die OXS Sublimation einsetzt.

    Das wäre doch ein gewinnbringende Arbeit dies über den Winter anzuleiten.

    Das hätte den Vorteil, das Biobetriebe noch Umwelt- und Ressourcenschonender arbeiten könnten.

    Jeder Transport und Handel mit Feststoffen ist meiner Meinung nach vom ökologischen Fußabdruck und dem Einsatz von Rohstoffen effizienter als Emulsionen bzw. Lösungen gleich welchem Lösungsmittel.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • d2dum: Du sprichst mir aus der Seele! Ich bemühe mich seit Jahren darum. Das, was ich bisher vom DIB substanziell hörte, hatte ausschließlich mit der Angst zu tun, die bereits bestehenden Standardzulassungen kämen auch noch ins Wanken (deutscher Sonderweg), wenn man erneut dran rühre. Und immer wieder der Hinweis: Es gäbe in D genügend zugelassene TAM.

    Ich habe auch mehrfach nach den Umfrageergebnissen von Mayen gefragt: Wieviel % der Befragten bekannten sich in den Umfragen zur Sublimation von OX? Trotz mehrerer, z.T. persönlicher mündlicher und mail-Zusagen bisher: Keine Antwort, sondern Vertröstung. Nach meinem bescheidenen Überblick schätze ich allerdings, daß mindestens ein Drittel der Imker in D praktische Erfahrungen mit der OX-Sublimation hat, resp. die in #345 beschriebene juristische Tür über die EU-Zulassung des Wirkstoffs nutzt.

  • Wir sollten in unseren Imkerverbänden darauf hinwirken einen Antrag zu stellen, das der DIB sich um die Fortsetzung / Abschluß des Zulassungsverfahren für die OXS Sublimation einsetzt.

    Wie machen wir das?

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Bei mir war das eine Frage der mündlichen BSV-Prüfung: Erklären Sie uns die Behandlung der Bienenvölker mittels Oxalsäure-Verdampfer. Wie macht man das und was benötigt man dazu.

    Hätte ich den Vorgang usw. erklärt, wäre es das gewesen