Volk im Dezember aus umgestürztem Baum retten

  • Liebes Forum,

    Vielleicht habt ihr die eine oder andere Idee:

    Ich wurde gebeten, zu einem umgestürztem Baum zu kommen, in dem sich direkt über der Wurzel ein Bienenvolk befindet. Die Höhle ist durch den Sturz aufgerissen,das Volk lebt anscheinend noch.

    Alles, was vorher senkrecht war, ist nun waagerecht... Ich bin derzeit nicht in der Gegend und kann erst übermorgen hinfahren und mir ein Bild machen. Da es nun sehr kalte Nächte sind habe ich die Grundstückseigentümer gebeten, alles gut abzudecken und mit Tannenzweigen, Kartons , Decken und was es sonst noch gibt abzudecken. Für Belüftung ist gesorgt, da der ganze Stamm einen dicken Riss bekommen hat.


    Für den Fall, dass das Volk übermorgen immer noch lebt: Es ist saukalt, die Höhle bestimmt schartig und nicht mal eben auszuräumen, überall vermutlich defektes Wabenwerk mit Honig...

    Ich bin etwas ratlos.

    Einfach rausschneiden wird vermutlich nichts. Die Bienen werden von den Waben abfallen, irgendwann ist alles mit Honig zermatscht und ein Elend. Ich könnte vielleicht mit so einem Ascheabscheider, mit Schaumstoff ausgelegt, die Bienen von den Waben saugen und dann sofort ins Warme bringen. Groß festklammern können sie sich bei den Temperaturen kaum. Oder wird das ein Massaker?


    Futterwaben und Leerbeute habe ich in Reserve, das wäre kein Problem.


    Oder lieber abwarten, bis es etwas milder, also Flugwetter ist?

    Ich werde mir erstmal vor Ort ein Bild machen, aber vielleicht hat das von euch ja schon jemand im Winter erlebt.

    Vielen Dank!

  • Hallo,


    Wenn der Baum so wie er jetzt liegt nicht stört, würde ich nichts machen außer von oben so abdecken das keine Feuchtigkeit eindringen kann, jedoch bei milderem Wetter der Flugbetrieb gewährleistet ist. Den Riss zur Not mit Zeitungen zustopfen.
    Jetzt noch mehr zu stöhren und dann auch noch saugen....

    Würde ich lassen.

    Gruß Robert

  • Und vor Mitte Mai auch nicht.

    Dann ist das Volk hoffentlich so stark, dass es in eine Beute von den entnommenen Waben abgefegt werden kann. Wichtig ist eine unverletzte Königin und wenn möglich auch ein paar Brutwaben (-Stücke), die in Rähmchen eingesetzt werden können.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Die Bienen richten sich das schon so ein, wie sie es brauchen. Wichtig ist nur, dass kein Wasser rein gelangen kann, und das jetzt riesige Flugloch zu begrenzen. Geht mit Folie, Holzbrettchen, Stroh etc..

    Ein Umwohnen, jetzt im Winter, würden sie sicherlich nicht überleben.


    Gruss

    Ulrich.

  • Vielen Dank für eure Meinungen.

    Ich mache mir Sorgen, wie sie bei so langer Wartezeit durchlenzen sollen.

    Sie können ja jetzt nicht neu bauen und in waagerechten Waben brüten?

    Ich könnte versuchen, den Stamm über der Höhle zu durchtrennen und ihn dann aufzurichten.

    Das würde mir am besten gefallen :u_idea_bulb02:!

    Ich berichte, wenn ich da gewesen bin.

  • Sie können ja jetzt nicht neu bauen und in waagerechten Waben brüten?

    Ich könnte versuchen, den Stamm über der Höhle zu durchtrennen und ihn dann aufzurichten.

    Die bauen jetzt ohnehin nicht; sie kommen hoffentlich mit dem zurecht, was gegeben ist.

    Eine gute Abdeckung gg. Nässe und Kälte ist schon mal gut, so wie Ulrich empfiehlt.


    Beim Sägen gibt's Erschütterungen und je nach Lage des Baumes drastische Spannungsbrüche. Hängt alles von der Lage vor Ort ab.


    Berichte mal !

  • An dem Baum nichts absägen, der könnte dadurch seine Lage nochmals verändern. Die Bienen kommen damit, so wie es jetzt ist, zurecht. Das einzige, was sie jetzt brauchen, ist erreichbares Futter. Jeder Eingriff kann es nur noch schlimmer machen.


    Gruss

    Ulrich

  • Nein, jetzt bei der knackigen Kälte will ich nichts sägen und ruckeln, aber ich denke, sobald Flugwetter ist, sollte ich den Stamm aufrichten.

    Im neuen Jahr sollten sie ja irgendwann ihr Brutgeschäft wieder aufnehmen das können sie in der Lage nicht. Oder können sie doch? In waagerechten Waben?

  • Es wurde doch mehrfach geschrieben, derzeit keine Eingriffe möglich.

    Was definierst du denn als Flugwetter im neuen Jahr? Kurzfristig um 8 Grad?

    Wabenabriss wäre beim Aufrichten wohl wahrscheinlich.

    Abdeckung gegen eindringende Nässe, Finger weg bis mindestens März/April.

  • Nein, jetzt bei der knackigen Kälte will ich nichts sägen und ruckeln, aber ich denke, sobald Flugwetter ist, sollte ich den Stamm aufrichten.

    Hallo,
    warum kann man nicht einfach der Natur freien Lauf lassen? Maximal gegen eindringendes Wasser sichern und warten ob sich im Frühjahr noch was bewegt.
    Zur Not Hände zusammenbinden lassen.

    Gruß

  • Das so einfach und pauschal zu beurteilen ist kaum möglich.

    So ein umgestürzter Baum ist immer ein Risiko.

    Zudem reisst das Holz oft noch nach.

    Muss der Baum Weg, bleibt keine andere Wahl, als die Waben rausschneiden. Möglichst viele Bienen in die Beute mit Futterwaben retten und ab in den Keller damit.

    Bienen sind da auch robuster als die meisten denken.

    Jedoch ist Feuchtigkeit und Zugluft das Ende jeder Biene. Je nach Lqge des Baumes, kommt man dann auch nicht drum herum das Volk umzusiedeln.

    Egal wie man es dreht und wendet, die Aussichten sind da nicht rosig.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • So, kleines Update:

    Die Grundstücksbesitzer haben den offenen Bereich dick mit gepresstem Stroh abgedeckt und mit Holzbrettern und Plane abgedichtet. Soweit ist vor Ort in Moment alles getan. Bzw ich werde noch nach Spanngurten suchen.

    Wabenabriss hat aber bereits stattgefunden, es liegen laut ihrer Aussage honiggelbe Waben auf dem derzeitigen Boden der Höhle und es hängen wenige helle Waben weiter oben.

    Bienen hat sie nur wenige gesehen,aber es summte irgendwo.

    Tja, klingt nicht wirklich vielversprechend...