Nun hat es doch ein Volk erwischt - Nosematose im Dezember

  • Moin Moin,


    heute doch ein trauriges Erlebnis zum Abschluss des Jahres erfahren dürfen. Beim Rundgang durch den Garten, schweifte mein Blick kurz zu den Bienen. Mit Verwunderung festgestellt, dass eines unserer Zuchtvölker nicht am fliegen ist ( trotz 14 Grad und Sonne ) und stutzig geworden - vorgestern war noch starker Flugbetrieb vorhanden - augenscheinlich..... Also mal näher nachgeschaut und den Deckel angelupft. Und da traf mich der Schlag. Auf den Rähmchen alles tote Bienen und auch der Boden komplett voll mit Leichen. Sprich das Volk war Mausetot....... Da dass Volk letzte Woche bei der Oxalsäurebehandlung augenscheinlich noch fit war ( saß auf 5 Waben kompakt in der Traube ), war erstmal guter Rat teuer. Also ein paar Waben gezogen und nachgesehen. Diese waren komplett zugesch****n und auch die Beuteinnenseite war komplett bekleckert. Dünnpfiff ersten Grades. Also Nosematose, Ruhr mag ich ausschließen. Auch unserer BSV, den ich dazugerufen hatte, meinte es wäre wohl Nosematose. Was auffällig war, dass das Volk wohl im Vorfeld still beräubert worden ist, da es auch nur noch recht wenig Futter hatte. In den Wochen vorher war bei dem Volk immer ein stetiger Betrieb, was wir auf noch laufende Bruttätigkeit geschoben hatten ( ist bei anderen Völkern auch so gewesen, die sind aber Futtertechnisch in Ordnung ). Grund war wohl die andauernde unbemerkte Räuberei - dass Volk hatte sich wohl unbemerkt ergeben und die Räuber hatten leichtes Spiel, dadurch zu wenig Futter und deutliche Schwächung. Nun hat die Oxalsäurebehandlung die Nosematose vollends ausgelöst und den finalen Stoß gegeben und das Volk innerhalb von wahrscheinlich einer Woche dahingerafft Schade.........


    LG


    Northlight

  • Ja,

    Leider ein häufiges Phänomen nach dem träufeln.

    Es heisst ja nicht umsonst, das zweite träufeln war die letzte Behandlung für das Volk. Hat das Volk vorher schon einen Knacks, kann das träufeln beim ersten mal schon den Deckel drauf machen.

    Bitte beim nächsten mal sprühen oder noch besser wenn möglich bedampfen.

    Nebenbei besteht jetzt die Gefahr, dass sich eventuell die räubernden Bienen was mitgebracht haben.

    Also die Beute mit dem verendeten Volk sofort bienendicht verschliessen und so schnell wie möglich desinfizieren.


    Viel Glück

  • Und es kommt ein Ernährungsfehler dazu. Welcher das ist kann ich nicht sagen :(

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Nosematose kann eindeutig diagnostiziert werden. Hat der BSV Proben genommen und untersucht, oder nur Augenschein der Abkotungen (Darmpräparat etc.)?
    Dass die oben beschriebenen Symptome nach dem Träufeln "häufig" auftreten kann ich nach 20 Jahren Erfahrung damit nicht bestätigen. Ja, aber einmal ist genug.
    Nach dem schon stille Räuberei im Gange war, vermute ich eher in Richtung Weisellosigkeit oder einer anderen Erkrankung. Das Volk wäre wohl auch ohne den Einfluss der OX-Träufelung eingegangen (Blick in die Glaskugel).

    Grenzen sind konstruiert. Was uns trennt und verbindet, wird von Menschen gemacht.

  • Moin Moin,


    es sind Proben genommen worden um eine 100% Sicherheit zubekommen - auch was noch in dem Volk steckte. Diese wurden eingeschickt. Er war sich aber sehr sehr sicher, zumal er den Job auch sehr lange macht. Weisellos war das Volk nicht, die Queen lag tot unten auf dem Gitter mit dem Rest der Mannschaft. Ein sehr sehr trauriges Bild - braucht man nicht jeden Tag sehen!


    Klar wurde die Beute sofort verschlossen und bei Seite gestellt. Wir wollen eine weiterverbreitung so gut wie möglich ausschließen. Das Volk wäre wahrscheinlich so oder so eingegangen, schon alleine wegen dem zu wenigen Futter, evtl. hätte man es mit Futterwaben stärken können, aber....... nun ist es zu spät!

  • Nicht alles Vollgekotete ist Nosema. Nosemamerkmale:

    • Pünktchenkettenkot
    • Sterbegruppen
    • Weißer oder aufgelöster Mitteldarm

    Das sind die Mindestanforderungen an die Diagnose Nosema.

    Flatschige dunkle Kotspritzer sind nicht Nosema.

    Gruß Ralph

  • Sofern Nosema -> auf molekulargenetische Untersuchung bestehen (PCR), damit geklärt werden kann, ob Nosema apis oder N. cerana. Der plötzliche Tod des gesamten Volkes würde für N. cerana sprechen, die Kotspritzer aber dagegen.

  • Offensichtlich habe ich es bei einem Volk beim träufeln zu gut gemeint, da es vorher die höchste Befallsquote hatte. Auf dem Unterboden lagen jetzt etwa 1000 Bienen. Alle anderen sehen gut aus. Eine OX-
    Vergiftung kann sicher auch Abkoten in der Beute verursachen. Beobachtet habe ich dies jedoch noch nicht. Dafür kommen sicher immer mehrer Faktoren zusammen. Nosema kenne ich nur im Frühjahr. VG

  • Beim Volkstod muss man sich immer die Fragen stellen: Wer ist der Hauptakteur, warum konnte der so zuschlagen, wer sind die Statisten und welche Begleiterscheinungen gibt es. Zweifelsohne wird der BSV Nosema feststellen. Die ist immer da, wenns dem Ende zugeht. Genauso wie sich die vorhandenen Varroen im Restvolk konzentrieren. Beides sind aber die Statisten. Hier sieht man mal richtig eine Wirkkette. Mit der Vorgeschichte (Varroa, Viren, Nosema) wäre das Volk wäre das Volk möglicher Weise auf natürlichem Weg fertig geworden, wie jedes Volk welches den Winter überlebt. Hier aber wurde OX geträufelt. Eine Säurehaltige Flüssigkeit benetzt die Bienen und muss erst mühsam im "Volksmagen" verteilt werden. Das dies auch die Nierenkanälchen stark belastet, dürfte logisch sein. Ich staune, dass bei dem vielen Negativen über das Träufeln das immer noch so breit durchgeführt wird. Danke fürs Teilen!

  • Der Durchfall waren keine Flatschen, sondern eher langgestreckte Rinnsale und dünnflüssig. Und davon sehr viele. Viele tote Bienen saßen auch eng in Grüppchen zusammen...... In den Zellen - also bezgl. verhungern saßen keine Bienen ( es waren keine Popo´s zusehen).


    Deswegen gehen wir nicht von der Ruhr aus - bis jetzt! Lange Rede, kurzer Sinn, wir warten ab was die Proben erbringen.


    Es ist einfach Schade ums Volk, zumal wir vermuten, dass wir es hätten verhindern können, wenn wir die stille Räuberei richtig eingeortnet hätten. Das fuchst mich am meisten an. Varroatechnisch hatte es eigentlich keine Auffälligkeiten, da sehr wenig natürlich gefallen sind. Im Sommer 1 x mit Ameisensäure behandelt und im Spätsommer on Block 5 x bedampft. Gefallen ist erstaunlicherweise bei beiden Zyklen sehr wenig. Es war ein trügerisches Bild anscheind.


    Der Zusammenbruch muss plötzlich gekommen sein, da einige Bienen auf der restlichen Brut saßen - sprich die waren noch am brüten ( ca 2 handflächen großes Brutfeld ). Das Volk war eigentlich auch recht stark.


    Ich sehe zu, dass ich am Wochenende Fotos mache, wenn wir die Beute auseinandernehmen und die Reste entsorgen.

  • Das ist ganz einfach, weil es von einflussreichen Personen in der Imkerschaft publiziert und empfohlen wird. Nach jahrelanger Erfahrung und vielen Rückschlägen, bemerkt man dann, es gibt auch noch was anderes und das auch noch mit weniger Nachteilen. Komisch……

    Ich staune, dass bei dem vielen Negativen über das Träufeln das immer noch so breit durchgeführt wird. Danke fürs Teilen!

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.