Cremiger Honig härtet aus

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    Was für ein Theater! Kann man den Leuten nicht beibringen, dass Honig fest sein muss und nicht flüssig wie der Langnese-Urwaldhonig, und zwar so fest, dass man ihn in Stücke schneiden und in Pergamentpapier einwickeln kann, wie das eben früher war, bevor es Fernsehwerbung gab. "Echter Deutscher Honig, naturbelassen, ungerührt", manipulieren soll der Kunde selber, wäre die Antwort; aber immer schön dem Kunden den Honig um den Bart schmieren.

  • wie das eben früher war, bevor es Fernsehwerbung gab

    Tja, früher war einmal. Meine Kunden haben nunmal Fernseher, einige sogar fliessend Wasser.

    aber immer schön dem Kunden den Honig um den Bart schmieren.

    Aber sicher doch. Der bezahlt mir ja nicht unerhebliches Geld für meinen Honig, da kann ich mich auch bemühen, den in passender Konsitenz zu liefern.

  • Damit kannst Du vielleicht noch Fred Feuerstein von seiner Wilma weglocken,

    aber schon Barny würde Dich locker auf Deinem Honigfelsen sitzen lassen.


    Gruss

    Ulrich

    Gerade Barney Geröllheimer hatte die Lösung für Honigfelsen:

    BAM BAM (für nicht eingeweihte:Die Tochter von Barney mit einer Keule)

    FRÖHLICHE WEIHNACHT!

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • 2 verschiedene Honige, Sommertracht und Frühtracht ohne nennenswert Raps.


    Geschleudert, abgeschäumt und im Hobbock ins Lager und fest werden lassen.

    Im November durch den Melitherm gejagt, direkt ins Rührwerk und geimpft. Ca. 1 Woche 2x täglich Rühren lassen, dann bei teilweise Kristallisation in Gläser und bei 15 °C gelagert. Viel länger hätte ich nicht rühren können, dann wäre er zu fest gewesen.

    So ähnlich mach ich das seit 10 Jahren und es ging immer gut. Bis letzten Jahres eben auch der ein oder andere Honig hart wurde und dieses Jahr so gut wie jeder bockel hart wird. Andererseits gab es letztes Jahr einen Frühtrachthonig mit Robinie den ich so bis dahin auchnochnicht hatte. Der geht ebenfalls durchs Melitherm, wird dann abgefüllt, bleibt so 4-6 Wochen flüssig und wird dann von selbst cremig.

    Meine hart gewordenen Gläser habe ich dann ebenfalls im Warmen gelagert. Allerdings tat sich da nichts. Weise Schlieren hab ich übrigens auch noch im Glas. Die Gläser wurden dann im Wärmeschrank bei versch. Temp angewärmt. Ergebnis: 2-3 Tage war der Honig ok, dann wurde er so hart wie vor dem Anwärmen.

    Hab beim letzten mal rühren sehr lange gerührt bis der Honig fast nicht mehr durch den Hahn floss. Die Überlegung war, dass noch nicht alle Glucose kristallisiert war. Das hat leider auch keinen rechten Effekt gezeigt.

    Bin darum ebenfalls gerade etwas ratlos was das weitere Vorgehen betrifft.

  • Ich bin doch immer wieder erstaunt, wieviele Kleinstimker den Honig in großen Gebinden zwischenlagern und auftauen. Ist es den so ein Problem, gleich nach der Ernte abzufüllen? Ich habe das mit bis zu einer Tonne Honig im Jahr gemacht - das geht.

    Leider wird immer übersehen, welche Qualitätsminderung mit jedem Bearbeitungsschritt einhergeht.

    Ich empfehle jedem mal einen Test: Die Referenz ist Honig, der nicht gerührt, sondern durch Einfrieren cremig gemacht wurde. Dann die zweite Variante: nach dem Schleudern rühren und direkt in Glas. Da ist in beiden Fällen ein deutlicher geschmacklicher Abstand zum aufgetauten Honig. Von Optionen wie Pressen gar nicht zu reden. Schade, wenn so viel Qualität verschenkt wird!

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ohne jemanden hier irgendwie zu nahe treten zu wollen, fehlt es oft einfach auch an detailliertem und fundiertem Fachwissen. Ein solider Creme Honig ist wie Nutella, etwas steifer, keinerlei Kristalle auf der Zunge spürbar. Honige sind von Jahr zu Jahr von ihren Zuckerspektrum unterschiedlich, das Verhältnis Fructose und Glucose schwank. Hier braucht es viel KnowHow und Fingerspitzengefühl welches in der Regel nicht in einem normalen Honiglehrgang vermittelt wird. Imker ist nicht umsonst ein Ausbildungsberuf und selbst dort gibt es teilweise erhebliche Defizite. Wie schon erwähnt diesbezüglich noch mal mein Hinweis auf den Honig Workshop im Rahmen der Celler Imkertage am Samstag 25.01.2020 Honigbearbeitung für Fortgeschrittene - Cremehonigherstellung nahe der Perfektion . Nicht nur das der Dozent Bienenzuchtberater und Imkermeister Wulf-Ingo Lau ein Top Profi in dieser Materie ist, auch sind unter den Teilnehmern etliche Profis welche den Workshop zur Weiterbildung nutzen. Der zwanglose Austausch mit ihnen selbst, und aus der Qualität ihrer Fragen an den Dozenten kann man für sich selber eine Menge Input ziehen den man sonst so in dieser Form nicht erhält.

  • Ein solider Creme Honig ist wie Nutella, etwas steifer, keinerlei Kristalle auf der Zunge spürbar.

    Ich stimme dir zwar in allen Punkten zu, aber die Frage ist immer auch, was will der Kunde lieber? Der Honig soll schließlich dem Kunden schmecken, nicht dem Imker, siehe Wurm, Fisch und Angler...


    Und Kunden ziehen häufig den viel weicheren, "schleimigen" Cremehonig vor, der auch viel mehr einer Creme nahe kommt als der "solide, aber korrekte Cremhonig". Und da sind viele Großabfüller, aber meiner Erfahrung nach auch viele Berufsimker eher auf Seiten der Kunden und bieten den weicheren "Schleimhonig" an, auch wenn es fachlich nicht optimal ist.


    Übrigens ist auch Nutella zwischen "sehr steif und nur mit Anstrengung mit dem Messer aus dem Glas zu bringen" und "extremweich bis fast fließend" je nachdem, ob das Glas zuvor im Kühlschrank stand oder im Sommer bei 26°C am Küchentisch.


    Was gilt nun?

  • Kunden sind sehr wohl in der Lage zu prüfen und zu lernen. Nur weil sie diesen cremigen feinsteifen (nicht festen) Honig noch nie kennen gelernt haben, heisst nicht, dass sie den nicht mögen. Verkosten lassen. Du wirst Dich dann vielleicht wundern, wenn sie Dir nach dem ersten gekauften Glas sagen, dass sie nirgend wo anders mehr kaufen werden.


    Gruss

    Ulrich

  • Das mit dem rühren und direkt abfüllen habe ich hinter mir und mache es nie wieder.

    Zudem haben die wenigsten Kleinimker die Möglichkeit grössere Mengen einzufrieren.

    Ferner schaffe ich es neben meinem Job nie und nimmer eine Tonne Honig zu ernten, zu rühren und direkt abzufüllen. Ich habe mir angewöhnt pünktlich zur Geisterstunde den Schleuderraum zu verlassen.

    So habe ich bis gerade den vier mal gerührten Honig abgefüllt.

    Und ja Frank Osterloh würde ich gerne an den Workshop teilnehmen, da ich selber den Eindruck habe, dass da mehr geht.

    Doch ist Zeit ein kostbares Gut und mehr geht nicht.

    Es wäre sinnvoll ein solches Angebot beispielsweise auch in Münster anzubieten.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Kunden sind sehr wohl in der Lage zu prüfen und zu lernen.

    Stimmt, aber nur manche. Sehr viele haben dagegen ihre feste Vorstellung ehe sie zu mir kommen, von der sie nicht mehr abzubringen sind. Ich glaube, dass ich eher überdurchschnittlich viel direkten Kundenkontakt habe im Vergleich zu meinen örtlichen Kollegen. Aber auch viele mir unbekannte Kunden bei Wiederverkäufern. Trotzdem ziehe auch ich im Eigeninteresse den feinsteifen, also nicht schleimigen Honig vor und versuche auch nur den anzubieten. Habe aber eben einige regionale Kollegen, die ihn unbeirrt und ebenfalls sehr erfolgreich "schleimig" verkaufen.


    Daher interessiert mich brennend, was Frank Osterloh oben zu meinen Fragen zu sagen hat, weil ich weiß, dass er sich a) auskennt und b) er sehr viel Honig unter die Leute bringt.

  • Das mit dem rühren und direkt abfüllen habe ich hinter mir und mache es nie wieder.

    Bei der Frühtracht bei mir kein Problem, doch die Sommertracht wird bei mir mit animpfen, rühren und abfüllen eine nichtverkaufsfähige Katastrophe...alles voller Blüten.

    Daher reitzt natürlich ein Angebot, weit tiefer als das olle DIB-Seminar sehr, doch der Weg ist weit.


    Auch decken sich meine Erfahrungen mit hornet  
    Was für den Imker feinsteif ist, ist für den Kunden fest. Unter cremig versteht er Schleim. Manchmal habe ich auch Schleim, und schäme mich dafür, aber er ist als erstes ausverkauft...was will man machen.