Etliche Fragen von Neuimker nach mehreren Schwärmen

  • Ammenbienen sind die jüngsten, das stimmt. Aber im Brutraum kommen auch die Flugbienen an und übergeben ihre Nektarsammlung. Du hast also selbst bei Volltracht im Brutraum immer Flugbienen dazwischen. Im Honigraum arbeiten die - zugegeben nächstälteren - Schwestern der Ammenbienen. Sie sind aber allermeist noch Innendienstlerinnen ohne Landkarte ihres Flugkreises im Kopf.

    Außerdem kannst Du beim Abstoßen von Honigwaben keine Bienenlarven schädigen, die bekanntlich an bestimmten Entwicklungstagen erschütterungsempfindlich sind.

  • Hallo Leute,

    gerade habe ich zwei Nachschwärme eingefangen. Einen ziemlich grossen der aus dem Volk kam wo am Samstag der Minischwarm abging und einen mittel-bis kleinen, der aus dem Volk abging das am Samstag den grösseren Schwarm hatte. Macht ja auch so Sinn. Jetzt ist für heute Abend und die nächsten zwei Tage Regen angesagt. D.h. mit einem Tag Kellerhaft kann ich wohl nicht arbeiten, sonst muss ich die bei Regen einlaufen lassen. Klappt das, wenn ich sie schon heute Abend einlaufen lasse. Wenn es morgen und übermorgen regnerisch ist werden die ja wohl nicht wieder abhauen, Kellerhaft hin oder her. Was meint ihr?


    Den Tipp mit der Verstärkung des kleinen Schwarms durch Tauschen der Plätze der Kästen finde ich genial. Die Frage ist ob das jetzt noch viel bringen würde. 1. hat der kleine Schwarm anscheinend auch schon etliche Flugbienen und zweitens ist das Ausgangsvolk nach Abgang des grossen Nachschwarms heute auch ziemlich reduziert. Nachdem es ja dann nur ein Tausch der Flugbienen würde ist die Frage ob der eine soo viel dazu gewinnen würde. Aber das nächste mal wenn ich so einen Minischwarm habe mach ich das einfach gleich und ich kann wahrscheinlich dadurch sogar den Nachschwarm verhindern (sofern ich das will). Eigentlich wollte ich diese Saison mit Fluglingen vermehren, jetzt läuft es doch wieder hauptsächlich über Schwärme...


    Das mit den Hausdienst-Bienen im Honigraum ist eine wertvolle Information. Das steht in keinem meiner Bücher...

    Wenn Abschütteln bei bestimmten Brutstadien gefährlich ist, wie bekomm ich die dann zur Schwarmkontrolle von den Waben. Mit 'nem Akkubläser?


    Falls jemand schnell einen Kommentar hat zu dem "heute gleich einlaufen lassen" würde ich mich freuen. Hier ist es 16.30 und ab 18.00 Uhr ist Regen angesagt. Bis dahin sollten die Bienchen eingezogen sein...Also falls einer "Halt! Bloss nicht!" rufen möchte...


    Dummerweise habe ich nur ein Einlaufbrett. Da ich die Beuten am Rand eines hohen Gabions stehen habe muss ich da jetzt irgendwie improvisieren...


    Viele Grüsse,

    Fossi

  • Ja gleich einlaufen lassen, Kellerhaft ist bei eigenen Naturschwärmen überhaupt nicht nötig und sogar kontraproduktiv, die verbrauchen dabei nur ihr mitgenommenes Futter und fangen schon in der Box an Naturwaben auszuziehen.

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • hallo,

    hätte ich auch so empfohlen: Schwärme lasse ich immer dirkt, manchmal Minuten nach dem Einfangen, einlaufen.

    Wenn das nicht geht, dann Kiste auf, ein paar Rähmchen ziehen, Bienen reinschütten, Kiste zu, fertig!

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo Leute,

    danke für die Ratschläge. Da ich nur eine gute Rampe hatte und der Wetterbericht sich für Donnerstag verbessert hat (ab Mittag wieder schön) bin ich nun so verfahren, dass ich den grösseren Schwarm gleich hab einlaufen lassen (habe dabei mehrere Königinnen entdeckt) und den kleineren in Kellerhaft lasse bis Übermorgen.

    Ich denke auch es wäre besser gewesen, beide heute einlaufen zu lassen, aber der eine Schwarm hat fast eine Stunde gebraucht und die Rampe war dann zu spät frei für den zweiten Scharm. Am Ende hat es schon zu tröpfeln angefangen, so dass der zweite Schwarm eh nass geworden wäre...

    Jetzt bau ich mir für diese Fälle eine zweite Rampe. Ich hoffe den Bienchen geht es Donnerstag noch gut wenn ich sie einlaufen lasse. Ich werde ihnen gleich etwas Futter in die Beute geben...


    Liebe Grüsse,

    Fossi

  • Warum schüttest du sie nicht einfach in die Beute statt sie Einlaufen zu lassen?


    Kellerhaft ist nur für KUNSTschwärme aus mehreren Völkern oder wenn man einen fremden Schwarm fängt und befürchtet der hat Amerikanische Faulbrut. Pass auf, dass die dir in der Kellerhaft nicht verhungern. Bienen teilen ihr Futter untereinander und sobald die erste verhungert runter fällt ist es höchsten eine Frage von Stunden, vielleicht nur Minuten, bis alle tot sind.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • ...den grösseren Schwarm gleich hab einlaufen lassen (habe dabei mehrere Königinnen entdeckt)

    Hast Du nur eine einzige dringelassen oder willst Du, daß die wieder ausziehen/sich naturgemäß aufteilen (jedes Grüppchen mit eigener Jungkö. für sich)? In der echten Natur haben solche Nachschwärme ein übermächtiges Risiko: Jungkö. noch nicht begattet, geringe Volksstärke, noch kein geeignetes Heim und Gefahren von überall (Wetter, Freßfeinde).

    Bedenke auch, daß Du nicht jeden Schwarm wirst fangen können. Bei Nachschwärmen ist das Einfangen aus besagten Gründen noch schwieriger. Unbetreute Bienenvölker stellen ein erhebliches Infektionsrisiko gerade für starke Völker mit guter Fitneß dar, weil der Ansteckungsweg umgekehrt wie sonst verläuft: Nicht die Kranken exportieren ihre Krankheiten und Parasiten, sondern gerade die gesunden, findigen und sammelstarken Völker importieren sie, indem sie die schwache Verteidigung der Kranken einfach ignorieren und dort räubern.

  • Hallo Leute,

    also seit Donnerstag ist auch der zweite Schwarm eingezogen. Tatsächlich waren da schon einige Opfer zu beklagen, aber ich schätze die Opferzahl auf unter 10%. Ich hatte eigentlich gelernt/gelesen, dass die für 3 Tage Futter mitnehmen. Scheint wohl nicht immer so zu sein...Deshalb habe ich mir eigentlich nichts dabei gedacht sie 2 Tage lang zu kerkern. In der neuen Beute war gleich eine gefüllte Futtertasche, so dass ich denke, dass die, die es in die Beute geschafft haben auch überleben werden und es sieht auch nicht so aus als ob Freitag mehr Tote dazu kamen. Da aber das Einwandern vom ersten Nachschwarm noch am gleichen Tag deutlich besser ging werde ich in Zukunft keine Beugehaft mehr anwenden...

    Bei den multiplen Prinzessinnen habe ich mir auch nichts gedacht. Ich hatte gelesen, dass die sich irgendwann dann schon gegenseitig alle machen und nur die Stärkste überlebt. Dass die auch wieder ausziehen können mit einem Teil des Volkes war mir neu. Jetzt ist es ein bisschen spät. Jetzt noch Prinzessinnen raussuchen würde nicht einfach, der Schwarm war riesig...

    Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit geht mir kein Schwarm durch die Lappen. Mein Homeofficefenster sieht genau auf meinen Bienenstand und bei schönem Wetter schau ich gerne raus :)

    Die Höhe meiner Bäume ist noch moderat und ich hab eine lange Leiter...Falls die Schwärme zu klein sind muss ich eben vereinen, dann kann ich das auch mal üben.


    Beim zweiten Nachschwarm habe ich 3 Prinzessinnen gesehen und da hab ich jetzt 2 davon zerdrückt. Kein schöner Job, aber zumindest die Entscheidung wen es erwischt war einfach. Es gab 2 kleine Prinzessinnen mit Ligustica-Phänotyp und eine grosse mit Caucasica-Pänotyp. Die Caucasica-Genetik ist mir lieber. Dabei wurde ich auch erinnert, dass Königinnen sehr wohl stechen können auch wenn sie es selten tun...


    Dieses WE schaue ich mal ob mein Flugling jetzt komplett unverdeckelt ist, dann mache ich bei dem und bei den Schwarmvölkern Restentmilbung mit Oxalsäuredampf. Danach kommt auf den Flugling der Honigraum, denn das Fluglingsvolk ist riesig und trägt ein.


    Nochmal danke für eure Tipps und Ratschläge. Bis zum nächsten Mal!


    Grüsse,

    Fossi

  • Hallo Leute,

    nachdem es hier jetzt richtig rund geht mit meinen Bienchen häufen sich auch die Pkänomene die ich beobachte, zu denen ich aber nichts schlüssiges in meinen Büchern oder im Internet finden kann. Deshalb bin ich heilfroh, dass ich mich hier im Forum an erfahrenere Imker wenden kann unter denen dann oft jemand ist der das schon kennt. Je länger ich dabei bin, desto mehr merke ich, dass man sich Imkerei nur zum kleinen Teil anlesen kann und einfach seeeehr viel Erfahrung dazu gehört. Da ist es schön auf die Erfahrung von alten Hasen zurückgreifen zu können.

    Die konkreten neuen Fälle:

    Mein Flugling (der alle Waben mit Weisselzellen des Ausgangsvolkes bekommen hat - 3 Waben an der Zahl) hat sich prima entwickelt. Die Mittelwände und Leerwaben die ich zugehängt hatte wurden bald mit Honig befüllt. Deshalb hab ich dann auch bald einen Honigraum aufgesetzt. Den alten Honigraum, in dem noch nicht so viel drin war hatte ich bei der Aufteilung ja dem Brutling vermacht. Leider hat mein Flugling den neuen Honigraum nie so richtig angenommen. Da hängen zwar etliche Bienen ab, aber ausgebaut wird da nichts...Eigentlich hatte ich ja gehofft die würden den Honig aus dem Brutraum in den Honigraum schaffen um unten Platz für Brut zu bekommen...Die machen auch nie was man will :-). Platz gibt es ja eigentlich noch in den leeren Brutzellen der Waben (mit Weisselzellen), die ich grossteils verdeckelt zugehängt hatte.

    Seit einer Woche bilden sich beim Flugling auch Bienentrauben vor dem Eingang, in zunehmendem Masse. Bei Flugbetrieb richtig viele, aber auch bei schlechtem Wetter kleine Träubchen. (siehe Video und Fotos). Platzprobleme sollten sie doch eigentlich nicht haben, der Honigraum bietet ja genug Platz. Weiterer Brutraum war ja Anfangs noch nicht nötig, da ja noch keine begattete Königin da war. Inzwischen könnte das anders sein, auch wenn ich bei der Durchsicht letztes WE noch keine neue Brut entdecken konnte. Also will ich eigentlich keinen weiteren Brutraum aufsetzen. Ich befürchte, dass die ihn mir nur wieder mit Honig vollladen. Was glaubt ihr bedeuten die Bienentrauben? Was kann ich tun um den Honigraum attraktiver zu machen?


    Danke Ribes für das eindrucksvolle Video. Die Schwarmmengen sind wirklich beeindruckend und auch die Weise wie die Bienen hantiert werden. Aber die Hände des Imkers sehen auch gut rot und geschwollen aus...

    Gestern habe ich wieder einen Schwarm gefangen und einwandern lassen. Dabei hatte ich erst nur eine Königin gesehen, die ich dann im Getümmel wieder aus den Augen verloren habe. Aber am Ende fand ich eine tote Königin auf dem Einlaufbrett. Was bedeutet das? Die tote Königin sah unbeschädigt aus und wurde auch tot noch von ein paar Arbeiterinnen umringt, bis zum Schluss. Wurde die möglicherweise von der anderen Königin totgestochen? Im Schwarm? Oder könnte das meine zuerst lebendig gesehene Königin gewesen sein? Ich hatte zwischendurch mal vorsichtig ein paar Löffel Bienen vor das Flugloch gebracht, nachdem der Wanderstrom etwas abgebrochen war. Ich kann mir aber nicht vorstellen die Königin dabei tötlich verletzt zu haben. Hat von euch jemand eine Ahnung was das bedeuten kann?


    Liebe Grüsse,

    Fossi


    p.s. das Video lässt sich nicht anhängen, also nur Fotos...