Etliche Fragen von Neuimker nach mehreren Schwärmen

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    Hallo Leute,

    Vielen Dank für die Tipps!

    Ich würde diese Zarge mit Bienen auf ein anderes Volk setzen. Bienenfluchtdeckel ohne die Flucht, aber das Loch mit einem Bogen Küchenrollenpapier abgedeckt (irgend wie fixieren), zwischen die beiden Zargen setzen. Etwas Futter hast Du ja in dieser Zarge drin.
    Alles andere machen die Bienen von selbst. Nach einigen Tagen diese Zarge bienenleer wegnehmen.


    Gruss

    Ulrich

    Diese Methode klingt auf jeden Fall sanfter als das Abkehren. Die Bienen sind jetzt den zweiten Tag in der Notunterkunftsbeute, vor einem neu entstandenem Drohnenmütterchen muss ich nach dieser kurzen Zeit noch keine Angst haben, oder?


    Ich hab mal geschaut was ein Bienenfluchtdeckel ist, so einen hab ich keinen und wüsste auch nicht wo ich den schnell herbekommen soll. Aber wenn ich mir die so anschauen könnte ich so einen Deckel aus einem Zwischendach bauen in das ich ein grosses Loch bohre. Die Bienenflucht selbst soll ich ja eh entfernen. Das Küchenrollenpapier kann ich mit einem schweren Ring fixieren oder eine Folie mit ebenfalls einem Loch drauftackern. Soll ich das Papier feucht machen? Das habe ich als Methode beim Zusammenführen von Völkern gelesen.


    Grüsse,

    Fossi

  • Hallo Leute,

    Vielen Dank für die Tipps!

    Diese Methode klingt auf jeden Fall sanfter als das Abkehren...

    Naja... Abkehren ist eigentlich die schnelle und trotzdem sichere Methode. Bei der Vereinigung kann es natürlich auch Ärger geben.

    Du scheinst irgendwie besonders widerspenstige Bienen zu haben oder etwas Pech.

    Anstelle des Holzdeckels kannst du m.E. auch eine Folie o.ä. nehmen.


    Gruß Jörg

  • Tränke einen Schwamm mit ca 50ccm hochprozentigem Alkohol und gib ihn vor dem Vereinigen in die Beute. Wenn nachfolgend Bienen abgestochen werden sollten, waren diese der (einzigen!) Weisel im Stock feindlich gestimmt und davon nicht abzubringen. (Alte Imkerschule)

  • Wieso, Bienen reagieren auf Alkohol sehr agressiv.

    Kann jeder ausprobieren, wenn er das Bier vor dem Imkern trinkt.


    Ich halte abkehren für die deutlich bessere Alternative. Alles Andere wie aufsetzen mit Zeitungspapier etc birgt immer das Risiko, dass die Königin dabei drauf geht.

    Gerade bei solchen Ferndiagnosen ist die Gefahr gegeben, dass sich die Sache anders gestaltet, als angenommen.

    Ich persönlich habe dabei schonmal Pexh gehabt und kehre seitdem nur noch ab.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Wieso, Bienen reagieren auf Alkohol sehr agressiv.

    Kann jeder ausprobieren, wenn er das Bier vor dem Imkern trinkt.

    Nein, das tun sie nicht. Ich würde sagen, sie reagieren aufmerksam. Haben sie vorher schon Ärger gehabt und/oder sie sind nervös, sollte man bei Gabe von Alkohol zum Verdunsten etwas Rauch geben vorher. Aber das ist Handwerk und müsste eigentlich klar sein. Bei AS Applikation in gleicher Temperatur ist definitiv ein stärkerer Effekt zu erwarten. Also macht nicht gleich die "super Untat" daraus!:)

    Bier vorm Imkern trinken geht auch sogar in Badehose! Weil aber beim Abbau von Alkohol neben dem, die Bienen absolut auf Bär reizenden CO² noch gasförmige Abbauprodukte des Bieres oben hinaus kommen(:)),

    die da wären gleichfalls CO² bis Methan, ist ein Schleier (Hut) auf dem nackten Oberkörper dringend empfehlenswert!;)

    Ansonsten war dieser Tipp für Fossi's Sonderfall gemeint, weil seine(!) abgekehrten Bienen hoffnungslos im Gras verenden.

  • Hallo Leute,

    entschuldigt bitte das lange Schweigen, aber in der Arbeit ist gerade etwas Stress und die Zeit, die ich vor dem Computer verbringe ist fast voll mit Verpflichtungen ausgefüllt…

    Erst mal Danke für all die Tipps.


    Ich hab versucht die Völker mit der Zusammenführungsmethode die „Immenlos“ oben beschrieben hat zu vereinen, aber das war ein Flopp. Ich hatte extra eine hauchdünne Serviettenschicht als Trennung genommen, aber trotzdem war die noch unversehrt als ich nach 2 Tagen kontrolliert habe und jede Menge Bienen waren tot. Ich hab dann die restlichen abgekehrt.


    Jetzt kommen neue Herausforderungen auf mich zu. Meine 3 stärksten Völker (die 2 Ausgangsvölker und ein Schwarmvolk) habe ich ja in den Wald im Fjord wo die Feldstation ist gebracht. Die stärksten Trachten hier in Patagonien sind Wildbaumblüten. Ein befreundeter Siedler und Fischer dort, der auch schon mal Bienen hatte kümmert sich ein bisschen mit um die Völker. Insgesamt sind die aber recht unbewacht, ich komme bestenfalls einmal im Monat dort hin. Angefangen haben die Völker dort mit jeweils 2 Vollzargen (ich habe ja Langstroth) wovon die 2. Zarge beim Umzug untergesetzt war und nur Mittelwände hatte. Die Ulmotracht (im Fjord Februar bis Mitte März stärkste Tracht des Jahres) war nun aber recht gut, so dass die Völker enorm gewachsen sind. Ich hab dann meinen Freund gebeten noch eine Zarge unterzusetzen und eine Halbzarge mit Mittelwänden aufzusetzen, mit einem Königinnengitter dazwischen.


    Vorgestern habe ich nach 2 Monaten endlich selber mal kontrolliert und war leicht überfordert. Offenbar hat mein Freund die Vollzargen nicht untergesetzt sondern aufgesetzt, unter die Honigzarge und das Königinnengitter. Bei allen drei Völkern war die aufgesetzte Halbzarge (Honigzarge) unbearbeitet. Bei zwei Völkern sind alle drei Vollzargen fast voll. Die obersten neuen Vollzargen sind fast komplett mit Honig gefüllt, die mittlere über die Hälfte mit Honig und die unteren habe ich nicht kontrolliert, weil ich offenbar in beiden Beuten jeweils in der untersten Zarge einen Rahmen vergessen hatte, dessen Platz jetzt durch Wildbau so verbaut ist, so dass ich nur unter grösster Zerstörung an die Rähmchen der untersten Zarge gekommen wäre. Auch die obersten zwei Zargen waren schon eine Schlachterei. Die Honigwaben sind so dick und klemmen so aneinander, oder sind untereinander bzw. mit der Wand verbaut, dass ich etliche beim Rausholen bzw. Wiederzurückstecken beschädigt habe und am Ende alles voller Honig war. Auch etliche Bienen sind dieser Metzgerei zum Opfer gefallen. Einige Rähmchen der mittleren Zargen habe ich nur mit äussertser Mühe herausbekommen, weil die Waben sich bis in die unterste Zarge erstreckt haben. Die unteren Teile sind dann einfach abgerissen. An die unteren Zargen habe ich mich dann nicht mehr getraut, aus Angst die Königin zu verletzen…

    Beim stärksten Volk war nach der Kontrolle ein grosser Teil der Kisten aussen mit einem dichten Bienenpelz bedeckt. Das sind Riesenvölker geworden!


    Die dritte Beute hatte deutlich weniger Betrieb und die Volksstärke war deutlich unter den anderen, obwohl die als stärkstes Volk in den Fjord kamen. Nur 2 Zargen waren besetzt, die obere Vollzarge fast voll mit Honig, die untere zu 2/3 mit Honig. Die Frau vom Fischer meint, dass die plötzlich weniger wurden, was mich vermuten lässt dass ein Schwarm abging. Das sei so etwa drei bis vier Wochen her gewesen. Brut habe ich nur noch ganz wenige verdeckelte Drohnenbrut gefunden. Das wäre ja aber nicht verwunderlich nach einem Schwarmabgang. Zur Sicherheit und weil ich keine Königin gesehen habe, habe ich eine Wabe mit junger unverdeckelter Brut von einem Nachbarvolk in diese Beute gesteckt. Auch die abgerissenen Wildbau-Wabenstücke mit Honig und etwas verdeckelter Arbeiterinnen-Brut habe ich in diese Beute gebracht.


    Nun die Fragen:

    Ist es normal, dass die Bienen nach einer Kontrolle als Pelz aussen auf den Zargen sitzen? Oder ist das ein Zeichen für etwas? Wollen die etwa auch noch schwärmen?


    Die Ulmotracht ist noch voll im Gange und die Avellanotracht fängt gerade erst an. Ich schätze da kommt noch einiges an Honig dazu…Wie bringe ich die Bienen dazu, die Honigzargen zu besetzen und nicht die Vollzargen als Honigräume zu benutzen (die sind inzwischen kaum noch zu bewegen vor Gewicht) und es sind kaum noch Brutzellen frei…


    Sollte ich bei den zwei stärksten Völkern eine vierte Vollzarge dazu packen? Wenn ja, Unterstellen oder Aufsetzen, oder irgendwo dazwischen? Ich hab leider noch keine Leerwaben, nur Mittelwände…


    Wie lange nach einem Schwarmabgang sollte ein Volk wieder junge Brut zeigen?


    Ich hatte ja eigentlich geplant den Bienchen im ersten Jahr ihren kompletten Honig als Wintervorrat zu lassen. Aber so viel? Wieviel Honig brauchen denn Bienen in einem nasskalten Winter ohne Frost (oder zumindest nur ganz seltener Nachtfrost)? Gibt es Faustregeln? In einem Video habe ich gesehen, dass etwa die Anzahl der Bienen in Gramm Überwinterungshonig genommen wurde (also 1 Gramm pro Biene). Ist das in etwa richtig? Aber bei diesen Riesenvölkern ist die Schätzung der Bienenstärke echt schwer, auch mit Achtelmethode und so…


    Wie kann das denn bei meinen Bienen dann mit dem Einengen für den Winter laufen? Kann ich die zur Not auf 3 Vollzargen einwintern?


    Falls der Ein-oder-Andere auf die ein-oder-andere Frage eine Antwort oder hätte oder zumindest eine Idee hat oder einen link weiss, wäre ich mal wieder sehr dankbar.


    Viele Grüsse aus dem Comau-Fjord, wo gerade die Lachse steigen.

    Fossi

  • Unter großem Vorbehalt aus der Ferne und anderen Klimazone:


    - Platzbedarf für den Brutraum unter dem Absperrgitter (ASG):

    Kö. legt in der Saison 2.000 Eier täglich x (21 Tage Entwicklungszeit + 2 Tage Reserve zum Reinigen und Inspizieren der Zellen) = 46.000 Zellen Platzbedarf. Das entspricht etwa 7 Langstroth-Rä. für Arbeiterinnenzellen (Drohnenzellen rd. 25 % größer):

    http://bienen-lutz.de/zander-d…che-doble-double-colmena/

    Dieser Platz muß wirklich für Brut frei bleiben, sonst entsteht das Signal: Platzmangel -> Schwarm vorbereiten!

    Zusätzlich sollte noch Platz im Brutraum für Pollen (brutnestnah, läßt sich von den Bienen nicht umlagern) und einer min. Honigreserve sein - also etwa 9...10 LangstrothRä.


    - Bienenpelz auf der Außenwand deutet auf massive Disharmonie im Volk (keiner macht mehr, was er soll, alle gammeln unzufrieden rum, Sammelbetrieb reduziert/viele Flugbienen im Stock trotz Flugwetter, alle warten nur noch auf den Gipfelpunkt der Unzufriedenheit - Schwarmakt)


    - Vermutlich ist das Brutnest bereits verhonigt -> Platzmangel -> Kö. kann nur eingeschränkt legen -> Pheromonmangel -> Schwarmstimmung, läßt sich nur noch mit einschneidenden Maßnahmen brechen z.B. Totale Brutentnahme (TBE) nach Dr. Radtke (dabei auf evtl. Schwarmzellen achten):

    Vortrag: Varroa-Bekämpfung - Bioland

    www.bioland.de › HP_Dokumente › Radtke_Varroabekaempfung


    Einfluss der Brutentnahme bei der Honigbiene Apis mellifera ...

    d-nb.info › ...
    - Damit erst gar nicht Schwarmstimmung aufkommt, wird hier immer gelehrt: rechtzeitig HoRäume aufsetzen über ASG, immer Beschäftigung für die Jungbienen bieten (MW ausbauen lassen)

    Wenn bereits Schwarmstimmung herrscht, muß diese zuvor gebrochen werden (z.B. TBE)


    - Nach TBE sollte also wieder Wabenausbau in den HoRen stattfinden. Die alten Imker hängten noch eine BrutW in den HoR hinauf, um die Bienen in den HoR zu locken - gilt aber wohl nur für ein kaltes nordisches Frühjahr, in dem die wenigen Bienen lieber beim kompakten BrNest unten bleiben.


    - 3 + 5 + 8 (Tage nach Eiablage) = ist die Kö. gemacht. Schwärme gehen i.d.R. im Zeitraum 3 + 5 ab. Die junge Prinzessin wird brünftig ca. 1 Woche nach Schlupf, geht bei Flugwetter auf Hochzeitsflug (ggf. sogar mehrfach), etwa ab Tag 28 kann der Imker mit den ersten Stiften der neuen Kö. rechnen.

    Sind mehrere Schwarmzellen im Volk, teilt sich das Volk ggf. in mehrere Nachschwärme auf, d.h. jede Prinzessin zieht mit einem Teil des Vokes davon.


    - Futterbedarf im Winter bei Dir kann nur ein Imker vor Ort einschätzen. Wir wissen weder, ob es eine brutfreie Phase bei den Bienen gibt, noch deren Dauer, noch Wetterverlauf etc.

  • Wenn die vollen HR reif sind, sprich verdeckelt, solltest du diese auch ernten und neue HR aufsetzen.

    Zumal du ja noch weitere Tracht erwartest.

    Ggf. kannst du auch die Völker mit hohem Bienenanteil vorab schröpfen, in dem du dir noch Ableger machst. Hängt aber sehr vom Bienenjahrverlauf bei dir in der Region ab, die ist von hier aus nicht zu beurteilen. Du must ja irgendwann von diesem Standort wieder weg oder bleiben die dort stehen?

  • Zu den geographischen Positionen. Du imkerst sicher auf der Südhalbkugel!?

    Welche Jahreszeit ist denn jetzt dort?

    Ich nehme an, dass bei dir die Zeit so etwa Ende Juli / Anfang September in dem hiesigen Zeitverständnis. Oder irre ich?

    Die Sommersonnenwende war doch schon.

    Danach musst Du die Folgetracht einschätzen. Kommt nach der Baumblüte noch was?

    Und ja, abernten und neue Arbeit organisieren!

    Ableger ist in der Situation immer hilfreich.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo


    Nach deiner "großen Metzgerei" ist es Normal das sich viele aufgescheuchte Bienen an der Beutenwand sammeln. Sie weisen umher irrenden Bienen den weg. Keine Angst sie laufen nach und nach wieder in die Beute.


    Zu dem Verhonigten Brutraum: 3 Zargen Brutraum sind einfach Zuviel. Versuche das Absperrgitter mindestens 1 Etage tiefer zu bringen um aus dem Zuviel Brutraum Honigraum zu machen. Achte aber darauf das die Brut und die Königin unten ist.


    Auch auf den Beespace achten und keine Rähmchen vergessen damit reduziert man viel "Metzgerei" und Verbau.