Etliche Fragen von Neuimker nach mehreren Schwärmen

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    Hallo Schillbee und Ribes,

    Danke für die Antworten. Also ganz so wild wie die Bilder auf der Ages-Seite sieht es bei mir nicht aus, aber es geht schon in die Richtung. Wenn man bedenkt, dass die Bienenkiste ja noch kaum Waben hat ist der Anteil von Wachsbröseln schon recht hoch. An eine Maus glaube ich nicht, das hatte ich letzten Winter und dann fehlen ganze Stücke der Waben. Aber Räuberrei könnte sein, auch wenn ich keine Kämpfe beobachten konnte. Räuberei würde auch erklären, warum bei denen nichts vorwärts geht. Aber ich hab ja die Bienenkiste kürzlich um 3m verstellt und der Eingang ist immer noch durch Zweige verengt. Vielleicht reicht das ja damit die Räuber die Kiste nicht mehr finden.

    Was glaubt ihr? Mit etwas Glück wurde dieses Volk heute auch durch Asylsuchende verstärkt.


    Von den heute Abgekehrten sitzen immer noch etliche am Abkehrplatz und ein noch grösserer Schwung am alten Standort und es ist schon viertel nach Sieben und morgen solls regnen... Hoffentlich finden die noch ein Zuhause...


    Grüsse,

    Fossi

  • Damit man nicht immer alles wiederkäuen muss, suche mal bitte im Forum nach Verhinderung von Räuberei. Da gibt es gute Hinweise und Erfahrungsberichte.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • ...der Anteil von Wachsbröseln schon recht hoch. An eine Maus glaube ich nicht, das hatte ich letzten Winter und dann fehlen ganze Stücke der Waben. Aber Räuberrei könnte sein, auch wenn ich keine Kämpfe beobachten konnte. ...

    Das hatten wir schon. Stille Räuberei sieht man von aussen gar nicht und bei "richtiger" gibt es nur zu Anfang Kämpfe. Wenn sie läuft, dann ist das Volk schon sehr in der Defensive.


    ...Aber ich hab ja die Bienenkiste kürzlich um 3m verstellt und der Eingang ist immer noch durch Zweige verengt. Vielleicht reicht das ja damit die Räuber die Kiste nicht mehr finden.

    Was glaubt ihr? Mit etwas Glück wurde dieses Volk heute auch durch Asylsuchende verstärkt.

    ...

    Grober Fehler!

    Damit machst du schlagartig alle Flugbienen heimatlos! Das mit den Zweigen kannst du bei einem gesunden Volk probieren, aber nicht mit einem Mickerling!

    Wo sollen "Asylsuchende" herkommen?


    Gruß Jörg

  • Zum Thema BK gibts hier auch Infos, über die Suchfunktion oder du gehst ins entsprechende BK Forum.

    Wenn du Bilder hättest, wäre es von Vorteil. Das Trennschied raus und Bilder machen, dürfte doch gehen. Derzeit fehlt mir echt die Vorstellung, wie die BK besetzt ist.

    Einfacher wäre es gewesen, du hättest diese an die Stelle des Weisellosen Volkes gesetzt, dann hätten die abgekehrten Bienen das Volk mit Bedarf verstärkt. Aber ist immer noch eine Baustelle, wenn innerhalb so weniger Meter verstellt wird. Nur Zweige vorm Flugloch sind keine Fluglocheinengung im klassischen Sinne. Verkleinere das Flugloch der BK auf max. Zweifingerbreit. (Stoffstreifen, Schaumstoff oder was auch immer.)

  • Bei Räuberei: max. 1 Bienenbreite und außerdem das beräuberte Volk verstellen, statt dessen leere Kiste an den Tatort, damit die Räuber lernen: Alles alle, nix mehr zu holen. Aber Vorsicht: Die vergessen das nie mehr, sie werden zeitlebens immer wieder die Stelle aufsuchen bzw. bei anderen schwachen Einheiten im Flugkreis demselben Tatmuster folgen.

  • Ja, bei einem aktiven grossen Volk würde ich eine gewisse Menge Abfall erwarten. Aber in der Bienenkiste ist ja nicht viel los und ich würde mal schätzen, dass 1/10 des Wachses das als Waben verbaut ist als Krümel auf dem Boden liegt.

    Soviel Wachsschrot ist nicht normal. Du solltest genauer prüfen, z.B.:

    - Untermieter (Maus o.a. Eindringling)?

    Wachsmotten(larven)!

  • Hallo Leute,

    Also erst mal Danke für die Antworten. Aber bei ein paar Antworten liegen kleine Missverständnisse vor. Ich hab in letzter Zeit viel geschrieben und einige haben nicht weit genug nach hinten gelesen um meine letzten Fragen richtig einzuordnen.


    Also, das Verstellen der Bienenkiste war nicht wegen des Räubereiverdachtes sondern zeitlich vor dieser Theorie und aus anderen Gründen. Der Umzug ist auch lehrbuchmäßig (bzw. internetanleitungsmässig) erfolgt mit Verschließen in der Nacht und auf der Schubkarre rumrütteln usw. und hat nach meiner Einschätzung gut funktioniert und hat keine Heimatlosen hervorgebracht. Entsprechend sind die Zweige vor dem Flugloch auch nicht als Räuberschutz gedacht gewesen, sondern ein Überbleibsel des Umzugs. Allerdings sind die Zweige offenbar so dicht, dass die Bienen nur 2 Durchgänge gefunden haben bzw. nutzen, die jeweils 1 Biene breit sind und deshalb durchaus als Fluglocheinengung fungieren können.


    Die Verstärkung durch Asylsuchende habe ich mir von den Bienen aus der abgekehrten Kiste versprochen. Da das Bienenkistenvolk das zweitnäheste zum ehemaligen Standplatz des abgekehrten Volkes ist hatte ich gehofft, dass ein paar Heimatsuchende evtl. bei den Nachbarn in der Bienenkiste anfragen. Vom abgekehrten Volk ist ein kleiner Rest (darunter viele Drohnen) am späten Abend des Abkehrtages noch am alten Standplatz am Boden gekauert. Denen hat der Regen in der darauf folgenden Nacht dann wohl den Garaus gemacht. Hätte ich das verhindern können?


    Durch Wachsmotten lassen sich die Wachsbrösel wohl nicht erklären, denn die gibt’s hier entweder gar nicht oder nur so selten, dass sie keiner kennt und auch in der Literatur und auch vom Landwirtschaftsminiterium nicht erwähnt werden. Würde Sinn machen da es hier keine natürlichen staatenbildenden Bienen gibt und möglicherweise mit den Honigbienen noch nicht alle Parasiten und Kommensalen miteingeschleppt wurden.


    Sobald ich die Bienenkiste wieder kontrolliere werde ich ein paar Fotos machen, damit ihr euch ein besseres Bild der Situation machen könnt, aber die letzten Tage war Regen.


    Wenn ich vorher die Ahnung von Räuberei gehabt hätte und gleichzeitig gewusst hätte, dass ich ein Volk abkehren muss, dann würde die Bienenkiste jetzt wohl am Platz der abgekehrten Kiste stehen. Aber so war's nicht und jetzt lass ich sie mal lieber erst mal wo sie ist unterm Dach, so ein schwächelndes Volk will ich so wenig wie möglich zusätzlich stressen. Ich hoffe mal, die 3m Verschiebung und die Zweige im EIngang verwirren potentielle Räuber genug, als dass die Bienenkiste jetzt erst mal eine Verschnaufspause von der Räuberei hat (falls die überhaupt stattgefunden hat). Ich kann ja eine Attrappe an den alten Standort stellen, um den Räubern vorzugaukeln, dass da nichts mehr zu holen ist, aber auch um zu sehen ob da überhaupt noch potentielle Räuber hinkommen. Wie kann ich Räuber unterscheiden von Bienen, die dort einst echt gelebt haben und nur noch aus nostalgischen Gründen vorbeischauen?

    Ein Volk hätte ich eh nicht mehr dort hin gestellt, das war kein so guter Platz.


    Den Honig aus der abgekehrten Kiste habe ich dann doch an meine Familie gespendet, mit Riesenerfolg. Auch wenn am Ende nur 3,5kg rauskamen und der Honig doch noch sehr dünnflüssig ist, so war die Honigmach-Aktion ein schönes Familienevent und hat meinem Hobby doch einiges an Unterstützung innerhalb der Familie gebracht. Ausserdem sind alle der Meinung, dass er geschmacklich dem gekauften Honig haushoch überlegen ist. Ein Glas geht an den Nachbarn als Bestechungsgeld (im wahrsten Sinne des Wortes, da seine Tochter letztens barfuss in eine Biene getreten ist und vorher gab’s hier ja keine Bienen).


    Also, demnächst Fotos von der Bienenkiste.


    Grüsse,

    Fossi

  • Hi Fossi,


    Hut ab, was Du da durchziehst finde ich ziemlich abgefahren, hätte ich mir nicht zugetraut. Ich neige eher zum anderen Extrem und nerve hier alle mit Detailfragen, ohne bisher eine einzige Biene zu betreuen :). Aber im Sommer solle es endlich auch bei mir ernst werden und ich freue mich schon total drauf.


    Warum ich mich melde: ich weiß ja nicht, ob Deine Literatur schon angekommen ist; aber selbst wenn, kann ich Dir den Anfängerkurs auf der Seite https://www.die-honigmacher.de/kurs5/index.html empfehlen.


    Ein imkernder Kollege von Dir hat ihn entwickelt und er ist detaillierter und informativer, als alles an Büchern, das ich bisher an- oder durchgelesen habe (und das waren schon ein paar). Dazu sind die Informationen v.a. hinsichtlich biologischer (egtl.: physiologischer) Details ziemlich aktuell (z.B. zur Funktion der Honigblase, wo Erkenntnisse aus 2014 verarbeitet und vermittelt werden). Außerdem ist er bisher auch didaktisch und visuell absolut überzeugend, wie ich finde; die illustrierenden Fotos sind der Hammer!.


    Ich bin jetzt knapp halb durch (als nächstes kommt der Abschnitt "Honig Ernten und Aufbereiten") und nach wie vor sehr angetan.


    Ob der Kurs Dir zu allen Details und Problemen weiterhilft, kann ich natürlich nicht beurteilen. Auch ersetzt er keinen Imkerpaten, der im Zweifel auch mal vorbeikommt und drauf schaut. Ich wage aber die Behauptung, dass er ein solides Grundwissen zu vielen Aspekten des Imkerns vermittelt, teilweise geht der Kurs auch deutlich darüber hinaus. Für mich eine schöne Beschäftigung am Abend.


    Wenn man eine Lernfortschrittsanzeige nutzen möchte, kann man sich anmelden, man kann den Kurs aber auch einfach so nutzen.


    Schönen Sommer noch!


    Waldi

  • Hallo Leute,

    vielen dank an Waldi. Der link zum online-Kurs war echt hilfreich. Den kannte ich noch nicht und hab mich gleich angemeldet und finde ihn recht spannend.


    Gestern habe ich mal wieder Kontrolle gemacht und auch ein paar Fotos. Resultat: Von den 5 Völkern, die ich noch hier habe gehts dreien prächtig (viel Brut in allen Stadien, viel Honig, viel Aktivität), zweien richtig schlecht.

    Ein Volk, aus einem der lezten Schwärme hat eigentlich ganz gut angefangen. Vor 2 Wochen hat es eine Woche geregnet, so dass ich nicht viel mitbekommen habe, aber die letzte Woche habe ich schon eine Abnahme der Aktivität und eine Zunahme der Drohnen bemerkt. Gestern habe ich gesehen, dass es sehr wenige Bienen geworden sind. Ordentlich viel verdeckelter Honig auch etliches an Pollen, aber sehr wenig unverdeckelte Brut und verdeckelt nur Drohnenbrut. Entweder ist unbemerkt ein Schwarm abgegangen und zufällig sind nur Drohnenbrut verdeckelt übrig gegblieben oder ich hab schon wieder ein weiselloses und diesmal drohnenbrütiges Volk. Falls dem so ist, wie kommt es dass schon wieder ein Volk seine Königin verloren hat? Anbei Fotos. Ist das jetzt schon wieder ein Abkehrkandidat oder hat eine Weiselprobe noch eine Chance? Ich bin echt ratlos...


    Dem Bienenkistenvolk geht es auch ziemlich schlecht, ich glaube die packen's nicht. Beim Ausbau ist praktisch nichts vorwärts gegangen, die Volkstärke nimmt ab und die Waben sind komplett leer soweit ich sehen konnte. Also keine Brut und kein Honig. Auch sehen die Waben sehr komisch aus. Recht dick aber ohne Zellenaufbau und wieder viele Wachsbrösel am Boden. ...(siehe Fotos) Ich hab mal geschaut, aber ausser den Wachsbröseln und dem Vor-sich-hin-mickern habe ich keine weiteren Anzeichen für Räuberei entdecken können. Also keine Kämpfe oder so. Auch bei diesem Volk bin ich sehr ratlos und weiss nicht wie ich bei diesem Volk weiter vorgehen kann.


    Über Ratschläge würde ich ich sehr freuen.


    Grüsse,
    Fossi

  • Achtung bin Anfänger, warte auf qualifizierteren Rat bevor du tätig wirst.

    Ich würde beide Völker auflösen (abfegen so wie das andere).


    Zu dem Grund warum schon wieder ein Volk drohnenbrütig ist: vielleicht gab es nicht genug Drohnen zur Begattung deiner Jungköniginnen? Du schriebst, vorher gab es dort keine Bienen. Die einzigen Drohnen konnten also deine eigenen sein?



    Frage an die Erfahreneren: Kann er deswegen in Zukunft ein Inzestproblem bekommen? Wie löst man das? Import von begatteten Königinnen?

  • Ggf. gegen Varroa behandeln (OX-Sublimation, falls Gerätschaft vorhanden), danach Abfegen - aber in gehöriger Entfernung, damit die Afterweiseln nicht in die anderen Völker eindringen und dort die durch Legetätigkeit schlecht verteidigungsfähige Kö. attackieren oder sogar abstechen.

  • Hallo Leute,

    Danke erst mal für die Antworten, obwohl die leider so ausfielen wie ich befürchtet habe. Wenn ich die abzukehrenden Völker erst mal mit Oxalsäure behandelt habe, dann ist der Honig für den menschlichen Verzehr erst mal tabu. D.h. ich sollte die Waben, die Honig haben dann auf andere Völker verteilen. Dann sollte aber keine verdeckelte Brut dabei sein, sonst bringt ja die Behandlung nicht so viel…


    Was mich jetzt aber am meisten interessiert ist, was (ausser dass ich Anfänger bin) sind die Gründe für die Probleme, die ich mit den 3 totgeweihten Völkern hatte? An der Tracht lags nicht, Futter scheint’s zu geben. Aus 2 Ausgangsvölkern werden innerhalb der ersten Schwarmphase gleich 9, von denen sich 6 im weiteren Verlauf prächtig entwickeln (darunter die Ausgangsvölker) und 3 praktisch eingehen, mindestens 2 davon wegen Weisellosigkeit nach einem eigentlich vielversprechendem Start und eins sogar obwohl ich eine Wabe mit 2 Weiselzellen zugehängt hatte…. Naja, das Bienenkistenvolk hat von Anfang an geschwächelt. Auch da ist mir die Ursache ein Rätsel.


    Ich hab schon gemutmasst, ob die 2 Altköniginnen (von denen ich das Alter nie kannte) nach Auszug mit dem Schwarm einfach an Altersschwäche gestorben sind? Für wie wahrscheinlich halten die anderen denn die Idee von Deichkind, dass zu wenig Drohnen da gewesen sein könnten? Drohnen waren eigentlich zu jeder Zeit zumindest ein paar da, aber wie Deichkind richtig feststellt wahrscheinlich nur die "eigenen". Inzucht sollte eigentlich trotzdem vorerst nicht so ein Problem sein, denke ich, da ich ja die Gene von mindestens 3 Rassen in meinen Bienen und damit vermutlich auch in den Drohnen habe. Wie die beiden Ausgangsköniginnen genetisch aussahen kann ich nicht beurteilen. Angeblich caucasica mit einem hohen Anteil an carnica…Aber wie gesagt, das Arbeitsvolk sieht sehr bunt aus und da ist definitiv noch mehr drin.


    Wenn ihr irgendwelche Ideen oder auch nur Mutmassungen habt, was mit meinen 3 Völkern passiert sein könnte wäre ich dankbar. Denn ohne die Ursachen zu kennen wird es schwer sie in Zukunft zu verhindern…

    Ich bin gespannt auf eure Ideen.


    Grüsse,

    Fossi