Bienenwachs als Oberflächenschutz

  • Hallo,
    ich bin Hobbydrechsler und verwende für manche gedrechselte Teile reines Bienenwachs als Oberflächenschutz.
    Bei Kontakt mit Wasser bleiben auf dem Wachs aber helle Flecken zurück. Nun hat mir ein Fachmann erzählt, das liege daran, dass das Wachs gar nicht so rein ist, sondern mit Seife in Berührung gekommen ist.
    Kann es sein, das das bei der Wachsgewinnung beim Imker passiert?
    Gibt es da irgendwelche Gegenmaßnahmen?


    Vielen Dank
    Thomas Häckel

  • Hallo zurück,


    also ich wüsste nicht, was Seife im Bienenwachs soll. Vielleicht zum reinwaschen :lol: ? Mal im Ernst. Wenn Wachs gesäubert wird vom Imker, dann geschieht dies mittels Erhitzung, dann wird gesiebt und dann langsam abgekühlt, damit auch die letzten Schwebteilchen sich vom Wachs trennen. Also nirgendwo taucht bei dieser Betriebsweise Seife auf.


    Wenn es echtes, reines Bienenwachs ist, dann ist da nix mit Seife drin.



    Mit imkerlichem Gruß!


    Ronny

  • Du solltest dein Bienenwachs aufbereiten. Kolophonium, Terpentin und Bienenwachs. Diese Masse bekommt eine Konsistenz wie Bohnerwachs.
    Damit habe ich alle meine Holzteile bearbeitet wie Holzdecke im Haus, Fußboden im Bienenhaus, vor ca. 10 Jahren, und wird jeden Monat feucht bzw. nass ausgewischt (nur in den warmen Monaten des Jahres). Ohne Flecken. Mein Gerätekasten den ich im Außenbereich verwende und oft im feuchten Gras steht, keine Flecken.
    Gruß Herold

    Das Beste für die Imkerei
    und mit freundlichem Gruß
    Herold Schröder

  • Hallo, vielen Dank für die Auskunft.
    Noch eine Zusatzfrage?


    Was ist dann "Kokillenwachs" (oder so ähnlich), das sollte man eigentlich für die Oberflächenbehandlung nehmen, und das würde dann auch keine Flecken geben. Das gab es in Flaschen und war flüssig.

  • Hallo noch einmal,


    Kolophonium bekommst Du bei CONRAD-Elektronik. www.conrad.com.
    Eigentlich kenne ichg es nur als ZusatzMittel (Flussmittel) im Lötzinn, damit sich das Zinn besser mit dem Kupfer von Leiterplatten verbindet.



    Gruß Ronny!

  • Hallo Thomas Häckel,
    Wachse und Öle sind Chemisch sehr ähnlich. Beide reagieren mit Alkalien zu Seifen. Das ist. m.E. die Ursache der weißen Flecken.
    Die Oberflächenbehandlung wird besser mit einer Wachs-Leinölmischung (1l Leinölfirnis, 100 bis 150g Bienenwachs bei 60 bis 80°C mischen, nach Erkalten auftragen, ist verschlossen jahrelang haltbar). Kolphonium macht den Übertrag wasserdichter, was wohlüberlegt sein will. Im Innenraum macht es meist Sinn. Kolophonium bekommt man auch als sog. Harzöl (40% Kolophonium, 60% Lösungsmittel). z.B. bei der Fa. Kreidezeit.


    Hallo Herold,
    mischst Du reines Kolophonium in die erhitzte Mischung oder wie machst Du es?


    Thomas

  • Hallo Thomas Häckel,


    oftmals wird Seife bzw. Spülmittel als Trennmittel beim Mitellwandgießen empfohlen. Vielleicht waren in Deinem Wachs noch Spuren enthalten.


    Gruß,
    Ralf

  • Hallo,
    ich kaufe mein Kolophonium als Geigenkolophonium in der Drogerie. Es ist klumpig und muß erst zerstoßen werden. Aufgelöst wird es mit Spiritus, nur so viel wie nötig ist um 80 Gramm darin aufzulösen.
    Mein Rezept: (verwende ich seit ca. 25 Jahren) 120 Gramm Bienenwachs im Wasserbad verflüssigen, 80 Gramm gelöstes K. und dann mit so viel Terpentin auffüllen, dass 1 Ltr. Masse entsteht. Alles unter langsamen Zusammenschütten und Rühren mischen. Das Gemisch kann auch noch mit Propolislösung verfeinert werden, je nach Bedarf. Ausprobieren ist angezeigt.
    Hinweis: Die Mischung kann je nach Herstellungszeitraum unterschiedliche Färbung aufweisen. Von goldgelb bis erdigbraun, dies hat aber keine farbliche Auswirkung auf das behandelte Holz. Aufbewahren im geschlossenen Glasbehälter.
    Viel Erfolg Herold

    Das Beste für die Imkerei
    und mit freundlichem Gruß
    Herold Schröder