Bienensterben im Raps

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    Gerade lese ich hier im Berliner Tagesspiegel über die Johanna Mandelkow, die quasi als Gegenentwurf zu Greta Thunberg die Bauern-Proteste in Berlin anführte:


    Zitat

    „Sie glauben doch nicht wirklich, dass wir Unkrautvernichter auf den blühenden Raps sprühen und die Bienen töten, das macht doch keinen Sinn.“ Vater und Tochter sind einer Meinung. Auch sie bräuchten die Bienen und in blühenden Pflanzen bekämpfe man auch kein Unkraut, das geschehe lange vorher. Vater und Tochter lächeln über so viel Unverstand.

    Nun wissen wir es endlich. :-?


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Wenn man bewusst eine falsche Behauptung anderen in den Mund legt, kann man doch wortgewaltig und rechthaberisch den Kritikern über den Mund fahren. Ist doch toll gemacht. Die Tatsachen sind aber andere.

    Nirgendwo werden mehr Gifte aller Art in die (unsere!) Umwelt verbracht wie in der konventionellen Landwirtschaft. Und seit dies mit Nervengiften, vorbeugend und als Beizmittel geschieht, ist ein Faktum entstanden welches wir heute als Insekten- und Artensterben kennen. DAS sind die FAKTEN und sie sind unwidersprochen!

    Jörg, es gibt ne ganze Menge Leute, die genau sowas glauben. Noch ganz anderen Quatsch. Ne Meinung haben alle, Ahnung nicht unbedingt...

    Aus der Ahnung ist längst Gewissheit geworden, da brauchts keine "Menge mehr von Leuten" Deiner Ahnung, die das widerlegen wollen.

    Und übrigens lese ich aus Jörgs Beitrag einen gewissen Sarkasmus heraus.8)


    Nun wissen wir es endlich.

  • Guten Abend Schillbee .


    Ich möchte dir ja nicht widersprechen, dass nirgendwo mehr Gifte in der Umwelt seit 100 Jahren ( die Jahre, als Anmerkung meinerseits) verbracht wurden, als in der Landwirtschaft.....ABER:


    Wie ist es mit den FAKTEN heute?.....Bei welchem Saatgut, wird noch heute ein Nervengift, mit Beize ausgebracht?.....Und steht das Artensterben, im zusammenhang mit diesen Giften?......


    Dazu hätte ich schon mal gerne genauere Angaben......Rein zur Information.


    lg sulz.

  • Dazu hätte ich schon mal gerne genauere Angaben......Rein zur Information.

    Da beschäftige Dich mal bitte mit dem sogenannten "Energiepflanzenanbau" in der "modernen Landwirtschaft"! Insbesondere auf "ausgegliederten Flächen"! Da wirst Du "staunen" was da alles zum Einsatz kommt.

    Sorry für die kurze Antwort, jetzt gehts zum Weihnachtsmarkt.:)

  • Zu den "Energiepflanzen", kommt mir im Moment nur der Mais in den Sinn.


    Als Beize, ist da eigentlich nur noch Mesurol (Wirkstoff Methiocarb) zulässig.


    Ob dies nun ein Nervengift ist, müsste ich zuerst suchen.


    Aber gefunden, habe ich noch die zugelassene Beize mit einem Nervengift.....Wow......Zuckerüben.


    Es ist doch nun sicher eine "Ehrensache", die Bienen nur noch mit Bio-Zucker zu füttern.


    Aber wenn du mir noch Daten und Fakten zu diesem Thema liefern könntest, so wäre ich dir als Landwirt schon dankbar......Viel Spass, auf dem Weihnachtsmarkt.


    Lg sulz.

  • Naja,

    Das das da Einiges durcheinander ist, dürfte klar sein.


    Allerdings zeigt der Artikel eins sehr schön. Landwirtschaft 4.0 hat nichts mehr mit einer früheren Landwirtschaft zu tun.

    Ohne hohen finanziellen Aufwand der wiederrum massives gewinnorientiertes Handeln erfordert, geht in der Landwirtschaft nix mehr.

    Wenn das Stück Fleisch noch billiger und der Salat noch frischer, knackiger und schöner sein soll, ist kein Platz für Romantik.Der 180.000 Euro Trecker muss laufen, damit er Geld verient.

    Da bleibt kein Platz für Natur. Die bringt nur in Ausnahmefällen Geld.

    Die Vorstellungen mancher Städter und grüner Idealisten sind da weit weg von der Realität. (Auch so mancher Imker)

    Das Problem wird sich in den nächsten Jahren noch massiv verstärken, da viele kleine Betriebe auslaufen und die anderen noch grösser werden (müssen).


    Als Imker und Angler gefällt diese Entwicklung auch nicht.

    Daher muss ein Konzept her des Leben und Leben lassens.


    Deswegen stehen meine Bienen auch immer am Ortsrändern. Zu gewissen Jahreszeiten finden die Bienen nichts mehr in der Agrarwüste. So heisst es Kompromisse zu finden, aber auch an den richtigen Stellen strikte Schranken aufzustellen. Die Nitratwerte sind hier am Niederrhein seit 25 Jahren viel zu hoch.

    Es wird an der Zeit auch mal bei Verstössen massive Strafen auszusprechen.

    Doch hat hier die Politk seit Jahren auch sehr gut geschlafen und hat ja diese Missverhältnis stark anwachsen lassen und die Landwirtschaftsbetriebe haben sich dementsprechend eingerichtet. Ergo muss jetzt auch ein schrittweisser Abbau der Düngeausbringung erfolgen.


    Insgesamt gesehen wird es jedenfalls so nicht weitergehen können.

    Wir müssen nicht beispielsweise mit unserer Überproduktion an Milch diese bis nach China liefern.

    Kompromiss heisst ja, dass jeder einen Teil leistet.


    Leider zeigt der Artikel auch, dass sich Fronten immer mehr verhärten.

    Noch schlimmer ist, dass wohl auch kein klares Konzept für alle Beteiligten existiert und auch ich mittlerweile den Eindruck habe, dass derjenige der am meisten Schreit auch die grösste Aufmerksamkeit erhält.

    So springt unsere Politik von Lobby zu Lobby, wo gerade das Gezeter am grössten ist.

    Geholfen ist damit keinem.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Ein Landwirt, der heute nicht als Unternehmer agiert, ist schneller Pleite als er Piep sagen kann.


    Ich sehe dies ja auch bei mir selber. Heute bewirtschafte ich im "Einmannbetrieb" die Grundlage von 5 Familien von früher. (1. geerbt, 2 gekauft, und 2 gepachtet.)......Eine "romantische" Landwirtschaft, funktioniert im Heute LEIDER nicht mehr. Diese Johanna, welche im Artikel erwähnt wird, bekommt von mir mehr als nur Respekt.......Und na ja...Währe ich 30 Jahre jünger, vielleicht auch einen Heiratsantrag von mir...Lach.


    ABER....Ich möchte doch eher wissen, wie es denn nun heute mit dem Bienensterben im Raps aussieht?.........Seit ein paar Jahren, ist die Beize im Raps mit Neonicotinoiden verboten.

    Hat dieses Verbot denn nun auch etwas verbessert?.......Bei meiner Frage, zu den FAKTEN von heute, wurde ich doch eher auf eine "andere" Beize verwiesen, als auf das Bienensterben im Raps, nach dem Verbot von den Neonics.


    Wie sieht es denn nun heute aus?.....


    lg sulz.