Kunststoffwaben

  • Die Bienen brauchen keinen Kunststoff! Das hat auch nichts mit Tradition und Fortschritt zu tun. Für mich einfach eine ethische Grundvoraussetzung das die Bienen einfach Bienen sein dürfen.

    Damit unterstellst du >90% der Schleswig-Holsteiner Imker (Segeberger Beute) ein unethisches Verhalten.:huh:

  • Auch wenn PE/PP grundsätzlich für Produkte in Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind: werden in der Produktion Trennmittel verwendet? Gibt es Rückstände von Reinigungsmitteln der Spritzgussform? Diese Mittel haben im Regelfall ein langes Sicherheitsdatenblatt.

    Das heißt nicht, dass ich weiß, das diese Mittel im konkreten Fall verwendet werden. Aber wer kann es kontrollieren/sicherstellen?

  • Aber die Aufzählung von Plastik in der landläufigen Imkerei kann schon ganz schön lang werden!🙁

    Yep. Die Liste ist richtig lang... alles Bienenfutter kommt in Plastik daher, IBC, Kanister, Futterteig, Wasserspender... und alles für die Behandlung ist in Plastik verpackt, AS, OS, MS... auch Beuten, Gitter, Folien, Wassersprüher... alles mit direktem Bienenkontakt.


    Auch der Kunststoffweiselbecher für die Königinnenzucht (das heiligste!) ist kein Problem. Gelé Royal im Kunststoffnapf mit Edellarve - der Start ins Leben wie im Paradies.


    Und Honig ohne Kunststoff gibt's so gut wie gar nicht, Kunststoffkübel sind Standard, die Honigglas-Deckeleinlagen sind beschichtet, Twist-Off-Deckel sind innen beschichtet, Honigfässer sind innen beschichtet, und Wabenhonig wird direkt in Plastik verpackt.


    Warum nimmt also die Kunststoff-Wabe hier eine Sonderstellung ein?

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  • ...weil die KStW den innigsten und dauerhaften Kontakt zum Bienenvolk und seinen "embryonalen" Teilen hat und das dauerhaft auf erhöhtem Temperaturniveau?

    ...weil die Gründe für ihre Benutzung oft darin liegen, daß der Imker sich Arbeits-, Kosten-, Geräteaufwand zur Recyclisierung des Wachses seiner Bienen und zur Herstellung von MW schlicht sparen will?

    ...weil die KStW-Alternative dazu führt, daß Bemühungen nachlassen, Bienen und ihr Wachs von vermeidbaren Fremdeinfüssen und Betrügereien zu schützen?

    ...

  • ribes weil dann kein Imker mehr auf Wachs vom Handel angewiesen ist? 8o

    Das Ist jetzt etwas überspitzt ich weis, aber wir sind hier gerade bei Ableitungen.


    Auch bei dem Thema gibt es kein Konsens zwischen Befürwortern und Gegnern.

    Es wurde jedoch auch ganz gut rausgearbeitet, das es neben den Rückständen auch eine reine Positionierung dafür oder dagegen gibt, die allerdings auch Inkonsequenzen erblicken lässt.

    Ich akzeptiere jede Meinung diesbezüglich, den es gibt nicht nur 0/1.

    In der generellen KontraPlastikfraktion kann ich jedoch diejenigen viel besser akzeptieren und meine Hochachtung zollen, die komplett auf Plast in ihrer Imkerei/Leben verzichten bzw. darum bemüht sind.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • ...im Grunde stimmt alles was Du aufführst.

    Für mich bleibt die Frage:

    1) Warum Kunststoff-Waben wenn es auch anders geht?

    2) Warum beginnen wir Imker nicht mit der Einsparung/Verzicht auf ein überflüssiges Plastikprodukt?


    Jonas


    PS.

    Gehört zwar nicht ganz zum Thema, ich will's trotzdem hier schreiben:

    Wir haben vor knapp 15 Jahren mit der Umstellung auf das 5,1 und 4,9 mm Zellmaß unser persönliches Disaster erlebt. Wir haben 100te Kunststoff-Waben bei allen damals möglichen Anbieten gekauft. Die Dinger waren damals alle sehr blump gebaut - wahrscheinlich sind sie es heute noch. Von einer guten Annahmen der Völker kann ich wirklich nicht berichten. Teilweise haben wir erleben müssen, dass die KÖ die Eiablage verweigerte und die Völker (Schwärme) im Herbst keine überlebensfähige Größe erreichten (Standort Allgäu 800m).

    Das Disaster bestand darin, dass wir 40% der Völker im Winter verloren haben.

    Heute, mit diesen Erfahrungen, würde ich mir keine Kuststoff-Waben in die Völker stellen. Mögliche Arbeitsersparnisse hin oder her. Und wenn man die Dinger falsch 'behandelt', werden sie krumm und schräg => Wertstoffhof.

  • Berufsimker in USA/CA als Vorbild zu nehmen, ist wohl schon mutig. Die machen ja aus den von dir genannten Gründen noch ganz andere Sachen, die Mann und Frau in Europa nicht machen möchte.

    Damit unterstellst Du einer gesamten Berufsgruppe was ? Dass sie alle kein Interesse an Bienen und Umwelt und deren Schutz haben - mit Verlaub, das finde ich schon sehr mutig. Ich kann ja verstehen, dass man keinen Kunststoff einsetzen möchte; aber undifferenziert die Arbeitsweise in anderen Ländern abzuwerten, würde ich mich nicht trauen.

    Und bei Weiselnäpfchen... und bei Begattungskästchen... und bei Miniplus-Überwinterung

    …. und und und!

    Wir sind jetzt offensichtlich beim Thema Kunststoff als "schlechter Werkstoff" angekommen. Es ist immer das gleiche Muster: Sobald etwas in Verruf gerät, wird draufgekloppt, ohne Differenzierung. Und danke vosp , für die Aufzählung. Wenn man unseren Alltag betrachtet, sind wir noch viel tiefer drin im Kunststoff.

    ...weil die KStW-Alternative dazu führt, daß Bemühungen nachlassen, Bienen und ihr Wachs von vermeidbaren Fremdeinfüssen und Betrügereien zu schützen?

    Das wäre für mich ein Argument. Denn bisher ist es nicht gelungen, etwas für die gesetzliche Verankerung von reinem Bienenwachs - ausschließlich von Bienen erzeugtes Wachs ! - zu erreichen.


    Bevor ich ein fraglich belastetes Wachs einsetze, würde ich eher einen unbelasteten Kunststoff nehmen, erstmal pragmatisch. Das bedeutet noch lange nicht, dass die Völker dauerhaft darauf bleiben müssen. Differenzieren bitte!

    Ich akzeptiere jede Meinung diesbezüglich, denn es gibt nicht nur 0/1.

    Danke Bernd!

  • Ach Rainer, der Reiner hat das so nicht gemeint mit den amerikanischen Imkern, er wollte lediglich darauf anspielen das dort Sachen wie Antibiotika ... Usus sind, was hier keiner machen würde/kann.

    Darum kann man das Berufsbild auch nicht pauschal als Vorbild bzw. als Berechtigungsalibi nehmen für etwas was gut sei/ist.

    Die Differenzierung ist das Stichwort, man denkt nur nicht immer gleich daran. Auch ist die Frage schon berechtigt, was passiert dann mit dem Plastik, wenn "wir/ich" dann beim Naturbau/komplett Eigenwachs angekommen sind/bin.

    Wir können jedoch auch nicht aus jeder Mücke ein Elefanten über die gesamten Abhängigkeiten machen, der dann über lange Zeit wie ein Klotz am Bein lähmt.

    Vergleichbar wäre das Pi berechnen zu wollen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

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  • Für mich bleibt die Frage:

    1) Warum Kunststoff-Waben wenn es auch anders geht?

    2) Warum beginnen wir Imker nicht mit der Einsparung/Verzicht auf ein überflüssiges Plastikprodukt?

    Die Antwort auf deine Fragen lautet: Idealismus. Und es ehrt dich.


    Ich denke aber, dass jeder Imker seine eigene Antwort (seine Betriebsweise) finden muss. Dabei wird insbesondere deine Bewertung "überflüssiges Plastikprodukt" individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

  • ...weil die KStW den innigsten und dauerhaften Kontakt zum Bienenvolk und seinen "embryonalen" Teilen hat und das dauerhaft auf erhöhtem Temperaturniveau?

    ...weil die Gründe für ihre Benutzung oft darin liegen, daß der Imker sich Arbeits-, Kosten-, Geräteaufwand zur Recyclisierung des Wachses seiner Bienen und zur Herstellung von MW schlicht sparen will?

    ...weil die KStW-Alternative dazu führt, daß Bemühungen nachlassen, Bienen und ihr Wachs von vermeidbaren Fremdeinfüssen und Betrügereien zu schützen?

    ...

    Da fällt mir nur ein: „Der Biene genehm, DEM IMKER BEQUEM“.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Außer in Notsituationen wie bei B. Heuvel, gibt es imho keine, gar keine Notwendigkeit für Plastikmittelwände. Nur weil man etwas ausprobieren kann, muss man es nicht ausprobieren. Du probierst die Plastikmittelwände aus. Ohne Not. Ok. Und dann? Was machst Du damit? Entsorgen?

    Plastik Planet.


    Tom

    Ne schon wieder 2000 Stück nachbestellt

    Da bin ich dogmatisch, Plastikwaben geht einfach nicht. BTW, das mit dem "einfach" Abkratzen und Bewachsen - probier das erstmal aus und dann reden wir wieder.

    Da gibts es drei Lösungen, Abkratzen im Winter wenn es friert, Phifar Entdecklungshobel und nicht neu bewachsen. Oder aber die komfortable Weise, den Kärcher bemühen.

  • Hihi,

    Wieder mal eine hoch emotionale Diskussion.


    Ich persönlich habe nie Kunststoffwaben gehabt.

    Drei meiner Imkerkollegen wollten mich vor fünf Jahren zu den Kunststoffwaben bekehren. Eine sehr verlockene Idee, da ich (leider immer noch) an chronischen Wachsmangel litt.

    Wie beschrieben kam zu dem Zeitpunkt eine neue Generation der Kunststoffwaben raus, die sich nicht so schnell verziehen wie die alte Generation.

    Die Brutwaben daraus zeigten ein tolles Brutbild, ohne Zweifel.

    Als ich bei einem der Dreien vor zwei Jahren nochmal nachgefragt habe, was den aus den Kunststoffwaben geworden ist, bekam ich keine Antwort, sondern nur ein betretendes Schweigen.

    Jeder möchte das bitte für sich interpretieren.


    Das mit dem Kunststoff ist eine.Geschichte für sich. Es gibt sie in tausenden Formen und Eigenschaften. Daher sind sie auch aus unserer Imkerwelt nicht weg zu diskutieren und werden im Lebensmittelbereich aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften genutzt.

    Allerdings ist der Einsatz nun an Bedingungen geknüpft.

    Das Problem was sich für mich stellt ist das sogenannte Mikroplastik.

    So habe ich einen Honigrührer gehabt, den ich aufgrund der scharfkantigen Flügel nicht mehr benutzt habe und verkauft habe.

    Wenn ich dann höre das der Wachs abgekratzt wird, egal mit welchen Hilfmitteln, glaube ich nicht, dass das die richtige Vorgehensweise ist.

    So wurden vor Jahren alle Metal Türdrücker in den Krankenhäusern gegen Plastik Türdrücker ausgetauscht. Mittlerweile werden diese wieder ausgetauscht. In den Abriebstellen der Plastik Türdrücker vermehren sich Keime noch besser. Dabei war das vorherige Argument, dass Plastik Hygienischer wäre.