Kleiner Beutenkäfer

  • Hallo, zusammen,


    ein paar Links zum Thema:
    http://www.imkerbund.at/wiss/aethina/aethi_01.htm
    (in Östereich ist man schon weiter als hier, scheint's)


    http://www.lvbi.de/info.htm#Kleine%20Beutenkäfer
    (ist zwar schon zwei Jahre, aber immerhin, da steht was)


    http://www.echter-honig.de/Bie…ierisch.htm#Aethinatumida


    http://www.3sat.de/3sat.php?ht….3sat.de/nano/news/19164/


    http://www.greenpeace-magazin.…/4_00/news_bienentod.html


    http://deutsche.nature.wissens…x_nsu_detail.php3?id=1365



    Wie findet ihr das? Ein ganz schön ausgefuchstes Viech, nicht so ein tumber Vermehrer wie die Varroa...
    Ich glaube, da werden wir ein ganz gewaltiges Problem kriegen.


    Insgesamt für einen Schädling mit diesem Zerstörungspotential aber doch arg wenig zu finden, zumindest auf Deutsch.


    Irgendwelche Ideen???

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabiene,
    danke für die Übersetzung.


    Unser befreundeter US-Bieneninspektor David, welcher 7 Jahre in Bayern stationiert war, glaubt nicht, dass wir in Deutschland ein Problem mit dem Beutenkäfer bekommen. Einen Teil seiner Entwicklung verbringt der Käfer in der Erde, die Wärmeperioden in Deutschland sind nicht solange, dass er sich entwickeln kann.
    David teilte mir mit, dass wir uns nicht verrückt machen sollen, er hält Feuer für die beste Bekämpfungsmethode.


    Schöne Feiertage

  • Dieser Hinweis befindet sich auf dem ersten Link von Sabines Linksammlung, sehr hilfreich!


    Transportiere keine Käfer mit Völkern oder Paketbienen.

  • Guten Tag zusammen,


    ... er hält Feuer für die beste Bekämpfungsmethode ...
    Was sollen wir verbrennen, die Bienen, die Beuten,die Wiese, auf der sie stehen oder was ?

  • Hallo,


    das ist ja wohl die dämlichste Antwort, die ich je gehört habe!!!


    Wir bemühen uns, einem befreundeten Amtstierarzt gerade beizubringen, daß man bei AFB NICHT alles abfackeln muß (im nächsten Frühjahr kriegt er Bienen - :P ), und dann wieder sowas!


    Feuer war auch die Antwort der Kirche auf Andersdenkende - hört das denn nie auf?


    Mit der Natur, liebe Kollegen, nicht gegen sie! Es muß bessere Wege geben, als die in unseren Augen "schädlichen" Käfer einfach nur zu vergasen oder zu verbrennen. Jedes Lebewesen hat seine ganz speziellen Seuchen und tödlichen Parasiten, aber welche sind das in diesem Fall?


    Bei der Varroa wurde ganz am Anfang auch gesagt, hier wäre es zu kalt, Schwachsinn!
    Sobald die ersten hier sind, findet automatisch eine Selektion auf unser Klima statt!
    Und bei DER Generationenfolge wird es keine fünf Jahre dauern, bis die ersten Briefe nach Hause schicken: "Hier ist das Paradies, kommt alle!"

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    ich bin der Meinung, weder Feuer noch Rosenkranzbeten oder auch vergrabene Knoblauchzwiebeln bringen den Käfer wieder weg.
    Auch gehe ich noch nicht über die Brücke, es sei hier klimatisch ungünstig für ihn; im Norden der USA fühlt er sich ja scheints ganz wohl. Und dass es da winterlich sein kann, weiß ich nicht bloß vom Hörensagen. :-? 
    Habt ihr euch schon mal die Behandlungsstrategie gegen den Kleinen Beutenkäfer angesehen ?
    Gut, die Amis machens wie immer, sie schmeißen eimerweise Chemie drauf, aber mit sehr begrenztem Erfolg. Die meisten anderen Länder tun ... nichts !
    Und so schlecht finde ich das gar nicht einmal. Vielleicht lernen wir dann mit dem Käfer zu leben und trotz (!) Beutenkäfer Bienen zu halten.
    Aber dann erleben wir eine doppelte Selektion:
    -Zum Einen die der Bienen auf die Käfer
    -Zum Anderen die der Imker.
    So manch eine(r), der/die mit der Varroa schon nur mit Ach und Krach zurecht kommt, wird das Handtuch werfen.
    Und ob dies der Imkerei in Deutschland nutzt oder schadet, bleibt abzuwarten ...



    Machs gut



    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hier noch ein englischsprachiger Link, aber doch recht umfangreich und
    interessant!


    http://www.honeycouncil.ca/shbrevw.html


    Falls er vielleicht doch kommt?! Dann können wir ja vielleicht Bienenstock-Fieber machen? siehe Varroa Hyperthermie.
    - es wäre vielleicht eine Lösung.


    Gruß Uli

  • Ein klasse Link.
    Dort steht aber auch das der Beutenkäfer sich optimal bei 30° reproduziert, insofern schätze ich die Chancen schlecht ein, ihn mit kurzfristigen 42° ins Jenseits zu befördern. Ausser er springt in Panik auf die heisse Platte, was dann aber auch bestenfalls im Käferstadium funktionieren könnte.


    Ich sehe zwei wunde Punkte:

      Kälte scheint er ja nicht sonderlich gut zu ertragen:

      Zitat

      Freezing at 10°F for 24 hours, is reported to kill all life stages of the beetle.


      Nach meiner Berechnung müssten das -12,2°C sein. Einen anständigen Winter vorausgesetzt, müsste er zwischen den Bienen überwintern, um überleben zu können. Und da hoffe ich, die lassen das nicht zu.


      Und das eigenständige Verlassen der Beute. Da habe ich lange nichts gefunden, ob der Käfer flugfähig ist - falls nicht wäre das eine grosse Schwachstelle. Aber nun bin ich auch hier fündig geworden, leider kann er fliegen:

      Zitat

      The females are capable of laying eggs approximately one week after emerging from the soil. They are good flyers and easily disperse to new colonies where they deposit eggs to begin a new generation.


      Trotzdem macht in das verletzbarer, als eine Varroa die auf der Biene sitzt.


    Gruss


    Mic

  • Hallo, Mic,
    leider überwintert er in der Wintertraube mit! (Die Quelle muß ich erst wiederfinden)
    Und die Beute verlassen tun nur die Maden kurz vor der Verpuppung.
    Die geschlüpften Käfer fliegen ziemlich zielsicher in Richtung Wachs-und Honigduft.
    Leider ist er nicht anfälliger als Varroa, weil er nicht auf die Bienen zum Überleben angewiesen ist.
    Es ist auch viel wahrscheinlicher, daß er mit einem Fruchttransport hierher kommt als in Kunstschwärmen, hab ich mittlerweile gelernt... :cry:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    Zitat

    leider überwintert er in der Wintertraube mit! (Die Quelle muß ich erst wiederfinden)


    so ein Mist :cry:


    Beute verlassen:
    Du hast recht, das hatte ich voll überlesen. Wenn ich des Englischen mächtig genug bin, verpuppen sie sich in der Erde.
    Aber wenn nicht flugfähige Larven die Beute verlassen, können sie das nur mit herunterfallen/kriechen tun. Da sehe ich gute Chancen für hinterlistige Eingriffsmöglichkeiten. Jedenfalls besser, als wenn fertige Käfer zur Beute rausfliegen.


    Gruss


    Mic

  • sabi(e)ne schrieb:

    Es ist auch viel wahrscheinlicher, daß er mit einem Fruchttransport hierher kommt als in Kunstschwärmen, hab ich mittlerweile gelernt... :cry:


    ...
    Wirklich schade. :cry:
    Habs auch gelernt, wenns mir auch schwerfällt :oops: (danke, Heike)


    Auch ´wenn ich tausendmal höre, daß wir nichts mehr machen können...
    ich geb' nicht auf..


    Was können WIR ALS IMKER tun, um das Risiko möglichst klein zu halten?


    Wie können WIR ALS IMKER die Gefahr eines Imports des Beutenkäfers minimieren?


    Wer kann das steuern, außer WIR ALS IMKER selber?


    Wo sollen WIR ALS IMKER anfangen, wenn nicht bei uns selbst?


    Welche Vorsorgemaßnahmen können wir WIR ALS IMKER treffen, um dem Beutenkäfer das Leben so schwer wie möglich zu machen?


    Wann sollten WIR ALS IMKER damit anfangen?


    ,...


    JEDEM, ABER AUCH WIRKLICH JEDEM
    SOLLTE MITTLERWEILE BEWUSST SEIN, DASS JEDES JAHR OHNE BEUTENKÄFER EIN GEWONNENES JAHR
    FÜR DIE GESAMTE BESTÄUBUNGSLEISTUNG DER "BIENENSCHAFT" GEWORDEN IST.


    Ich rede nicht aus der Perspektive eines Menschen der von seinen Bienen leben muß/darf.


    Deswegen nehme ich erst recht für mich in Anspruch, daß ich auch vielleicht "unrealistische" Positionen einnehmen darf wie z.B
    fehlende Bestäubungsleistung der Agrarindustrie (z.B. Raps).
    Oder auch wenig Obstertrag.


    Das Problem wird einfach sein:
    "Werden meine Pflanzen überhaupt noch befruchtet???"
    Die Antwort kann úm Millionen Euro differieren.


    Vielleicht können wir ja mit diesem Argument die derzeitige Ministerin bewegen.


    Zumindest sollten wir uns darauf verständigen können,
    daß wir nicht wenigstens aktiv der Verbreitung des Beutenkäfers Vorschub geleistet zu haben.


    ODER wenigstens, daß jedes Jahr ohne den Beutenkäfer uns ein Jahr weiterbringt, um von den amerikanischen Erfahrungen zu lernen?



    Mit den besten Imkergrüßen,
    Erwin

  • Liebe Kollegen,


    soweit Ihr die Sache noch nicht wahrgenommen habt, bitte ich Euch darum, Euch auf www.Beutenkaefer.de zu informieren und an den angebotenen Aktionen teilzunehmen - je balder und je mehr, desto besser.


    Ich glaube, es ist wirklich sehr wichtig, es zumindest zu versuchen!


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21