Füttern im Winter

  • Den Varroabefall kann ich jetzt von zuhause nicht beurteilen. Als ich die drei Ableger gebildet habe, habe ich eine Sprühbehandlung durchgeführt.


    Ich vermute, dass nicht genug ausgebaute Waben zur Verfügung stehen. Wie reizt man die Bienen mehr Waben ...

    Wenn Du die Ableger z.B. im Mai / Juni gebildet und mit Milchsäure gesprüht hast, wirkt das erfahrungsgemäß unzureichend. Insofern wäre der aktuelle Varroabefall ggf. ein Hinweis.


    Sie bauen, wenn sie Futter (Tracht) einlagern. Wenn sie nichts abnehmen, bauen sie auch nicht. Die entscheidende Frage hast Du ja schon gestellt - warum nehmen sie nichts ab?

  • Erwärmtes Futter direkt am Bienensitz wird von GESUNDEN Völkern eigentlich

    immer abgenommen. Von der normalen Auffütterung mal abgesehen sprechen

    wir dann jedoch von Notfütterungen. Diese funktionieren im Zweifel auch bei

    deutlichen Minusgraden und Völker solider Stärke nehmen selbst dann 2-3

    Liter Futter in einer Nacht auf wenn man es richtig anstellt.


    Ich gebe in solchen Fällen den warmen Sirup gerne in einer Schale mit Stroh von

    unten im hohen Boden, so dass das benetzte Stroh unten direkt an die Wintertraube

    reicht und die Schale mit einer Seite an der Beutenwand steht. In flachen Böden

    kann man sich mit einer aufgesetzten leeren Halbzarge dafür den nötigen Raum

    schaffen. Futterttasche oder ähnliches direkt am Bienensitz geht auch, ist aber

    nicht so toll zu setzen wenn es kalt und alles verkittet ist. Fütterung in kalter

    Jahreszeit von oben über Futterzarge funktioniert nur bei deutlichen postiven

    Temperaturen, angewärmten Sirup und gelegten Futterspuren zu einer schon

    locker sitzenden Wintertraube.


    Mein Sohn füttert seine Völker aktuell final auf. Dabei werden die letzten

    erforderlichen kg nach vorherigem Wiegen verabreicht (über Futterzarge)

    von oben. In diesen ist jetzt kein Winkel o.ä. drin, sondern 2 Hand voll stroh.

    So ausgestattet werden bisweilen auch größere Mengen Futter in kürzester

    Zeit aufgenommen. Die späte Fütterung jetzt bedingt sich zum einen aus der

    Spättrachtnutzung (Heide) und sehr spät gebildeten KS denen man noch

    länger Platz zum brüten belässt. Alles auf einer Zarge DNM Sege

  • Hallo Frank und alle anderen.

    Das stimmt alles so, ist aber schon hart an der Grenze. Es klappt auch nur noch, weil die Bienen eben aus sehr kräftigen ca. 3kg KS gebildet sind und entsprechend Anzahl Abnahmerüssel haben. "Normale" Völker sind nun doch schon eher eingeschränkt in ihrer Abnahmelust, sind ja auch nur noch 12° aktuell. Auch spielt es eine Rolle, ob man das kann, also rein vom "sich Auskennen" betrachtet her. Für andere Landesteile und mit weniger Erfahrung ist das alles schon eine echte Herausforderung und insgesamt ist zu spät dran, wer jetzt noch große Mengen Futter ins Volk bringen will.

    LG Rudi.

  • neben erwärmtem Sirup klappt bei mir auch gut wenn ich eine Spur eigenen Honig zum und an dem Futterbehälter in die Ecken + auf die Schwimmhilfen etc. schmiere. Da können gesunde Völker nicht widerstehen und ist erst mal eine Standleitung mit Bienenketten aufgebaut, dann wird auch gleich noch der Sirup über die Pipeline aufgesogen. Hat bei mir auch in den Einzelfällen bei Völkern geklappt die aus unerfindlichen Gründen den Sirup nicht anrührten. Erst eine Woche trotz passendem warmen Wetter nicht angerührt und dann in 2 tw. kälteren Tagen 6 kg Futter weggezogen, alles schon erlebt.

  • zu spät dran, wer jetzt noch große Mengen Futter ins Volk bringen will.

    das kommt nu ganz darauf an wo deine Bienen stehen. (in den Alpen hast du recht)

    Sind die Kisten nun immer noch zu leicht (wegen guter Queen und so) muss mindestens der Versuch gestartet werden, noch das fehlende rein zu bekommen (am besten dickes warmes Sirup)! Darum mein Einspruch! 3L mehr drin oder nicht kann entscheidend sein!

    Was sind grössere Mengen? Und was ist ein Volk?

    Späte KS aus 3kg Bienen mit guter junger Queen sind ein Volk:!:Die alten Heidjer lehrten uns das.

    Ein irgendwie schwäbisch gebildeter Ableger mit nicht tauglicher Führung ist nix und wird nix!

    Noch schwieriger wirds, wenn Milben nicht ausreichend in Schach gehalten werden;)

    Alle 12 Tage verdoppelt sich deren Anzahl, das ist die Potenz die man ständig vor Augen haben muss!

    (das Spielchen mit dem Schachbrett...)

    Ich bezweifle das der Ableger stark/gesund ist und das der Milbendruck nich drückt.

    Nehmen und nahmen die kein Futter, mach ein Kreuz drauf, am 9.10, den haben wir heute, machst nix grosses mehr wett.

    5L werden gerade bei meinen hier gierig aufgenommen bzw waren in 3 Tagen wech, dann bleibt der Deckel bis März (keine Winterbehandlung! nich nachmachen oder nur wenn du sicher weisst was machst!) zu.

    Schade für dich, wisch dir die Schnute ab, lerne draus, und machs besser!

    Alle hier kennen deine Leiden, da musst du durch!

    Klare Worte, sorry.....

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Timo, wieg Deine Völker mit einer Kofferwaage, oder ähnlich. Einmal vorn, einmal hinten. Achte darauf, dass die Kisten mit den gegenüberliegenden Ecken auf der Unterlage stehen. Teile uns dann den Aufbau und das Gewicht mit. Vielleicht sind sie ja schon proppevoll. Dann wäre Varroa nicht der Grund. Anhand des bisher geschilderten, können wir nur raten.


    Gruss

    Ulrich

  • Völker die Dienstag z.T. 8Liter (nicht erwärmten) Sirup über Futterzarge, ausgestattet

    wie von mir beschrieben erhielten, haben diesen heute komplett verputzt,

    auch bei einstelligen Nachttemperaturen. Das sind halt alles Völker wo der eine

    Raum satt mit Bienen besetzt ist. Wir wollen hier schon ordentlich Honig aus der

    Frühtracht ernten, die Obstblüte beginnt Anfang April, da macht die Einwinterung

    schwacher Völker keinen Sinn. Wären in den Futterzargen die üblichen Winkel drin,

    würde die Aufnahme ERHEBLICH länger dauern.


    Über die Fütterung von unten wie von mir beschrieben bekommt man auch 4 Liter

    Sirup in einer Nacht bei -8 Grad in ein Volk.


    Ich bin der Meinung wenn es sich um solide und gesunde Völker handelt ist die

    Außentemperatur ein zweitrangiges Parameter bei der Aufnahme von Futter

    wenn die Darreichungsform entsprechend angepasst ist. Fütterung von Völkern

    im Oktober ist hier im Spättrachtgebiet Lüneb. Heide nichts besonderes, obwohl

    die Heide ja eher zu den kühleren Ecken in Deutschland gehört. Nochmal, die

    Gesundheit ist das A und O .


    Wäre die verehrte Kundschaft nicht so geil auf den sch... Heidehonig hätten

    hier Bienen wie Imker ein viel einfacheres Leben. Da wäre mit viel weniger

    Aufwand und besser für alle Beteiligten alles locker 4 Wochen früher erledigt.


    LG

    Frank

  • Beim Thema Kofferwaage würde ich immer eine Wiegung einer Musterbeute

    empfehlen. Mehere Wiegungen vornehmen und dabei die Futterwaben

    innerhalb der Beute auch mal verschieben um ein Gefühl für den Messfehler

    dieser Methode zu bekommen. Bei uns liegt dieser bei minus 1-2kg

    gegenüber der Kontrolle auf einer Plattformwaage.


    LG

    Frank

  • Guten Tag


    jetzt war ich gestern und heute bei meinen Bienen.
    Für mich sieht das ganze nun doch sehr gut aus. 2 Ableger haben den Eimer komplett geleert. Die waren mit Bienenwachs so gut an die Oberträger geklebt, dass ich dachte, die wären noch voll. Dem dritten Ableger hab ich den Eimer vor zwei Wochen schon entnommen. Der war tatsächlich nur um ca 6kg leichter. Trotzdem sind min. 15kg Futter drin.
    ich werde aber trotzdem Futterteig machen und an warmen Novembertagen noch etwas nachzufüttern.

    Meine vier Wirtschaftsvölker hingegen hatten nur rund 10kg Futter drin. Hier habe ich eine Futtertasche eingehängt und nochmal ca. 4kg ApiInvert gefüttert. Als Schwimmhilfe habe ich ca. 15 Korken genommen. Was nehmt ihr da so?


    Danke

    Timo

  • wozu im November füttern?

    die sollen aufhören zu brüten, und nicht noch wegen Wasser raus fliegen. Futter wird bis Februar reichen und wenn sie dann wieder brüten, kann man den Futterteig unter Folie drauflegen, nebenbei auch noch mal von oben schauen, wie sie sitzen und schieden.


    Korken- und wenn ich Zeit habe, halbieren mit Cutter, damit sie nicht drehen.

  • Hallo Allerseits,


    hat jemand praktische Erfahrung mit dem in #11 genannten "candy board". Ich werde öfter mal bei Notlagen um Rat gefragt. Es dreht sich in der kalten Jahreszeit meistens um Varroa und/oder zu wenig Futter. Dabei könnte ich mir (theoretisch) so ein "Zuckerbrett" hilfreich vorstellen.


    Hält voraussichtlich länger als aufgelegter Zuckerteig im Beutel und erfordert weniger Fingerspitzengefühl, da der Zucker mit dem cany board immer über dem Brutnest liegt. Der Zucker ist nicht in einem Beutel, der zusammensinken und den Bienen den Zugang versperren kann. Außerdem schlägt sich auf dem festen Zucker sicher auch Kondenswasser nieder. Damit wäre auch die Wasserproblematik bei Kälte wenigstens vermindert.


    Ich danke im Voraus für Erfahrungsberichte und Hinweise zum praktischen Einsatz.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Hallo Bernd, ich habe damit keine Erfahrungen, würde aber ohnehin Futterteig den Vorzug geben. MartinSchPhD hat hier mal kleine Helferlein vorgestellt: https://www.holtermann-shop.de…es/info_images/7127_0.jpg Man bohrt mit den Zacken ein rundes Loch in den Beutel, entfernt das Beutelstück und steckt dann die langen Stäbe in den Beutel. Durch die Zacken hat der Beutel in der Mitte einen kleinen Abstand zu den Oberträgern, dank der Stangen sinkt er nicht zusammen. Die Beutel werden restlos leer geputzt! Ich hatte diese Helferlein dieses Jahr einige Male im Einsatz und bin völlig begeistert davon. Weil ich keinen Platz im Innendeckel habe, habe ich mir aus Dachlatten einen Rahmen gebaut. Bei Bedarf wird der Rahmen zwischen Brutraum und Innendeckel eingelegt, präparierter Futterteigbeutel aufs Volk, oder auch gleich zwei, fertig. Ich glaube, damit kann ein Candy Board nicht mithalten. Meine Meinung. :)

  • ich nehme die 2,5kg Apifonda - Loch in die obere Folie- da fällt nichts zusammen- bequemste Lösung und ausreichend. Das Loch im Zwischendeckel hat ca 7 cm.

    Wenn ich nur 15kg Packs oder Teig selber mache nutze ich Käsepack-Folien zum Portionieren, könnten ca 500g sein.

    Durch die Folien sammelt sich die warme feuchte Luft und kondensiert.

    -> das funktioniert, WENN das Volk wieder brütet, kann auch bei noch ausreichend verdeckelten Futterwaben eine Reizfütterung sein


    Früher hat man den Futterteig in die Fenster- Futtertaschen getan- 1:5 bis 1:10 mit Honig, reiner Zucker wurde kaum abgenommen. Auch als Reizungs- oder Lenkungsfütterung zB für Klee.


    Notfütterung sollte direkt verfügbar sein- eigner Honig, Sirup oder 3:2 Zuckerlösung erwärmt im Lochdeckelglas oder einem Folienbeutel mit wenigen Nadelstichen.

  • PS: bei den Candyboards spielt sicher auch eine Rolle- auf wieviel Zargen steht das Volk, geschlossener oder offener Boden, wie offen/dampfoffen/isoliert ist es über dem Candyboard?

    Wann komme ich das nächste Mal bei dem Bienenstock vorbei?