Füttern im Winter

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    Hallo Jörg

    Danke für die Tabellen, sind interessant. Vor allem bei 2 Völkern geht die Temperatur (Brutnest), die haben sicher keine Brut mehr, aber die Temperatur fällt ja auf 5-0°C, da wären die Bienen ja schon erstarrt. Es ist aber auch möglich das die Bienen ihren Sitz verlagert haben. Würde mich mal interessieren was da los ist.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo

    Ja das wüsste ich auch gerne, meine Vermutung ist das der Fühler in die Wabengasse hinunter gerutscht ist oder wie Du schon schreibst eine seitliche Verlagerung. Überwintere zweizargig Zander. Der Fühler ist in der Mitte der unteren Zarge in einer Gasse ca. 5cm von OK. Rähmchen. Die meisten sind jetzt unter 10°. Hab derzeit noch ein Batterieproblem deswegen die unterbrochenen Daten.☹

  • Ich bin kein Freund von im Winter nachfüttern.

    Lieber im Frühjahr ein/zwei Futterwaben entnehmen als die böse Überraschung erleben. Allerdings ist das immer gut unken. Auch bei mir haben 3 Völker es nicht die erforderliche Menge an Futter abzunehmen und zwar haben die das umwohnen von DNM auf Zander ohne Mittelwände nicht rechtzeitig geschafft. Die bekommen immer Futterteig aufgelegt. Solange es nicht zu kalt wird, nehmen die auch die fehlenden 2-3 kg ab. Gehen die Temperaturen aber weit unter dem Gefrierpunkt, kommen die Damen da teilweise nicht mehr ran.

    Also Einfütterung im Winter ist eine sehr schlechte Idee.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Wenn nur 2-3kg fehlen dann heißt das, das sie Ende März/Anfang April trocken laufen werden. Das heißt das Du bei der ersten Kontrolle Anfang März immer noch FWs umhängen kannst, oder nachfüttern - dann ist es meist auch schon wärmer und Futter wird wieder abgenommen.

    ==>Das heisst ich würde ihnen jetzt den Stress ersparen...


    Gruß

    Franz

  • Ihr macht euch das Leben selber schwer.

    Das macht man beim anbringen von Mäusegittern, der Varroabehandlung, Sturmkontrolle, Verteilung der Weihnachtsgeschenke etc.

    Daher liegt im Kofferraum immer der Karton mit Futterteig.


    Für eine Resteinfütterung reichen die Termine aus.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Bei mir haben die Völker im (Zitat MeteoSchweiz) «weltweit wärmsten Oktober seit Messbeginn» und im «weltweit milden November» sehr viel Futter verbraucht, sodass einige davon keine ausreichenden Vorräte mehr bis zur Blütentracht im Frühjahr haben werden, obwohl ich so lange gefüttert habe wie nur irgend möglich. :( Trotzdem werde ich den Futterteig erst Mitte Februar beim Reinigungsflug auflegen. Man ist sich ja offenbar nicht zu 100% sicher, dass Futterteig keine Reizwirkung hat, weshalb ich die Völker jetzt die kommenden zwei Monate noch komplett in Ruhe lassen möchte.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Man ist sich ja offenbar nicht zu 100% sicher, dass Futterteig keine Reizwirkung hat, weshalb ich die Völker jetzt die kommenden zwei Monate noch komplett in Ruhe lassen möchte.

    Ich hab da vor einiger Zeit mal kurz recherchiert, und alle auf die Schnelle gefundenen wissenschaftlichen Untersuschungen kamen zum Ergebnis, dass eine Reizfütterung Schmuh ist und nix bringt außer Arbeit: Klick. Hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber ich hab eben nichts gefunden wo ein positiver Effekt wissenschaftlich bestätigt wurde, also nicht bloß gefühsmäßig.


    Edit: Wenns den Völkern nicht schadet und den Imker beruhigt hat es natürlich trotzdem was gebracht (manche meiner Handlungen sind auch nur so zu erklären...), allerdings war dieser Punkt nicht Teil der Untersuchung ;)

  • Llecter Mir ist bewusst, dass die Wirkung einer Reizfütterung höchst fraglich ist, aber wir sprechen ja hier von einer Notfütterung und einer gewissen Unsicherheit darüber, ob eine solche Notfütterung nicht doch etwas im Bienenvolk auslöst, das man im Dezember/Januar nicht auslösen sollte. Es könnte ja bspw. sein, dass eine Reizfütterung sehr wohl einen positiven Effekt hat, der durch eine negative Nebenwirkung zunichte gemacht wird. Damit kann man im Rahmen einer Notfütterung gut leben, ich persönlich aber nur, wenn dieser Mechanismus nach der (verdienten) Winterruhe in Gang gesetzt wird.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Naja, hier ist die Fragestellung ja eine ganz andere als bei der Reizfütterung. Hier gehts ja 'nur' drum, wann man die Völker mit der Futtergabe am wenigsten stört. Ob man Futter gibt oder nicht ist ja aufgrund der Notlage/Futterknappheit unstrittig. Deine Schlussfolgerung dies dann nach der Winterruhe zu tun, wenn der Bien ohnehin wieder in Bewegung kommt, erscheint mir auch sinnvoll und schlüssig. Vorher ist der Futterverbrauch ja ohnehin recht gering.


    Die Frage ob eine Reizfütterung positive Wirkungen hat die von negativen Wirkungen überlagert/ausgegelichen werden finde ich auch schwierig bzw. müßig. Die Studien zeigen nichts dergleichen, ich frage mich auch, wie diese jeweils aussehen sollen bzw. gemessen werden können. Und falls doch, was es uns dann sagt? Am Ende kackt die Ente, und wenns da nix bringt halte ich mögliche positive Teilaspekte auch für obsolet bzw. für eher riskant. Da kommen dann sicher auch wieder Gurus um die Ecke, die Spezialtechniken (oder besser noch teures Spezialzubehör...) propagieren um diese Effekte gezielt auszu'reiz'en.

  • Ich würde das mal so bezeichnen: Eine Notfütterung vor dem ersten Reinigungsflug hat wenig Auswirkung aufs Brutgeschäft. Eine Fütterung nach dem Reinigungsflug hat eine Reizwirkung aufs Brutgeschäft und je größer die Völker sind um so mehr.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)