Baupläne für verschiedene Bienenwohnungen

  • Hallo,


    wir haben heute einen Imker im benachbarten Dorf besucht. Er macht diesen Job seit 1964. Jetzt ist er schon ein bisschen alt
    und möchte aufhören. Er hat noch 25 Völker. Eventuell können wir diese übernehmen, und natürlich wird er uns helfen die Völker heil durch das nächste Jahr zu bekommen.


    Er hat uns davon abgeraten die Beuten (so nennt man wohl die Bienenwohnungen) fertig zu kaufen, besser wäre es diese selber
    zu machen. Er war gleich so nett uns eine defekte Beute als Muster mitzugeben. Bei ihm sind diese Kisten fest auf
    seinem Grundstück installiert. Die Kiste hat zwei Flugöffnungen, gedacht also für zwei Völker. In der Mitte kann eine
    Trennwand ein- und ausgeschoben werden.


    Die Kiste ist sehr schwer und ich bin nicht sicher, ob wir soetwas klobiges nachbauen sollen.


    Der Deckel hat die Maße 95x62cm. Im Deckel sind beidseitig seitlich noch verschliessbare Öffnungen als Lüftungsschlitze integriert (mit Fliegengitter abgedeckt). Der Deckel ist über ein Scharnier aufklappbar.
    Ich frage mich allerdings warum die Aussenwand der Box so dick ist (ca. 5cm), vielleicht Schutz gegen Kälte?. Die macht das eigentliche Gewicht aus.


    2 x 12 Waben haben darin Platz. Die Wabenrahmen haben die
    Maße 47 x 30cm.


    Worauf kommt es denn bei der Konstruktion einer Beute unbedingt an? Oder anders gefragt: Welche Merkmale MUSS jede Beute haben egal für welchen Einsatzzweck sie gedacht ist?


    Kennt Ihr eine Site mit Bauplänen für verschiedene Bienenwohnungen?


    Viele Grüsse aus Rumänien
    Wolf

  • Hallo Wolf
    Schau dir bitte einmal die Seite www.magazinimker.de an. Hier versucht ein Gruppe von Imkern ein kompatibles System für Magazinimker zu entwickeln. Ich finde jeder muss selbst die auf seine Bienen und Betriebsweise abgestimmte Bienenbeute kommen. Mit diesem System bist du aber sehr flexibel. Du kannst von Dadant ( modifiziert ) bis zur Flachzarge alle Höhen benutzen. Dieses System ist in Europa schon sehr verbreitet. Wichtig dabei ist die kompatibilität. Das heißt die verschiedenen Teile sind auch von unterschiedlichen Herstellern und Imkern abtauschbar.
    Ich hatte vor mehreren Jahren den Umstieg von Kuntsch Hinterbehandler auf dieses System gemacht. Am besten geht es mit der Ablegerbildung mit Kunstschwärmen.
    Ich wollte aber die alten Kästen möglichst schnell los haben und trotzdem nicht die schöne Brut zerstören.
    Ich hatte einfach kleinere Einsätze in die neuen Zargen hineingebaut und die Völker auf ihren alten Waben umlogiert. Den Bienen ist es komplett egal wenn an den Rändern ein Freiraum ist. Genauso verhält es sich wenn die Waben in der einen Zarge in Längs- und in der anderen Zarge im Querbau sind. Die Höhe kannst du eventuell noch mit einer Lerrzarge oder einer Rähmchenleiste regulieren. Für die paar Wochen spielt ein übertrieben 'hohen' Boden auch keine Rolle. Bei mir haben alle 10 Völker die neuen Waben sauber ausgebaut. Die Bienen können eventuell auch etwas Wildbau errichten, was aber auch nicht sonderlich schlimm ist. Darauf wird mit neuen Rähmchen und Mittelwänden erweitert. Sobald die Königin in der neuen Waben angefangen hat zu bestiften, kommt ein Absperrgitter dazwischen. Die Königin sollte aber unbedingt im neuen Brutraum sein. So hast du die Bienenbrut gerettet und nach 5 Wochen ist der Umstieg problemlos abgeschlossen. Sobald die alten Waben brutfrei sind, werden sie entfernt. Das ganze funktioniert am besten im Frühling. Bei Trachlosigkeit muß gefüttert werden.


    viel Erfolg


    martin

  • Hallo Wolf, schau auch einmal in diesem Forum unter "Bezriebsweisenumstellung" nach. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Martin, Lothar und Fleischer,


    danke für Eure Tips.


    Bei den falzlosen Magazinimker-Systemen iritiert mich eben genau das. Wie halten den die Zargen ohne Falz? Wenn die Teile einfach aufeinandergesetzt werden dann verrutschen sie doch bei jedem kleinen Stoss...(??). Ansonsten gefällt mir dieses System wegen seiner Einfachheit bislang am besten.


    Viele Grüsse aus Rumänien
    Wolf

  • hallo ostwolf
    das machen die bienen mit dem kittharz.das hält segr gut.
    gruß guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Guido,


    wenn die Bienen die Zargen zusammenkleben... wie kriegt man sie denn wieder auseinander?
    Warum kleben Sie sie überhaupt zusammen?


    [Verwirrt]


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Wolf,


    die Bienen verkitten fast jede Ritze ihrer Wohnung. Wahrscheinlich um das Eindringen ungebetener Gäste zu verhindern. In der Literatur steht, daß sie so auch Luftzug vermeiden, das ist aber anzuzweifeln, da die üblichen Zargenbohrlöcher (zusätzliche Eingänge oberhalb des Flugloches) von den Bienen nicht verschlossen werden.
    So werden eben auch die Ritzen zwischen den Zargen verschlossen (dort versuchen es die Ameisen gern). Auseinander bekommst Du sie mit dem Stockmeißel. An den vier Ecken zwischen die Zargen gehen und vorsichtig aufzwicken. Wenn die Zargen schon länger in Benutzung sind, sind sie gut mit Kittharz versehen und kleben sehr gut zusammen. Bei kaltem Wetter, das Kittharz ist hart, wird das Trennen der Zargen zum Problem. Also öfter mal die Zargen reinigen.


    Ich bin von Magazinen mit Falz auf die falzlosen umgestiegen und möchte auf keinen Fall mehr zurück. Die Arbeit an den Bienen wird viel erschütterungsärmer und es wird fast keine Biene mehr gequetscht. Wenn Du wandern willst, die Beuten mit einem Spanngurt zusammenhalten. So habe ich schon nagelneue Beuten ohne jeden Kitt transportiert.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,


    danke dir für deine ausführliche Antwort. Jetzt ist es etwas klarer.


    Für was alles benötigt man diesen Stockmeissel denn noch?


    Styroporbeuten werden wohl nicht verklebt(?). Andernfalls, denke ich mir, würden sonst ganze Styroporbrocken beim Ausbrechen herausgerissen.


    Welche Beute ich nun verwenden will hängt wohl direkt mit der beabsichtigten Betriebsweise zusammen. Und da fehlt mir bislang die Praxis um das beurteilen zu können. Ich lasse mir hier mal (denke ich) jeweils 20 'Kompatible Beuten' (http://www.magazinimker.de/) Langstroth, Langstroth-Flachzargen und Dadant-Beute machen. Und damit verschiedene Betriebsweisen testen.


    Noch ist alles Theorie...


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Ostwolf,


    auch Styroporbeuten ohne Falz werden mit Kittharz verklebt. Macht aber nicht sehr viel aus, da dies suzusagen "Hartschaum" ist. Also kein Styropor, wie man es z.B. zur Isolierung benötigt. Styroporbeuten halten auch so manche Jahrzehnte fleißigen Imkerns aus, es ist halt eine Einstellungssache, ob man Natur oder Kunststoff bevorzugt. Es hat beide Vor- u. Nachteile. Deswegen habe ich auch Beides im Einsatz. Jedenfalls solange, bis ich von einer Beute die Nase voll habe.


    Mit imkerlichem Gruß


    Ronny

  • Hallo Wolf,


    den Stockmeissel verwende ich zum Abkratzen von Wachs und Propolis an Zargen und Rähmchen, zum Stochern im Smoker, zum Auseinanderrücken der Rähmchen. Wenn ich so überlege, sind Stockmeissel und Smoker die einzigen Werkzeuge, die man für die Arbeit am Volk braucht. Naja, noch eine Leerzarge, um Rähmchen beiseite zu hängen. Ist aber eigentlich kein Werkzeug.
    Styroporbeuten sollen nicht verkleben, wenn die Berührungsflächen eingefettet werden - so stand es mal hier im Forum.


    Mit zwanzig Beuten hast Du ja einen mächtigen Start vor.
    Wenn Du Dadant und Langstroth-Flachzarge nimmst, kannst Du m.E. Langstroth weglassen. Es bringt kaum Unterschied im Vergleich zu Dadant (1 Brutraum): zwei Bruträume mit Langstroth oder drei Bruträume mit Flachzarge. Der Unterschied liegt m.E. im wesentlichen in der Bauerneuerung. Such' danach mal im Forum.
    Wenn Du Dich dann für eines entscheidest, hast Du noch den Vorteil, daß die Flachzarge (168 mm hoch) fast genau ein Dadant Honigraum (159 mm hoch) ist. Du würdest im einen Fall die Dadant-Bruträume übrig haben, worauf ich als Flachzargen-Anhänger setze, im anderen Fall alles verwenden können. Nimm als Dadant-Honigräume also lieber gleich Langstroth-Flachzargen. Die sind auch ideal für Ableger.
    Nun genug der Indoktrination.


    Viele Grüße, Thomas


    Da ist mir ein Fehler unterlaufen.
    Dadant-Honigraum und Langstroth-Flachzarge sind gleich hoch, 168mm. Ich mal auf die Zargenhöhe und mal auf die Rähmchenhöhe (159mm) geguckt.

  • Ronny
    Danke für die Erläuterungen bzgl. Hartschaum-Beuten. Ich werde hier wohl erstmal die Holzvariante nehmen. Die kommt mir in der Herstellung weit preiswerter und der Rohstoff Holz ist hier auch nicht gerade Mangelware.


    thomas
    Vielleicht könnte man an den Zargenkanten Teflonfolie befestigen. Dann verklebt da sicher auch nichts mehr.


    Ich will mir die 60 verschiedenen Beuten erstmal nur bauen lassen. Ob ich auch so viele Völker bekomme ist wieder ein anderes Thema.
    Die Völker stelle ich dann dort auf wo auch andere Imker ihre Beuten in der Nähe haben. So habe wir dann erstmal erfahrene Unterstützung.


    Deinen Ausführungen bzgl. der diversen Beuten kann ich jetzt allerdings nicht ganz folgen.
    Die Dadant-Flachzarge ist genauso hoch wie die von Langstroth (159). Dadant hat einen sehr hohen Brutraum (294). Langstroth dagegen 232 beziehungsweise 185 bei der Langstroth-Flachzargen-Beute.
    Bei der Dadant-Beute gibt es noch einen Hinweis, der mir aber noch nichts sagt, dennoch würde ich mir gerne alle Optionen offenhalten: "Demaréeplan zur Schwarmvorbeugung nicht möglich."


    Wenn ich dich richtig verstehe käme man sich mit einer Langstroth-Flachzargenbeute sehr flexibel und hätte alle Möglichkeiten?!
    Was ist denn nun der Vorteil einer solch riesigen Brutzarge wie der von Dadant?


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Wolf,


    hinsichtlich der Angaben zur Zargenhöhe habe ich mich nach der Seite der Magazinimker gerichtet http://www.magazinimker.de/.
    Die 185 mm sind die 3/4 Langstroth-Zarge. Die will ich noch testen, kann also noch nichts zu ihr sagen. Sie ist kaum verbreitet.
    Der Demarée-Plan, oder Brutdistanzierung, ist ein Verfahren der Schwarmverhinderung. Ein Teil der Brut wird in der gleichen Beute von der übrigen abgetrennt und somit das Schwärmen verhindert. Diese Abtrennen der Brut geht ja nur, wenn Du einen teilbaren Brutraum hast. Näheres dazu findest Du im Forum.
    Auch Deine weiteren Fragen zu Dadant und Flachzargen ist hier im Forum ausgiebig diskutiert worden. Es jetzt zusammenfassen zu wollen wird kaum gelingen. Forste Dich mal durch das Forum durch.


    Wenn Du Dich zu anderen Imkern stellen willst, halte einen, besser zwei, Kilometer Abstand. Oder frage sie vorher. Es könnte sonst Ärger geben. Die Unterstützung wird dann auch leichter fallen.


    Grüße, Thomas

  • Hi Ostwolf,


    Du hattest gefragt "Was ist denn nun der Vorteil einer solch riesigen Brutzarge wie der von Dadant?"
    Nun, erstens hat darin das Volk genug Platz :D und man hat trotzdem nur 10 bzw. 12 Brutwaben was die Schwarmkontrolle erleichtert. :wink: OK, ich weis ich kann auch 3 Flachzargen für den Brutraum verwenden und habe dann auch genug Platz :oops:



    Gruß
    Franz