Dampfwachsschmelzer für DNM 1,5 + Desinfektion - nur welchen?

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    Bienenknecht

    Bis vor kurzem wahr ich absolut deiner Meinung. Leider haben die neuen Analysemethoden zumdindest in NRW dazu geführt, dass auch kleinste Sporenmengen im Bienenvolk zu finden sind. Auch in meinen Kreis treibt sich jetzt die AFB seit Jahren um. In meinem Carport stehen jetzt seit Samstag zwei Gasflaschen und ein neuer Brenner, denn die Winterarbeit wird grösstenteils aus dem ausbrennen meiner Zargen bestehen.

    Das muss jeder aber für sich selbst entscheiden.

    Daher suche ich ebfalls nach einer Lösung, die eben Wachsschmelzen und Desinfizieren in einem kann. Mein alter Wachsschmelzer ist ebenfalls an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gekommen.

    Der Gigant wäre da eine Lösung die nicht ins unbezahlbare geht.

    Freier Imker

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  • ...treibt sich jetzt die AFB seit Jahren rum...Daher suche ich ebenfalls nach einer Lösung, die eben Wachsschmelzen und Desinfizieren in einem kann...Der Gigant wäre da eine Lösung

    Wenn ich die Betriebsanleitung richtig verstehe, kann mit dem Gigant nicht in einem Zuge das Wachsschmelzen und das Desinifizieren erledigt werden. Zum Desinfizieren muß der Ausschmelz-/Wachsraum mit Natronlauge gefüllt werden.

    Ob auf diese Weise das Wachs vollständig desinfiziert werden kann, ist fraglich. Die Vorschriften zur Desinfektion von AFB-Seuchenwachs werden jedenfalls damit nicht erfüllt (30 min. bei 120 Grad). Der Gigant arbeitet aber drucklos, kann also max. 100 Grad auf Meereshöhe erreichen. Nicht umsonst ist in der Desinfektionsrichtlinie des BMEL festgeschrieben, daß Seuchenwachs zu verbrennen bzw. einem Fachbetrieb zur Entseuchung zuzuführen ist. Die Werbeaussage über den Gigant, er sei auch zur Desinfektion verwendbar, ist also mit großer Vorsicht zu verwenden und darf in Bezug auf AFB nicht zu einem trügerischen Sicherheitsgefühl verleiten.

  • Die Bearbeitung von Faulbrutkontaminierter Imkereiausrüstung wird hier beschrieben.


    https://www.lwg.bayern.de/mam/…erikanischen_faulbrut.pdf


    Ob das Anmischen von über 200 l Natronlauge (62cm x 62 cm x 55cm Füllhöhe) in einem Dampfwachsschmelzer nicht zur Sanierung, sondern zur Prävention sinnvoll ist, sollte man sich überlegen.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Die Bearbeitung von Faulbrutkontaminierter Imkereiausrüstung wird hier beschrieben.


    https://www.lwg.bayern.de/mam/…erikanischen_faulbrut.pdf


    Ob das Anmischen von über 200 l Natronlauge (62cm x 62 cm x 55cm Füllhöhe) in einem Dampfwachsschmelzer nicht zur Sanierung, sondern zur Prävention sinnvoll ist, sollte man sich überlegen.

    200 Liter sind es ja nicht ganz, da du den Behälter nicht ganz voll machst. Wenn du den Randvoll mit Natronlauge füllst, dann hast du beim Tauchen einer Zarge sehr schnell einen Überfluss und die Suppe kommt Dir entgegegen. Wir hatten gelernt, mindestens halb voll muss der Desinfektionsbehälter sein - also reden wir da noch von 100 Liter, was aber auch nicht gerade wenig ist!

  • Das das Gerät nicht zur Entseuchung von Wachs dient, dürfte klar sein.

    Ich kann auch die Kollegen nicht verstehen, die auf der Entseuchung ihres Wachses verzichten, schon gar nicht, um ein paar Cent zu sparen.

    Auch dürfte klar sein, dass Natronlauge und Holzrähmchen /Holzzargen keine gute Kombination ist. Das.Holz leidet nunmal unter der Behandlung. Alleine aus dem Grund sollte man es nicht übertreiben.

    Dennoch bin ich der Meinung, dass man nach ca 5 Jahren wie Northlight beschrieben hat, eine Reinigung durchgeführt werden sollte.

    Auch bin ich kein Fan davon die Rähmchen aus Hygienegründen zu entsorgen.

    Bei den Rähmchenpreisen lohnt es sich zur Winterzeit diese aufzuarbeiten.

    Zugeben möchte mich auch unabhängig machen und kann dem Amtsvet im Falle eines Falles schon etwas vorweisen.

    Ich habe zugegeben letztes Jahr schon gesucht und mir bei der Messe in Münster diverse Geräte zeigen lassen. Viele liessen in der Verarbeitung zu wünschen und manche waren schlichtweg unbezahlbar.

    Daher wäre ich um Erfahrungsberichte echt dankbar.

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  • Hhm, naja... Gut gewollt ist nicht immer gleich gut gemacht.

    Wenn man keine Möglichkeit hat richtig zu "Entseuchen" (gruseliges Wort!), dann hilft es wenig darüber zu reden bzw. sich das mit so halbgaren Methoden einbilden gemacht zu haben. Und ohne einen triftigen Grund macht sowas auch keinen Sinn. Siehe auch die weiter oben verlinkten Fakten.

    Und der AmtsVet wird im Schadensfall von erfolglosen Versuchen wenig beeindruckt sein.


    Mein Fazit:

    Ich wechsle die Waben in einem festen Zyklus und gebe jährlich Futterkranzproben ab.


    Gruß Jörg

  • Ich wechsle die Waben in einem festen Zyklus und gebe jährlich Futterkranzproben ab.


    Gruß Jörg


    Schmeißt du dann jährlich alle Rämchen aus dem Brutraum weg, welche beim Wabenwechsel angefallen sind? Gerade die Rähmchen, wo ein Volk zusammengebrochen ist, können immer auch Viren oder Bakterien tragen? Wie desinfizierst du diese dann?


    Mir tut es innerlich in der Seele weh, einjährige Rähmchen in die Tonne / in den Offen zu werfen und zu entsorgen. Einerseits finanziell, anderseits auch aus ökoliogischer Sicht. Nur alleiniges Abkratzen hilft nicht, da man nie weiß, gerade bei zuammengebrochenen Völkern, was dahintersteckt......

  • Der Versuch eines von AFB betroffenen Imkers, im Ernstfall (meist unter Zeitdruck) mit dem AVet über dessen Anordnungen zu diskutieren, geht meist nach hinten los. In diesem Sinne hilft da der "Gigant" auch nicht, sondern schadet wohlmöglich eher. Gründe sind m.E.:


    1. AFB ist wirklich ein Sonderfall, dem nicht mit den herkömmlichen Hygienemaßnahmen beizukommen ist. Deswegen treffen bereits im Verdachtsfall die Entscheidungen nicht die betroffenen Imker, sondern der AVet. Dabei kann kein Kollege aus Sparsamkeits- o.a. Gründen angeordnete Hygienemaßnahmen abwählen oder gar darauf verzichten. Eine irgendwie geartete Unabhängigkeit kann es da also nicht geben, auch nicht mit dem "Gigant".


    2. BienSeuchV schreibt im AFB-Erkrankungsfall die Abtötung der Völker und Vernichtung des Wabenmaterials vor. Ausnahmen davon muß der AVet mittels Gutachten begründen.

    In diesem Gutachten muß der AVet. neben den objektiven Gründen auch die subjektive Seite, resp. die Zuverlässigkeit des betroffenen Imkers beurteilen. Da kommt das sonstige Verhalten des Imkers ins Spiel (bisherige Betriebsweise und -führung, Gewähr, daß angeordnete Maßnahmen fachgerecht und pünktlich erledigt (und nicht infrage gestellt) werden usw.). (Nur) insofern wäre es ggf. von Vorteil, wenn der AVet den Eindruck gewinnt, daß der Imker bisher immer vorbildlich, fachgerecht und hygienisch gearbeitet und genügend fachlich geeignete Helfer für eine evtl. Sanierung zur Verfügung hat (Vereinskollegen etc.).


    3. Eine wesentliche Aufgabe des AVet besteht ja darin, den Seuchenherd zu finden und zu eliminieren. Sehr wirksames Argument dabei kann die jährliche FKP des gerade besichtigten Bienenstandes sein, viel wirksamer jedenfalls als die imkerliche Behauptung, alle 5 Jahre Rä. und Beuten in Natronlauge auszukochen.


    6. Hier wurde ein Weg diskutiert, wie der Imker ein eigenes Archiv über den zeitlichen Verlauf des AFB-Infektionsstatus seines Bienenstandes anlegen könnte:

    Eigenarchiv Gemüllproben für AFB-Recherchen

    Die labormäßige Auswertung von Proben aus solchem Archivmaterial könnte ggf. auf der Suche nach dem Infektionsherd wertvolle Indizien liefern. Ob und wie diese Möglichkeit im Seuchenfall genutzt wird, entscheidet wiederum die Behörde, die die Ermittlungen führt und bei der alle Informationen zusammenlaufen - also das VetA.

  • Schade,

    Leider keine Hilfe sondern nur wieder Grundsatzdiskussionen und bla bla.

    Dabei kann ich mir nicht vorstellen, dass keiner das Gerät besitzt.

    Vielleicht hat der Holtermann oder sonst wer den Wachsschmelzer bei der Messe in Münster stehen oder es findet sich ein Held der aus der Praxis berichtet.

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  • Fakten hin oder her. Es gibt aber Leute, welche vlt. wie Bienen Ede oder meine Wenigkeit, sich in ein so „Gerät“ verguckt haben und mit der Überlegung spielen sich sowas anzuschaffen. Bei so einer Investition darf man aber sicherlich fragen, ob wer es schon besitzt und wie die Erfahrung darüber ist..... Sinn oder Sinnlosigkeit muss jeder für sich selbst entscheiden, es meckert ja auch keiner rum ob man mit einem Polo oder einen Audi RS8 zu den Bienen fährt. Fahren tun beide, ankommen wahrscheinlich auch, dass wie und mit welchem Komfort steht auf einem anderen Blatt Papier....


    LG