Was mir beim angepassten Brutraum nicht einleuchtet

  • Werbung

    Schieden ist ein super Mittel gegen zu breite Bruträume. Wenn das nicht so bezweckt ist, dann wäre es ja wohl auch nicht nötig?

    Schiede habe ich auch, aber nur als Platzhalter zum Schieben beim Arbeiten am Volk.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • ManfredT Das klingt ja auch alles ganz plausibel. Ich habe mir den Vortrag von Bernhard mehrfach angesehen und ich habe mir auch die Binder’schen Monatsbetrachtungen mehrfach durchgelesen. Für den Theoretiker klang das alles sehr überzeugend und ich gebe auch offen zu, dass ich es dieses Jahr bei einigen Völkern testweise versucht habe. Einen Unterschied zu den übrigen Völkern konnte ich nicht ausmachen. Dann hatten wir auch richtig schlechtes Wetter in der zweiten Aprilhälfte. Das führte bei allen Völkern gleichermassen zu Schwarmstimmung, Legegang hin oder her. Nur ein Volk verhielt sich deutlich anders als die anderen Völker. Wir hatten dort Anfang März Drohnenbrütigkeit feststellen müssen, weshalb ich die Königin abgedrückt und eine Reservekönigin eingeweiselt hatte. Dieses Volk hinkte dann in der Entwicklung schätzungsweise zwei, drei Wochen hinterher. Die Volksentwicklung passte dann aber perfekt zum Witterungsverlauf und das Volk machte bis zur Honigernte einfach nur riesige Freude, während alle anderen Völker viele Probleme machten, da die Volksentwicklung nicht mit der Witterungsentwicklung übereinstimmte.


    Vom Zeitpunkt des frühen, starken Schiedens an nagte an mir der Zweifel, ob ich damit den Bienen wirklich etwas Gutes tue. Je länger je mehr gelange ich zur Auffassung, dass dies nicht der Fall ist. Wir entfernen isolierende Leerwaben und hängen dafür Thermoschiede mit Styrodur und Alufolie sowie Klebstoffen etc. zu; wir entfernen das «essbare Schied» (Pollenwabe); wir entnehmen Waben und hängen diese später dann doch wieder zu. Jedes Mal öffnen wir die Beute und stören damit die Bienen. Wozu?


    Da danke ich dem Hamburger-Jung für seinen Erfahrungsbericht, der das bestätigt, was man schon zigmal gehört hat: Der Einfluss des Schiedes wird wohl teilweise überschätzt. Für mich ist das Schied sinnvoll als eine äussere Begrenzung des Brutraums für die Zeit bis Mitte Juli, denn zwölf Brutwaben Dadant US fände ich jetzt doch etwas zu viel des Guten für meine Bienen. ;) Ich werde es im März entsprechend setzen und dann bei der TBE im Juli wieder entnehmen, fertig. Es mag sein, dass mir noch das geschulte Auge für die Wahrnehmung der tollen Effekte eines «perfekt» geführten Schiedes fehlen, aber der Immenreiner , WFLP und FranzXR dürften ja doch ziemlich geschulte Augen haben und sehen es offenbar auch nicht. Das gibt mir doch etwas Sicherheit. :)


    wasgau immen Das Buch von Charles Dadant ist sehr interessant! Unglaublich, wie er bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine Imkerei nach Grundsätzen führte, die wir in der Schweiz heute noch tendenziell als (zu) fortschrittlich erachten würden! Was mich aber wirklich überrascht hat, ist seine Aussage, dass er den Brutraum (10 Waben Dadant US) so gross gewählt habe, um auf ein Absperrgitter verzichten zu können, das er nicht als nützlich, sondern als nervend erachte. Und wenn ich es richtig verstanden habe, hat er Schiede verwendet, die von den Bienen nur unten umlaufen werden konnten. An den Seitenwänden hat er es mit Öl-/Wachs-Tüchern («oil Cloth») abgedichtet und oben gab/gibt es ja keinen Beespace.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Du sollst ja auch die Unterschiede sehen, glücklicher Weise ma vergleichbar ohne Emotion vorgetragen.

    ist seine Aussage, dass er den Brutraum (10 Waben Dadant US) so gross gewählt habe, um auf ein Absperrgitter verzichten zu können, das er nicht als nützlich, sondern als nervend erachte

    Es gab zu dieser Zeit nichts das was du als funzendes Absperrgitter hernehmen würdest;)


    Und wenn ich es richtig verstanden habe, hat er Schiede verwendet, die von den Bienen nur unten umlaufen werden konnten.

    da mußt du aber nochmal ran:)


    Ich versuch dir meine Denke ma so anzutragen.

    Zitat Bruder Adam:


    Damit eine Methode mit Erfolg gekrönt wird, muss sie fortlaufend den unterschiedlichen Klima und Trachtverhältnissen angepasst werden sowie der Art der benutzten Beute und ganz sicher der Eigenart der Biene selbst.


    Das sagt schon alles.

    Ich muß also meine Betriebsweise und Bienen so entwickeln das es bei mir in meiner Gegend (besser) klappt. (vielleicht wegen NUR Frühtracht sogar mit c Bienen Imkern:()

    Den Traum vom andauernden Honigfluß nur als Traum zu erkennen, kostet Lebenszeit.....


    Bei Standimkerei sind es oft nur wenige Tage mit Volltracht, du musst deine Bienen dann, zum rechten Zeitpunkt, fit haben.

    Wanderst du gezielt, gilt das Gleiche!

    Die Völker haben nur einen Höhepunkt im Jahr (Volksentwicklung), den zum richtigen Zeitpunkt (deine Haupttracht(en) durch pragmatisches "hin steuern" mit "allen Mitteln" zu erreichen, entscheidet über Eimer voll oder eben nicht.

    Ein Beispiel, Imker, die Frühtracht OHNE Raps bekommen, stellen nicht selten die sagenhafte Schwarmträgheit (egal ob mit oder ohne Schied) ihrer Buckies fest, und freuen sich (wegen späterem Volkshöhepunkt) richtig auf die späte Waldtracht, wenn sie denn kommt.

    Wenn mich nicht alles täuscht, hat Reiner dieses Glück.

    Ich durfte hier und da mal bei Großen Imkern die nur vom Honig leben und keine Bücher schreiben, über die Schultern schauen, deren 12er Kisten quellen "im März" über mit Bienen, nix Schied!, nur bei Jungvölkern, und das auch nur bis die Kisten unten voller Bienen Brut und entsprechend Vorrat sind. Die Wandern nie nicht mit halb leeren Kisten!

    Das Schied kompensiert niemals die Leistungskraft einer schlechten Königin und deren Bienen!

    Eine Gute macht (muß) ne 10er problemlos (ohne Schied) voll, und das ohne viel dazutun!

    Jeder kennt das, hat Völker die nur Spass machen (gesehen?), ohne Schied! Das muss das Ziel sein, erreichbar nur durch Zucht, nicht mit dem Schied, welches ich nur noch zum Aufbau und prüfen der Ableger hin zu wirklich starken und gesunden Völker zu nutzen übe.

    Wenn du nicht züchtest, teilt sich dein Bestand etwa in drei drittel auf, das Erste braucht kein Schied, das Zweite, die Mittelklasse bringt mit Schied Ertrag, das letzte Drittel taugt nur zum Auflösen und Vermehren.

    Züchtest du, läßt sich mehr erreichen......:)

    Übrigens, von der Pollentheorie (Beer) halte ich garnix, denn!, wehe es gibt ma zu wenig (das gibts öfter als man glauben will)

    Den Schaden siehst du leider erst viel später, und dann ist es zu spät!

    Halb verhungerte(Pollen) Sommerbienen können eben nicht fettgefütterte Dauerbienen.........

    Lieber swissmix, halt die Augen offen und folge dem was du bei dir lernst.

    Was bei anderen klappt, muss bei dir noch lange nicht so sein.

    Ich bin nur ein pragmatisch pratischer Imker.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

  • Danke für diese sehr ausführliche Darstellung, lieber Wasi! Ich züchte nicht, bin ja erst seit kurzem überhaupt dabei in der Imkerei, kann aber mit einem Drittel gut und einem Drittel so lala gut leben. Müsste mir einfach noch ein neuntes Volk zulegen, damit es dann genau aufgeht … ;)


    Scherz beiseite: Danke für die viele Zeit, die Du hier für Deine Antworten opferst! Ein Kopfmensch wie ich braucht immer wieder mal jemanden, der ihn ganz pragmatisch-praktisch in die Realität zurückholt. :thumbup:

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Das Schieden scheint für die meisten wohl ein Buch mit 7 Siegeln zu sein, für die es dann wohl auch besser ist, die Finger davon zu lassen; denn wer falsch schiedet, erntet wahrscheinlich das Gegenteil und redet dann das Schieden schlecht. Es geht nicht darum, wie viele meinen, um Warmhaltung, sondern um die Lenkung der Legewege der Königin, die, wenn sie zu viel Platz vorfindet (wie z. B. freie Randwaben), ihr Brutnest zu sehr auseinanderzieht und nicht rechtzeitig an den Anfang (wo die ersten Bienen geschlüpft sind) zurückkehrt.

    Königinnen, die das nicht selbst auf die Reihe bekommen fliegen raus. Wenn aus dem verhonigten Brutraum Schwarmstimmung entsteht --> Königinnenableger und schlupfreife Zelle rein. Nicht an den Symptomen fummeln sondern die Ursache bekämpfen. Wenn die Völker zu schwach sind und auf 2-4 Waben geschiedet werden müssen lieber vereinen oder auflösen.

    Zitat

    Die frei gewordenen Zellen, die nicht wieder sofort bestiftet werden, werden von den überfleißigen Bienen mit Pollen und Honig zugepackt, das Brutnest wird lückenhaft und lässt eher Schwarmstimmung aufkommen.

    Honigstapelung ist ein Selektionskriterium. Wer den Brutraum vollkleistert obwohl oben noch Platz hat fliegt auch raus. Ist oben kein Platz hat der Imker geschlafen.


    Das Schied kompensiert niemals die Leistungskraft einer schlechten Königin und deren Bienen!

    Eine Gute macht (muß) ne 10er problemlos (ohne Schied) voll, und das ohne viel dazutun!

    Jeder kennt das, hat Völker die nur Spass machen (gesehen?), ohne Schied! Das muss das Ziel sein, erreichbar nur durch Zucht, nicht mit dem Schied, welches ich nur noch zum Aufbau und prüfen der Ableger hin zu wirklich starken und gesunden Völker zu nutzen übe.

    Danke :thumbup:


    Gruß Chris.

  • Hallo,


    der "angepasste Brutraum" wer hats erfunden... der Hans Beer. Der nimmt aber im Herbst keine Waben weg oder arbeitet mit zwei Schiede. Alles was nach Hans kam, sind Trittbrettfahrer.

    Leider weilt er nicht mehr unter uns und sein Buch ist ohne Seminar für den Einstig nur bedingt zu gebrauchen.


    viele Grüße Stefan

  • der "angepasste Brutraum" wer hats erfunden... der Hans Beer. Der nimmt aber im Herbst keine Waben weg oder arbeitet mit zwei Schiede. Alles was nach Hans kam, sind Trittbrettfahrer.

    Äußerst gewagte These.8|

    Was ist denn mit den ganzen Anpassern vor ihm? Das ging doch schon bald los, nachdem aus Körben Kisten wurden oder irre ich mich?

  • Eigentlich beschreiben/erklären "alle das Gleiche" (siehe 47) mit klitzekleinen Nuancen bzw. Anpassungen an ihre eigenen Örtlichen Gegebenheiten. Zumindest- was die Beute angeht. Über die wirkliche Anpassung der Bienen an "Örtliche" Trachtbesonderheiten und echte Wirtschaftlichkeit erreicht durch Zucht gibts, ausser bei Bruder Adam .... fast nix!

    Und der hatte dem Dadant/Langstroth seine Bücher gaaanz bestimmt im Regal stehen.

    In "Der Mönch und seine Bienen" genau zu sehen;)

    Es wird immer Armbruster als sein Leuchtturm genannt, ich will zumindest- Dadant hinzu fügen:)

    Wer da jetzt alles abkupfert/anpasst, und das als was weiß ich, für Geld, unter die Leute bringt, ist mir im Grunde egal.

    Man kanns sich eh nicht umfassend erlesen, "Es" verlangt eben auch ein wenig Gespür und der Wille zur Entwicklung eigener Gedanken.....

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

  • Völkerführung mit einer Brutraumzarge NM oder Zander ist auch ein angepasster Brutraum. Funktioniert bestens! VG

    Und die Warre-Beute auch 😊

    Funktioniert auch gut. Zumal wenn mit BR2.0 gearbeitet wird. Und mit dickwandigen Zargen. Dann hat man zur Frühlingsblüte schon auf 4 bis 6 Waben reichlich Brut / Jungbienen.

    Frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?