Was mir beim angepassten Brutraum nicht einleuchtet

  • Dann sah ich mal ein Video, in dem die Bienenvölker ganz entspannt Mitte März sanft geschiedet wurden.

    Genauso mache ich es auch. Geschiedet muss m.E. erst werden, wenn das Brutnest massiv anfängt zu wachsen. Das ist bei mir im Februar noch nicht der Fall.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wisst ihr (du swissmix) was....?

    Ich rate zum "Studium!" 3er Bücher

    1)Dadant system of beekeeping...der Ursprung

    2)Handbuch für die erfolgreiche Imkerei nach Hans Beer .... erklärend

    3)Meine Betriebsweise.....die Anwendung dessen von einem spezialisierten Spättrachtimker als Beispiel

    Und dann versuchst du das Beste für deine Bienen in deinem Kleinklima mit deinen von dir angepassten Bienen zu tun! Du wirst lernen das es in der Imkerei nix statisches gibt.

    Mittlerweile ist das mir egal, ob der Rock den Jesus getragen, Ihm gehört hat oder nicht.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Das Schieden hat mehrere Funktionen:

    1. Ein kompaktes Brutnest. Das verbessert die Brutentwicklung

    2. Der Honig landet im Honigraum und nicht im Brutraum.

    3. Was wiederum schwarmdämpfend wird, weil ich den Honig im Honigraum entnehmen (oder dort weiteren Platz schaffen) kann, während er im Brutraum das Brutnest einengt.

    4. Weniger Brutwaben und damit weniger Kontrollaufwand.

    Ich habe mir mal einen Tag mit Jürgen Binder gegönnt. Abwohl ich nicht in Dadant imkere (JB: "welches Maß hat er?" "Kuntzsch hoch" "OGott - aber auch damit kann man imkern!"). Das nur nebenbei.

    WFLP möchte ich noch ein 5. (oder 1.b) hinzufügen: wärmer erbrütete Bienen leben 1 oder 2 oder 3 Tage länger; und das sind 1 bis 3 Tage mehr als Trachtbiene (von den 5-10 Tagen "Trachtbiene"), das sind 10 bis 30 % mehr Trachtarbeiterinnen!

  • Anfangs orientierte ich mich am sog. "Pressen". Ja, die Völker werden stark, aber nur, wenn Aufbautracht verfügbar ist (Weide, frühe Mirabellen und Pflaumen, Ahorn tw.). Andernfalls müssen sie vom Futter leben und das ist eben nach Monaten genossen nicht der Brüller. Heute setze ich das Schied auf die zu erwartende BN-Größe von Anfang an, den Rest machen die Bienen. Entscheidend dürfte sein, dass zur Schwarmzeit (hier Anfang Mai) die mittleren BW von Holz zu Holz bebrütet sind und im HR Bautätigkeit gefordert ist. Dann läuft's bis zum Ende problemlos. Hängt nat. Von der Genetik ab...


    Ergänzung: Ist das BN angelegt, Finger weg. Reserve für Brutzellen bildet die Pollenwabe am Kastenrand.

  • Ich schiede auch, aber mittlerweile zurückhaltender als von J.B. empfohlen. Je nach Wetterlage aber frühestens Mitte März geht's los auf 4-6 Zanderwaben. Ich habe für meine Biens bisher keine Vorteile gesehen, aber für mich:

    -Zeitersparnis bei den Durchsichten während Schwarmstimmung, weil weniger Waben ziehen

    -weniger Honig im Brutraum ( wenn ich die Honigräume zur rechten Zeit gebe)


    Weder waren MEINE Biens früher "trachtreif" noch merklich größer (weil vermeintlich langlebiger). In der Theorie ist die längere Lebensdauer durch das "kompakte" Brutnest und die optimierte Heizleistung für mich logisch nachvollziehbar. Der Vorteil wird aus meiner Sicht aber ein ganzes Stück aufgefressen, weil die Weisel nicht nach natürlicher Ordnung den Allerwertesten senken kann sondern auch mal suchen muss, weil Ei auf Holz sinnlos wäre.....


    Ich Krone der Schöpfung habe das noch nie 100% angepasst hinbekommen. Deswegen können die Völker mein Tun über den hohen Boden (10cm) korrigieren (Wildbau) und ich passe mein Handeln in den folgenden Wochen an.

    Üblicherweise ist in der Trachtzeit bei 8 Zanderwaben Schluss. 9+10 gibt's nach der letzten Schleuderung oder wenn mir die Schiede ausgegangen sind. Als Schiede kommen bei mir die dünnen Beutentrenner für die Mehrfachböden zum Einsatz oder auch Pollenwaben, die für deutlich mehr Brut auf der Schiedseite sorgen als die Holzteile....

  • ...wärmer erbrütete Bienen leben 1 oder 2 oder 3 Tage länger; und das sind 1 bis 3 Tage mehr als Trachtbiene (von den 5-10 Tagen "Trachtbiene"), das sind 10 bis 30 % mehr Trachtarbeiterinnen!

    Ganz so simpel ist es wohl nicht:

    Dissertation Fiola Bock - OPUS Würzburg - Universität Würzburg


    https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de › files › Dissertation_Fiola_Bock


    Nach Prof. Tautz steuert der Bien die Ausbrüttemperatur nahezu jeder Bienenlarve individuell in verschieden getakteten Heizintervallen. Die Takte sind mitunter sehr kurz, 20 ... 30 min. Das soll die Eigenschaften der künftigen Biene stärker noch beeinflussen als deren Genetik - schreibt er in "Phänomen Honigbiene". Vermutlich steuert der Bien so die Arbeitskräftestruktur seiner Belegschaft.

    Mglw. wird diese Selbstrsteuerung durch imkerliche Eingriffe mehr gestört als durch nicht ganz bis zum letzten optimierte Brutraumgeometrie.

  • Blöd. Habe mit dem Buch vom Kari (Bruder Adam) begonnen … ;) Werde mich aber gerne mal nach den beiden anderen Büchern umschauen. Danke für den Tipp! :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Hallo!


    Schieden wird überbewertet. Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte.

    Am liebsten lasse ich die Finger aus den Völkern und mache nur das Nötigste.


    Erfahrungswerte beim Schieden?


    Richtig gute Völker brauchen einen großen Brutraum, kein Schied und sehr viele Honigräume.

    Mit mittleren Völkern kann man durch normales Schieden sehr gute Honigerträge erhalten.

    Mit kleineren Völkern kann man durch kräftiges Schieden auch Honig ernten.

    Inzwischen löse ich die Winzlinge lieber konsequent auf.

    Das macht am allerwenigsten Arbeit!


    Ausnahme:

    Züchterische Aspekte wie Miniplus, eindrohnbesamte und Reserve-Königinnen...

    :daumen:


    Und so ein richtiger Imker wird man natürlich nur mit einem Schied-Imker-Spezialkurs für mindestens 4.000 €. Zusatzmodule (insbesondere teuer!) machen die Sache natürlich noch viel viel besser.

    :cool:


    Und vor allem noch in der Neujahrsnacht das Schied an die richtige Stelle ins Volk setzen. Das ist Wahnsinnig Wichtig!

    :u_idea_bulb02:


    Schiedest Du noch oder lässt Du es Dir schon von den Bienen sagen?

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Für hardcore Fans , der Bernhard hat einen Schmöker geschrieben, soll im März rauskommen......

    Und meines war 2010 das erste, lange nach Dadant, Kehrle und Ries, ätsch!

    Nein, im Ernst, ich gab meiner ersten Ausgabe damals ganz leise den Untertitel "wirklich einfach imkern", weil es so ist. Nun wir über Wärmebrett, Schieden im Winter oder Februar, das Thermoschied, am besten noch zwei davon und das x-fache Anpassen alles wieder kompliziert gemacht. Warum denn? Nur um sich als "Erfinder" zu verewigen, der das Rad neu erfunden hat?
    Ich verstehe es nicht.
    Aber, wer laut schreit und Marketing macht wird halt mehr gehört und "muss ja gut sein". Schade, das es so ist. Die Zwischentöne und Feinheiten einer Betriebsweise gehen dabei unter, genauso wie die Entwicklung einer eigenen Handschrift, weil "nur so ist es richtig!" gelehrt wird.
    Und noch mehr hat auch das Ausnutzen von Halbwahrheiten wieder Einzug gehalten, z.B. beim Wärmehaushalt, aber das würde nun zu weit führen.

  • Joo Reiner,

    damit nicht schon wieder kalter Kaffe aufgekocht wird, hab ich dem Fragesteller recherchen zum Verständnis angeraten.

    Und dann versuchst du das Beste für deine Bienen in deinem Kleinklima mit deinen von dir angepassten Bienen zu tun! Du wirst lernen das es in der Imkerei nix statisches gibt.

    In der Hoffnung das er Seinen eigenen Weg sucht und findet.

    Mit "Das Beste" hab ich bestimmt nicht Spezialbetriebsweisen gemeint (hätte ich rausstellen sollen)
    Ich halte es eher mit dir und Luffi in der Völkerführung....... bin nicht hardcore!

    Nix für Ungut!

    So zum Ätsch

    kann es sein das du zumindest den Zimmer (1987) übersehen hast?:saint:

    Den Tip mit Heuvel hab ich gegeben, damit man (wenn denn gewollt und die Tracht das überhaupt hergibt) alles wie er machen kann und es nicht so wie mit rallor, abgeht. Wie ich betonte "ohne Wertung"

    LG

    Wasi

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione