Was mir beim angepassten Brutraum nicht einleuchtet

  • Moin Reiner

    Hast ja Recht!

    Aber, es geht auch anders, wie man an Zimmer und Fehrenbach sieht. Und das sind ja nicht gerade Nullnummern.

    Dem Beer etc. (auch deine!) seine Betriebsweise klappt da wo Tracht UND Pollen dauerhaft vorhanden sind, der Bedarf also immer befriedigt werden kann, bei mir und vielerorts auch, ist das leider nicht so, mächtige Lücken grüßen. Eiweiß/Füttern ist angesagt. Ich bin glücklich mit einem sichtbaren reichlichen Pollen und Futtervorrat unten drin, sollte es mal vorkommen. Ne Pollenwabe hier bei mir rauszuschmeißen würde meien Mädels als schlimmen Frefel betrachten......

    Es gibt nix statisches, ich und bestimmt andere auch, müßen das nehmen wie das kommt, und entsprechend ihre Völker führen.

    Nochmal, nix für ungut.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Hallo Wasi,

    du schätzt meine Verhältnisse dramatisch falsch ein! Gerade bei uns gibt es NICHT dauerhaft Tracht und Pollen. In vielen Jahren haben wir Punkt-Stosstrachten von etwa 10 Tagen pro Jahr! Der Rest ist Läppertracht, die nicht über den Honigraum nutzbar ist.
    Und Pollenwaben rausschmeissen tat evtl. Hans Beer, ein verantwortungsvoller Imker hängt die hinter das Schied und lässt sie ausfressen. Was anderes habe ich nie gesagt und geschrieben, wird aber "gerne" missverstanden, bzw. nicht richtig gelesen, was mich immens ärgert!
    Natürlich geht es anders! Das ist doch auch gerade das, was ich sagen wollte. Der Anspruch ex cathedra eine Betriebsweise vorzuschreiben und definieren zu wollen, ist ja schon bei anderen Dr.es zweifelhaft. Und ich bin sowieso nur der kleine Immenreiner, ich kann nur imkern ....

  • ... Pollenwaben ..., ein verantwortungsvoller Imker hängt die hinter das Schied und lässt sie ausfressen.

    Dazu noch eine - vielleicht blöde - Detailfrage: direkt hinters Schied oder an die abseitige Beutenwand?

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • ... Pollenwaben ..., ein verantwortungsvoller Imker hängt die hinter das Schied und lässt sie ausfressen.

    Dazu noch eine - vielleicht blöde - Detailfrage: direkt hinters Schied oder an die abseitige Beutenwand?

    Direkt dahinter

    Ich lasse eine Speck-/Pollenwabe mittlerweile tatsächlich IM Brutbereich als letzte Wabe am Schied (manchmal sogar anstatt eines Schiedes). Ich bilde mir ein, dass die Außenseite der letzten Brutwabe dadurch großflächiger bebrütet wird, als wenn ich die Pollenwabe auf die andere Seite des Schiedes hänge...

  • So unterschiedlich kann der Bien damit umgehen: PW bleibt bei mir immer an der Beutenwand, weil sie das so anlegen. Dort bleibt sie und wird im Mai auch tw. bebrütet. Pollenmangel gibt's hier weniger, dafür im Sommer aber wenig Nektar, wenn die Läuse fehlen.

  • Noch ein Wort zur Literatur: Das Buch von Immenreiner lese ich mir immer wieder gerne durch. Ich empfehle es auch gerne weiter. :) Den Zimmer finde ich sehr beeindruckend, aber das ist eine Art des Imkerns, die ich nicht anstrebe. Er treibt ja quasi Doppelvölker durch die Saison und er betont, dass das nur funktioniert, wenn man wandert und die Bienen die ganze Zeit über beschäftigen kann, weil das ansonsten die reinsten Schwarmbomben wäre. Das hätte ich übrigens gerne mal live gesehen. ;) Den Gerdes habe ich mir auch durchgelesen, aber mir persönlich gefällt es nicht, laufend Mittelwände zu geben. Ich will im Frühjahr mit einem funktionierenden Brutnest starten, das bis zur TBE unangetastet bleibt. Und hier sind wir wieder bei meiner Ausgangsfrage. :)


    Danke für die bisherige rege Beteiligung! Im Winter lässt sich doch gut über solche Dinge diskutieren. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • WFLP möchte ich noch ein 5. (oder 1.b) hinzufügen: wärmer erbrütete Bienen leben 1 oder 2 oder 3 Tage länger; und das sind 1 bis 3 Tage mehr als Trachtbiene (von den 5-10 Tagen "Trachtbiene"), das sind 10 bis 30 % mehr Trachtarbeiterinnen!

    Wer hat das den rausgekriegt? Also 50 Völker so geführt und 50 als Kontrollvölker etc. und dann ein signifikantes Ergebnis herausbekommen.

    Imkern muß einfach, praktisch, bienengemäß, imkerschonend und preisgünstig sein

  • ...aber mir persönlich gefällt es nicht, laufend Mittelwände zu geben. Ich will im Frühjahr mit einem funktionierenden Brutnest starten, das bis zur TBE unangetastet bleibt. Und hier sind wir wieder bei meiner Ausgangsfrage.

    Eigentlich möchte ich nicht so oft über das Schieden schreiben - da kann man auch über Religion diskutieren, das wäre wahrscheinlich sachlicher. Reiner's Buch kennst Du ja... ;-) :thumbup:


    Aber hier ein paar Dinge die ich dazu hier schon geschrieben hatte:

    2017 - Dadant : Wann engt ihr das Brutnest ein?

    2018 - Wabenhygiene im Frühjahr?

    2019 - Dadant : Wann engt ihr das Brutnest ein?


    Kurzum, ich bin auch kein Freund von starken schieden. swissmix - ich denke Du imkerst klimatisch näher an Reiner oder an mir als im Rheingraben, daher werden Dir auch meine Gedanken dazu hoffentlich helfen, Dir Deine Art und Weise zu erarbeiten, auch könntest Du das Schieden im Frühjahr für die Wabenhygiene nutzen - übrigens sind jeweils auch die ganzen dazugehörenden Threads sehr informativ....


    Gruß

    Franz

  • Moin,

    ich hab das Schieden vor allem als guten Start ins Frühjahr kennen gelernt, um den Bien zu lenken um

    a) enger sitzen zu können und

    b) die Bienen gezielter in de Brutraum zu bekommen.

    Bernhard ist da ja immer sehr drastisch vorgegangen und hat ja bereits an einem schönen Tag im Februar (bei beobachteten Flugbetrieb) bereits geschiedet.

    Einen Unterschied zwischen den Völkern, die früh geschiedet wurden und welchen, die später geschiedet wurden, konnte ich nichtz wirklich feststellen.

    Dabei habe ich mich immer von der Schiedseite an das Brutnest ran getastet und Leerwaben entnommen (ausgenommen die Leerwabe direkt am Brutnest, die von den Bienen zur Vorbereitung für das Ausweiten des Brutnestes vorbereitet wurde). Futterwaben kommen direkt hinters Schied.

    So früh im Jahr habe ich aber immer Hemmungen, das komplette Volk auseinander zu reißen. Manchmal beschränke ich mich dann auch einfach auf die Entnahme von Leerwaben und Futter und versuche das Volk so wenig wie möglich zu stören.

    Spätestens zur ersten richtigen Durchsicht hatte ich bisher immer das Brutnest auf ein Minimum zusammen gedampft (3-4 Waben), das will ich kommendes Jahr auf Anraten von rase gerne dahingehend abändern, dass ich schon einen Gutteil der Waben im Volk belasse (eher 5-6Waben). Erweiterung dann bis Mai mit 1-2 MW und 1 Drohnenrahmen. Fertig!

    Gerne habe ich bisher immer dabei auch die alten, dunklen Waben entnommen, auch das kann ich mir sparen, wenn ich auf den Rat von rase höre und nach der Sommerernte eine TBE durchführe.

    Dennoch arbeite ich gerne mit dem Schied, um einfach etwas flexibler sein zu können.

    Zum Winter hin wird wieder auf 9-10 Waben aufgefüllt, damit die Damen genügend Futter für den Winter haben.

    Ich finde, so schwer ist das Schieden eigentlich gar nicht, wenn man sich immer am Brutnest orientiert.

    Interessant finde ich die Idee, das Pollenbrett, dass ich oft genug als erste Wabe im Volk habe, hinter Schied zu hängen, damit die Bienen bei Pollenmangel sich dort bedienen können. Werde ich kommendes Jahr ausprobieren.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Richtig gute Völker brauchen einen großen Brutraum, kein Schied und sehr viele Honigräume.

    Mit mittleren Völkern kann man durch normales Schieden sehr gute Honigerträge erhalten.

    Mit kleineren Völkern kann man durch kräftiges Schieden auch Honig ernten.

    Inzwischen löse ich die Winzlinge lieber konsequent auf.

    Das macht am allerwenigsten Arbeit!

    Da kann ich dir nur zustimmen!

    Sofern man keine Sporthalle (Dadant) hat und die Völker sind iwe sie zu sein haben, dann bringt ein Schied nix.

    Und so ein richtiger Imker wird man natürlich nur mit einem Schied-Imker-Spezialkurs für mindestens 4.000 €. Zusatzmodule (insbesondere teuer!) machen die Sache natürlich noch viel viel besser.

    8o

    Ich verstehe es nicht.

    Imker sind immer neidisch auf Erfolge der anderen und wenn dann einer brüllt er macht mit irgend einer Technik 10000000% mehr Honig und nochmal soviel weniger Aufwand, dann will Imker das eben auch haben.

    Ansonsten kann ich es auch nicht verstehen und bleib bei meinen Zanderkisten auf einem BR ohne Schied -Dafür mit kaum bis nicht bebrüteten Waben neben dem Wintersitz, die wirken wie ein natürliches Schied.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Das Schieden scheint für die meisten wohl ein Buch mit 7 Siegeln zu sein, für die es dann wohl auch besser ist, die Finger davon zu lassen; denn wer falsch schiedet, erntet wahrscheinlich das Gegenteil und redet dann das Schieden schlecht. Es geht nicht darum, wie viele meinen, um Warmhaltung, sondern um die Lenkung der Legewege der Königin, die, wenn sie zu viel Platz vorfindet (wie z. B. freie Randwaben), ihr Brutnest zu sehr auseinanderzieht und nicht rechtzeitig an den Anfang (wo die ersten Bienen geschlüpft sind) zurückkehrt. Die frei gewordenen Zellen, die nicht wieder sofort bestiftet werden, werden von den überfleißigen Bienen mit Pollen und Honig zugepackt, das Brutnest wird lückenhaft und lässt eher Schwarmstimmung aufkommen. Auch soll der freie Raum hinter dem Schied, wo keine Waben sein sollten, als Autobahn zum Honigraum und Aufhängeraum der Flugbienen dienen, damit das Brutnest nicht ständig beunruhigt wird.

    Das Schieden macht also nur Sinn in Dadant- oder ähnlich großen Beuten mit Absperrgitter zum Honigraum, und wenn es ums Honigernten geht.

    Das alles hat Bernhard Heuvel eindrucksvoll und genauer in seinem Vortrag von 2017 auf dem Weimarer Bienensymposium erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=gQCRhISukTE