Milben auf Drohnen

  • Es ist jetzt eher nicht die Zeit für Drohnen, jedoch frage ich mich schon länger danach, ob erwachsene Drohnen Milben tragen. Dass sie von der Milbe im Brutstadium befallen werden, ist hinreichend bekannt - ob mehr oder weniger als Arbeiterinnenbrut sei dahingestellt. Ich sehe Milben auf Arbeiterinnen eher schlecht. Auf Drohnen habe ich noch nie eine Milbe sitzen sehen, was nichts heißt.


    Es ist ja bekannt, dass Drohnen durch unterschiedliche Völker vagabundieren. Sicher werden sie auch durch bestimmte Situationen im Bienenvolk angezogen...


    Somit die Frage, tragen Drohnen Milben mit sich herum und dann die nächste Frage - sorgen sie somit für einen wesentlichen Teil der Verbreitung von Milben ?


    Wie sind Eure Erkenntnisse ?

  • Im Internet finden sich Fotos mit Milben auf Drohnen. Ich gehe mal davon aus, dass das keine Fakes sind.


    Der Hauptverbreitungsweg der Milbe dürfte Räuberei sein. Daneben fallen die Drohnen wohl nicht groß ins Gewicht; zumal die nicht mehr unterwegs sind, wenn die Milbenbelastung - im Spätsommer/Herbst - am größten ist

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich habe diesselbe Frage wie Du.

    Meine lediglich hobbymäßigen Beobachtungen gleichen den Deinen: Auf Drohnenlarven und -puppen sah ich bereits Milben, auf geschlüpften Drohnen noch nie. Auch bei den Drohnen meiner Sammler vom Sammler, in denen ich die hochvermilbten BrW der BrSammler aus der TBE schlüpfen und danach kontrolliert nachschaffen lasse (im August), nicht.

    Es ist aber die Frage, ob sich die Milben auch an Drohnen festbeißen, so daß der Imker sie sehen kann? Ob Drohnen überhaupt einen Fettkörper haben (auf dessen Verstoffwechselung die Milbe ja angewiesen ist), weiß ich nicht. Ich vermute es aber, da die Drohnenbrut nachweislich von Milben befallen wird und der Fettkörper u.a. ein Stoffwechselorgan ist. Ohne Stoffwechsel kommen auch erwachsene Drohnen nicht aus.

  • Es ist meiner Meinung nach kein Wunder, dass man nur selten Milben auf Drohnen sieht.


    Wie oft seht ihr Milben auf Bienen? Sehr selten!


    Vergleicht mal die Zahl: mehrere Zehntausend Arbeiterinnen gegenüber nur wenigen Hundert bis höchstens ganz wenigen Tausend Drohnen.

    Da ist die Chance doch viel höher, dass wenn ihr schon mal eine Milbe auf einer Biene seht, dass es eine Arbeiterin ist.


    Außerdem schaut ihr vermutlich eher zu Tageszeiten in die Völker, wenn die Drohnen überwiegend unterwegs sind.

    Und normalerweise ist auf Drohnenwaben nicht so viel zu sehen, die anderen Waben dagegen schaut ihr sicherlich aus verschiedenen Gründen genauer an.


    Sicherlich gibt es noch mehr Gründe, warum man Milben auf Drohnen seltener wahrnimmt.


    Und wenn ich mich recht erinnere, versuchen die Milben aktiv auf Ammenbienen überzugehen, damit sie passend bald wieder in neue Brutzellen absteigen können - also auf Arbeiterinnen.

  • Danke für die Antworten - ich sah es auch so - weniger Individuen, je später im Jahr um so weniger vorhanden, eher schlechte Wahrnehmung bei der Volkskontrolle, jedoch: Ich formuliere es mal als Frage

    werden sie auch durch bestimmte Situationen im Bienenvolk angezogen

    Warum vagabundieren Drohnen durch die Völker (ich habe tw. jetzt noch einige in den Völkern - keine Drohnenbrütigkeit !), gibt's da einen "trigger" ?

    sorgen sie somit für einen wesentlichen Teil der Verbreitung von Milben ?

  • Laut meinen Beobachtungen beim Bienenfenster haben immer einzelne Drohnen da überwintern dürfen. Ich vermute daher, dass man sich eine Reserve "gönnt" bzw. dass die paar Fresser im Rahmen der Selektion weniger Nachteile haben als Vorteile bei Bedarf an Drohnen.


    Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass bei freier Auswahl bevorzugt Drohnen bei der Paarung zum Zuge kommen, die nicht direkt verwandt sind. Auch das wäre für eine evolutionsstabile Strategie sicher gut. Damit wäre Aufenthalt in anderen Völkern eine höhere Chance zur Fortpflanzung.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Guten Abend.


    Es ist schon länger her, als ich die erste Drohne mit einer Milbe im "Huckepack", ausserhalb eines Bienenstockes gesehen habe.


    Mit 3 Milben auf einer einzigen Drohne, war die am höchsten gezählte Menge von Milben, welche eine Drohne als "Taxi" benutzten.


    Für mich ist es klar, dass die Drohnen eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung der Milbe von Bienenstand zu Bienenstand zukommt.


    Ich bin mir heute sicher, dass eine "Reinvasion" in der Zeit von Aprli, bis Juli, wegen diesem Umstand eben höher ist, als im Spätherbst. (Aug- Nov)


    Nur wenn Bienenvölker im Spätherbst an der zu hohen Belastung von Milben zusammenbrechen, kann die Reinvasion zu anderen Bienenständen noch deutlich höher sein.


    lg sulz.

  • Für mich ist es klar, dass die Drohnen eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung der Milbe von Bienenstand zu Bienenstand zukommt.

    Kannst Du das auch begründen?

    Es spricht ja einiges dagegen:

    - Es sind zu wenige Drohnen.

    - Drohnen räubern nicht.

    - Es kann also nur Verflug eine Rolle spielen.

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  • Für mich ist es klar, dass die Drohnen eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung der Milbe von Bienenstand zu Bienenstand zukommt.


    Ich bin mir heute sicher, dass eine "Reinvasion" in der Zeit von Aprli, bis Juli, wegen diesem Umstand eben höher ist, als im Spätherbst. (Aug- Nov)

    Das war der Hintergrund meiner Frage. Wir kennen diesen Teil der Verteilung eher wenig. Zudem kommt mir (!) die Rolle der Drohnen im Zusammenhang mit der Bienengesundheit eher zu kurz. Seitdem ich keine Drohnenbrut von vermehrungswürdigen Kandidaten mehr schneide, kann ich nicht von einer vermehrten Milbenlast sprechen - eher umgekehrt.


    Gibt es zu dem Aspekt Gesundheit im Bienenvolk und Drohnen mehr Schriftliches ?

  • Weisellose oder Völker/Schwärme mit einer Unbegatteten oder gekäfigten Begatteten sind Magneten für Drohnen.

    Und die zugeflogenen Drohnen bringen wohl auch Milben mit.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

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    W. Churchill

  • Dies kann nun über das Kreuz, in verdrehter weise betrachtet werden......Aber: Welche Rolle die Drohnen bei der Bienengesundheit spielen, ist wohl noch unklar.


    Ich kenne nur 2 Varianten der "Reinvasion".


    - Verflug.


    Da eben Drohnen doch einige Milben im Gepäck haben können, und diese ohne Kontrolle am Flugloch hinein können, betrachte ich die "Flugzeit" der Drohnen, als eine bedeutende Milbenübertragung von Bienenstand zu Bienenstand. Im Spätherbst, ist Verflug kaum noch möglich, da die Wache am Flugloch weder Drohnen, noch fremden Bienen Einlass gewähren.


    - Einbetteln.


    Hier betteln sich die Bienen eines an der Milbe zusammenbrechendes Volkes, irgendwo in einem anderen Volk ein.


    Die Räuberei, führt in meiner Gegend zu keiner Reinvasion, da sich in dem Volk, wo ausgeräubert wird, schon bei beginn der Räuberei kaum noch Milben befinden.

    Eine spätherbstliche Reinvasion, kann es zwar auch in meiner Gegend geben. Die betrifft jedoch nur Einzelvölker.


    lg sulz.


  • ...

    Die Räuberei, führt in meiner Gegend zu keiner Reinvasion, da sich in dem Volk, wo ausgeräubert wird, schon bei beginn der Räuberei kaum noch Milben befinden.

    Eine spätherbstliche Reinvasion, kann es zwar auch in meiner Gegend geben. Die betrifft jedoch nur Einzelvölker.


    lg sulz.

    Den Gedanken mit dem Verflug/Reinvasion im Spätherbst hatte ich letztens schon einmal gelesen:

    Das halte ich für zu kurz gedacht. Auch wenn die Völker gern im Herbst zusammenbrechen bzw. wir hohe Milbenzahlen sehen, muss die Ursache nicht eine Reinvasion in dieser Zeit sein, sondern eher >6 Wochen (mind. 2 Zyklen) vorher.

    Ähnlich ist mE. bzgl. Reinvasion durch Räuberei:

    Die Milben vermehren sich mE. verstärkt in zusammenbrechenden Völkern und "fliehen" dann bei der erstbesten Gelegenheit, zB. mit den Räubern. Und eine Räuberei kann ja auch "still" beginnen...


    Gruß Jörg

  • Den Gedanken mit dem Verflug/Reinvasion im Spätherbst hatte ich letztens schon einmal gelesen:

    Das ist nur der Tropfen der das Fass noch schneller zum überlaufen bringt.

    Im Juli beginnt das neue Bienenjahr......

    Da gilt es Virenfrei und mit gutem Proteinspiegel, und wenn nötig, mit Junger Queen zu starten.

    Meist werden die Drohnen ja zu diesem Zeitpunkt aus Gründen des Mangels abgetrieben, für mein Verständnis beginnt ab da schon das Leiden........

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