Viele frische Wachsschüppchen und Stifte im Gemüll

  • Diese beiden Fragen stellt man wohl eher dem Verkäufer des Kunstschwarms, nicht dem hoffnungsfrohen Anfänger. Letzterer scheint mir besser vorbereitet gewesen zu sein als viele andere seiner "Schulklasse".

  • Also ich habe im Juli einen im April aus zwei Mini plus Zargen gebildeten Ableger (6 NMW) auf 6 DD Mittelwände abgefegt und langsam aufgefüttert. Den Normalmaßbrutwaben habe ich eine begattete Königen auf 6 Minipluswaben zugegeben. Aus Beiden haben sich überwinterungsfähige Einheiten entwickelt. Wenn ich im Juli einen Kunstschwarm mit 1 Kg Bienen bilde, müsste der über den Winter kommen. VG

  • Georgie : MW sind etwas anderes als ein nagelneuer (unpropolisierter), völlig leerer, riesiger Kasten nur mit OT für 1 kg Bienen, deren demografische Zusammensetzung wir nicht kennen.


    Auch ich habe aus genetischem Interesse mal ein zugeflogenes 300g-Fremd-Schwärmchen von Mitte September über den Winter gebracht. Das mag alles funktionieren, wenn man die übrigen Bedingungen optimiert. Sobald aber ein Faktor ungünstig ausfällt, gibt es Schwierigkeiten. Im angefragten Fall gab es mglw. sogar mehrere ungünstige Faktoren.

  • Als Anfänger ist einem oft nicht bewusst, dass gerade (vermeintliche) Details ausschlaggebend für den Erfolg oder den Misserfolg sein können. Welchen Unterschied es bspw. macht, ob man Mittelwände oder Anfangsstreifen gibt, kann man gar nicht richtig beurteilen. Auch den Unterschied, ob ein Kunstschwarm Mitte Juni oder Mitte Juli gebildet wird, übersieht man vielleicht. Ich verstehe die Beiträge von millefiori so, dass er echt darum bemüht gewesen ist, sein neues Volk erfolgreich ein- und auszuwintern. Da haben wir von Anfängern hier im IF schon wesentlich haarsträubendere Geschichten gelesen! Seid also nicht so streng mit ihm. :)


    millefiori Es ist verständlich, dass Du Deinen Fehler wiedergutmachen und Dein (einziges?) Volk erfolgreich über den Winter bringen willst. Für die kommenden Jahre sollte Dir aber bewusst sein, dass es zur guten imkerlichen Praxis gehört, keine Schwächlinge zu pflegen. Diese Völker machen wenig Freude, aber dafür viel Arbeit. Den Bienen tut man damit auch nichts Gutes, denn sie müssen ständig auf Hochtouren arbeiten, um gerade so zu überleben.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ich möchte swissmix zustimmen!

    Da haben wir von Anfängern hier im IF schon wesentlich haarsträubendere Geschichten gelesen! Seid also nicht so streng mit ihm. :)


    millefiori Es ist verständlich, dass Du Deinen Fehler wiedergutmachen und Dein (einziges?) Volk erfolgreich über den Winter bringen willst. Für die kommenden Jahre sollte Dir aber bewusst sein, dass es zur guten imkerlichen Praxis gehört, keine Schwächlinge zu pflegen. Diese Völker machen wenig Freude, aber dafür viel Arbeit. Den Bienen tut man damit auch nichts Gutes, denn sie müssen ständig auf Hochtouren arbeiten, um gerade so zu überleben.

    Das kann ich inzwischen auch nur unterschrieben. Im Ersten Jahr habe ich spät im Jahr einen nicht mal handballgroßen Schwarm bekommen und ihn ins kommende Jahr gepäppelt... als viertes Vok war er dann ok, aber nicht gut. Als Erfahrung hat es getaugt.


    Einen anderen Ableger, der günstig stand, habe ich erst die unterkühlte Königin (klein, schwarz und haarlos) und die dann nicht optimale Nachschaffungskönigin verziehen und dann das nur mäßige Volk mit einer überzähligen "erfahrenen" Königin in ihrem dritten Jahr versorgt. Erst in der Linde des zweiten Jahren hat das Volk Honig eingetragen und kam auf ordentlichen Personalbestand.

    Kurzum: mindestens zwei Jahre Material belegt, Futter verbraucht, Faulbrutuntersuchung gekostet (bei mir werden IMMER ALLE Völker beprobt) - und nichts an Honig gebracht. Natürlich bestäubt und es war lehrreich und die Durchsichten waren so lala - nach meiner Erfahrung sind solche Völker im Existenzkampf weder am Stand günstig noch besonders entspannt oder entspannend. Immer wieder gesondert füttern, Flugloch einengen und besonders im Auge behalten wegen Räuberei, Wespen oder ausfallender Königin.


    Seit ich Im Sommer rigoroser umweisel, zusammenlege oder abfege, ist der Herbst einfacher und die Zahl der eingewinterten Völker etwas geringer, aber viel realistischer.

  • So rigoros vorgehen möchte ich nicht mehr.

    In den zurückliegenden Jahren hatte ich ein Volk, das nicht aus dem „Knick“ kam. Über 3 Jahre war es relativ klein, hat keinen Honig gebracht, hat sich aber mit eigenem Honig immer über den Winter gebracht.

    Ich habe es so nebenbei beobachtet, aber kaum betreut.

    In 2019 hatte ich einen weisellosen Ableger und habe ihn mit dem „Kleinen“ vereinigt. Ergebnis: Nahezu kein natürlicher Milbenfall.

    Das Volk bleibt in Beobachtung!

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Guten Abend millefiori .


    Ich habe mir nun lange überlegt, ob ich hier schreiben soll.


    Ich hoffe zwar, dass ich falsch liege, aber ich habe den Verdacht, dass dieses Volk von Aftermütterchen "regiert" wird. Aus meiner Sicht, sprechen eben doch einige Indizien dafür. Jeder Standort, und Biene ist anders, daher kann ich auch falsch liegen.....Im Frühjahr, hat man erst Klarheit.


    Bei dem weiteren Vorgehen, würde ich dies schon gedanklich dazu nehmen.


    Dem Volk, noch versuchen etwas Futter zu geben, ist sicher gut.....Jegliche Bekämpfung der Milbe, doch eher nun sein lassen.


    lg sulz.

  • So rigoros vorgehen möchte ich nicht mehr.

    In den zurückliegenden Jahren hatte ich ein Volk, das nicht aus dem „Knick“ kam. Über 3 Jahre war es relativ klein, hat keinen Honig gebracht, hat sich aber mit eigenem Honig immer über den Winter gebracht.

    Ich habe es so nebenbei beobachtet, aber kaum betreut.

    In 2019 hatte ich einen weisellosen Ableger und habe ihn mit dem „Kleinen“ vereinigt. Ergebnis: Nahezu kein natürlicher Milbenfall.

    Das Volk bleibt in Beobachtung!

    Guten Abend Harald.


    Könntest du dies mal genauer in einem anderen Thema (z.B "meine Erfahrung") erklären?


    Mich interessiert es, welche Erfahrungen du in den letzten 10+ Jahren mit den Bienen gesammelt hast...........Denn irgendwie, habe ich das Gefühl, du möchtest uns etwas mitteilen!!!!!.....Hau doch Einfach rein in die Tasten. Ich lese gerne solche Berichte..Danke im vorraus.


    lg sulz.

  • Ich hoffe zwar, dass ich falsch liege, aber ich habe den Verdacht, dass dieses Volk von Aftermütterchen "regiert" wird. Aus meiner Sicht, sprechen eben doch einige Indizien dafür.

    Sulz : Ja ich teile Deine Befürchtungen, dass da irgendetwas nicht normal ist, die Stifte waren ja einer der Gründe für die Eröffnung des Threads. Aufgefallen sind sie mir zum ersten Mal Ende November etwa 5 Wochen nach der letzten AS-Behandlung. Da ich das Gemüll regelmäßig mit der Lupe anschaue um die Milben leichter zu finden, kann ich ziemlich sicher sagen, dass es die Stifte vorher so nicht gab.

    Für mich stellt sich nun vor allem die Frage, welche Handlungsoptionen ich dann im Frühjahr habe vor dem Hintergrund, dass dies mein einziges Volk ist und ich also weder frische Brut aus einem anderen Volk entnehmen noch mit einem anderen Volk vereinigen kann.

  • Also 2 Waaben Futter waren noch da..

    Bei mir hat AS Behandlung auch schon oft zu Königinnenverlusten geführt.

    Wenn jetzt die Königin fehlt und es dein einzigstes Volk ist...

    Die Bienen halten ja noch erstaunlich lange durch. Aber ob das bis zum Frühjahr reicht?

    Vielleicht ginge jetzt vereinigen, aber dazu fehlt das zweite Volk und ist auf Grund der Drohnenmütterchen riskant.

    Man könnte im Frühjahr versuchen irgendwelche alten Königinnen, die ausgetauscht werden da einzuweiseln. Wenn so eine alte Dame dann dort Arbeiterinnenbrut produziert, kann man immernoch umweiseln. Aber woher nehmen.


    Also, wenn das MEINE Bienen wären. Entweder bis zum Frühjahr laufen lassen und wenn Drohnenbrütig abfegen und entweder auf ein Volk fliegenlassen das auf dem alten Standort kommt, oder dem Nebenvolk zufliegen lassen.

    Es soll ja um Silvester nochmal ordentlich warm werden, vielleicht ginge das auch dann, hab ich um diese Zeit aber noch nicht gemacht.

    Aber ich hab auch mehr als ein Volk.

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Würd sie auch laufen lassen. Winterbienen sind zäh. Sie werden auch nicht alle drohnenbrütig, falls die Diagnose überhaupt stimmt.

    Wenn ja und das Restvolk lohnt es, Sanierung mittels Königin und Alkohol Zusetzmethode (im Frühjahr!) durchführen. Dabei werden durch die Bienen selbst alle D.-Mütterchen und alle Bienen, welche sich nicht umstimmen lassen, abgestochen. War selten habe ich aber schon mehrfach durchgeführt. Mancher Imker hat im Frühjahr einen Reserveableger zu viel oder ne Weisel mit ner Handvoll Bienen. Musst einfach Kontakt suchen und den eventuellen Bedarf anmelden.