Winterbehandlung bei Temperaturen nahe 10°C ?

  • Jetzt, Ende November rückt die Zeit für die Winterbehandlung der Bienen näher. Die Witterung in Hamburg ist dazu denkbar ungünstig. Viel zu warm. Das Thermometer strebt die 10°C Marke an, fehlt nicht mehr viel, und die Bienen fliegen wieder durch die Gegend.

    Der natürliche Milbentotenfall eiert bei mir um die Juli-Werte herum. (nur ist jetzt der Faktor 500 und nicht mehr 200-300) Fast scheint es, wie wenn die Sommerbehandung nicht viel gebracht habe. Jedenfalls ging eine Oxalsäurebesprühung im September ziemlich schief. Hat einem Volk die Winterbienen erledigt, aber kaum eine Milbe erwischt; trotz erwiesener Brutfreiheit. Kann ich also nur abraten. - Ich denke, wir sind jetzt soweit, im Juli besser eine totale Brutentnahme zu machen, um die Milben aus den Völkern zu bekommen.


    Aber jetzt, steht erstmal die Träufelbehandlung mit OX an. Dazu sollen die Bienen bekanntlich eng sitzen, was bei den aktuellen Temperaturen aber nicht mal abends gewährleistet ist. - Schöne Schei.. .


    Wie sieht es bei Euch aus ?


    Gruss von Benjabien

  • Jetzt, Ende November rückt die Zeit für die Winterbehandlung der Bienen näher. Die Witterung in Hamburg ist dazu denkbar ungünstig. Viel zu warm. Das Thermometer strebt die 10°C Marke an, fehlt nicht mehr viel, und die Bienen fliegen wieder durch die Gegend.

    Nach Wetter.com und Wetteronline sind für Hmburg in den nächsten Tagen morgendliche Temperaturen etwa zwischen 4° und 7°C zu erwarten. Bei 4° könnten nach meiner Erfahrung zumindest in Holzbeuten mit offenem Gitterboden die Bienen so dicht sitzen, dass ein OS-Träufeln sinnvoll ist, falls die Völker - zumindest nahezu - brutfrei sind. Bei Mittagstemperaturen um 10°C könnte ich mir allerdings auch das Sprühen von OS vorstellen, was ich noch nicht praktiziert habe.

    Für ein Bedampfen dürfte der Temperaturbereich unproblematisch sein. Ich habe es - obwohl sinnvoll - wegen rechtlicher Bedenken, die hier im Forum schon ausgiebig diskutiert wurden, noch nicht gemacht.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Aber jetzt, steht erstmal die Träufelbehandlung mit OX an. Dazu sollen die Bienen bekanntlich eng sitzen, was bei den aktuellen Temperaturen aber nicht mal abends gewährleistet ist. - Schöne Schei.. .


    Wie sieht es bei Euch aus ?


    Gruss von Benjabien

    Ich habe die OS-Träufelbehandlung in der Zeit um den 3. Dezember und dem folgenden Wochenende eingeplant.

    Wie ich in der Wettervorschau sehe, wird es um diese Zeit auch in Norddeutschland um die Null Grad geben, das könnte ideal sein.

  • Ein Moin aus Hamburg,


    wenn man mal zurückrechnet gab es vor etwa 3 Wochen das erste Mal Nachtfrost im Norden, daher wollte ich die Oxalsäurebehandlung ebenfalls für dieses Wochenende ansetzen.

    Nachdem ich in den zurückliegenden Jahren auch immer geträufelt habe, würde ich es dieses Jahr mit einer Sprühbehandlung versuchen. Dafür sind die Bedingungen ja ideal, und so ein richtig gutes Gefühl habe ich beim Träufeln mit der Zuckerlösung ohnehin nicht (Schädigung der Winterbienen durch orale Aufnahme).

  • Morgen,

    auch bei uns gab es vor 21 Tagen drei Frostnächte.

    Auch hier werde ich dieses Wochende die Winterbehandlung machen, man weiß ja nicht wie der Dezember wird.

    Ich stehe der Sprühbehandlung um diese Jahreszeit aber ähnlich kritisch gegenüber wie dem träufeln (Butnest zerlegen und / oder Bienen durchnässen).

    Und ja ich weiß, es gibt nur diese, rechtlich sicheren, Möglichkeiten.

    Bei der Alternative durch verdampfen, mit allen Schutzmaßnahmen, geht es mir und den Bienen aber besser, auch wenn man dafür z.B. nach Östereich fahren muss ;).

  • ...wenn man dafür z.B. nach Östereich fahren muss ;).

    Trockentraining für Diskussionen mit dem VetA, aber auch ernstgemeinte Frage v.a. an Imker aus der Grenzregion: Benötigt man für Bienentransporte über die deutsche Grenze (bspw. D - AT) TRACES-Papiere? Wie lang ist die Aufbewahrungspflicht dieser Papiere a) beim Im-/Exporteur und b) beim ausstellenden VetA?

  • Trockentraining für Diskussionen mit dem VetA, aber auch ernstgemeinte Frage v.a. an Imker aus der Grenzregion: Benötigt man für Bienentransporte über die deutsche Grenze (bspw. D - AT) TRACES-Papiere? Wie lang ist die Aufbewahrungspflicht dieser Papiere a) beim Im-/Exporteur und b) beim ausstellenden VetA?

    Du benötigst für die Bienen auf jeden Fall ein gültiges deutsches Gesundheitszeugnis. Muss an der Grenze bei den Veterinärbehörden angemeldet werden. Die Behörden haben das Recht, ihre Gesundheitskontrolle selbst durchzuführen. Die Bienen muss an der Grenze bleiben, bis die Veterinärbehörden Genehmigung vorliegt.


    VG Patrick

  • ... und so ein richtig gutes Gefühl habe ich beim Träufeln mit der Zuckerlösung ohnehin nicht (Schädigung der Winterbienen durch orale Aufnahme).

    In ihrer Dissertation aus 2015 kommt Saskia Schneider zum Ergebnis, dass die Schädigung nicht durch orale Aufnahme erfolgt, sondern Zitat: "Der genaue Wirkmechanismus der

    Oxalsäure auf die Biene ist nicht bekannt. Da die gefundenen Effekte auch bei
    der Kombination mit Glycerin auftreten, ist nicht davon auszugehen, dass sie
    über eine Ingestion durch Auflecken der Säure durch die Biene verursacht
    werden, da Bienen Glycerin nicht freiwillig aufnehmen. Somit unterstützen die
    Ergebnisse die Vermutungen von Nozal, dass die Säure durch die Kutikula
    dringt."
    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556

  • Hallo hier aus Berlin,


    ja heute Abend steht auch OX Behandlung an, nach drei Frostnächten Ende Oktober.

    Und ja, ich wähle die Staubform, weil offensichtlich am bienenverträglichsten.

    Ich hoffe dann auf ein zahlreiches Rieseln der Plagegeister.

    Ich kann dann mal berichten..

    LG

  • Meint ihr die paar Frostnächte reichen? Sollten es laut Lehrbuch nicht mehrere Tage Dauerfrost sein? Ich überlege auch noch auf den Dezember und bissl Frost zu pokern oder eben auch jetzt bereits zu behandeln...

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    Grüße aus Rückmarsdorf in Westsachsen

  • Allen Respekt für diese Dissertation. Sie enthält sehr wertvolle Ergebnisse.


    Aber die These von Dr. S. Schneider zur Aufnahme von OX über die Cuticula bzw. die Vermutung in der von ihr erwähnten Studie von Nozal von widerspricht ihren eigenen Beobachtungen.

    Außerdem findet sich bei der v.g. Vermutung ein logischer Widerspruch: Die Tatsache, daß Bienen OX nicht freiwillig aufnehmen, trifft nicht nur auf Glycol-, sondern auch auf Zuckerlösungen zu, wenn sie mit behandlungsüblicher Konzentration (3,5% OX) befrachtet sind. Das hat der Vergrämungseffekt im Fütterungsexperiment von IF Brüning unwiderleglich gezeigt Bericht 1, S. 3 oben):

    http://www.varroamilbe.ch/

    Wenn Bienen aber mit OX-Zucker- bzw. OX-Glycollösungen beträufelt werden, können sie sich nicht anders reinigen als durch gegenseitiges Abschlecken. Die Applikation des Beträufelns zwingt sie somit zur oralen Aufnahme. Man kann das mit bloßen Augen beobachten. Das und die von Dr. Schneider beobachteten Verätzungen des gesamten Verdauungs- und Ausscheidungsapparates der beträufelten Bienen sprechen also eher für eine orale Aufnahme der Träufellösungen. Nichts deutet auf einen Weg durch die Cuticula hin, im Gegenteil: Verätzungen der Cuticla wurden gerade nicht festgestellt.