Zander einzargig, TBE und Wabenhygiene

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    Ihr Lieben,


    was mache ich denn sinnvollerweise mit den leeren Brutwaben, wenn die Brut im Sommer nach der der TBE ausgelaufen ist?


    Die BW sind dann gerade einmal ein halbes Jahr bebrütet und noch quasi neu.


    Irgendwie erscheint mir das nicht sinnvoll und viel zu teuer zu sein, die jetzt einschmelzen. Und für die Wabenhygiene habe ich ja schon im Frühjahr gesorgt, als ich den unteren BR entfernt habe.



    Vielleicht ist ja die Kombination aus Zander einzargig und TBE schlecht.


    Was tun?


    Vielen Dank vorab!


    Axel

  • Moin,

    Hattest du schon mal ordentliche Völker komplett auf einen BR? Also mE sind die deutlich schwärzer, als ungepresste/ungeschiedete Brutwaben. Nach einer Saison können die ruhig weg, nach zweien ganz sicher.

    Man könnte auch bei einer "Teil-TBE" und aussermittigem Flugloch die dunklen Waben an den Rand schieben und den fluglochnahen Bereich mit neuen Waben bestücken.


    Gruß Jörg

  • Die BW sind dann gerade einmal ein halbes Jahr bebrütet und noch quasi neu.

    Wieso sind die bei dir ein halbes Jahr alt? Ich erneuer immer nach der Tbe, also einmal im Jahr.

    Liebe Grüße

    Claudia

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    Wien - Niederösterreich, Bienen seit 2012, derzeit 19 Stöcke

    Zander ganz im BR, Zander flach im HR, Naturwabenbau mit Anfangsstreifen,

  • Wieso sind die bei dir ein halbes Jahr alt? Ich erneuer immer nach der Tbe, also einmal im Jahr.

    Hallo Claudia,


    ich überwintere auf zwei Zargen, Dem 'alten' BR und dem 1. HR. Die obere Zarge (der ehemalige HR) dient anfangs nur als Futterspeicher und das Volk zieht erst im Winter langsam hoch. Richtig bebrütet wird der erst nach der Sonnenwende (soweit ich beurteilen kann).

    im Frühjahr kommt dann die untere Zarge weg (der 'alte' HR) und die obere Zarge (ehemaliger HR) wird zu einzigen BR.

    Von daher sind diese Waben im Sommer zur TBE erst gut ein halbes Jahr bebrütet.

    VG Axel

  • Moin,

    Hattest du schon mal ordentliche Völker komplett auf einen BR? Also mE sind die deutlich schwärzer, als ungepresste/ungeschiedete Brutwaben. Nach einer Saison können die ruhig weg, nach zweien ganz sicher.

    Man könnte auch bei einer "Teil-TBE" und aussermittigem Flugloch die dunklen Waben an den Rand schieben und den fluglochnahen Bereich mit neuen Waben bestücken.


    Gruß Jörg

    Hallo Jörg,


    ich bin nicht sicher, ob ich das mit der "Teil-TBE" richtig verstanden habe. Der Sinn einer TBE liegt m.W. doch darin, dass alle Waben mit Brut entnommen werden (wenn wir mal von einer Fangwabe absehen).

    Dann würde das an den Rand schieben doch nichts nutzen oder?

    VG Axel

  • Hallo, AX_EL !


    Vielleicht kommen Deine Probleme daher, dass Du zwei Betriebsweisen vermischst, wenn ich das richtig verstanden habe. Du könntest Dir überlegen, die Bienen im Frühjahr NICHT in die Honigzarge aufsteigen zu lassen. Hier haben viele schon berichtet, dass sie zwar im Herbst eine Futterzarge auf den Völkern haben, diese dann aber im Oktober UNTER-setzen. Im Frühjahr ist diese leer und noch immer unbebrütet. Du kannst sie entnehmen und weiterhin als Honigraum gebrauchen. Das wird auch Deine Skrupel, die Waben nach einer TBE einzuschmelzen, mindern. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • AX_EL : Es stimmt, bei TBE im Juni/Juli sind die neu errichteten BrW max. 4 Monate bebrütet worden -noch dazu in zurückgehendem Umfang (manche BrW also nur mit 1 - 2 Brutsätzen).

    Zu Schade zum Einschmelzen, denkt der Imker unwillkürlich. Bei sicherem Gesundheitsstatus der Herkunftsvölker sehe ich kein Problem, solche jungen BrW in Ablegern o.ä. einzuhängen, um ihnen die Erweiterung zu erleichtern, wenn die erste Brut schlüpft.

    Manche Imker setzen nach dem Einfüttern den FuR (ehem. HoR) um - also unter den BrR. Die Bienen müssen dann erst das Futter umtragen (um Platz für den fluglochnahen Wintersitz zu gewinnen), schaffen das aber im Winter nicht mehr soweit, daß Wintersitz/Brutnest nach unten zu den noch unbebrüteten ehemalige HoR-Waben wandern könnte. Im Frühjahr entfernen sie den untergesetzten FuR wieder, noch nicht ganz geleerte FuW setzen sie über ASG über das Brutnest und füllen ggf. mit LeerRä/Anfangsstreifen bzw. MW auf. Die leeren FuW werden dann zu Trachtbeginn beim Aufsetzen des HoR wiederverwendet. Eigene Erfahrungen habe ich damit nicht.

  • In der Theorie fand ich das Einfüttern in einen (bei mir nur mit Mittelwänden) bestückten HR gut.

    In der Praxis bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:

    Positiv waren die vielen ausgebauten Rähmchen und der wirklich fette Futtervorrat.

    Dem gegenüber stand die Zargentauschaktion nach dem Einfüttern, wofür ich meine dann brockenschweren Zander-1,5-Kisten durch die Gegend heben musste.

    Zweitens sehen die untergesetzten HR-Waben nach einem Winter unter den Brutwaben nicht mehr unbedingt sooo lecker aus. Sie sind mit dem üblichen Gemüll vollgebröselt, das teilweise in den Zellen hängenbleibt. In schwächer auswinternden Völkern hatte ich auch vereinzelt angeschimmelte Rähmchen durch Feuchtigkeit auf vermüllten Oberträgern oder in angebröselten Zellen.


    Insgesamt stehe ich der Frage immer noch ambivalent gegenüber. Die ausgebauten HR sind schon gut. Die Heberei ist fies und die Bröselei unschön. Dieses Jahr habe ich es gelassen. Mangels Tracht musste ich eh schon so viel füttern, ich hatte dafür keinen Nerv mehr.


    Gruß von Kikibee

  • Hallo zusammen,


    bei der einräumigen Führung im "kleinen" Brutraum ist die eigene Wachsstrecke sehr viel leichter umzusetzen.


    Im Grunde gehe ich immer so vor, dass ich am Ende einer Saison das Wachs aus Drohnenwaben, und stark verpollten Honigwaben nutze, um mir daraus Mittelwände für die neue Saison gießen zu lassen. Das sind immer so etwa 700g "neues" Wachs pro Volk.


    Die TBE führe ich nun normalerweise zweijährig durch, so dass zum einen das "neue" Wachs gut genutzt wird (der Rest geht in halbe Mittelwände oder Anfangsstreifen im Honigraum), andererseits das "alte" Wachs aus eingeschmolzenen Brutwaben in die Kerzenherstellung geht.


    Ich finde das ist ein schöner Kreislauf, der die Verwendung von Eigenwachs verbunden mit einem zweijährigen Kunstschwarm pro Volk sauber in die einräumige Betriebsführung integriert.


    Beste Grüße


    Peter

  • Evtl. wäre Teilen und Behandeln oder eine einräumige Überwinterung dann eher für dich geeignet.
    Einräumig Zander müsste doch im Rheinland funktionieren...

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Dann ergänze ich Frage mal etwas:

    Wenn die Brut im Brutsammler ausgelaufen ist erwische ich (fast) alle Varroen mit OXS, da die Milben dann nur phoretisch leben. Der Bien ist also weitgehend "sauber".

    Wenn ich die BrW nun nicht entnehme, sondern dem Brutling lasse, was wäre schlimm daran? Die BrW sind fast neu, die Milben zum guten Teil vernichtet.

    Der könnte dann mit entweder nachgezogener oder zugesetzter Königin und natürlich eingefüttert in den Winter gehen.

    Was übersehe ich?

    Axel

  • Dann ergänze ich Frage mal etwas:
    ...
    Was übersehe ich?

    Nix - mache ich seit Jahren so. Im Jahr darauf fliegen diese Waben bei der TBE wieder raus und werden als Futterwaben genutzt. Erst nach deren Leerung gehen die in den Schmelzer. So bleiben die Waben i.d.R. 2 Jahre in den Völkern. Hin und wieder wandern die auch nochmal in einen Ableger. Die jungen Kö's lieben solche dunklen Waben. Nach gut 3 Jahren ist dann aber Tausch angesagt...

  • Nach Nase und Bedarf vertut man sich schonmal. Ich habe zwischenzeitlich meine Rähmchen nach Jahresfarben markiert. Sonst bleiben Randwaben schonmal länger in der Kiste, als man glaubt.

    (Seit ich markiere, weiss ich dass ... :whistling: )


    Gruß
    Ludger