• Ein mitdenkender Bauer hätte z.B sagen können, der Boden, der ist unersetzlich, ich mache da nicht mit, wenn die Humusschicht jedes Jahr weniger wird.

    Naja, ganz so einfch ist es nun nicht. Ein Bauer ist in seinem Handeln auch eingeschränkt. Der Ertrag muss am Ende stimmen, sonst ist die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben und der Betrieb irgendwann am Ende. Wir Imker können ja z. B. auch (noch?) nicht auf die Varroabehandlung verzichten. Wir haben ein Sortiment an Methoden aus welchem wir wählen, aber ganz abschaffen lässt es sich nicht. Ähnlich verhält es sich beim Landwirt. Landwirte wissen in der Regel schon recht genau, was sie tun und warum sie es tun. Spritzen werden die wenigsten gerne, denn es kostet Geld und Zeit, von allen anderen Überlegungen mal abgesehen.


    Ich stehe berufsbedingt recht viel mit Landwirten in Kontakt. Natürlich befrage ich diese nicht alle zu den Ertragssteigerungen im Raps durch Bestäubung, aber der Tenor ist stets gleich: Wenn sie Bienen am Feld haben, dann merken sie davon: Nichts. Sollte der Ertrag höher sein, das Abreifen gleichmäßiger, was ich ja auch durchaus glaube da es plausibel ist und entsprechende Studien dazu gibt, dann ist dieser Effekt doch so gering, dass er in der landwirtschaftlichen Praxis nicht spürbar ist. Das mag daran liegen, dass wir hier im Südwesten eine sehr hohe Bienendichte haben und die Felder klein sind. Auf den großen Schlägen im Norden und Osten mag das durchaus anders sein. Aber auf dieser Ebene den Landwirt zu erreichen und zum Verzicht auf andere Maßnahmen zu bewegen wird zumindest hier schwierig. Dabei hat kein Landwirt (mit dem ich bisher sprach) Probleme mit den Bienen an seinen Feldern, im Gegenteil. Auch wenn sie keine spürbaren Effekte erwarteten sind sie den Bienen gegenüber sehr offen.


    Wenn Landwirte wirklich überzeugt werden sollen, dass ab einer bestimmten Anzahl von Bienen/Hektar verschiedene Maßnahmen wegfallen können, dann muss dazu eine belastbarere Datengrundlage her als dies bislang zur Verfügung steht. Wäre eigentlich ein schönes Projekt, welches Bauernverband und DIB gemeinsam angehen könnten. Bestätigen sich @hornets Aussagen, wäre dies ja eine Win-Win-Situation und für alle Seiten begrüßenswert. Unter Beteiligung von DBV und DIB wäre ein solches Ergebnis auch für alle Seiten glaubwürdig.

  • aber der Tenor ist stets gleich: Wenn sie Bienen am Feld haben, dann merken sie davon: Nichts.

    Das können sie auch gar nicht, so lange sie keinen großangelegten Vergleichsversuch parallel laufen haben! Nur durch ernten alleine weiß man ja noch nicht, was im anderen Falle mit/ohne Bienen gewesen wäre.

    Wenn Landwirte wirklich überzeugt werden sollen, dass ab einer bestimmten Anzahl von Bienen/Hektar verschiedene Maßnahmen wegfallen können, dann muss dazu eine belastbarere Datengrundlage her als dies bislang zur Verfügung steht. Wäre eigentlich ein schönes Projekt, welches Bauernverband und DIB gemeinsam angehen könnten. Bestätigen sich @hornets Aussagen, wäre dies ja eine Win-Win-Situation und für alle Seiten begrüßenswert. Unter Beteiligung von DBV und DIB wäre ein solches Ergebnis auch für alle Seiten glaubwürdig.

    Es geradezu typisch für den DBV, immer erst mal alle bestehenden Untersuchungen als unzureichend abzustreiten und nach noch mehr Untersuchungen zu schreien um Zeit zu schinden und bis dahin möglichst nichts zu ändern. Darauf sollte man bei keiner Lobbygruppe hereinfallen, am allerwenigsten bei einer traditionell besonders konservativen wie dem DBV.


    Ich denke, dass für's erste schon viel erreicht werden könnte, wenn man die bestehenden Untersuchungen dazu besser kommunzieren würde - schließlich habe ich das ja auch nur in einschlägigen Beiträgen dazu gelesen und nicht selbst erfunden. Dennoch würde es ganz sicher nicht schaden, diese Untersuchungen nochmal ggf. erweitert und in Kooperation durchzuführen, da gebe ich dir recht.

  • Also kein Unterschied zu den Imkern, die sogar abstreiten das Drohnenschneiden was bringt. Da wird dann wieder auf den Bauer oder Landwirt gezeigt.

    Dabei kenne ich viele die mit ihrem Land möglichst schonend umgehen, weil es für sie die Zukunft ist. Selbst die Verpachten wissen etwas mit Boden(richt)werten anzufangen. So haben hier teilweise Erdbeerbauern mittlerweile Schwierigkeiten pachten zu bekommen.

    Zudem haben sich Imker bei meinem ehemaligen Nachbarn beschwert, dass er keinen Raps mehr anbaut.

    Also sollten einige sich mal Fragen was sie wollen.

    Ist der Raps hier am Niederrhein weg, sehen wir alle Alt aus.

    Eigentlich müssten wir Imker den Landwirten pro Rapsfeld eine Kiste Bier schenken und nicht umgekehrt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Ertragssteigerung durch Bienenbestäubung heißt nicht nur einfach mehr Menge, sondern vor allem auch mehr Korn-Qualität und verlustärmere Ernte.


    Ertragssteigerung setzt sich nämlich aus verschiedenen Faktoren zusammen, z.B. mehr Körner, größere Körner, schnellere und gleichmäßigere Abreifung und einige mehr. Insbesondere die gleichmäßigere Abreifung ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Faktoren.

    Damit ist gemeint, dass pro Rispe/Pflanze mehr Schoten gleichzeitig optimal reif werden als ohne Bestäubung. Dies führt dazu, dass der optimale Dreschzeitpunkt besser zu treffen ist und daher dann beim Drusch deutlich weniger Verlust durch Ausfallkörner der bereits überreifen Schoten unten und gleichzeitig weniger Qualitätminderung durch noch zu grüne Körner im oberen Teil der Rispe entstehen.

    Es geht sicher nicht darum evtl. Ertragssteigerungen Klein zu reden.

    Aber neben den hoffnungslos übertriebenen Zahlen zeigt man auch mit genau solchen Aussagen, dass man überhaupt nicht weiß wovon man redet und nur aufgeschnapptes Halbwissen in die gewünschte Wahrheit reinbastelt.


    Der Bauer weiß ganz sicher dass aktuelle Rapssorten wesentlich platzfestere Schoten haben als früher. Da bringt die gleichmäßigere Abreife eher wenig.

    Den Raps läßt man heute eher stehen, bis z.b. (früh) reifer Weizen geerntet ist, der im Gegensatz zum Raps sonst schnell an Qualität einbüßt, wenn der nicht rechtzeitig ab ist.

    Und dann will der Imker noch erzählen, dass die Gummischoten oben sitzen...


    Die Bestäubung macht besonders in zwei Fällen Sinn:

    1. bei Sonderkulturen, wo bei hohen Umsätzen pro Hektar auch geringe prozentuale Ertrags- und Qualitätssteigerungen eine relativ hohe Summe ergeben.

    Beim Raps wäre das z.b. die (Hybrid)saatgutvermehrung.
    2. wenn die Bestäubung zum minimierenden Faktor wird. Beim Raps mit z.b. seinen riesigen Reserven an Blüten, wovon er ohnehin den allergrößten Teil wieder abwirft, weil er die nie alle durchbringen könnte, sind auch bei sehr „schlechter“ Bestäubung ausreichend Blüten befruchtet.

    Der minimierende Faktor ist da meist die Wasserversorgung. Fehlt das Wasser würden die Körner durch die Bienen auch nur größer, wenn sie Wasser schleppen würden...


    Unter „normalen“ Umständen glaubwürdig (auch wenn aufgrund zu vieler unterschiedlicher Einflußfaktoren kaum in praktisch angelegten Versuchen nachweisbar) sind beim Raps Effekte im UNTEREN einstelligen Prozentbereich.

    Das ist aber auch NICHT wenig!

    Bei z.B. 2 bis 3% wären das pro ha je nach Marktleistung (Prei x Menge) ca. 20 bis 60 €, die fast komplett Ergebnisrelevant sind, da kaum zusätzliche Kosten entstehen.
    Das ist auf entsprechende Flächen nicht nur viel Geld, sondern wettbewerbsentscheidend. Wer das Geld pro ha mehr oder weniger hat, kann auch entsprechend mehr oder weniger Pacht zahlen und hat dann mittelfristig eben noch genug Land um wirtschaftlich arbeiten zu können oder eben nicht.
    Damit sollte und kann man auch argumentieren!

    Nur bitte zieht die Sache nicht mit irgendwelchen aberwitzigen Zahlen und Wunderbienen ins Lächerliche!


    Btw.: Abgesehen davon dass die Blütenspritzung auch eine Versicherungsmaßnahme ist, liegen die langjährigen Effekte auch „nur“ in diesem Bereich. Da kann man durchaus mal eine kleine Gegenrechnung aufstellen. Aber sich hinstellen und zum Ausdruck bringen für was für einen Volltrottel man den Bauern hält, indem man meint den aufklären zu müssen, dass ihn seine Pflanzenschutzmaßnahmen ja auch Geld kosten...

  • :daumen:

    DANKE!

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Nach meiner Hochrechnung hat sich durch die Wärme des Januars und der Prognose für Februar bei gleichen Werten vom Vorjahr, der Blühbeginn vom 16.4.2020 10 Tage nach vorn verlagert.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Mich beschäftigt eine andere Frage:

    Ist es eigentlich möglich oder besser ,ist es den Bienenvölkern zuzumuten, sie in der Rapsblüte, am Tag

    der Blütenspritzung einzusperren ? Immerhin wird ja eine solche Spritzung immer bei gutem Wetter erfolgen. Ich habe das bisher nie in Erwähnung gezogen, habe das aber hier im Forum schon mal gelesen.

    Das zeitweilige Abwandern, nur für diesen Tag oder Zeitraum ist ja nahezu ausgeschlossen, weil es sehr schwierig ist, den genauen Standort jedes einzelnen Volkes wieder zu treffen. Zumindest wenn man eine grössere Anzahl von Völkern im Raps stehen hat.

    Dem gegenüber wäre das tageweise Schliessen der Klappen eine leichte Sache.

  • 2014 hat der Raps bei uns am 2.4. angefangen zu blühen und am 30.03. 2014 waren alle HR drauf. Wäre also nicht zu außergewöhnlich.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • hartmut17


    Du kannst locker ein paar Tage mal die Fluglöcher schliessen.

    Natürlich muss zwingend genügend Futter in der Beute sein.

    Auch ist es sinnvoll nach dem Tag der Spritzung noch die Bienen im Stall zu halten. Die Pyrethroide wirken nach.

    Ach so Bienen ans Rapsfeld stellen und nicht ins Rapsfeld., damit die Damen nicht im Spritznebel stehen.


    Ich glaube nicht an den frühen Rapsblütebeginn, aber warten wir mal ab, was da im Februar noch kommt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • hartmut17


    Du kannst locker ein paar Tage mal die Fluglöcher schliessen.

    Natürlich muss zwingend genügend Futter in der Beute sein.

    Wichtig ist, nach ein paar Tagen beim wiederaufmachen genug feste Plastiksäcke dabei zu haben. Da kann man den Matsch aus Bienen und 'genügend Futter' dann reinschaufeln, sonst gibt das 'ne wahnsinnige Sauerei im Auto!


    Vollgas im Raps und große Völker, alles kurz vor oder schon in Schwarmstimmung, schön warm draußen und Fluglöcher 'ein paar Tage' zu, locker!? Was hast Du geraucht, Ede!? Die verbrausen ganz fix mit etwas Pech.


    Was man machen kann ist abends die Fluglöcher zu, der Landwirt spritzt und schaltet netterweise den Spritzbalken weg in der Nähe der Kisten (unnette Landwirte bekommen im nächsten Jahr keine Bienen mehr!) und man macht am nächsten Vormittag, nachdem Tau und Spritzmittel abgetrocknet sind, die Fluglöcher wieder auf. Aber nicht um 14 Uhr, sondern eher um Zehn.


    Verbrauste Trachtvölker ist das aller-allerletzte, was man als Imkern sehen (und riechen) möchte! Der absolute Horror. Dann lieber geklaut oder vergiftet.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin Bienen Ede,

    du weisst aber schon, wovon Du hier sprichst?

    Ich glaube nämlich nicht.

    Schon einmal verbrauste Völker gesehen?

    Hast Du überhaupt schon einmal Völker gesehen?

    Was du hier schreibst, ist in meinen Augen hoch gefährlich. Gerade Anfänger machen diesen Blödsinn nach, weil stand ja im IF , muss also richtig sein, und dann haben wir wieder die Kacke am dampfen.