• Dazu ist im aktuellen Imker Journal ein Bericht drin.

    Hier wird berichtet, dass die Landwirte, die das mit den Bienen verstanden haben, das Insektizidspritzen sein lassen, dafür mehr Bienen zum Bestäuben kommen lassen und insgesamt mehr Ertrag bei weniger Arbeit und Kapitaleinsatz schaffen.

    Das praktiziere ich hier schon ein paar Jahren mit mehreren Bauern. Anscheinend rechnet es sich für sie und mich freut es.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Hallo,

    Kennt jemand die französische Ausgangsstudie zu diesem Artikel und kann mir einen Hinweis geben, wo ich diese finden kann?


    https://www.topagrar.com/acker…-rapsnektar-11929432.html


    Grüße vom Apidät


    Kennen: Nein !


    Scheint bei ELSEVIER hinter der Bezahlschranke zu sein:

    https://www.sciencedirect.com/…48969719353938?via%3Dihub


    Kennste vielleicht Jemanden bei ner Uni, die da (kostenfrei) Zugriff haben.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Bei uns leider nicht verfügbar:(


    "In der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) ist kein Online-Abonnement für Ihre Bibliothek nachgewieseni.

    Der elektronische Volltext des gesuchten Aufsatzes ist nicht zugänglich , eventuell aber der Abstract"

  • Hier im Ort gibt es wieder 5-6 Rapsfelder. Die sehen auch alle gut aus.


    Das heisst für mich, dass zu den 6 örtlichen Imkern mindestens 20 zur Rapsblüte dazu kommen.

    Da kann es Landwirten wurscht oder Scheiss egal sein, denn es Prügeln sich ja genügend Imker um einen Standplatz am Raps.

    Das der Raps mehr Ertrag bringt war für mich eigentlich immer klar.

    Wenn zum richtigen Zeitpunkt gegen den Rapsglanzkäfer gespritzt wird, hat das so gut wie keinen Einfluss auf die Bienen. Wenn in der Vollblüte gespritzt wird, ist der Bauer ein ..... Da bringt es eh nichts mehr.

    Ich hoffe nur, dass Wetter zur Rapsblüte dieses Jahr mitspielt.

    Mein letzter Eimer Rapshonig ist abgefüllt.

  • Versuch du doch mal einem Landwirt zu erklären, das er mit Vollbestäubung 20 oder 30% mehr Ertrag hat. DAS glaubt dir doch keiner.

    Sachliche Diskussionen dazu scheitern an den völlig überzogenen und pauschalen Behauptungen zu den Ertragssteigerungen.


    Wenn das Wetter passt liegt ein intensiv geführter Raps auf brauchbaren Böden garnicht so viel unter dem Weltrekord, wie die Bienen angeblich noch rausholen würden...

  • Hab's kurz überflogen, Kurzversion:
    - Neonics sind noch immer auf en Felern

    - werden eingetragen durch Staub von behandelten Feldern mit zb. Mais oder Winter Getreide

    - die Mengen waren ausreichend um bei 10 Tagen sammeln auf einem solchen Fel eine >50% Sterblichkeit bei Arbeiter Bienen hervor zu rufen

    - Konzentrationen steigen nach Regenfällen, also wenn Bienen besoners viel sammel


    Die Forscher treffen KEINE Aussage über die Folgen des Neonics Freiland Verbot seit Dezember 2018 weil das nicht im Untersuchungszeitraum liegt, haben aber Bedenken das es auch aus Treibhäusern in die Umwelt gelangt.


    ps: schrecklich zu lesen weil Alles mit nem Wasserzeichen markiert ist as es sich um eine Vorabversion handelt

    Imker seit 2017, Status: Vollblut-Anfänger ;)

  • Sachliche Diskussionen dazu scheitern an den völlig überzogenen und pauschalen Behauptungen zu den Ertragssteigerungen.


    Pauschal geht nix, das stimmt. Trotzdem ist die Ertragssteigerung in diesen Größenordnungen im Schnitt real, aber eben nicht so einfach pauschal zu benennen.


    Ertragssteigerung durch Bienenbestäubung heißt nicht nur einfach mehr Menge, sondern vor allem auch mehr Korn-Qualität und verlustärmere Ernte.


    Ertragssteigerung setzt sich nämlich aus verschiedenen Faktoren zusammen, z.B. mehr Körner, größere Körner, schnellere und gleichmäßigere Abreifung und einige mehr. Insbesondere die gleichmäßigere Abreifung ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Faktoren.

    Damit ist gemeint, dass pro Rispe/Pflanze mehr Schoten gleichzeitig optimal reif werden als ohne Bestäubung. Dies führt dazu, dass der optimale Dreschzeitpunkt besser zu treffen ist und daher dann beim Drusch deutlich weniger Verlust durch Ausfallkörner der bereits überreifen Schoten unten und gleichzeitig weniger Qualitätminderung durch noch zu grüne Körner im oberen Teil der Rispe entstehen.


    Diese und noch einige andere Effekte sind beim Raps genauso längst nachgewiesen und ausgezählt worden, wie bei den anderen Kulturen, die von Bestäubung profitieren, z.B, Erdbeeren und Äpfel, die ebenfalls ohne Bienen auch Früchte bringen, nur halt deutlich weniger und schlechtere.


    Dieser Mehrwert ist real und jeder Imker sollte das wissen und auch so kommunizieren.

    Er sollte aber umgekehrt auch nicht verschweigen, dass Felder, die nicht gespritzt werden, um die Bestäubervölker zu schonen, deswegen auch einen Minderertrag erleiden. Ob und wieweit sich diese Effekte ausgleichen oder überkompensieren, ist eine Einzelfallsituation und kann unterschiedlich ausfallen.


    Dazu kommen aber auch die erheblichen Kosten, die durch die Spritzung anfallen und die ggf. eingspart werden (Diesel, Spritzmittel, Maschineneinsatz, Arbeitszeit).

    In der Mehrzahl der Fälle dürfte in der Summe mindestens ein Ausgleich, oft aber eben ein Überschuss herauskommen. Die eingesparte Arbeitszeit und nicht nicht geschehen Umweltverschmutzung bleiben aber auf jeden Fall.


    Ich finde, das sind schon einige Punkte, über die man sowohl als Bauer, als auch als Gesellschaft lieber einmal mehr als einmal zu wenig nachdenken sollte.


    Genau wie auch gegenwärtig die Australier erst jetzt in einer Paniksituation anfangen darüber nachzudenken, ob es nicht doch ein Fehler ist, auf immer noch mehr Kohle zu setzen.

    Reicht unser "sapiens" in homo sapiens wirklich nur so weit, dass immer erst mit Notprogrammen in letzter Sekunde umgesteuert wird?

  • Sachliche Diskussionen dazu scheitern an....



    Genau wie auch gegenwärtig die Australier erst jetzt in einer Paniksituation anfangen darüber nachzudenken, ob es nicht doch ein Fehler ist, auf immer noch mehr Kohle zu setzen.

    Reicht unser "sapiens" in homo sapiens wirklich nur so weit, dass immer erst mit Notprogrammen in letzter Sekunde umgesteuert wird?

    Tja, da ist der Sapiens Australia's dann allemal weiter wie der Sapiens Germanis..


    Der die, erst einmal CO2 neutrale Atomkraft gegen die, erheblich schlechtere Braunkohle tauscht.

    In Australien ist es immerhin Steinkohle...


    Aber, unter der Hand macht sich sowieso halb Europa über den verlogenen Grünen Aktivismus der deutschen Regierung lustig.

    Für die Herstellung eines Liters Adblue bedarf es ca. 1 kg Erdgas.


    Mal sehen, ob es diesmal rechtzeitig ist, oder eher schon zu spät.

    Ich vermute zweiteres, Insbesonders wenn in Amerika eine Wiederwahl erfolgt, sind bis zu einer größeren Änderung rasch 10 Jahre vorbei.


    Ist ein wenig aus dem Thema gerissen, ich weiss, Sorry.

    Nur meine Kinder und Enkel dürfen ausbaden, bei welchen ich mich nicht Entschuldigen "müssen möchte", betreffend einer Untätigkeit.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Ich finde, das sind schon einige Punkte, über die man sowohl als Bauer, als auch als Gesellschaft lieber einmal mehr als einmal zu wenig nachdenken sollte.


    Tatsächlich ist es glaub ich vor allem die Gesellschaft die sich Gedanken machen sollte. Als Bauer hat man ja kaum eine Wahl, denn man muss ja Nahrungsmittel zu Schleuderpreisen produziere. a bleibt halt wenig Luft für Blühstreifen und "Ausfallrisiken" durch weniger Dünger/Pestizide/Insektizide.

    Ich denke den wenigsten Bauern ist das Thema Umwelt egal.

    Imker seit 2017, Status: Vollblut-Anfänger ;)

  • Tatsächlich ist es glaub ich vor allem die Gesellschaft die sich Gedanken machen sollte. Als Bauer hat man ja kaum eine Wahl, denn man muss ja Nahrungsmittel zu Schleuderpreisen produziere. a bleibt halt wenig Luft für Blühstreifen und "Ausfallrisiken" durch weniger Dünger/Pestizide/Insektizide.

    Ich denke den wenigsten Bauern ist das Thema Umwelt egal.

    BreadOnToast

    Alles richtig. Die Gesellschaft auf jeden Fall. Aber doch, AUCH die Bauern, weil sie mal selber ausrechnen/probieren sollten, wie herum sie langfristig tatsächlich finanziell und nachhaltig besser fahren. Wenn herauskommt, dass ohne Spritzen aber mit Bestäubung unter dem Strich genau so viel oder mehr rauskommt, wäre doch ein "weiter so, wie wir es halt schon immer gemacht haben" nicht besonders "sapiens", oder?


    Langfristig bedeutet z.B. auch, dass Pestizide sich im Boden, also dem ureigenen Kapital des Bauern anreichern und ihn so womöglich langfristig entwerten - das ist AUCH ein Verlust, der (vom Bauern als Eigentümer!) bedacht werden muss!


    Und gerade heute hat doch der Bauernpräsident verlangt, dass der Humusaufbau gefördert werden solle....super, erst haben sie jahrzentelang den Humusabbau gefördert bekommen und dann soll mühsam wieder das Gegenteil gemacht werden?!? Zahlt ja der Steuerzahler! Das sind klare Fehlentwicklungen, die man theoretisch schon damals hätte vermeiden können.


    Ein mitdenkender Bauer hätte z.B sagen können, der Boden, der ist unersetzlich, ich mache da nicht mit, wenn die Humusschicht jedes Jahr weniger wird. Und die Gesellschaft hätte natürlich ebenfalls umschalten müssen, sobald man erkannt hatte, was man dem Boden da momentan antut, denn klar ist, die Erkenntnis des Humusraubbaus musste ja auch erst wachsen.

    Die Erkenntnis der Schädlichkeit von Pestiziden ist aber schon da, sie wächst aber auch weiterhin immer weiter. Tun könnte man schon heute was, wenn man denn wollte.


    Hätte, wäre, Fahrradkette - das war die Vergangenheit, machen kann man aber nur was an der Zukunft, also wäre es beim Thema des Fadens auch eine Option, jetzt mal darüber nachzudenken, ob Bestäuben lassen ohne Pesitzide unter dem Strich nicht wirklich günstiger ist, als Spritzen und Bestäuber-Imker vergrämen.


    Anlass dazu bietet das Kleinreden der Ertragssteigerungen durch Bestäubung in #50, mehr will ich gar nicht erreichen.