• Beides stimmt nur, wenn man 0,3 Gramm mehr Dosiert ist das bereits eine 10% Überdosierung.

    Der Imker braucht bei 500 g eine geeichte Waage.

    Ist diese bei... 3 g auch vorgeschrieben?

    Abgesehen von 1 g, was einen Überdosierung von 1/3 wäre.

    Womit mir klarer wird, woran die Bienenschäden liegen werden.

    Warum sich das Herumtreiben in Foren wieder einmal als nützlich betreffend der Allgemeinbildung ausgezahlt hat.

    0,3 g.... das sind die Reste an einem Messbecher welche man abspült.....

    Die Dosierung ist also. 0,00003 mg pro Liter.

    Tja, Laborwaagen wird kein Landwirt verwenden.

    Für mich ein Ansatzpunkt in der Anwenderkontrolle.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Bei uns im Dorf und eigentlich auch in der Region kenne ich keinen einzigen Bauern, der seinen Raps unterm Tag spritzt. Die warten alle bis der Bienenflug vorbei ist bzw fangen erst kurz nach 20:00 Uhr abends an zu spritzen. Freilich fliegen da noch einige Bienen rum, aber der größte Teil ist schon zu Hause.

    Die Aussage von Frank kann ich für unsre Region rund ums Walberla (südl. Oberfranken) voll bestätigen auch für andere Kulturen wie Süßkirschen oder Erdbeeren. Die Schläge sind für auswärtige Verhältnisse seeehr klein (meist nicht mehr als 1ha!), 80% sind Nebenerwerbslandwirte in xter Generation. Da wird auch bei der Spritzerei mit sehr viel Augenmaß und (Heimat)gefühl agiert. Die meisten Schnapsbrenner pflegen ihre Streuobstwiesen sehr defensiv.

    Mal für diejenigen, die sich mit Spritzmittel nicht auskennen, bzw wie viel davon verwendet wird, in den einem Fall (Käfer) kommen auf 10.000 Liter Wasser 3 Gramm Pulver.

    Und da sehe ich für unsre regional kleinteilige Landwirtschaft wirklich ein Problem. Was meint ihr denn, wieviele 100 Liter Spritzmittel für so einen ha nötig sind und wieviel Milligramm Pulver dann da rein müssen, damit das Verhältnis passt?

    Wäre doch eigentlich keine große Sache, den Wirkstoff für Kleinbetriebe von vornherein schon auf eine handhabbare Zugabemenge zu "strecken".:/

  • Warum sich das Herumtreiben in Foren wieder einmal als nützlich betreffend der Allgemeinbildung ausgezahlt hat.

    Hier geht aber jetzt so manches durcheinander. Zeit, das kurz klar zu stellen, bevor die Allgemeinbildung unter der Forennutzung leidet.


    Die Wirksamkeit von Substanzen lässt sich nicht pauschal in Mengen ausdrücken. Es gibt Substanzen, die sind bereits in geringsten Dosen hochwirksam (wenige Gramm je Hektar), andere hingegen erst in massiver Dosierung, bis hin zu hunderten Kilo je Hektar. Ein Pflanzenschutzmittel enthält nun aber in aller Regel nicht nur den reinen Wirkstoff, sondern eine Reihe weiterer Zutaten. Wenn zum Beispiel Glyphosat gespritzt wird, dann kippt der Landwirt kein pures Glyphosat in den Tank, sondern RoundUp. Oder ein vergleiches Produkt. Darin sind nebem den eigentlichen Wirkstoff (~45%) auch weitere Stoffe wie Tenside, Formulierungshilfen ( etwa, damit es sich im Tank im Wasser gut löst) und auch Wasser enthalten.


    Genau das gleiche trifft mit maximaler Wahrscheinlichkeit auch die 3 g zu, die der Kollege einige Beiträge zuvor genannt hat. Es kann durchaus sein, dass ein Stoff so toxisch ist, dass nur wenige Gramm Aktivsubstanz auf eine Tonne Wasser kommen. Eingewogen wird aber nicht die reine Aktivsubstanz, sondern eben die Formulierung, das Endprodukt. Und dann nicht 3 g auf 10.000 Liter sondern eher 300 g Formulierung auf 1000 L Wasser, die dann die 3 (oder 0,3) g Aktivsubstanz enthalten. Kein Landwirt steht mit der Feinwaage an der Spritze. Das ist übrigens auch den Zulassungsbehörden bewusst.


    Mit gesundem Menschenverstand kommt man längst nicht mehr überall weiter, aber oft hilft er dann doch. Wenn etwas komisch erscheint, dann lohnt es sich hier einmal kurz eine Minute Google zu bemühen um das zu überprüfen. Nicht immer, aber zumeist zeigt sich dann, dass es am Ende doch nicht ganz so ist wie es im Ersten Moment scheint. Das greift auch hier.


    Landwirte sind kaum pauschal die Bösen, so gut wie alle mit denen ich Kontakt hatte und habe sind bemüht, möglichst wenig PSM einzusetzen. Das hat zwei Gründe: Niemand will mehr Gift ausbringen als nötig (sicher, das Maß des Nötigen mag dabei durchaus abweichend beurteilt werden). Dazu sind Pflanzenschutzmittel teuer. Die Anwendung kostet manchmal Hunderte €/Hektar, insbesondere bei neuen Mitteln, welche die Kosten ihrer Entwicklung und Zulassung erstmal wieder einspielen müssen. Dosiert der Landwirt über, steigen auch seine Kosten überproportional ohne das hier ein klarer Wirksamkeitsvorteil gegeben ist. Auch Landwirte haben Stacheldraht in der Tasche, da sind wir nicht die Einzigen.

  • Warum sich das Herumtreiben in Foren wieder einmal als nützlich betreffend der Allgemeinbildung ausgezahlt hat.


    Genau das gleiche trifft mit maximaler Wahrscheinlichkeit auch die 3 g zu, die der Kollege einige Beiträge zuvor genannt hat. Es kann durchaus sein, dass ein Stoff so toxisch ist, dass nur wenige Gramm Aktivsubstanz auf eine Tonne Wasser kommen. Eingewogen wird aber nicht die reine Aktivsubstanz, sondern eben die Formulierung, das Endprodukt. Und dann nicht 3 g auf 10.000 Liter sondern eher 300 g Formulierung auf 1000 L Wasser, die dann die 3 (oder 0,3) g Aktivsubstanz enthalten. Kein Landwirt steht mit der Feinwaage an der Spritze. Das ist übrigens auch den Zulassungsbehörden bewusst.

    Hast du Super erklärt, ich wollte das nicht so ausführlich schreiben, da dass ja tief in die Materie eingeht und eigentlich noch komplizierter ist. Was ich eigentlich damit sagen wollte ist, wie extrem Stark solche Mittel eigentlich wirken und im Falle einer fehlerhaften Anwendung für Schaden entstehen kann.


    Bei uns im Dorf und eigentlich auch in der Region kenne ich keinen einzigen Bauern, der seinen Raps unterm Tag spritzt. Die warten alle bis der Bienenflug vorbei ist bzw fangen erst kurz nach 20:00 Uhr abends an zu spritzen. Freilich fliegen da noch einige Bienen rum, aber der größte Teil ist schon zu Hause.

    Die Aussage von Frank kann ich für unsre Region rund ums Walberla (südl. Oberfranken) voll bestätigen auch für andere Kulturen wie Süßkirschen oder Erdbeeren. Die Schläge sind für auswärtige Verhältnisse seeehr klein (meist nicht mehr als 1ha!), 80% sind Nebenerwerbslandwirte in xter Generation. Da wird auch bei der Spritzerei mit sehr viel Augenmaß und (Heimat)gefühl agiert. Die meisten Schnapsbrenner pflegen ihre Streuobstwiesen sehr defensiv.

    Mal für diejenigen, die sich mit Spritzmittel nicht auskennen, bzw wie viel davon verwendet wird, in den einem Fall (Käfer) kommen auf 10.000 Liter Wasser 3 Gramm Pulver.

    Und da sehe ich für unsre regional kleinteilige Landwirtschaft wirklich ein Problem. Was meint ihr denn, wieviele 100 Liter Spritzmittel für so einen ha nötig sind und wieviel Milligramm Pulver dann da rein müssen, damit das Verhältnis passt?

    Wäre doch eigentlich keine große Sache, den Wirkstoff für Kleinbetriebe von vornherein schon auf eine handhabbare Zugabemenge zu "strecken".:/

    Du scheinst in der nähe von mir zu wohnen, bin keine 6km vom Walberla entfernt :-) nähe Maigisch :-)

  • Eigentlich müssten wir Imker einmal ein großes Rapsfeld mit Bienen zur Vollbestäubung mit Bienen ausstatten

    Und ein vergleichbares Feld von Bienen abschotten.


    Und dann am Ende die Erträge vergleichen. Damit der Mehrertrag durch Bienenflug wieder mehr in die Köpfe der Landwirte rückt.

    Die Meisten sagen doch, Mit oder ohne Bienen, ist doch Wurst, Der Raps wird trotzdem reif.


    Versuch du doch mal einem Landwirt zu erklären, das er mit Vollbestäubung 20 oder 30% mehr Ertrag hat. DAS glaubt dir doch keiner.


    Und dann ist der Erfolg bei der Bestäubung durch Bienen und der Ertrag für den Imker ja auch noch von der Sorte abhängig

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Da gibt es schon Studien darüber, weis bloß nicht zur Zeit wo es steht, ich glaube "Imkerliches Fachwissen" noch aus DDR-Zeiten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Schätze, dass ist auch eine regionale Geschichte. Hier im Südwesten ist die Landschaft sehr kleinteilig, die Bienendichte sehr hoch. Die Landwirte mit denen ich gesprochen habe berichten, dass sie keinen wirklichen Mehrertag durch Bienen am Feld hätten. Das ist natürlich subjektiv und nicht wissenschaftlich gemessen, aber die Bestäuberdichte scheint hier so hoch zu sein, dass zusätzliche Bienen zumindest keinen fühlbaren Mehrertrag bringen.


    Das mag in den ausgeräumten Landschaften und riesigen Schlägen im Norden und Osten natürlich ganz anders aussehen.

  • Ich höre immer wieder das das Raps sortenabhängig immer weniger honigt, stimmt das und gibt es aktuelle Untersuchungen zur Nektarproduktion der verschiedenen Sorten?

    Hier in der Westschweiz sind die Rapserträge in den letzten 2 Jahren extrem niedrig gewesen, allerdings was das Wetter zu warm und trocken.

    Gruss, Jan

  • Hier mal etwas das ich gefunden hab.

    Quelle Rapool.de


    Zitat:

    Bienen können folglich sehr wohl die Befruchtung und die Homogenität der Abblüte fördern ohne jedoch einen großflächig ertragsrelevanten Einfluss zu haben. Dies schließt nicht aus, dass auf kleinen Flächen mit einer hohen Anzahl von Bienenvölkern/ha sehr wohl auch Mehrerträge möglich sind.

    Zitat Ende


    Was glaubt nun der Rapsanbauende Landwird?

    Bienen sind nicht schlecht, bringen Ertragsmäßig aber nix. Warum sollte jetzt ein Landwird das Risiko von Regressansprüchen eingehen? Wenn er Bienenvölker an seinem Feld aufstellen lässt?

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo Werner Egger ,


    JCD bezieht sich wahrscheinlich (bei vor 8 Jahren als 2011) auf eine der vielen Publikationen im Rahmen von Mandel´s Bestäubungshandbuch.


    Auf Seite 156 ff. ist dort u.a. zur Rapsbestäubung folgendes zu finden:


    Zusammenfassend kann folgendes festgehalten werden:

    ... An drei Versuchsfeldern konnte nachgewiesen werden, dass der Mehrertrag, der durch die Bestäubungsleistung der Honigbiene zustande kommt, ca. 100g/m² oder umgerechnet ca. 1000kg/ha beträgt. ...


    Der Link hat sich da geändert:

    Bestäubungshandbuch Mandel/Sukop


    Haben wir hier schon damals einiges zu diskutiert ....


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.