Waben-Ausbau im HR effektiv gestalten

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    Moin,

    bisher habe ich grundsätzlich auf meine DN1,5 Beuten früh im Jahr (Weidenblüte) einen ausgebauten DN0,5 HR gepackt, damit die Bienen die anfallende Tracht schnell und effektiv einlagern können.

    Geht ja hierbei auch um Futter für trachtarme Zeiten, wenn das Wetter im Frühjahr noch mal schlechter wird, etc.

    Diesen virtuellen Brutraum fasse ich nur selten an, da er als Reserve für das Volk dienen soll.

    Einen Teil meiner Leerwaben schmelze ich ein, wenn die Rähmchen und/oder die Wabe kaputt ist, die Wabe z.B. durch Wachsmotte oder andere Tiere befallen ist oder mir die Wabe aus anderen Gründen nicht mehr gefällt.

    Mit neuen MW bestückte Rähmchen bringe ich meist erst im 2. oder 3. (halben) Honigraum mit ins Volk, dann fast immer im Wechsel mit Leerwaben (wenn möglich):

    LW - LW - MW - MW - LW - MW - LW - MW - MW - LW - LW

    So kann ich auf 6 LW 5 MW ausbauen lassen.

    Oft erlebe ich aber, dass die MW nur schlecht ausgebaut werden, wenn überhaupt. Manchmal werde die gerade mal etwas ausgezogen oder ausgezogen aber nicht befüllt.

    Gut, hängt natürlich auch von Volksstärke und Tracht ab. Aber gerade wenn die Volksstärke stimmt und die Tracht so richtig losgeht (vor allem im Frühjahr zur Rapsblüte), dann hätte ich natürlich am liebsten nur ausgebaute Leerwaben, die direkt gefüllt werden können.

    Wie sollte ich da also am besten Taktisch vorgehen?

    Oder anders gefragt: Wie geht ihr hier vor? Wann gebt ihr MW? Früh im Jahr? Später?

    Wann werden MW am besten ausgebaut? Soweit ich weiß am liebsten früh im Jahr. Sollte man dann den ersten HR (als virtuellen Brutraum) schon mit Leerwaben bestückt geben? Oder aus den oben genannten Gründen (möglichst schnell viel Futter einlagern können) nicht?

    Macht es ggf. Sinn, wenn ein HR mit LW bestückt schon soweit gefüllt ist, dass man den nächsten HR geben kann, dass man die beiden HR mit gefüllten LW und MW mischt, so dass sich in beiden Zargen sowohl gefüllte Rähmchen als auch Rähmchen mit MW befinden? Bauen die Bienen dann effektiver aus?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Erster HR ausgebaute Waben, danach ~drei ausgebaute in die Mitte, Rest MW, bei 'normaler' Volltracht nur MW, bei Sinnflut (Akazie z.B.) einen HR ausgebaute, einen mit MW gleichzeitig.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das interessiert mich auch brennend! :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Kommt drauf an, wenn das Brutnest absäuft, stell ich eine Kiste mit ausgebauten Waben direkt auf den Brutraum. Vermutlich isses egal.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Kommt drauf an, wenn das Brutnest absäuft, stell ich eine Kiste mit ausgebauten Waben direkt auf den Brutraum. Vermutlich isses egal.

    Moin,


    ja, ich denke auch, dass man das von der Situation abhängig flexibel entscheiden muss.

    Wichtig finde: Nicht wechselweise Ausgebaute/MW, sondern besser im Block! Sonst werden die Ausgebauten extradick und die MW zu dünn.


    Gruß Jörg

  • Erster HR ausgebaute Waben, danach ~drei ausgebaute in die Mitte, Rest MW.......

    Ok, so bekomme ich natürlich schneller meine Waben ausgebaut, da ich auf 11 Rähmchen nur 3 LW brauche. Super, danke!

    .........................bei Sinnflut (Akazie z.B.) einen HR ausgebaute, einen mit MW gleichzeitig.

    Reihenfolge egal? Vom Gefühl her hätte erst die MW und darüber die ausgebauten Waben gesetzt


    ok, andere waren da schneller;-))

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Spielt auch eine Rolle, ob die Bienen lieber brutnestnah - oder fern einlagern.

    Wenn du dir viel Arbeit machen möchtest, kannst du die MW auch zwischen schon verdeckelte Waben hängen.

    Aber wenn Volkstärke und Tracht stimmt, bauen sie schon aus was gebraucht wird.

    Deshalb wie Ralf und Jörg schon schreibt, 3 LW in die Mitte und Rest MW.

  • Moin Andreas, ich bevorzuge bei meinen 10er DD HR an der Zargenwand LW, weil MW oft schlechter/unzureichend über die Saison ausgebaut werden. Oft wird dann lieber in der nächsten Zarge in der Mitte eingelagert und ausgebaut.

    L M M M L L M M M L

    bzw in den vorletzten Rähmchen keine MW sondern nur Anfangstreifen.

    L A M M L L M M A L

    zur Erhöhung meines Eigenwachsanteils.

    Je mehr HR ich gebe, um so größer ist der Block der Anfangsstreifen.

    Damit erhoffe ich mir für "alle Trachtlagen" gerüstet zu sein. Im zeitigen Frühjahr stehen 4 LW für ca 10kg (Endprodukt) zur Verfügung. Bauplatz für schnellen Bedarf und Bauplatz für den allmählichen Bedarf steht zur Verfügung.

    Meistens mache ich es so, wenn das letzte Rähmchen mit Anfangsstreifen begonnen wird auszubauen, packe ich ein weiteren HR rauf. Siehe dazu auch noch die Randbedingungen von @rases Posting.


    Ich plane keine MW mehr zu benutzen, wenn alle HR fast vollständig ausgebaut sind und schmelze erst HR-Rähmchen ein, wenn ich keine Rähmchen mehr insgesamt auszubauen habe. Dann werden zuerst die Rähmchen aus ehemaligen MW oder Rähmchen mit Polleneinlagerungen genommen.

    Sofern ich HR-Rähmchen mit Pollen überwintert habe, kommen die bervorzugt in den 1. HR über dem BR.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Zudem ist es oft hilfreich, wenn man die Honigräume dreht. Solange nicht unter allen Bereichen auch belegte Brutwaben sind, bauen sie sonst lieber nur den Teil aus, der über der Brut liegt (selbst im Honigraum eine Etage höher). Den Honigraum dann einmal drehen sorgt für gleichmäßigeren Ausbau und Befüllung.


    Bei genug Tracht und Volksstärke bauen Bienen sogar mit Anfangsstreifen, wenn man sie vorher mit einem ausgebauten Honigraum zur richtigen Staplung gebracht hat. Ohne mittige Rähmchen mit Mittelwänden als Aufstiegshilfe und zur Orientierung nehmen sie das aber schlechter an und bauen die Waben auch mal quer.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Moin,

    danke euch erst einmal!

    Das mit dem Drehen der HR machen ich auch schon oft genug.

    Aber wie gesagt hatte ich oft das Gefühl, dass, wenn ich mit den HR angerückt bin, in denen MW in den Rähmchen steckten, dass die Bienen die MW ignoriert haben.

    Ich glaube mittlerweile allerdings, dass ich da oft einfach schon zu spät dran war. der 3. HR mit MW bestückt war dann einfach nicht mehr attraktiv genug.

    Ich werde im kommenden Jahr beim Aufsetzen des 2. HR gleich möglichst viele Rähmchen mit MW einsetzen.

    Ich werde berichten, ob das dann geklappt hat;-)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Wenn man keinen Sortenhonig ernten will, kann man die Bienen beim Transport und Einlagern unterstützen. Ein Berufsimker fand meine Methode wegen der Vermischung nicht so prickelnd, wie er sich ausdrückte.

    Aber, ist das Wetter nicht zu schlecht gehe ich jede Woche rein und sortiere alles schwere nach oben. Bei mehreren HR natürlich. MW gehen bei mir auch in den zweizargigen BR und da ich auch junge, bebrütete (gewesene) Waben schleudere und die Bienen im BR super bauen, ist Wabenumtrieb bei mir kein Problem. Sind die MW im BR verdeckelt mit Brut oder verhonigt, kommen sie in die HR. Demaree-Plan führe ich bei Bedarf noch zusätzlich aus. Vorausgesetzt natürlich das es honigt! :)

  • Ich machs so, so früh wie möglich ne Zarge MW auf den Brutraum rauf (meist mitte März) Die ist dann wenn die Weide gut läuft und es Warm genug ist Anfang Mai ausgebaut, dann gibt es ne neue Zarge Mittelwände, ist das Jahr nicht so gut, gibts ne Zarge Leerwaben (also wenn die Völker im Raps angekommen sind). Dann gibts die zweite Zarge Mittelwände meist 14 Tage später.


    Mittelwände immer Zargenweise im HR geben, zumindest aber Blockweise (wenn man denn so will), das Abwechselnde geben führt ganz schnell zu unterschiedlichem Ausbau der Waben, dann hat man gerne mal Dickwaben und dünnwaben gemischt. Ne einzelne Mittelwand mal reingeben , sollte man auch nur bei wirklich starken Völkern machen, solange es noch Tracht gibt.


    Wie ich dringend ausgebaute Waben brauchte, habe ich sogar n paar Völkern (Einzarger) nachm Raps wenn man 3 Zargen Raum braucht um die Bienen unterzubringen, zwei Zargen Mittelwände gegeben und ne Futterzarge mit 0.7: 1. Da kannste dann nach zwei Tagen nachfüttern und zwei Tage später min 1 Zarge Mittelwände tauschen, das geht für etwa 3 Zargen gut, dann lässt der Bautrieb meist nach. (Dann hat man aber super Brutwaben um sie Völker in Ableger aufzulösen, mit Honig wars das dann).