Winterbehandlung

  • Moin zusammen,


    am Bodensee war der erste Frost in der Nacht zum Samstag 09.11.

    Somit wird die Winterbehandlung für den 07.12. geplant.

    Wie sieht es bei euch aus?


    Grüße vom See

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Hier war vor zwei, drei Wochen der ersten Frost.

    Ich habe in zwei Völkern Temperaturfühler. Bei einem ist die BN-Temperatur merklich abgesunken, beim anderen bleibt sie ziemlich konstant auf 28-31 Grad, ein Ende nicht in Sicht.


    Ich schließe daraus, dass diese 3-Wochen-nach-Frost Regel noch von irgendwelchen anderen Parametern abhängig sein muss, die man dazu noch berücksichtigen müsste.


    Im Moment warte ich noch ab, und entscheide dann spontan - wenn auch bei der genannten Kiste mal die BN Temperatur sinken sollte, dann würde ich die Behandlung planen.

  • Hier war vor zwei, drei Wochen der ersten Frost.

    Ich habe in zwei Völkern Temperaturfühler. Bei einem ist die BN-Temperatur merklich abgesunken, beim anderen bleibt sie ziemlich konstant auf 28-31 Grad, ein Ende nicht in Sicht.


    Ich schließe daraus, dass diese 3-Wochen-nach-Frost Regel noch von irgendwelchen anderen Parametern abhängig sein muss, die man dazu noch berücksichtigen müsste.

    Prüf doch mal den Milbenbefall der beiden Völker. Mich würde interessieren, ob du die Theorie, dass die Bienen gegen den Brutverlust durch Varroa anbrüten, an diesen Beispielvölkern bestätigen kannst.


    Gruß
    Ludger

  • gehen die restlichen wieder in Brut und du hast nichts gewonnen?

    Tja, doch, da mache ich mir schon Gedanken. Aber der Winter hat ja nicht mal angefangen.

    Finde ich gerade schwierig. Es war einfacher, als ich nichts gemessen habe. Da habe ich mich einfach auf die Empfehlungen verlassen und mich danach gerichtet. Da hätte ich dann Ende November behandelt.


    Prüf doch mal den Milbenbefall der beiden Völker.

    Aber wie messe ich richtig? Wenn Brut vorhanden, dann sind auch viele Milben warm und kuschelig in den Zellen und fallen nicht, wenn ohne Brut, sind alle Milben exponiert und fallen eher mal (so im letzten Januar beobachtet). Was würden mir also die Werte sagen?

    Ich möchte jetzt keinen phoretischen Befall messen und die Kisten aufhebeln.


    Das waren aber zwei VarroMed Völker, sprich: Ich habe die im August/September sehr engmaschig ausgezählt. Da war das brütende Volk eher eines mit weniger Milben und das vermeintlich brutlose (weil kühlere) Volk ein eher stärker belastetes Volk.

    Ich sollte auch dazu sagen, dass das brütende Volk ein reines Brutmonster ist - von Anfang an. Die haben auch den letzten Winter vermeintlich durchgemacht.


    Was aber sein könnte, jetzt wo ich drüber nachdenke: Das Brutmonster hat noch ein UltraBee Pollenpattie drauf, wenn ich mich nicht irre. Vielleicht liegts ja daran... Neben Futter ist auch Eiweiß reichlich vorhanden. Das wäre natürlich doof (aber auch interessant).

  • rall0r ich hatte gelesen, ein Option ist es, wenn nur ganz wenig Brut: einfach Zelldeckel öffnen und träufeln wie gewöhnlich. Dann hast du alles gleichzeitig erledigt und der Behandlungserfolg ist bei allen gleich.

  • Hier war vom 1-3.11. der erste Bodenfrost. Theoretische Behandlung 22-24.11. Ist mir aber etwas zu früh, werde noch warten, weil die letzten Tage auch wieder Bodenfrost herrschte. Behandlung wird zwischen 2-5.12. stattfinden.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Prüf doch mal den Milbenbefall der beiden Völker.

    Aber wie messe ich richtig? Wenn Brut vorhanden, dann sind auch viele Milben warm und kuschelig in den Zellen und fallen nicht, wenn ohne Brut, sind alle Milben exponiert und fallen eher mal (so im letzten Januar beobachtet). Was würden mir also die Werte sagen?

    Ich möchte jetzt keinen phoretischen Befall messen und die Kisten aufhebeln.

    da hätte ich bei den aktuellen Temperaturen (hier >10°C) keine Sorgen. Ich ziehe jetzt auch keine Waben mehr, wenn nicht unbedingt notwendig. Aber wenn ich einen konkreten Verdacht habe, würde ich dem nachgehen. (Ich würde, wenn ich sonst keine Anhaltspunkte hätte, tatsächlich eine Alkoholauswaschung machen)


    Aber die anderen Punkte, die du als Hintergrund hast, die ich ja nicht kannte, sind durchaus relevant. Es gibt unterschiedliche Veranlagungen zu mehr oder weniger ausgeprägten Brutpausen. (Und der Varroa geschuldet, mag ich größere Brutpausen, insbesondere im Winter - und notiere mir das auch in der Stockkarte) Und (jetzt noch aufgelegter) Eiweißfutterteig, fördert sicherlich auch das Brutgeschehen.


    Also UltraBee raus aus den Kisten, dass der Brutumfang nicht künstlich hoch gehalten wird und hoffen, dass sich doch noch eine Brutpause einstellt. In der Phase wo die Winterbienen aufgezogen wurden, waren Pollensubstitute sicherlich sinnvoll (insbesondere wenn kein natürlicher Pollen eingetragen wurde), jetzt würde ich die Brutentwicklung nicht noch weiter fördern. Im Frühjahr, wenn nach erstem Bruteinschlag ziemlich sicher auch wieder Rückschläge kommen, kann man wieder darüber nachdenken.


    Notfalls kann man tatsächlich für die Winterbehandlung, die Brut mit einer Entdeckelungsgabel ausräumen. Aber das ist nun wirklich ein recht harter Eingriff für diese Jahreszeit, den ich erst machen würde, wenn ich vorher mittels verlässlicher Diagnostik einen sehr hohen Varroabefall festgestellt habe und deshalb sicherstellen muss, dass die Winterbehandlung auf jeden Fall funktioniert.


    Bei deiner engmaschigen Überwachung, würde ich also eher Genetik und Eiweißfutter als Ursache sehen. Du kannst die Windel ja mal unterschieben. Wenn sich da Überraschungen zeigen, kannst du immer noch genauer nachschauen.


    Gruß
    Ludger

  • Also UltraBee raus aus den Kisten, dass der Brutumfang nicht künstlich hoch gehalten wird und hoffen, dass sich doch noch eine Brutpause einstellt.

    Auf jeden Fall. Ich bin auch erst beim Schreiben drauf gekommen, dass da ja noch etwas in der Kiste sein kann. Ich werde kurzfristig nachsehen.


    Bei deiner engmaschigen Überwachung, würde ich also eher Genetik und Eiweißfutter als Ursache sehen. Du kannst die Windel ja mal unterschieben. Wenn sich da Überraschungen zeigen, kannst du immer noch genauer nachschauen.

    Ich mache die immer so eine Woche vor einer geplanten Winterbehandlung rein.

    Aber was Milben betrifft, war ich bei dem Volk eigentlich ganz guter Dinge. Es fiel nicht nur vergleichsweise wenig, auch das BN sah immer gesund aus, die Bienen auch, und das Volk war immer stramm unterwegs. Aber ich habe natürlich schon lange nicht mehr reingesehen.


    Ich hoffe das Beste... diese Königin soll nächstes Jahr meine erste "Zuchtmutti" werden :-)

  • Ja, aber ich bin davon überzeugt, dass die drei Tage nicht ausreichten um das Brüten einzustellen. Das wiederum ist aber eine Begleiterscheinung, von massenhaftem Gründünger. Darum werde ich dieses Jahr lieber bis zur zweiten Frostperiode warten.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • wie gesagt, ohne Brut war die Frage

    Im Prinzip möchtest du das letzte brutfreie Behandlungsfenster der Saison nutzen. Das letzte deshalb, um die Zeit, bis zur nächsten Behandlungsmöglichkeit (im Prinzip erst nach der Honigernte) so kurz wie möglich zu halten.

    Wichtiger ist aber brutfrei (meist haben wir soweiso nur einen brutfreien Zeitraum). Von daher - wenn du jetzt irgendwo wirklich Brutfreiheit feststellst (Und das Volk nicht gerade weisellos ist), sollte man die Chance nutzen.


    Gruß

    Ludger