Winter Einfütterung in der Mini Plus aus Holz

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    Hallo zusammen.


    Bin seit April diesen Jahres ein stolzer Besitzer von meinem ersten Bienenvolk.

    Ich habe die letzten 3 Jahre unzählige Videos gesehen und Beiträge gelesen, ebenfalls Bücher. Davor war ich auf einer Mülldeponie beschäftigt. Dort ging es darum, diese zu rekultivieren. Dazu pflanzten wir tausende Bäume und etwa 50000 Sträucher. Wir kümmerten uns um unsere Soey Schafe und zu unserer Mannschaft gehörte auch ein Imker. Dort lernte ich viel über die Bienen, Honig schleudern, behandeln und so weiter. Von ihm holte ich auch dieses mein erstes Volk. Es saß auf 2 Zargen a 6 Rähmchen. Dieses erweiterte ich auf 3 Zargen a 6 Rähmchen Brutraum, dann das Ansperrgitter und dann 2 Zargen a 6 Rähmchen Honigraum. Obenauf kam später die Futterzarge. Dann halt der Innendeckel, Außendeckel und ein verzinkter Außendeckel.

    Ich habe im August mit dem Auffüttern angefangen und permanent weiter geführt. Ich habe eine 3 zu 1 Zuckerlösung angerührt und verabreicht. Ich habe Anfang November wieder mal rein geschaut und gesehen, dass die Futterabnahme ab nimmt.

    Jetzt mache ich mir etwas Sorgen, ob dies über den Winter reicht.

    Je mehr ich suche und lese um so mehr bin ich verunsichert. Hat jemand Erfahrung mit dieser Beute? Gewichtsangaben werden meist für andere Beuten gemacht, oder wenn schon Mini Plus, dann immer aus Styropor.

  • Moin,


    Ich vermute bevor Dir hier die Erfahrenen weiter helfen können braucht es bestimmt noch ein paar Angaben.


    Auch wenn sich daraus nicht die exakte Menge des eingelagerten Futters ableiten lässt...

    Wieviel kg reine Zuckermasse hasst Du denn seit August eingefüttert? Das wäre als Anhaltspunkt schon mal wichtig zu wissen...


    3:1 bedeutet 3 Teile Zucker mit 1 Teil Wasser. Soviel Zucker sollte sich nicht auflösen lassen.


    Hattest Du die ganze Zeit 1:3? Sprich 1Teil Zucker mit 3 Teilen Wasser? Falls ja, wirst Du Deine Bienen die ganze Zeit zum Brüten angeregt haben. Das solltest Du eigentlich in keinem Lehrbuch gefunden haben...

    Oder Typo und Du meintest 3:2?


    Auf wieviel Zargen sitzen die Bienen aktuell?

    Das jemand auf 3 Brut + 2 Honigraum Zargen mit eingelegte Absperrgitter überwintert habe ich bisher nicht gehört und sollte vermutlich auch kein Lehrbuch sein... Allerdings nutzen die meisten Imker Mini Plus nicht für Wirtschaftsvölkern... was Du anscheinend vor hast.

    Falls das Absperrgitter noch drinnen ist, müsste das auf jeden Fall raus.


    Ich werde dieses Jahr neben meinen anderen Völkern auf Segebergern auch das erste Mal 1 Volk auf Mini Plus überwintern. Allerdings Styroporbeuten.

    Sie sitzen auf 3 Zargen und ich habe 10 voll verdeckelte Rähmchen angestrebt. Das sollten so zwischen 9-10 kg eingelagertes Futter sein...


    Gruß

  • Ich habe ein Mini plus Volk auf einer Zarge und sie haben viel eingelagert und nehmen noch etwas ab. Eigentlich wollte ich die Königin vorher nutzen und das war eine kleine Begattungseinheit, doch irgendwie ist das Volk übrig geblieben. Ich lasse einfach die Futterzarge oben auf, wegen der fehlenden zweiten Zarge. Bin gespannt, ob das eine Chance hat. Futterabnahme hängt mit Wetter und Volksstärke und Krankheiten zusammen. Für mich ist die Futterabnahme bei meinem Völkchen jetzt die Entscheidung gewesen, die Überwinterung zu versuchen. Würden sie nichts mehr abnehmen, hätte ich vereinigt. Aber die Bienen wollen, also mal schauen.

  • Moin,

    wenn du alles so gelassen hast, wie du schreibst ist der Turm 5 Zargen hoch?

    Den Honig (2 Zargen über Absperrgitter) hast du den Bienen gelassen, da braucht man nicht soviel einfüttern.

    Deinen Fall solltest du genauer beschreiben!


    Ansonsten ist das Absperrgitter jetzt weg, da kann die Königin nicht durch und der Wintertraube folgen wenn sie sich nach oben zieht...

    Eine Ameisensäurebehandlung (falls diese stattgefunden hat) ist in einem MiniPlus mit 5 Zargen nicht so effektiv, da zu hoch...


    Bei 5 Zargen hast du vom Material her eine gute DN-Beute einzargig, da sind 10-14kg ausreichend je nach Region und Erfahrung des Imkers und Gesundheit der Bienen.


    PS 3:1 Zucker zu Wasser geht schon...

    Gruß

  • Hallo zusammen.


    War die letzten 2 Tage stark verhindert, deshalb konnte ich nicht Antworten.

    Nun zu den zahlreichen Fragen.


    Ja die Beute ist 5 Zargen hoch, die untersten 3 Zargen sind voll. Zarge 4 ist zu dreiviertel Voll und in Zarge 5 wurde auch schon etwas eingelagert aber nicht all zuviel.

    Ja AS Behandlung ist erfolgt, OS will ich noch etwas abwarten.

    Zu meinem Imkerpaten, also ich kann mit meinen Fragen natürlich zu ihm kommen. Bisher kam ich ganz gut allein zurecht, liegt wahrscheinlich daran, dass ich damals schon 3 Jahre immer mal einige Dinge mitgemacht habe. Zur Zeit ist dieser aber leider im wohlverdienten Urlaub. Mit der Mini Plus aus Holz hat er auch noch nicht geimkert.

    Zu der Frage, ob der Zucker sich gelöst hat. Ja er löste sich beim anrühren komplett auf. Ich habe auch noch in einem großen Eimer fertig angerührten stehen und dieser ist auch noch flüssig.


    Ich wollte mit meinem Post auch keine große Diskussion auslösen, sondern nur mal nachfragen, ob jemand mit dieser Beute Erfahrung hat und weiß, wie schwer diese sein sollte. Je mehr man nach diesem Thema in verschiedenen Foren oder Webseiten sucht und nachliest, umso mehr wird man verunsichert.


    Ich Danke allen für Ihre zahlreichen Antworten.


    MFG

  • Hallo, Erfurt !


    Mini Plus-Beuten sind nicht dazu gedacht, Völker darin zu führen. Sie sind eine Ergänzung zu grossen Beuten, in erster Linie Begattungskästen, dann aber auch eine Möglichkeit, Reserve-Königinnen über den Winter zu bringen. In der Schweizer Bienen Zeitung gab es mal eine Jahresbetrachtung zur Mini Plus-Betriebsweise. Du findest alle Angaben hier: «Mini Plus? Lauter Vorteile!»


    Im erwähnten PDF findet sich die Angabe, dass ein dreizargiges Volk etwa 20–22kg schwer sein sollte. Ich gehe davon aus, dass damit eine Beute mit Holzboden, Styro-Zargen und Styro-Deckel gemeint ist. Bienen Weber aus Gera macht folgende Gewichtsangaben: Deckel 260g, Zarge ? (fehlt seltsamerweise), Futterzarge 550g. Man kann also für Deckel und drei Zargen wohl mit etwa 2kg rechnen. Jetzt schaust Du mal, wie schwer Deine Holzzargen und der Holzdeckel sind, rechnest hoch, zählst 18–20kg dazu und dann weisst Du ungefähr, wie schwer ein dreizargiges Volk sein sollte. In fünf Zargen solltest Du nicht überwintern. Da wird Dir einiges wegschimmeln, wenn man den Erfahrungen glauben kann, die man so im Internet findet.


    Du kannst auch anders rechnen: Ein M+-Rähmchen fasst ca. 1kg Futter. Pro bienenbesetztes Rähmchen sollte etwa 0,35kg Futter zur Verfügung stehen. Diese Infos findest Du hier: LWG Bayern: Fütterung von Bienenvölkern


    Saubere Futterwaben kannst Du über den Winter ausserhalb des Volks aufbewahren und dann im Frühjahr für eine allfällige Notfütterung verwenden. Über den Winter solltest Du Dir richtige Beuten kaufen, am besten gleich mehrere. Wenn Dein MiniPlus-Volk im Frühjahr in Schwarmstimmung geraten wird, was ziemlich rasch geschehen dürfte, teilst Du es auf: Brut, Futter und Bienen gleichmässig auf Zargen verteilen, eine Zarge kriegt die Königin, jede weitere Zarge kriegt mindestens eine verdeckelte Schwarmzelle. Jede dieser Zarge stellst Du auf eine mit Mittelwänden gefüllte Zarge Deiner neuen Beuten. Wenn das Volk sich nach unten ausgedehnt hat, packst Du die Königin nach unten und setzt ein Absperrgitter zwischen die untere Beute und die M+-Zarge. Nach drei Wochen kannst Du die M+-Zarge entfernen. Nur ein Vorschlag. :) Man kann ziemlich vieles machen, aber M+ ist kein System für die Imkerei!

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Danke Swissmix.


    Deine Antwort hat mir sehr weiter geholfen.

    Ich hatte mich für dieses Jahr erst einmal mit dieser Mini Plus angefreundet. In verschiedenen Foren war zu lesen, dass der Schimmelbefall in der Holz Mini Plus deutlich weniger ist, als in der aus Styropor. Für das nächste Jahr steht bereits eine Baugleiche Mini Plus bereit und außerdem eine Bienenkiste, welche ich nach einem Buch nachgebaut habe. Diese musste ich einfach bauen, da mir bei der Bestellung der Mini Plus zusätzlich andere Rähmchen mit eingepackt wurden, welche ich weder bestellt noch auf der Rechnung hatte. Nach mehrmaligen anrufen durfte ich diese kostenlos behalten. Also in der Bienenkiste sind es 14 Rähmchen Brut und 6 Rähmchen Honigraum. Dies sind Zanderrähmchen.


    Ich denke auch über den Kauf weiterer Beuten nach. Kannst Du welche empfehlen? Ich möchte sehr gern bei Holz bleiben und keine aus Hartschaum oder Styropor.


    MFG

  • Hallo Erfurt,


    du kannst auch bei Holtermann mal die ganzen Einzelteile deiner Beute in den Warenkorb legen. Dort wird dir dann das Versandgewicht angezeigt. Wenn du dann noch das Gewicht für Bienen und Wachs zurechnest, kannst du abschätzen wie viel Futter in deinen Beuten ist.

    Bitte denke auf alle Fälle daran, dass kein Absperrgitter über den Winter drin ist. Du hast leider nicht darauf geantwortet ob du es schon entfernt hast.


    Viele Grüße

    Meike

  • Hallo Meike


    Danke, an diese Möglichkeit hatte ich ja gar nicht gedacht. Na ja manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. :-)

    Nein das Absperrgitter habe ich vergessen. Meine Überlegung lautet nun, die fünfte Zarge zu entfernen, das Gitter natürlich auch und die Bienchen auf den 4 Zargen zu belassen.


    MFG

  • Freut mich, wenn ich etwas helfen konnte! :)


    Ich kann Dir keine allgemeine Beutenempfehlung abgeben, denn für die Bienen ist die Beute jetzt nicht so entscheidend und bei den Imkern hat jeder etwas andere Vorlieben. Ich selbst habe eine Weile mit Zander geimkert: Eine Zarge mit zehn Rähmchen als Brutraum, weitere Zargen darüber als Honigräume. Das hat mir ganz gut gepasst, aber ich würde nur noch halbhohe Honigräume verwenden, nur schon dem Rücken zuliebe. Was mich allerdings etwas gestört hat: Man musste jeweils zuerst ein Rähmchen rausziehen und dieses dann beiseite stellen. Lieber hätte ich die Rähmchen in der Beute frei hin und her geschoben. Deshalb habe ich letztes Jahr auf Dadant gewechselt. Da füllt man den Brutraum nicht komplett mit Rähmchen voll. Dadurch hat man viel Schiebeplatz, was sehr komfortabel ist. Ich verwende übrigens auch nur Holzbeuten.


    Übrigens: Ein typischer Anfängerfehler ist es, sich alles Material zu ergattern, das man kriegen kann, und dann entsprechend nachzurüsten und aufzustocken! ;) Habe ich auch gemacht. :) Für den Anfang ist das vielleicht gar nicht mal so schlecht, da man so mit verschiedenen Dingen etwas experimentieren kann. Wenn sich Vorlieben rauskristallisieren, sollte man aber die Entschlossenheit haben, in ein entsprechendes System zu investieren und das Alte zu vergessen. Und an weiteren Angeboten, die man nicht ablehnen kann, vorbei zu gehen. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).