Mit Futterteig überwintern

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    Hallo zusammen,

    ich bin Neuimker, habe ein Volk, dieses habe ich Anfang Juni bekommen.

    Da es sich um ein Ableger vom Vorjahr handelte, konnte ich bereits schon den ersten Honig ernten.

    Nun zu meiner Frage.

    Da ich mir mit der Abfütterung für den Winter etwas viel Zeit gelassen habe ist nun meine Sorge das die Bienen nicht genug Futter über den Winter haben werden.

    Varoabehandlung mit Ameisensäure sowie später mit Oxalsäure ist bereits erfolgt.

    es wurden 8 Liter Zuckerwasser 1:1 bereits gegeben.

    Es wird aber anscheinend nicht mehr aufgenommen.

    Jetzt war mein Gedanke die Bienen mit Futterteig (ambrosia) über den Winter zu bringen.

    Ist das generell möglich? Hat schon mal jemand von euch versucht ein Volk ausschließlich mit Futterteig über den Winter zu erhalten?

    Betriebsweise ist 10 Dadant US Mod.

    Volksstärke derzeit ca 15000 Bienen.

    Danke euch schon mal im voraus.

    MfG

  • Danke für die klaren Worte.

    Im November fängt man an, über das eigene Volk nachzudenken. Das schlechteste Imkerbuch, bei Zeiten, hätte hier schon geholfen. Und dieses Forum gibt es auch nicht erst seit heute.

  • Es müssen nur Bienen(völker) gefüttert werden, denen man zuvor Honig ent-, eher wegnahm. Die anderen sollten eigentlich genug eigene Vorräte "gehamstert" haben.


    Zur Sicherheit kann man mit auf die Oberträger gelegten Futterteig - dort, wo die Bienen sind - zufüttern.

  • Die bisher wenig sachorientierten Hinweise sind folgendermaßen zu interpretieren:

    1. Oxalsäure wirkt nicht in die Brut. Da das Volk bisher höchstwahrscheinlich noch nicht brutfrei war, hast Du sie zu früh eingesetzt. Von einer Restentmilbung ist nicht auszugehen. Das wird so nicht gelehrt.
    2. Einfüttern muss man, wenn es noch warm ist und die Bienen das Futter annehmen können. Üblicherweise sofort nach der letzten Honigernte und dann Schlussauffütterung spätestens im Oktober (wenn es noch warm ist).
    3. Was sagt Dein Imkerpate zu Deinem Vorgehen und was steht zu Varroabehandlung und Auffüttern in Deinen Lehrgangsunterlagen und Büchern? Hast Du einen Paten und/oder einen Kurs gemacht?
    4. Schreib bitte Deinen Standort in Dein Profil. Vielleicht imkerst Du ja in einer Gegend, wo es schon seit 2 Monaten um die 0°C sind, dann würden für die Betriebsweise andere Maßstäbe gelten.
    5. Um Futterteig aufzunehmen, brauchen die Bienen Wasser, das sie im Winter nicht holen können. Außerdem muss das Futter an der Wintertraue sein, damit sie es durch ihre kollektive Körperwärme erwärmen können. Einzelne Bienen erfrieren (=verklammen), wenn sie im Winter die Wintertraube verlassen, um Futter vom Teig abzunagen.
    6. 8l Zuckerwasser ist ein bisschen wenig. Hast Du den ganzen Honigvorrat entnommen? In unserer Gegend rechnen wir für ein Volk mit 15-20l Apiinvert.

    Was Du versuchen könntest: Apiinvert kaufen, in Ziplockbeutel füllen und im Wasserbad vorwärmen. Dann an einem warmen Tag Löcher reinpieksen und mit den Löchern nach unten direkt über die Bienentraube legen. Das mehrmals wiederholen.


    Gruß

    Ilu

  • Witzig, wenn Leute hier versuchen, den kleinen rase zu geben :D


    Zum Thema Futterteig:

    Der wird durchaus abgenommen, wenn man die 2,5 KG Plastebeutel nimmt, ein Rechteck ausschneidet und selbiges über die Wintertraube, nach unten zeigend, legt. Wenn man eine Abdeck-Folie (woanders hier auch sehr passend "Dampfsperre" genannt) wieder auflegt, bzw. aufgelegt hat, sammelt sich dort auch regelmäßig Kondenswasser. Diese Mengen Wasser reichen erfahrungsgemäß aus, dass die Bienen den Futterteig abnehmen können.

    Das gilt natürlich nur für Völker, die so fit sind, dass sie unter sommerlichen Bedingungen auch Sirup abnehmen würden - sprich: gesund sind.

    Unnötig zu erwähnen, dass dies keine gute imkerliche Praxis darstellt.


    PS: In Nordamerika scheint es mitunter nicht unüblich zu sein, dass Imker ihre Völker auf sogenannten "Candyboards" überwintern, Zucker auf Zeitungspapier, auf die Oberträger gelegt. Ich habe keine Ahnung, ob das funktionieren kann. Aber muss wohl, auch wenn es grausam klingt.

  • Die haben 4kg Zucker bekommen, den sie nicht wirklich abnehmen, plus AS und irgendwie noch OS, bestenfalls als Dampf, widrigstenfalls geträufelt. Da braucht es keinen kleinen rase um ein Kreuz auf die Kiste zu empfehlen. Alles schick, ich drücke den Bienen beide Daumen, seh aber weder viel Hoffnung noch was wir als Forum daran ändern können. Da geht halt jeder der Bienen mag anders mit um, manche werden wütend, andere zynisch, andere resignieren einfach. Ist doch alles okay. Richtig helfen kann man ja nicht mehr, leider.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • PS: In Nordamerika scheint es mitunter nicht unüblich zu sein, dass Imker ihre Völker auf sogenannten "Candyboards" überwintern, Zucker auf Zeitungspapier, auf die Oberträger gelegt. Ich habe keine Ahnung, ob das funktionieren kann. Aber muss wohl, auch wenn es grausam klingt.

    War früher, als man noch viel weniger Honig geerntet hat und Zucker zur Einfütterung zugeteilt wurde, gängige Praxis. Würde ich einem unbedarften Anfänger aber nicht empfehlen.


    Futterteig obenauf kann klappen, würde allerdings bedeuten, dass man da öfter nachsteuern, sprich öffnen muss.

    Für mich stellt sich die Frage, wann wurde die Minimenge denn gefüttert.? Jetzt, vor vier Wochen, nach Honigernte? Sollte es länger her sein, nützt auch der Futterteig obenauf nichts mehr, dann war´s das-

  • Ich lese es so, dass zu spät und zu wenig aufgefüttert wurde und jetzt, wo der Fehler erkannt worden ist, sie nichts mehr aufnehmen, weil zu kalt.

    Ich lese auch, dass eine (suboptimale) Varroabehandlung erfolgt ist und derzeit rund 15T Bienen in der Kiste sind. Ich kann da nicht rauslesen, dass das Volk kurz vorm Abklappen ist - zumindest wäre das bei den vorliegenden Informationen nicht meine allererste Interpretation des Sachverhaltes, oder man müsste genauer nachfragen und mehr Infos rauskitzeln.


    Ich persönlich finde es nur sehr schwierig, nach einem Forumspost mit weniger als 20 Zeilen zu einem absolutistischen Urteil zu kommen, und jemanden pauschal die Eignung zur Bienenhaltung abzusprechen. Da gehts auch einfach ne Nummer kleiner.

  • @ Wiebe

    Besteht vielleicht die Möglichkeit bei einem Kollegen ein paar Futterwaben zu erbetteln? Sonst wird es schwierig, da noch Futter reinzukriegen. Ist nicht die schönste Art der Nachfütterung und nicht der eigene Wachskreislauf, aber allemal besser als in leere Kisten zu schauen.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Hallo Wiebe,

    es tut mir leid, dass Du so einen negativen Start hast. Der Grund steht hinter der Beute. Wie den Vorkommentaren zu entnehmen ist, gibt es nur schwache Hoffnung für das Volk. Du hattest offenbar viele Dinge nicht beachtet, und diese dann auch noch falsch gemacht. VOR dem Kauf von Bienen sollte man sich über deren Haltung informieren, man kann es auch Hege und Pflege nennen. Dazu sind ein Imkerlehrgang, Imkerverein und ein Imkerpate sehr hilfreich. Hier im Forum gibt es ohne Ende Infos und Ratschläge zu finden. Das Internet bietet zwar einige Informationen an, jedoch kann hier wohl eher der erfahrene Imker beurteilen, was sinnvoll ist, und was eher nicht. Optimalerweise hätte der Bienenverkäufer Dich als Anfänger bereits diesbezüglich ansprechen sollen/müssen.

    Ich würde jetzt sofort einen Imker zur Beute holen und ihn beurteilen lassen, ob noch was zu retten ist. Gib jetzt nicht gleich auf, Lebbe geht weiter.

    Gruß Bernd