Mit Futterteig überwintern

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    Die im Video gezeigte Notfall-Fütterung funktioniert (eigene Erfahrung). Eher mehr Puderzucker zugeben. Die Mischung laut Video wird an warmen Tagen sehr weich und läuft dann u. U. aus dem Beutel in die Kiste.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Egal WAS jetzt gemacht wird, es ist auf alle Fälle gegeigel und hätte verhindert werden können, wenn man rechtzeitig behandelt und aufgefüttert hätte.......

    Ich hab mein erstes Volk im ersten Jahr auch zu wenig gefüttert (hab keine Vorstellung gehabt, wie ich das hätte abschätzen sollen, war auch noch eine Bienenkiste;-))) und hab lange mit der Gurkengläsermethode rumgehühnert. Das Volk hat den Winter überlebt und in dem Jahr auch den Honigraum ausgebaut. Ohne den Platz in dem noch nicht benutzen Teil von der Bienenkiste, wäre es mir gar nicht erst gelungen....

    Zudem hatte ich das Glück, dass das Volk ein Kunstschwarm war, der nach der Erstellung wohl erfolgreich behandelt worden ist, sonst hätte ich mich von dem Volk in dem Winter wohl auch verabschieden können......

    Aber noch ist nicht alles zu 100% verloren......

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ja aber Bienen sind doch keine Nagetiere ?!


    Da ist doch Wasser dringend von Nöten um den Futterteig aufnehmen zu können?

    Woher bekommen die das ? Gibst du ein Schälchen mit zu?


    -Die können nicht bei" DURSTEXPRESS" bestellen.-

    Ironie off...


    Oder hab ich da was evtl. falsch verstanden ?


    Sorry für ein bisschen aufköcheln...

  • Nein, sind keine Nagetiere.


    Aber müssen sie ja auch nicht sein. Es reicht der kleine Flüssige „Backsige“ Film von gelöstem Zucker an der Oberfläche.


    Die Tüte hat vor allem die Aufgabe die Luftfeuchtigkeit im Bereich des Futterteigs zu erhöhen, damit mehr Zucker angelöst wird. Während der Verwertung des Zuckers durch die Bienen werden nicht zu unterschätzende Mengen an Wasser freigesetzt. Dazu braucht es keine Brut.

  • Ich hatte das so gelernt, Notfütterung nur wenn ausreichend flüssig. Sonst ist die Abnahme nicht möglich....

    Ist auch so. Gibt immer mal Situationen, wo es auch anders mal irgendwie gut gegangen ist, aber da jetzt 'ne Regel draus zu stricken und als Empfehlung raus zu geben ist nicht gut.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die Bienen müssen Futterteig verflüssigen, da Nahrungsaufnahme nur mit Rüssel erfolgt (Saugen nicht Nagen). Die fest geschlossene Wintertraube läßt wohl nicht ausreichend Kondenswasser im Futterteigbeutel entstehen. Löst die sich auf, resp. heizen die Bienen hoch, dann entsteht Kondenswasser, so wie es Bernhard Heuvel dokumentierte (#36):

    Bienen jetzt noch auffüttern

    Dazu braucht es freilich eine genügend große Anzahl (gesunder) Winterbienen. Das Aufheizen hat Prof. Tautz ca. 1 x pro Woche bemerkt. Ob das dann ausreicht zum Auftanken für eine weitere Woche bzw. 10 Tage, ist die Frage.

    Im angefragten Falle ist außerdem die Lebenserwartung der Winterbienen durch Varroaschäden herabgesetzt, resp. noch ein deutliches Absinken der Volksstärke zu befürchten.

    Weiter muß bei Brutfreiheit noch eine Restentmilbung erfolgen. Wenn keine Sublimation erfolgt, sondern eines der anderen Restentmilbungspräparate eingesetzt wird, haben die Bienen in den Tagen nach der Behandlung einen stark erhöhten Wasserbedarf (insbesondere bei der Träufelmethode) und subletale Nebenwirkungen wie z.B. verminderte Leistungsfähigkeit und verkürzte Lebenserwartung zu verkraften- s.a. Dissertation von Dr. Saskia Schneider:

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556

  • Moin Moin,


    es kann funktionieren mit dem Futterteig - muss aber nicht. Es kommt immer drauf an, wo der Threatersteller wohnt. Im eher milden Nordwesten / Westen der Republik kann es eher funktionieren als im kühlen Osten oder in den Bergen.


    Letztes Jahr hatte ich leider selbst die Erfahrung machen müssen. Direkt beim Abschleudern Ende August hatten wir einen sehr schweren familiären Schicksalsschlag erlitten, welcher uns 10 Wochen außer Gefecht genommen hatte. Sprich wir sind erst Ende Oktober dazu gekommen, uns um unsere Bienen zu kümmern ( ging vorher partou nicht ). Da war klarerweise der Zug zeitlich abgefahren. Gott sei Dank hatten die Damen zwischenzeitlich sich ein wenig am Senf und den anderen "Wintergreeningpflanzen" sich über Wasser gehalten, die Kisten waren aber allesamt 10 kg zu leicht. Also hatten wir Futterteig aufgelegt ( breitflächig und ca. 3 cm dick ) und die Fluglöcher mit nassen Schaumstoffstreifen bis auf eine Bienenbreite verschlossen. Innerlich hatten wir viele Kreuze auf die Beuten gemacht und damit gerechnet, dass im Frühjahr alle Völker hinüber sind.


    Vor dem Auflegen hatten wir noch 1 Mal Ameisensäure per Schockbehandlung draufgegeben.


    Bei der Winterbehandlung waren alle Völker noch aktiv und hatten einen Großteil des Futters aufgenommen. Im Februar ( wo es ein paar Tage warm war ) hatten wir noch jeweils 2,5 kg nachgelegt und alle Völker sind gut ins Frühjahr gegangen und haben auch gut Honig gebracht!


    Wir denken, dass der milde Winter, welcher ja hier im Nordwesten meist ist, es zugelassen hat, dass die Bienen 1. den Futterteig gut erreichen konnten und 2. dass es den Damen möglich war Wasser zu erreichen. Ob von den nassen Schaumstoffstreifen oder vom ausfliegen und Wasser holen, sei nun mal darhingestellt.


    Wiegesagt, es kommt vorallem drauf an, wo er wohnt. Bleibt es mild, kann es klappen ( muss aber nicht ). Ist es sehr kalt, wird es schwierig.


    Bevor er garnichts macht, sollte er was versuchen. Ob nun Ziplock, Futterteig oder Futterwaben. Ohne dass, wird es sicher eng.

  • Für ein Volk kann man sich doch auch einen etwas weniger trockenen Futterteig (als der gekaufte) herstellen. Mischung wäre 10:1:1 zb

    2,5 kg Staubzucker /Puderzucker,100ml lauwarmes Wasser und 100g Honig. Das alles in ein Gefrierbeutel, zumachen und gut durchkneten und ziehen lassen. Dann ein Streifeln rausschneiden ca 1*3cm, und direkt mit der Öffnung auf eine Wabengasse legen. Wenn sie Futter benötigen nehmen sie ihn an, wenn nicht auch egal, dann brauchen sie ihn nicht. Und Wasser holen müssen sie bei der Mischung auch nicht .Das ganze schaut dann ungefähr so aus.

    Liebe Grüße

    Claudia

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    Wien - Niederösterreich, Bienen seit 2012, derzeit 19 Stöcke

    Zander ganz im BR, Zander flach im HR, Naturwabenbau mit Anfangsstreifen,