Radialschleuder: 1 Quetschhahn oder 2?

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    Hallo liebe Forenmitglieder,


    ich stehe vor der Überlegung meine 4-Waben-Selbstwendeschleuder von Giordan zu verkaufen und mir eine Radialschleuder anzuschaffen. Die Frage ist was mehr Sinn macht: 1 oder 2 Quetschhähne?


    Ich hatte beim Sommerhonig oft das Problem, dass dieser aufgrund des niedrigen Wassergehalts recht langsam aus der Schleuder gelaufen ist und ich sie oft schräg stellen musste, was den ganzen Schleudervorgang natürlich in die Länge gezogen hat. Wenn ich mir nun eine Radialschleuder zulege, in der ich in einem Durchgang noch mehr Waben schleudern kann, wird sich dieses Problem eher verschärfen als verbessern. :/

    Können mir die Radialschleuder-Besitzer (egal ob 1 oder 2 Hähne) hier weiterhelfen und ihre Erfahrungen teilen?


    Ich habe bei Giordan auch schon angefragt und könnte für ca. 300€ inkl. Frachtkosten einen Radialschleuderkorb für 20 Waben anfertigen lassen und die Schleuder sozusagen umrüsten. Was meint ihr :?:

    11 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland an der Grenze zum Märkischen Kreis

  • Hallo,

    umrüsten geht nur wenn der Kesseldurchmesser deiner Schleuder ausreichend ist um bei deinem Honigwabenmaß auch die entsprechenden Fliehkräfte zu erzeugen.

    Wenn aber dein Honig bei lächerlichen 4 Waben schon nicht ordentlich aus der Schleuder läuft scheint mir das eher ein Konstruktionsproblem des Kessels (Schleuderboden und Auslaufes) zu sein. Geneigter Boden, Auslauf auf Bodenebene, usw. ??? ( Ich setze jetzt voraus das Temperatur und Honigmenge stimmen.)

    Solche Probleme hatte ich bei bei meinen ( Logarschleudern) noch nie . ( Egal ob 9, oder 20 Waben.)

    und die haben auch nur einen Auslauf.


    Ich würde mir also eine komplett neue Radialschleuder im passenden Kesseldurchmesser kaufen !


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • ich hab für meine Tangentialschleuder (6 Waben DN/Za) mit 60 cm Durchmesser einen Radialkorb für 15 Dd HR Waben gekauft. Passt prime. Dieses Jahr war das erste mal, dass ich den 2. Auslaufhahn benutzen musste. Ich war froh das zweite Loch zu haben.

    Finvara´s Rat kann ich nur unterschreiben, willst du ja auch.

  • Hallo, aus dem 2" Hahn fließt soviel Honig, dass ich noch nie an einen 2. Hahn gedacht habe.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Es kommt auch darauf an, wie groß der Durchmesser bei einem Auslauf ist.

    Prinzipiell haben zwei Hähne immer auch den Vorteil, dass man auch für das, was danach kommt (Sieben...) den Honigfluss verteilen kann oder im laufenden Betrieb ein Auffanggefäß langsam und in Ruhe wechseln solange es beim anderen Hahn rauslaufen kann. Aus der Schleuder raus war bisher bei meiner mit einem Hahn nie ein Problem, aber manchmal muss ich an dem einen Hahn ein wenig drosseln, wenn der Honig schlechter fleißt, weil er sonst der Siebkübel zu langsam wird.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Danke erst einmal für eure Antworten!

    umrüsten geht nur wenn der Kesseldurchmesser deiner Schleuder ausreichend ist um bei deinem Honigwabenmaß auch die entsprechenden Fliehkräfte zu erzeugen.

    Der Kessel hat einen Durchmesser von ca. 63cm und die Flachrähmchen sind ca. 16cm hoch. Sollte doch reichen oder?


    Ich denke nicht, dass die Schleuder falsch konstruiert ist, da ich das Problem schon bei 3 verschiedenen Honigschleudern beobachtet habe. Sobald der Sommerhonig relativ trocken ist und einen entsprechenden Anteil Honigtau aufweist, fließt er sehr langsam aus der Schleuder.


    Meine Schleuder von Giordan ist (meiner Meinung nach) sehr hochwertig gearbeitet: Der Kessel ist zum Rand hin schräg abfallend und der Hahn hat einen ordentlich großen Durchmesser, ist sehr niedrig am Kesselboden angebracht und nicht waagerecht, sondern schräg nach unten montiert.


    Ich bin echt hin- und hergerissen, ob ich meine Schleuder (die auch erst 2 Jahre alt ist) umrüsten soll, oder mir direkt eine neue Radialschleuder kaufe.

    11 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland an der Grenze zum Märkischen Kreis

  • Hallo,


    dein Honig ist sehr dickflüssig dadurch fließt er langsam, vielleicht helfen Heizmatten von außen am Kesselboden montiert um den Honig etwas anzuwärmen damit er besser fließt.


    Gruß Christian

  • Danke für den Hinweis, aber eigentlich möchte ich beim Honigschleudern ungern mit beheiztem Boden oder Ähnlichem arbeiten.

    11 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland an der Grenze zum Märkischen Kreis

  • Heiz den Boden und Dein Problem ist erledigt. Die Heizungen sind doch regelbar, Du mußt den Honig ja nicht kochen :)


    Im übrigen geht er dann auch deutlich schneller durch die Siebe. 2/3 vom IF beneidet Dich jetzt übrigens um Deinen trockenen Honig :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Im übrigen geht er dann auch deutlich schneller durch die Siebe. 2/3 vom IF beneidet Dich jetzt übrigens um Deinen trockenen Honig

    Dass man sich eigentlich über trockenen Honig freuen sollte, vergisst man schnell, wenn das Zeug nicht die Schleuder verlassen oder die Siebe passieren will ^^


    Ich habe gerade noch viel im Netz zu Vor- und Nachteilen von Radialschleudern gelesen und komme zu dem Schluss, dass ich nächste Saison einfach erstmal weiter meine Selbstwendeschleuder nutzen werde.

    Ich befinde mich nämlich gerade noch mitten im Umstellprozess von Ganzzargenhonigräumen auf Flachzargenhonigräume und werde nächste Saison beide Wabenmaße zu schleudern haben. Nach der Saison kann ich dann immer noch Bilanz ziehen, ob es mir wert ist, die Schleuder auf Radialbetrieb umzurüsten oder gegen eine Radialschleuder auszutauschen.


    Falls noch andere Forenmitglieder Erfahrungen mit 2 Quetschhähnen an der Schleuder haben, wäre ich dennoch um weiteres Feedback dankbar ;)

    11 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland an der Grenze zum Märkischen Kreis

  • Der obere Hahn hat den Vorteil, dass die Schleuder während der Arbeit nicht leer läuft. Das Gewicht des Honigs dämpft die durch Unwucht auftretenden Schwingungen. Erst ganz am Schluss lässt man die Schleuder durch den unteren Hahn leer laufen.

  • Danke für den Hinweis, aber eigentlich möchte ich beim Honigschleudern ungern mit beheiztem Boden oder Ähnlichem arbeiten.

    Weil?

    Was machst du im Sommer, bei 36°C im Schatten mit den Beuten, die in der Sonne stehen? Notschleudern? ;):P

    Oder was ist mit dem Honig, der brutnestnah bei 35°C eingelagert war, bevor er hochgetragen wurde?


    30 bis 35 Grad sind keine Temperaturen für Honig. Wenn du über Nacht Fluchten in den Beuten hast und die Zargen vielleicht noch nen halben Tag im Keller stehen, läuft der Honig freilich kaum mehr. Da kann man den Schleuderboden schon mal anheizen. Am einfachsten geht es mit einer Rotlichtlampe.

  • Was machst du im Sommer, bei 36°C im Schatten mit den Beuten, die in der Sonne stehen? Notschleudern?

    Oder was ist mit dem Honig, der brutnestnah bei 35°C eingelagert war, bevor er hochgetragen wurde?

    Naja, das ist ja wie Äpfel und Birnen vergleichen ;) Honig im Bienenvolk hat die höchste Qualitätsstufe und verliert bei Entnahme durch den Imker. Dementsprechend wissen die Bienen am Besten wie sie mit solch hohen Temperaturen umgehen und regulieren ihr Stockklima dementsprechend.


    Es ist nicht so, dass ich mich 100%ig gegen einen beheizten Boden sträube. Allerdings habe ich keine Lust Heizmatten an der Schleuder anzubringen oder Lampen aufzustellen :D Ich versuche seit ein paar Jahren einfach ein paar Dinge/Prozesse zu optimieren und (für mich) unnötigen Schnickschnack einfach wegzulassen. Bitte nicht falsch verstehen! Ich kann mir schon vorstellen, dass eine Rotlichtlampe oder Heizmatte Abhilfe schaffen kann beim Schleudern :thumbup:


    Ich würde die Möglichkeit des beheizten Bodens nur nutzen, wenn meine Honigschleuder einen fest verbauten beheizbaren Boden hätte. Hat sie aber nicht, also hat sich das für mich erledigt :P

    11 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland an der Grenze zum Märkischen Kreis