• Wer kann mir einen Tipp geben für einen guten und günstigen Refraktometer oder ist diese Ausgabe sinnlos. Habe gehört, dass befreundete Imker bei der diesjährigen Ernte große Probleme mit dem Wassergehalt hatten. Sie hatten sich auf die alten Methoden Spritzprobe, Verdeckelung verlassen. Grüße Thomas Jahn

  • Hallo Thomas Jahn,
    ich hatte lange nach einem günstigen Refraktometer Ausschau gehalten, bis ich mich für den Kauf eines Aräometers entschieden habe. Nachfolgend füge ich die Antwort des Patrick Möbius an, die mir zur Kaufentscheidung verholfen hat:


    Sehr geehrter Herr Feinauer
    Vielen Dank für Ihr Interresse an dem Aräometer.


    Das Aräometer funktioniert wie alle Aräometer nach dem Prinzip der unterschiedlichen spezifischen Gewichte der verschiedenen Stoffe.
    Honig besteht rein physikalisch aus Zucker und Wasser. ( Alle anderen Inhaltssoffe, beeinflussen das spezifische Gewicht nicht, in für uns messbaren Größen )
    Wasser und Zucker haben jeweils ein feststehendes spezifisches Gewicht. ( Es macht dabei keinen Unterschied ob es sich um Einfach- oder Mehrfachzucker oder Trauben- oder Fruchtzucker handelt. )
    Mit dem Aräometer wird nun das spezifische Gewicht des Honigs gemessen.
    Je mehr Wasser im Honig ist, desto tiefer taucht das Aräometer in den gemessenen Honig ein.
    Die Scala ist direkt auf % Wasser in Honig eingestellt. Daher kann der Wassergehalt des Honigs direkt abgelesen werden.
    Nähere Informationen finden sie auf einer wirklich guten Seite: www.araeometer.de.


    Ich biete das Gerät nicht dem Handel an, da ich nur ein Kleingewerbe betreibe.
    Wenn ich das Gerät dem Handel anbiete, müßte ich zusätzlich 16% Mehrwertsteuer abführen, und meine Bücher auf eine aufwändigere Art führen. (Der Handel würde dann noch einmal ein Gewinnspanne von etwa 30% plus 16 % Mehrwertsteuer aufschlagen. Das Gerät wäre dann vom Preis nicht mehr attraktiv.)
    Da ich beruflich sehr eingespannt bin, möchte ich den Verkauf der Aräometer nicht weiter ausbreiten.
    Warum niemand anderes auf diese Idee gekommen ist, ein Aräometer für diese Anwendung zu konstruieren, das weis ich nicht. Ich schätze, das die Imkerei ein zu wenig lohnendes Geschäft ist. ( Konstruktion und Berechnung dieses Aräometers hat etwa 500 DM gekostet )
    Ich habe darauf Gebietsschutz.


    Ich hoffe Ihre Fragen hiermit beantwortet zu haben.
    Falls Sie nun ein solches Gerät bei mir bestellen möchten, dann schreiben Sie mir ein kurzes Mail, ich schicke es in den nächsten Tagen dann los.


    Mit freundlichen Imkergrüßen


    Patrick Möbius


    Ich kann sagen, daß dieses einfache, wie ein Glas-Thermometer aussehende Aräometer einfach in den Honig-Behälter gegeben wird und nach ein paar Minuten der Wassergehalt, je nach Einsink-Tiefe abgelesen werden kann. Für Temperatur-Differenzen gibt es einen zusätzlichen Thermometer und eine Korrektur-Tabelle. Eine für mich sehr einfache, preisgünstige Methode, den Wassergehalt im Honig zu ermitteln.


    :D

    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • Hallo Harald, vielen Dank, aber das mit dem Refraktometer ist zwar nicht schlecht, aber ich weiß erst, welchen Wassergehalt der Honig hat, wenn er im Eimer oder im Glas ist. Ich möchte schon vorher wissen, bob er richtig zum Schleudern ist. Wenn er schon abgefüllt ist und der Wassergehalt ist zu hoch, wird es nicht lange dauern, bis er das gären anfängt. Grüße Thomas Jahn

  • Hallo Thomas,
    wenn ich nach Dr. Liebig die Honigwaben prüfe und zum Schleudern auswähle (Spritzmethode, verdeckelte Wabenfläche), habe ich mit dem Aräometer (ca. 50 DM) eine für mich günstige Anschaffung gemacht. Ein Refraktometer kostet erstens für mich sehr viel Geld (mindestens 280 DM)und zweitens ist die Untersuchung nicht repräsentativ genug. Man muß mehrere Honigproben nehmen und untersuchen. Unverdeckelter Honig ist mit Sicherheit "wässriger" als verdeckelter derselben Wabe. Deshalb entnehme ich nur größtenteils verdeckelte Honigwaben und habe mit dem Wassergehalt kein Problem. :D

  • Anonymous schrieb:

    Hallo Thomas,
    wenn ich nach Dr. Liebig die Honigwaben prüfe und zum Schleudern auswähle (Spritzmethode, verdeckelte Wabenfläche), habe ich mit dem Aräometer (ca. 50 DM) eine für mich günstige Anschaffung gemacht. Ein Refraktometer kostet erstens für mich sehr viel Geld (mindestens 280 DM)und zweitens ist die Untersuchung nicht repräsentativ genug. Man muß mehrere Honigproben nehmen und untersuchen. Unverdeckelter Honig ist mit Sicherheit "wässriger" als verdeckelter derselben Wabe. Deshalb entnehme ich nur größtenteils verdeckelte Honigwaben und habe mit dem Wassergehalt kein Problem. :D


    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • Bei dieser Diskussion frage ich mich, welchen Sinn ein Refraktometer oder auch Aräometer für den Hobbyimker hat. Für den Berufsimker ist es sinnvoll, er will ja möglichst genau den vorgeschriebenen Wassergehalt treffen (und nicht zu trockenen Honig verkaufen). Er macht deshalb vor dem Schleudern auch Stichproben.
    Hier wird jedoch vorgeschlagen, nur gut verdeckelte Waben zu schleudern und bei zu geringer Verdeckelung die Spritzprobe zu machen. (Damit ist man nach aller Erfahrung hinsichtlich des Wassergehaltes auf der sicheren Seite) Dann ist der Honig im Kübel und es wird gemessen. Und was nützt das Meßergebnis? Trocknet noch jemand seinen Honig nach oder rührt welchen mit zu hohem Wassergehalt darunter?
    Bei solcher Anwendung ist ein Refraktometer reiner Selbstzweck.


    Grüße, Thomas

  • 270,- DM habe ich vor zwei Jahren für so´n Refraktometer hingelegt. Eine gute Investition, wie ich meine. Verdeckelte Waben, Spritzporbe, ... alle schön und gut; hat auch über die Jahrhunderte funktioniert und macht auch sicher immer noch Sinn.
    Damit kann man den Honig v o r der Entnahme prüfen und dann entscheiden, ob geschleudert wird oder nicht. Ist der Honig ert einmal im Eimer, dann kann es gut sein, dass er wirklich im Eimer ist.
    Eine Erfahrung in 2002: der Honig war weitgehend verdeckelt, aber eine Probe mit dem R-meter ergab einen Wassergehalt, der einfach für eine Schleuderung zu hoch war. Ich habe gewartet und später geschleudert und alles war gut.
    Bei Massentrachten, wie im genannten Fall bei Raps, liegt man mit dem R-Meter auf der sicherern Seite.
    Gerade für den kleinen Imker, der ja nur wenige Honigwaben zieht, also kaum Erfahrung sammel kann, ist das R-Meter eine wirklich lohnende Anschaffung. Auf 80% dessen, was so alles von den Ausstellern angeboten wird, kann man dagegen ruhig verzichten.
    Bei einem Honigpreis von 3,50 EU sind das gerade mal 2 Eimer Honig!


    Zugegeben, ich habe auch fast 15 Jahre gebraucht für diese Einsicht.
    Herbert Watzl

  • Hallo zusammen, warum erwähnt denn keiner die Teelöffelprobe, die Dr. Liebig in seinen Buch "Einfach Imkern" erwähnt? Das erscheint mir als die einfachste und günstigste Methode. Die subjektive Beurteilung bei der Anwendung erscheint mir allerdings als der Schwachpunkt der Methode. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Herbert Watzl,


    ich kann mich Deinen Ausführungen nur anschließen. Aber der Preis ist sicher von Land zu Land unterschiedlich. Bei uns in Brandenburg wurden die Refraktometer in diesem Jahr mit Mitteln der EU gefördert und kosteten lediglich 30 Euro für uns Mitglieder des Deutschen Imkerbundes. :lol:


    Viele Grüße aus Nordbrandenburg!


    Hans-Werner

    Viele Grüße aus Nordbrandenburg


    sendet Hans-Werner

  • Hallo Herbert Watzl,


    ich kann mich Deinen Ausführungen nur anschließen. Aber der Preis ist sicher von Land zu Land unterschiedlich. Bei uns in Brandenburg wurden die Refraktometer in diesem Jahr mit Mitteln der EU gefördert und kosteten lediglich 30 Euro für uns Mitglieder des Deutschen Imkerbundes. :lol:


    Viele Grüße aus Nordbrandenburg!


    Hans-Werner

    Viele Grüße aus Nordbrandenburg


    sendet Hans-Werner

  • Hallo,


    Wie hoch darf denn nun der Wassergehalt des Honigs max. sein, wenn die Waben ca. 80% verdeckelt sind und bei sachgerechter Anwendung
    der Spritzmethode keine Honigtropfen sichtbar sind ?

  • Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    ich bin ja auch Deiner Meinung .
    Leider habe ich immer einen hohen Wassergehalt ( 19-20 %) ,
    den ich mir in seiner Regelmäßigkeit nicht erklären kann.
    Es gibt aber eine Honigverordnung des DIB.

  • Hallo Gast,
    wenn du ständig Probleme mit zu feuchtem Honig hast, trotz negativer Spritzprobe, machst du vielleicht bei der Messung einen Fehler, denk z.B. mal an die Temeraturkompensation, oder dein Refraktometer muss mal nachgeeicht werden.
    Leih dir doch einfach mal ein Gerät von einem Kumpel aus und mess simultan den gleichen Honig mit beiden Geräten, dann siehst du den Unterschied, sofern vorhanden, sofort.
    Ich habe vor einigen Jahren auch schon einmal einen Kübel Akazienhonig zum Wiederverfüttern verwendet, bis ich merkte, dass das Refraktometer gesponnen hat.



    Grüsse



    Michael

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-