Erste Überwinterung

  • Werbung

    Hi liebe Forumsmitglieder!


    Ich möchte es kurz und knackig halten, nach langem lesen habe Ich mich entschieden die Varroaschublade (Windel) über den Winter nicht einzuschieben.

    Man muss manchmal echt außerhalb der Box denken und nicht immer mit gesudem Menschenverstand. Wollte es den Bienen so warm wie möglich gestalten aber habe auch nun gesehen welche Folgen eine Varroaschublade im Winter bzw. Herbst anrichten kann und habe euch Bilder davon gemacht. Die Schublade war die letzten zwei Wochen eingeschoben.

    Die Bienchen hatten wohl massive Probleme mit der Feuchtigkeitsregulierung.. aber was mich auch stört, hier kommt auch meine Frage, ich finde sehr viele Varroamilben auf der Windel.

    Das Volk wurde erst letzten Monat 2 mal intensiv mit Milchsäure behandelt.. ein Ausfall war auch da aber trotz allem finde ich es viel

  • Hi liebe Forumsmitglieder!


    Ich möchte es kurz und knackig halten, (...) aber was mich auch stört, hier kommt auch meine Frage, ich finde sehr viele Varroamilben auf der Windel.

    Das Volk wurde erst letzten Monat 2 mal intensiv mit Milchsäure behandelt.. ein Ausfall war auch da aber trotz allem finde ich es viel.

    War das Volk vor einem Monat brutfrei*, und wenn ja, wieso?


    *MS wirkt NUR bei Brutfreiheit. Wenn überhaupt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin,


    zunächst einmal: Insgesamt fehlen in deinem Post alle für eine Beantwortung der Frage relevanten Information.


    Das soll mich nun aber nicht von einer Antwort abhalten ;)


    Wenn die Bienen aus der Brut gehen, im Spätherbst nicht ungewöhnlich, ist ein temporär erhöhter Milbenfall normal - erst Recht, wenn mit einem Varroizid behandelt wurde.


    Bitte beachte auch, dass das Sprühen mit Milchsäure nicht optimal ist, und seit 2017 die viel wirksamere Oxalsäure das Mittel der Wahl zum Sprühen ist. Wenn du freilich gesprüht hast - war das Volk dann noch in Brut? Dann wäre das Sprühen nur eingeschränkt wirksam gewesen.


    Jedenfalls ist es wahrscheinlich, dass das gezeigte Volk, sofern es noch in ausreichender Stärke vorhanden ist, das Frühjahr erlebt - Varroazusammenbrüche finden meist nicht mehr im November statt. Lass das Volk jetzt einfach in Ruhe, und führe die Winterbehandlung zu einem geeigneten Zeitpunkt durch.


    Beste Grüße


    Peter

  • Guten Morgen!


    Danke für die zügige Antwort, das Volk war brutfrei bis auf ein halbes Dadant Rähmchen.

    Das Volk hatte damals still umgeweiselt! Volkstärke kann ich mich beklagen, 8 Dadant voll besetzt

    Milchsäure wird in vielen Foren hochgelobt, vorallem soll es den Bienen nicht so nahe gehen wie Oxalsäure.. wollte den Bienen etwas gutes tun.

    Es beruhigt mich aber dass Spätherbst noch recht viel Varroa ausfällt, ich nehme mal an dass die sich auch ordentlich reduzieren

  • Das Volk war offenbar nicht brutfrei, erkennbar am Brutdeckelgemüll und den hellen Milben. Die Varroabehandlung war vergeblich. Behandle bei Brutfreiheit. Wann das ist? Leider hast du keine Ortsangaben gemacht.

    Gruß Ralph

  • Die letzte Behandlung war wann genau? Sieht für mich trotzdem noch ziemlich extrem aus. Das ist ja nur ein Ausschnitt, wie viele Milben waren das insgesamt in den 2 Wochen?

    Und sieht das nicht aus als wäre da noch Brut?

    Spricht man bei einem halben dadant Rähmchen wirklich schon von brutfreieheit?

  • Morgen Kabal,


    die Aussagekraft der Windel ist nach zwei Wochen sehr beschränkt, hier solltest du die Zeit bis zur Kontolle, auf 3 Tage beschränken.

    Besser wäre eine direkte Probe über die Bienen, Puderzucker oder CO2.

    Zur Sprühbehandlung mit Oxalsäure wurde hier schon genug geschrieben, z.B. gute Verträglichkeit und höhere Wirksamkeit.

  • Habe meinen Standort noch eingefügt :) Dachte ich hatte das schon gemacht.

    Also die haben bereits eine ziemliche Lieblingsstelle, nur an dem Bereich gab es Milben. Gehe davon aus das sind grob 10 auf 10 zentimeter die so extrem sind.

    Die Behandlung war einmal mitte August und anfang September

    Durch die erste Behandlung gab es einen extremen Milbenfall, konnte über 400 zählen.

    Die zweite Behandlung hatte nur noch 50-100.

    Hatte dies als Erfolg betrachtet.. und jetzt sehe Ich das

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Kabal ()

  • wenn man vor der Behandlung die Milbenlast ermittelt hätte, könnte man auch abschätzen, ob die Behandlung erfolgreich war...

    Warte bis Anfang Dezember und mach dann die Winterbehandung.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Erfolg ist nicht, wenn viele Milben fallen, Erfolg ist, wenn nach der Behandlung wenig Milben drin sind. Um das zu ermitteln gibt es nichts einfacheres als regelmässig (alle 1-2 Tage) die Windel aus zu werten.


    Jetzt auf die Windel zu verzichten ist, als würdest du dir die Augen ausstechen...
    Du machst einen riskanten Blindflug.


    Du hast die Varroa völlig unterschätzt und hast jetzt noch eine hohe Milbenlast im Volk. Leider sagst du uns nicht, wie viele Milben in welchem Zeitraum gefallen sind?!


    Zwischen Mitte November und Anfang Dezember ist eine Behandlung dringend erforderlich, wenn der natürliche Milbenfall eine am Tag überschreitet. (Liebig)



    Es beruhigt mich aber dass Spätherbst noch recht viel Varroa ausfällt, ich nehme mal an dass die sich auch ordentlich reduzieren

    Die Milben werden sich jetzt nicht mehr reduzieren wenn du nichts machst. Die reduzieren nur die Bienen.
    Wie kann einem ein hoher Milbenfall beruhigen? Ich könnte nicht mehr schlafen...


    Milchsäure wird in vielen Foren hochgelobt, vorallem soll es den Bienen nicht so nahe gehen wie Oxalsäure.. wollte den Bienen etwas gutes tun.

    Wenn dir so wichtig ist, den Bienen was Gutes zu tun - dann nimm Oxalsäure und sublimiere sie (verdampfen). Mehr kannst du jetzt eh fast nicht mehr machen. Und wenn du nichts machst ist ungewiss, ob deine Bienen Weihnachten überhaupt noch erleben...


    Unterschätze nie die Varroa....


  • Jetzt auf die Windel zu verzichten ist, als würdest du dir die Augen ausstechen...

    Echt!? Ich hab auch keine drin. Nie. :)


    Milben jetzt sind fast egal. Außer es sind so viele, das daß Volk dagegen anbrütet, somit nicht brutfrei wird und die Winterbehandlung auch nicht wirkt. Dann is schlecht.


    In diesem speziellen Falle würde ich aber auch dazu raten, sich über den Winter die verschiedenen bewährten Varroakonzepte anzuschauen und zu verinnerlichen. Fürs nächste Jahr, falls sie es durch den Winter schaffen. Es wäre Glück, aber Bienen sind zäh. Ich drücke die Daumen!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bloß weil Oxalsäure besser wirkt, heißt das nicht, dass Milchsäure gar nichts taugt. Selbst wenn noch ein Restbrutnest vorhanden war, wirst Du die Milbenlast deutlich reduziert haben. Bei Milchsäure fallen die allermeisten Milben in den ersten zwei Tagen, der natürliche Milbenfall hat sich dann nach zwei bis drei Wochen wieder eingependelt.

    Allerdings bist Du für dieses Jahr noch nicht fertig. Warte richtige Brutfreiheit ab und sprühe nochmal.

  • Ein auf 8 DD-Wabengassen sitzendes Volk, das anscheinend brütet sollte i.d.R. die Zeit zur Winterbehandlung erreichen. Wie rase schon schreibt, ist Milchsäure eher schwach wirksam.


    Ich würde hier in 4 - 5 Wochen die Winterbehandlung mit OXS machen. Einmal träufeln oder abhängig vom Milbenfall zweimal bedampfen.


    Im Frühjahr beobachten (Windel oder Auswaschproben) und ggf. frühe TBE im April/Mai.