Winterbehandlung mit Milchsäure?

  • Unser Zuchtobmann stellt die Frage: Haben wir durch Behandlungsintensivierung die Bienen in eine falsche Richtung selektiert? Kommen sie deshalb nicht mehr mit so hohen Milbenlasten zurecht wie noch vor Jahren? Der erste Impuls, wenn der Imker ein varroaverseuchtes Volk sieht: "Die armen Bienen!" und: Da muß man sofort helfen = behandeln. Dieser Impuls des natürlichen Mitleids führt aber bei einigem Nachdenken in die falsche Richtung, weil wir mit steigendem Aufwand nicht vermehrungswürdige Genetik aufpäppeln und durchzuschleppen versuchen. Das bedeutet keineswegs, solche Völker verrecken oder als Milbenschleudern stehen zu lassen. Aber sie gehören umgeweiselt und an der Verbreitung ihrer Genetik gehindert (Drohnenschnitt z.B.). Also statt "Die armen Bienen!" muß es richtig heißen "Die falschen Bienen!". Bei anderen unerwünschten Eigenschaften machen wir es doch auch so - Stecher werden umgeweiselt und Langweiler mit wenig Ertrag ebenso.

  • Wenn man es drauf hat, das Umweiseln mitten im Jahr sofort nach der Letzten Tracht, klar, mit ner Jungen Queen, (BE)HANDELT schon! Denkt ma nach!

    Also statt "Die armen Bienen!" muß es richtig heißen "Die falschen Bienen!

    :thumbup:Der Weg ist aber noch weit.

    Ohne Winterbehandlung, schon eher, aber das ist ja auch was!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Wieso schreibst Du, natürlich kann die Winterbehandlung befallene Völker retten?


    Werden die geschädigten Bienen wieder langlebiger? Definitiv nicht.

    Ich schreibe das, weil ich solche Völker schon gerettet habe !!

    In der Regel sind auch nicht alle Bienen geschädigt.

    Was heißt überhaupt "befallene Völker" ?
    Unsere Völker sind alle befallen, oder nicht?
    Die Kisten total verlauster Völker, die nicht überleben würden, sind Ende November komplett bienenleer, weil alle Bienen abgehen.


    Ich behandele meist in der ersten Dezemberwoche mit Milchsäure. Dann sind meine Völker brutfrei.


    Stark befallene Völker brüten in ihrer Not allerdings immer weiter. Entnahme der verlausten Brut und auf saubere Waben gesetzt, sowie sofortige MS-Behandlung rettet solche Völker!

    Carnica :) in Segeberger Magazinen :) auf Deutschnormal (DNM) 1.0 Hoffmann :) wie in unserer Region üblich !! :)

  • Unser Zuchtobmann stellt die Frage: Haben wir durch Behandlungsintensivierung die Bienen in eine falsche Richtung selektiert? Kommen sie deshalb nicht mehr mit so hohen Milbenlasten zurecht wie noch vor Jahren? Der erste Impuls, wenn der Imker ein varroaverseuchtes Volk sieht: "Die armen Bienen!" und: Da muß man sofort helfen = behandeln. Dieser Impuls des natürlichen Mitleids führt aber bei einigem Nachdenken in die falsche Richtung, weil wir mit steigendem Aufwand nicht vermehrungswürdige Genetik aufpäppeln und durchzuschleppen versuchen. Das bedeutet keineswegs, solche Völker verrecken oder als Milbenschleudern stehen zu lassen. Aber sie gehören umgeweiselt und an der Verbreitung ihrer Genetik gehindert (Drohnenschnitt z.B.). Also statt "Die armen Bienen!" muß es richtig heißen "Die falschen Bienen!". Bei anderen unerwünschten Eigenschaften machen wir es doch auch so - Stecher werden umgeweiselt und Langweiler mit wenig Ertrag ebenso.

    Man kann aber nicht alles haben

    Ich habe Informationen, dass eine Varroatoleranzzucht eher auf Kosten der Sanftmütigkeit geht...

    Carnica :) in Segeberger Magazinen :) auf Deutschnormal (DNM) 1.0 Hoffmann :) wie in unserer Region üblich !! :)

  • Man kann aber nicht alles haben

    Ich habe Informationen, dass eine Varroatoleranzzucht eher auf Kosten der Sanftmütigkeit geht...

    So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört.

    Na dann lass mal deine Informationen raus, wer so einen Müll verzapft.

    :cursing:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich habe Informationen, dass eine Varroatoleranzzucht eher auf Kosten der Sanftmütigkeit geht...

    Diese Generalaussage ist nachweislich falsch. Die Zuchtwerteinstufungen widerlegen das klar, z.B.:

    https://www2.hu-berlin.de/beebreed/ZWS/


    Das schließt gelegentliche Ausreißer nicht aus und das ist auch kein Wunder angesichts der Vermehrungsmechanismen bei Bienen.

    Auch gibt es Züchter, die auf bestimmte Einzelkriterien bzw. -prüfungen selektieren (z.B. Bruthygiene/Nadeltest) und dabei (zunächst?) alle anderen Wesensmerkmale zweitrangig sein lassen. Wenn sie nicht klar ihren Kunden die Folgen einer solchen Engführung mitteilen oder gar mit schönen Werbesprüchen blenden, dann ist das freilich unfair. Man muß aber dabei sehen, daß solche Geschäftsmodelle nur funktionieren, weil es Imker gibt, denen eigene Bemühungen um eine vernünftige Selektion zu unbequem sind, die sich auch nicht helfend an Zuchtbemühungen beteiligen wollen, sondern glauben, mit dem Kauf einer gut beworbenen Königin genug getan zu haben.

  • Oxalsäure soll bis spätestens Ende Dezember geträufelt werden im brutfreien Zustand und wenn die Bienentraube eng sitzt, es also kalt ist. Ob es hier in Berlin bis Ende Dezember kalt wird, weiß keiner. Oft wird es hier erst im Januar kalt. Ob die Bienen nicht schon wieder in Brut sind im Dezember, weiß keiner.


    Milchsäure soll auch gut wirken und sehr gut verträglich sein. Soll bei Temperaturen zw. 9 und 15 Grad angewandt werden und wenn das Volk brutfrei ist. Beides ist genau jetzt der Fall. Da ich nur 2 Völker habe, ist es völlig schnuppe, dass ich jede Wabe ziehen und besprühen müsste. Aber die Bienen werden mehr gestört als beim Oxalsäureträufeln.


    Milchsäure wirkt nur (mittel)mäßig, Oxalsäure besser. Wenn es um die Bienenverträglichkeit geht, dann sollte man die Oxalsäure aber nicht in gelöster Form anwenden.

  • Wenn es um die Bienenverträglichkeit geht, dann sollte man die Oxalsäure aber nicht in gelöster Form anwenden.

    Das ist Quark und ausreichend widerlegt. In Kombination mit Zucker (bei der Träufelmethode) ist das tatsächlich so (deswegen nur 1x träufeln!), beim Sprühen (3%ige Lösung ohne Zucker) besteht fast kein Unterschied zum Bedampfen, weder in der Verträglichkeit, noch in der Wirkung. Schreib doch also bitte nicht so einen Unsinn.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Na das ist die Aussage eines Mitarbeiters eines deutschen Bieneninstituts während des Vortrags auf einer Kreisimkerversammlung

    Das INstitut will vermehrt auf Varroatoleranz selektieren und die Bienen nicht mehr auf Sanftmut:thumbup:

    Da ich meine Begattungsdrohnen von dort beziehe, kann ich dieser Aussage nicht wirklich widersprechen

    Carnica :) in Segeberger Magazinen :) auf Deutschnormal (DNM) 1.0 Hoffmann :) wie in unserer Region üblich !! :)