Winterbehandlung mit Milchsäure?

  • Hallo liebe Imker,


    ich bin ja erst im 2. Jahr und daher noch dabei, alles schön lehrbuchmäßig zu erledigen. Also ist der Plan, Oxalsäure im Winter zu träufeln. Aber ob das Wetter so passen wird?


    Oxalsäure soll bis spätestens Ende Dezember geträufelt werden im brutfreien Zustand und wenn die Bienentraube eng sitzt, es also kalt ist. Ob es hier in Berlin bis Ende Dezember kalt wird, weiß keiner. Oft wird es hier erst im Januar kalt. Ob die Bienen nicht schon wieder in Brut sind im Dezember, weiß keiner.


    Milchsäure soll auch gut wirken und sehr gut verträglich sein. Soll bei Temperaturen zw. 9 und 15 Grad angewandt werden und wenn das Volk brutfrei ist. Beides ist genau jetzt der Fall. Da ich nur 2 Völker habe, ist es völlig schnuppe, dass ich jede Wabe ziehen und besprühen müsste. Aber die Bienen werden mehr gestört als beim Oxalsäureträufeln.


    Wäre die Milchsäure jetzt daher nicht der bessere Plan als Oxalsäure irgendwann später? Mit scheint das logisch aber vom Lehrbuch abzuweichen traue ich mich nicht einfach so. Dankeschön für eure Meinungen!

  • Milchsäure soll auch gut wirken und sehr gut verträglich sein.

    ...

    Wäre die Milchsäure jetzt daher nicht der bessere Plan als Oxalsäure irgendwann später?

    Vorsicht mit der Nachsicht ggü. dem Milb!


    Milchsäure wirkt aus meiner Erfahrung nur, wenn sie mind. zwei Mal nacheinander im Abstand von ein paar Tagen angewendet wird.


    Wenn schon besprüht, dann Oxalsäure. Die wirkt besser und nachhaltiger, auch und insbesondere in Staubform.

  • Ja, sind brutfrei. Hab reingeschaut.


    Ok, vielen Dank. Jetzt 2x Milchsäure oder 1x Oxalsäure sprühen würde also gehen.


    Oxalsäure soll ja nicht wiederholt werden. Mir schwebt nun vor, jetzt 2x Milchsäure zu sprühen und im Dezember nochmal den Milbenfall zu kontrollieren - dann hätte ich ja im Dezember immer noch die Möglichkeit Oxalsäure zu träufeln oder sprühen.

  • Vergiss die Milchsäure. Habe ich alles schon durch und die Wirkung ist wirklich lausig. Gerade in diesem Schwarmjahr, das sich durch hohe Milbenlasten kennzeichnet.

    Wenn Du eh aufmachen willst, dann sprühe lieber mit Oxalsäure. Die wirkt um Klassen besser und Du musst nur einmal die Waben ziehen.

    Ich mache gerne Sprühbehandlungen statt Träufeln für die Winterbehandlung und das funktioniert wirklich gut - bin aber heilfroh, dass wir Dank OS nicht mehr 2x im Winter aufmachen müssen wie früher.


    Bei mir war bisher nur ein Volk brutfrei. Alle anderen tw. noch grosse Brutbretter. Nachts war nun aber Frost so dass es um den 20.11. herum mit der Behandlung gehen sollte da brutfrei. Das klappt in Berlin oft ganz gut, dafür noch einen milden Tag abzupassen.


    M.

  • Vorsicht mit der Nachsicht ggü. dem Milb!


    Milchsäure wirkt aus meiner Erfahrung nur, wenn sie mind. zwei Mal nacheinander im Abstand von ein paar Tagen angewendet wird.


    Wenn schon besprüht, dann Oxalsäure. Die wirkt besser und nachhaltiger, auch und insbesondere in Staubform.

    Staubform ist der entscheidende Hinweis. Wirksamer und bienenschonender als Oxalsäure (geträufelt oder gesprüht) und als Milchsäure.

  • Wenn schon besprüht, dann Oxalsäure. Die wirkt besser und nachhaltiger, auch und insbesondere in Staubform.

    Staubform ist der entscheidende Hinweis. Wirksamer und bienenschonender als Oxalsäure (geträufelt oder gesprüht) und als Milchsäure.

    Das ist so pauschalisiert Quark. Geträufelt wird OS in einer Mischung mit Zucker, die orale Aufnahme führt bei wiederholter Anwendung zu Problemen. Gesprüht wird OHNE Zuckerzusatz, die Wirksam- & Verträglichkeit ist meiner Erfahrung gleich wie beim Verdampfen.


    Ich würde auch bei Brutfreiheit einmal OS 3% sprühen. MS ist oftmals leider ziemlich wirkungslos.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Gesprüht wird OHNE Zuckerzusatz, die Wirksam- & Verträglichkeit ist meiner Erfahrung gleich wie beim Verdampfen.

    Korrekt. Gibt auch eine Studie dazu von Ratnieks et al. aus England und der Unterschied zwischen Sprühen und Verdampfen war marginal. Träufeln fiel dahingegen schon deutlicher ab.


    Hängt einfach auch von der Wetterlage ab - bei einer eng sitzenden Wintertraube funktioniert Verdampfen schlechter als Träufeln aber Sprühen ist eben bienenverträglicher sofern es noch derart klirrend kalt ist, dass sie auf der Wabe verklammen. Sitzen sie locker, ist Träufeln unsinnig - da passt es mit Sprühen besser. Ich entscheide das für mich Mitte November...


    M.

  • Den Unterschied zwischen OXS in Sprühform oder Staubform kann man sich in der Studie von der Fischermühle ansehen

    Ich streite mich da nicht um ein paar Prozent mehr Wirksamkeit.

    Für jemand mit zwei Völkern ist das Sprühen mit OXS total ausreichend.

    Von der MS bin ich persönlich vollkommen weg. Die Restflasche geht irgendwann mal in den Sondermüll.

    Das mit dem Staub hat den riesen Vorteil, dass ich die Völker nicht auseinander reissen muss. Dafür ist der Materialeinsatz und Anwenderschutz wesentlich höher.


    Also viel Erfolg.

  • Für die Bienenbehandlung kann schon nach ein paar Wochen die Wirksamkeit zu gering sein. Als kalklösendes Putzmittel fürs Bad gehts dann noch prima. :)

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • 😁

    "Staubform"

    gefällt mir!

    Hatte das auch die letzten beiden Winter ( waren auch meine Ersten), so durchgeführt . Scheint , als wäre es so wirklich noch am verträglichsten für die Hübschen.

    ABER mit ausreichender Schutzausrüstung arbeiten bitte !

    LG

    Martin