Insektenrückgang weitreichender als vermutet

  • Jungens, lesen hilft, auch und gerade für den Blutdruck :)


    Ich hab nicht gesagt, dass es dazu eine Studie gibt. Gibts aber vermutlich, aber ich hab keine Lust zu suchen. Ich sagte für unsere Studien, bei welchen wir vielfältige und große Bestände bestimmter Organismengruppen brauchen (z. B. Regenwürmer oder Collembolen) nutzen wir gerne solche Flächen, die nicht invaisv behandelt wurden. Also Glyphosat statt Pflug. Das sind keine sekundären Erfahrungen aus Studien, sondern Erfahungen aus erster Hand. Da wo jahrelang kein Pflug mehr drauf war lebt viel, viel mehr als dort, wo die Fläche alle 1-2 Jahre umgedreht wird. Das kann man gerne anzweifeln, aber das sind die Erfahrungen, die wir machen. Immer wieder.


    Ein wenig Schmunzeln muss ich dann doch bei folgendem Zitat:

    Die Studie würde ich gerne sehen. Eine Bodenbearbeitung, wie sie in den letzten Jahrhunderten eingesetzt wurde, mit mechanischen Mitteln, vielleicht etwas optimiert, soll invasiver auf den Boden wirken, als das richtig angewendete Glyphosat?

    Die Bodenbearbeitung, wie sie in den letzten Jahrhunderten eingesetzt wurde war ganz sicher besser für die Biodiversität als Glyphosat und alles andere. Aber die Zeit der Ochsenpflüge ist vorbei. Der Pflug hinter dem Traktor, der der das Feld komplett auf links dreht, ist für bodenlebende Organismen ganz sicher invasiver als richtig angewendetes Glyphosat. Überlegt doch kurz, wie viele Würmer halbiert werden, wie viele Arthropoden, Collembolen usw. plötzlich einen Erdklumpen auf dem Kopf haben, unter dem sie erdrückt/gefangen, Nagerbauten zerstört werden? Da braucht es doch nicht viel Fantasie zu.


    Stichwort Resistenzen: Das wird in den kommenden Jahren ein ganz großes Problem, nicht nur bei Superweeds. Paradoxerweise eben genau durch den weitgehenden Verbot von PSM. Anfang der 90er waren noch rund 1000 Wirkstoffe zugelassen, aktuell sind noch rund 400, davon wird in den nächsten Jahren auch nochmal rund die Hälfte verschwinden. Bei vielen anderen wird die Dosis reduziert werden müssen, um überhaupt noch eine Zulassung zu bekommen, so dass diese Mittel hart an der Grenze zur Wirksamkeit arbeiten. Wenn nun nur noch weniger Wirkstoffe zur Verfügung stehen, teilweise gibt es Anwendungen wo überhaupt nur noch einer verfügbar ist, und dieser dann auch noch runterdosiert wird ist die Folge klar: Resistenzbildung. In der Folge werden diese Wirkstoffe bald bedeutungslos. Sehr es doch mal positiv, das System das ihr so ablehnt wird sich über kurz oder lang selbst zerstören ;)


    Zitat

    Das kleinere Übel, nur existenzbedrohend.

    Glyphosatrückstände im Honig

    Auch hier wiederhole ich. Lesen hilft, wiederum auch für den Blutdruck. Glyphosat ist ein Werkzeug. Hier wurde es ganz eindeutig falsch angewendet und ich schrieb oben bereits meine Forderung, den Einsatz in blühenden Beständen zu unterbinden. Eben das Werkzueg sinnvoll anzuwenden. Verbieten wir etwa Messer, wenn wieder ein Islamist damit Attentate verübt hat? Richtig eingesetzt ist und bleibt Glyphosat ein sinnvolles Werkzeug, das bei ebstimmten Nutzungen tatsächlich auch Biodiversität fördern kann, wie oben gezeigt.


    Allerdings ist Glyphosat längst derart stark emotionalisiert, dass faktenbasierte Dikussionen kaum mehr möglich sind.

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  • Auch hier wiederhole ich. Lesen hilft, wiederum auch für den Blutdruck. Glyphosat ist ein Werkzeug. Hier wurde es ganz eindeutig falsch angewendet und ich schrieb oben bereits meine Forderung, den Einsatz in blühenden Beständen zu unterbinden. Eben das Werkzueg sinnvoll anzuwenden. Verbieten wir etwa Messer, wenn wieder ein Islamist damit Attentate verübt hat? Richtig eingesetzt ist und bleibt Glyphosat ein sinnvolles Werkzeug, das bei ebstimmten Nutzungen tatsächlich auch Biodiversität fördern kann, wie oben gezeigt.


    Allerdings ist Glyphosat längst derart stark emotionalisiert, dass faktenbasierte Dikussionen kaum mehr möglich sind.

    Mein Blutdruck ist vollkomen in Ordnung und nicht zu hoch. ;)

    Da es aber scheinbar immer am zu dummen Anwender liegt, wenn in dem Bereich was schief geht, sollte man trotzdem überlegen, diese Art Hammer oder Messer oder was auch immer aus dem Verkehr zu ziehen, wenn sie nach Jahrzehnten immer noch nicht gepeilt haben, wie es richtig anzuwenden ist. Wenn ich den Boden auf die von dir genannten Lebewesen reduziere, passt die Ausssage vielleicht. Nagerbauten auf glyphosatbehandelten Flächen in grosser Anzahl, sorry hab ich meine Zweifel. Der Feldhamster ist am Verschwinden.

    Die Superweeds sind bereits in den USA ein Problem und da kann von vielen verbotenen PSM wohl eher nicht die Rede sein. Kombi aus Glyphosat und gentechnisch verändertem Saatgut, ne geschickte Marketing Strategie, die sich jetzt rächt.

    Aber wie auch immer, da kriegen wir Beide keinen Haken mehr dran. Von Ochsenpflug habe ich auch nicht geschrieben, lesen hilft.;)

  • Ok, der Blutdruckspruch war unangemessen, bitte entschuldige :)


    Den Einsatz des Werkzeuges gilt es besser zu reglementieren, ich denke auf diese Minimalforderung können wir uns vielleicht einigen. Es ist ja auch nicht so, als würde Glyphosat ständig falsch eingesetzt. Das genannte Beispiel ist ein worst case, auf allen Ebenen. Eines, das es defintiv zu vermeiden gilt.


    Und ja, die Kombi aus Glyphosat+resistentem Saatgut gefällt mir auch gar nicht. Ist im Übrigen aber auch ein Beleg für meine oben genannte These: Immer nur ein Mittel einsetzen führt früher oder später zur Resistenzbildung.


    Vom Verschwinden des Feldhamsters habe ich keine Ahnung. Müsste ich spekulieren, würde ich wohl eine Mischung aus Pflügen (Mortalität, Habitat(zer)störung), PSM (direkt, v. a. aber auch indirekt über Nahrungsreduktion) und vermutlich einem Dutzend weiterer Gründe tippen. Aber das ist ein eigenes Thema.

  • Llecter schon im Mittelalter war die Aussage bekannt: Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing.

    Welches Brot ist du?


    Gruß

    Werner

    der einen kannte, bei dem die großzügige Anwendung von Roundup für eine saubere Hofeinfahrt als Ursache für seinen Krebs nicht ausgeschlossen wurden.

  • Welches Brot ist du?

    Ich bin übrigens auch kein Pro. Ich sehe Pesizide auch kritisch. Ich verfüge berufsbedingt vielleicht nur über etwas mehr Wissen als andere User (und versuche dieses auch zu teilen, trotz entsprechend negativem Feedback, s.o.) und bin in der Lage zu differenzieren.

    Ob das was nutzt, wenn er es selbst zugibt?! Nun, vielleicht den anderen Lesern.:)

  • In der Pflanzenschutzmittelzulassung arbeite ich, bei einer Firma die in hohem Maße von immer restriktiveren Anforderungen an PSM profitiert. Weißt du doch, wenn du meine Beiträge gelegentlich liest, etwa hier. Ich profitiere von keinem Verkauf (schön wärs), aber direkt von Kritik, die in strengere Reglementierungen mündet. Eure Bedenken sichern meinen Job :) Ich sollte besser nichts mehr schreiben...^^


    Edit: Danke Apidät !

  • Ok, der Blutdruckspruch war unangemessen, bitte entschuldige :)

    Das hab ich nicht als persönlich aufgefasst, von daher keine Entschuldigung nötig.
    Wollte nur mitteilen, dass mein Blutdruck durch sowas nicht mehr in die Höhe schnellt.

    Den Einsatz des Werkzeuges gilt es besser zu reglementieren, ich denke auf diese Minimalforderung können wir uns vielleicht einigen. Es ist ja auch nicht so, als würde Glyphosat ständig falsch eingesetzt. Das genannte Beispiel ist ein worst case, auf allen Ebenen. Eines, das es defintiv zu vermeiden gilt.

    Ja darauf können wir uns einigen, was den Agrarsektor angeht, zumal wir ja voraussichtlich noch länger als bis 2023 mit dem Zeug leben müssen.

  • Wenn man gegen das Pflügen ist - was natürlich auch Schäden im Boden verursacht - und gegen Gifte, dann kann man doch mal Masanobu Fukuoka lesen.


    Die Realität zeigt auch: Die Piloten der Monokultur-Plantagen spritzen Gift auf die Felder. Sie wissen, dass sich damit ihre Familien vergiften. Wenn sie nicht fliegen würden, müssten die Familien verhungern.


    Wir sollten versuchen die Probleme "allumfassend" zu sehen.

    Von mir war das natürlich auch nur ein "Ausschnitt".


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."