Insektenrückgang weitreichender als vermutet

  • Die Aussage möchte ich so nicht stehen lassen.

    Hallo Werner, Du kennst mich doch noch von unserem Treffen beim Drohn.:)

    Ich war der einzige Ossi damals.

    Zum Thema, hier im Osten ist das alles schon viel weiter fortgeschritten. Erst die Landenteignung nach dem Krieg, dann die LPG's und jetzt zunehmend Großpächter für die zum Teil riesigen Schläge im Verhältnis zu Euch im Westen. Wie ich schon mal schrieb habe ich das Beispiel quasi vor der Haustür. 1 Großbauer, 5 Angestellte und 1000 ha reichen glaube ich noch nicht mal. Zuerst sieht man natürlich das fehlende Unkraut in den riesigen Schlägen von 60- 100 ha. Es geht natürlich auch kleiner. Dann muss man sich die Monokulturen bewusst machen mit der möglichen Massenvermehrung von Schädlingen und der Großteils vorbeugenden "Spritzkultur".

  • Du hast doch sicher an geführten Diskussionen teilgenommen?! Denk Dir doch einfach mal einen unparteiischen D. Führer, welcher alle angeführten Argumente streng nach Pro, Contra und Nicht Relevant im Sinne des Themas an einer Tafel für alle sichtbar gliedert. Dann überleg mal wo Deine Beiträge stehen und wo Mannes.

    So wie ich das hier sehe, stehen die Argumente der Pro's, und dazu zähle ich Dich, auf zwar "wissenschaftlichen" aber doch sehr dünnen Beinen. Du kannst es drehen wie Du willst. Schau Dir die "sauberen" Felder der industriellen Landwirtschaft an und werde Dir klar daüber, wie dieser Zustand ausschließlich mit PSM zu erreichen ist. Wenn Dir bei diesem Anblick und Deinem Hintergrundwissen da nicht das Gewissen schlägt!:)

    Ich weiß nicht recht, was der Vergleich mit geführten Diskussionen soll. Wir sind hier nunmal in keiner, sondern in einem freien Forum. Dabei spielt es für mich auch keine Rolle, ob Manne oder du oder sonst wer Pro oder Contra Pestizide seid. Du verfehlst damit völlig die Intention meines Beitrages.


    Hier postet ein User eine Studie, die einmal keinen Insektenrückgang belegt, bei einer bestimmten Gruppe unter bestimmten Bedingungen. Dabei äußert er schon Bedenken, wie diese hier aufgenommen wird. Prompt kommt auch einer um die Ecke und stellt ihn in die "PSM-Jünger-Ecke", dabei ist er nur der Bote, der nicht mal eine Meinung dazu äußert. Bald wird hier niemand mehr etwas themenbezogenes posten, was nicht reine Kritik ist, um nicht am Forenpranger zu landen. Wir schaffen uns hier unsere ganz eigene Filterblase. DAS ist meine Kritik.


    Ich bin übrigens auch kein Pro. Ich sehe Pesizide auch kritisch. Ich verfüge berufsbedingt vielleicht nur über etwas mehr Wissen als andere User (und versuche dieses auch zu teilen, trotz entsprechend negativem Feedback, s.o.) und bin in der Lage zu differenzieren.

  • und bin in der Lage zu differenzieren.

    Na dann bitte ich Dich sogar darum. Wenn die Motten in der "Welt der Schädlinge" kaum relevant sind, kaum durch Spritzmittel direkt bekämpft werden, daher leicht zunehmen, wie ist das dann einzuordnen?! Aber was solls, ist hier eh alles umsonst!

    Gehe erstmal arbeiten.:)

  • Aber was solls, ist hier eh alles umsonst!

    Hätte ja nicht gedacht, dass wir uns nochmal einig werden. Belassen wirs einfach dabei, ich springe hier nun nicht weiter über deine Stöckchen.

    @Llector: Also, ich finde nicht, dass Deine Beiträge umsonst sind. Im Gegenteil finde ich Deine Beiträge sehr differentiert und faktenreich. Es tut einfach gut, auch mal rationale und methodische Diskussionsbeiträge zu lesen. Viele verwechseln Intention und Meinung - so löblich die auch sein mögen - mit Tatsachen.
    Wenn nicht User wie Du Beiträge verfassen, dann werden nur noch die anderen gehört...

    Liebe Grüße, Ralf

    Um die 15 Carnica Völker in 1,5 DNM auf 2 Standorte in Bochum verteilt.

  • Wie in einigen anderen öffentlichkeitswirksamen und stark emotional besetzten Themenbereichen hat auch zum Thema Pestzide jeder eine Meinung, unabhängig davon, wieviel Ahnung vorhanden ist. Das Thema ist extrem vielschichtig. Je mehr wissenschaftlichen Einblick man in die Tiefe hat, desto weniger lassen sich die Dinge in einem einfachen Schwarz-Weiß-Schema wiedergeben. Wenn jemand dann versucht, diese ganzen sich ergebenden Graunuancen differenziert zu erläutern, wird er vom weniger orientierten Betrachter automatisch in die andere Ecke zugeordnet.

    Leider ahnen die meisten nicht mal, was sie alles nicht wissen.

  • ... Leider ist viel Wissen über eine chemiefreie Unkrautbekämpfung verloren gegangen und wird in der Biolandwirtschaft wiederentdeckt oder neu entwickelt.

    Z.B. kann man die Vorauflaufbehandlung statt mit Glyphosat auch mechanisch machen.

    ...

    Kosten, die wir nachher alle zahlen (z.B. durch Mehrkosten bei der Grundwasseraufbereitung) oder mit Folgen, die gar nicht bezifferbar sind - unwiederbringliche Verluste an Flora und Fauna und Bodenfruchtbarkeit.

    Den Ansatz könnte man bequem weiterverfolgen, wenn da nicht ganz simples altes Wissen und alte Praxis einfach ignoriert und ziemlich platt und pauschal ignoriert würde.
    Es besteht immer noch das Anbauverbot für Hanf - Nutzhanf wohlgemerkt. In früheren Zeiten - bis in die 1950er Jahre - wurde Hanf für alle denkbaren Zwecke angebaut, nur nicht um ihn zu rauchen, denn dafür war er nicht wirklich primär geeignet... Ein Grund war die insektizide Wirkung als Schutz für angebaute Kulturen.


    Leider wird das Thema überhaupt nicht ansatzweise offen behandelt. Nutzhanf würde diverse Kräuter absterben lassen und zugleich Boden und auch Wasser verbessern. Neben den primären Produkten daraus wäre das mal einen verlustfreien Versuch wert, der aber politisch offenbar nicht gewollt ist. Warum das u.a. nicht gewollt ist, kann an sich an einer Hand abzählen...


    Gruß Andreas

  • Z.B. kann man die Vorauflaufbehandlung statt mit Glyphosat auch mechanisch machen.

    Das ist grundsätzlich natürlich richtig, allerdings bringt die mechanische Bodenbearbeitung andere Nachteile mit sich. Die erhöhten Kosten für Arbeits und Energieeinsatz sind natürlich diskutabel da über höhere Preise wohl kompensierbar - aber auch das ist ein ganz eigenes Thema, das hier schon vielfach diskutiert wurde.


    Ich ziele vielmehr auf den Einfluss auf die Bodenfauna ab, den diese teils stark invasiven, mechanischen Eingriffe haben. Wir führen unsere Effekt-Studien bzgl. der Bodenfauna gerne auf Flächen von Landwirten durch, welche mit Glyphosat statt mechanisch arbeiten. Die Unterschiede hinsichtlich Artenvielfalt- und Abundanz im Vergleich zu menchanisch bearbeiteten Flächen sind beachtlich. Es sind weitaus mehr Arten und Tiere vorhanden, da nicht regelmäßig viele Individuen den mechanischen Störungen zum Opfer fallen. Glyphosat ist zumindest für diese Gruppen das deutlich kleinere Übel.


    Daher sehe ich die Anwendung von Glyphosat nicht grundsätzlich negativ. Glyphosat ist schlicht ein Werkzeug, wie auch ein Hammer. Richtig eingesetzt kann ich damit Häuser bauen, falsch eingesetzt Schädel einschlagen. Daher sollte eher Wert auf eine sinnvolle Anwendung von Glyphosat gelegt werden, wie etwa ein Verbot von Sikkationsspritzungen ('totspritzen' von größeren Feldern um eine gleichzeitge Abreife zu erreichen) oder generell dem Verbot von Spritzungen in blühende Bestände.


    Kurzes Fazit: Wo immer sinnvoll möglich sollte auf den Einsatz von PSM verzichtet werden. Es gibt aber durchaus aus sinnvolle Einsatzgebiete, wo sie das geringere Übel darstellen.

  • Das ist grundsätzlich natürlich richtig, allerdings bringt die mechanische Bodenbearbeitung andere Nachteile mit sich. Die erhöhten Kosten für Arbeits und Energieeinsatz sind natürlich diskutabel da über höhere Preise wohl kompensierbar - aber auch das ist ein ganz eigenes Thema, das hier schon vielfach diskutiert wurde.


    Ich ziele vielmehr auf den Einfluss auf die Bodenfauna ab, den diese teils stark invasiven, mechanischen Eingriffe haben. Wir führen unsere Effekt-Studien bzgl. der Bodenfauna gerne auf Flächen von Landwirten durch, welche mit Glyphosat statt mechanisch arbeiten. Die Unterschiede hinsichtlich Artenvielfalt- und Abundanz im Vergleich zu menchanisch bearbeiteten Flächen sind beachtlich. Es sind weitaus mehr Arten und Tiere vorhanden, da nicht regelmäßig viele Individuen den mechanischen Störungen zum Opfer fallen. Glyphosat ist zumindest für diese Gruppen das deutlich kleinere Übel.

    Die Studie würde ich gerne sehen. Eine Bodenbearbeitung, wie sie in den letzten Jahrhunderten eingesetzt wurde, mit mechanischen Mitteln, vielleicht etwas optimiert, soll invasiver auf den Boden wirken, als das richtig angewendete Glyphosat? Müsste im platten Umkehrschluss ja bedeuten, dass sich Boden und Artenvielfalt seit dem Einsatz dieses PSMs verbessert hätten.

    Das ist lt. den Bauern, nicht der Fall, die gerade damit versuchen die strengere Düngeverordnung zu konterkarieren, in dem sie über die schwindende Humusschicht bei intensive genutzten Böden klagen. Und die Resistenzen der sog. Superweeds auch nur eine Folge unsachgemässen Gebrauchs?

    Finanzierung Glyphosat Studie


    Das kleinere Übel, nur existenzbedrohend.

    Glyphosatrückstände im Honig


    Man kann für Alles ein Für und Wider finden. Derzeit geht der Trend ja eher dazu, möglichst alles mit Studien zu widerlegen, damit man bloss keine Veränderung hinnehmen muss. Verständlich, wenn man damit seinen Lebensunterhalt bestreitet. Machen wir halt alle weiter, bis gar nichts mehr geht.

  • Die Studie würde ich gerne sehen. Eine Bodenbearbeitung, wie sie in den letzten Jahrhunderten eingesetzt wurde, mit mechanischen Mitteln, vielleicht etwas optimiert, soll invasiver auf den Boden wirken, als das richtig angewendete Glyphosat? Müsste im platten Umkehrschluss ja bedeuten, dass sich Boden und Artenvielfalt seit dem Einsatz dieses PSMs verbessert hätten.

    Klasse auf den Punkt gebracht! Diese Studie würd ich auch gerne sehen.

    Die Studien heutzutage ähneln aber mehr Statistiken über die der Volksmund ja spöttisch behauptet: Glaube nie einer Statistik welche du nicht selbst gefälscht hast!