Was genau zählt als Bienevolk für die Tierseuchenkasse ?

  • Werbung

    Hallo, ich habe keine Richtlinien dafür gefunden, was man als Volk melden muß. Normale Beuten ja, aber was ist mit den Miniplus, die man als Reserve einwintert? Sind die auch melde- und beitragspflichtig?

  • Wenn ich Dir 100 Völker verkaufen will, melde ich die, und Du aber auch! Dann gibt es auf einen Schlag 100 'Völker' mehr, für die die Kasse direkt ihr Geld bekommt und zusätzlich das Land bei der EU Zuschüsse bekommen kann :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn ich Dir 100 Völker verkaufen will, melde ich die, und Du aber auch! Dann gibt es auf einen Schlag 100 'Völker' mehr, für die die Kasse direkt ihr Geld bekommt und zusätzlich das Land bei der EU Zuschüsse bekommen kann :)

    Laut TSK sollen hier die Völker gemeldet werden, die man am 01.01. des Jahres hat(also 2020). Dann kann es doch nicht zu solchen Doppelmeldungen kommen - oder habe ich da was falsch verstanden?
    Das mit Königin + Volk auf Waben wurde auch bestätigt.
    Beste Grüße
    Meapas

  • Die Stichtagsregel wurde hier in NRW abgeschafft. Hier gilt, was max. über das Jahr hier steht. Wenn die hundert Völker hier stehen und dann bei Dir, haben wir beide irgendwann übers Jahr 100 beitragspflichtige Völker da stehen. + Kieler & Apidea die drei Wochen in betrieb sind....


    Deutschland tut was! Soviele Völker! ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • geht auch nicht um Einwinterung, sondern um Spitzenbesatz im Jahr. (zumindest in NRW) Wir haben hier grade AFB Sperrbezirk - da hat unser Veterinäramt nen schönen Schreck bekommen, als es glaubte es müsse all die gemeldeten, weil für die Zucht geplanten Minis mitbeproben ;)


    Gruß
    Ludger

  • Fragen zur Meldepflicht beantwortet die Satzung der jeweiligen TSK.

    Hier in Thür. ist der Völkerbestand zum Stichtag zu melden, was (zumindest im Bereich dieser TSK) Doppelmeldungen ausschließt. Ferner ist hier die Pflicht zur Veränderungsmeldung fixiert, wenn sich die Völkerzahl im Laufe des Jahres durch Hinzukauf ändert. "Tiere, die nach dem Stichtag im eigenen Bestand geboren werden, sind im laufenden Jahr nicht zu melden." (Zitat).

    Eigenartigerweise sah die Online-Meldeplattform bisher keine Reduzierung der Stichtagsmeldung vor, nur Erhöhungen konnten online nachgemeldet werden. In Schriftform kann man selbstverständlich auch Reduzierungen oder die vollständige Abschaffung der eigenen Imklerei nachmelden.

  • Aha, dann kann ich also bis zum Stichtag warten, da ich die Völkervermehrung selbst betrieben und nichts gekauft habe (außer ein paar Bienen ohne Königin). Aber die Minis gelten dann genauso, auch wenn ich die im Frühjahr für die Zucht auseinandernehmen werde, wenn denn alles wie geplant durch den Winter kommt

  • In Berlin melden wir gar nichts an die TSK und bekommen auch (fast) nichts...der Kollege aus Pankow hat fast einem Jahr nach der angeordneten Abtötung der gesunden Völker keinen Cent von der TSK bekommen. In Hermsdorf gab es immerhin 105 Euro je Volk...nach einem halben Jahr aber immerhin.

    Na, Petition ist übergeben, mal sehen, ob es was gebracht hat....

    M.

  • Es kommt wirklich auf die konkrete Satzung der jeweiligen TSK an. In LSA z.B. gibt es zwar den Stichtag 3.1. d.J., aber bei Bienen einige Sonderregeln, z.B. Anzahl der eingewinterten Einheiten, Nachmeldepflicht über Schwellwert (> 5% Bezug aus anderen Bienenhaltungen) usw.

    Wenn eine TSK ihre eigene Satzung verletzt, bspw. Entschädigungen nicht zahlt trotz Anspruches, dann muß der Imker den Rechtsweg beschreiten. Petitionen können allenfalls politische Veränderungen herbeiführen, nicht aber über Rechtsansprüche befinden. Wenn eine Amtsperson ihr Amt mißbraucht, kann der Imker das mit rechtsstaatlichen Mitteln prüfen und ggf. sanktionieren lassen. Er muß es nur tun und ggf. sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel und Wegen nutzen. Das dient dann nicht nur ihm allein, sondern dann allen potentiellen "Untertanen".

  • Ja leider ist das Ländersache und da bastelt sich jeder eben seinen eigenen Mist. Wir sind zwar ein Deutschland, aber das war es dann auch schon an Gemeinsamkeit. Das ist auch einer der Gründe warum immer mehr Menschen den glauben an unsere Vertreter, sei es Verwaltung oder Politik, verlieren.

  • mreczio : Der Bezug zu einzelnen TSK-Satzungen oder gar spezifischen Regeln für Bienenhaltungen darin erschließt sich mir nicht. Kannst Du das erklären oder belegen?

    Manche TSK leisten sich eben große Verwaltungen, andere nur kleine. Da kommt es letztlich auf die Tierhalterschaft des jeweiligen Bundeslandes an, die sich ja im Rahmen der Selbstverwaltung diese Satzungen selbst gibt - und natürlich auf die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse in der nicht homogenen Masse der Tierhalter. Eigentlich sollte man froh sein, daß es so konstuiert ist. Eine von der Obrigkeit aufoktroyierte Ordnung hätte wohl erst recht ihre Schattenseiten. Theoretisch könnten die Bienenhalter ja geschlossen aus der TSK austreten und ihre eigene TSK aufmachen. Ich fürchte, da wäre es weder besser, noch gar billiger...