Möglicherweise keine Königin in einem Volk

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    Und sie wissen hoffentlich, das seit dem Video inzwischen 18 Tage vergangen sind und damit mindestens 1-2 Brutdurchgänge bereits abgeschlossen wurden?

    Unsere Honigbiene braucht von der Eilage bis zum Schlupf 21 Tage. Anders als bei anderen solitären Bienen gibt es bei unserer Honigbiene kontinuierliche Brutanlage. Dieses Brutnest mit unterschiedlich alten Larven ist immer abhängig von Umweltbedingungen. Jetzt ist das Brutnest so klein, das pro Tag kaum 100-200 Bienen schlüpfen, bei einem guten Volk. Das ist aber dann auch nicht mehr notwendig, weil es langlebige Winterbienen sind. Manch ein Volk wird schon Brutfrei sein. Wenn jetzt ein Volk noch viel Brut anlegt, hat es immer ein Problem durch den Winter zukommen, deshalb wird gegen die Kälte angebrütet.


    Somit stimmt es fachlich nicht, dass mindestens 1 oder gar 2 Brutdurchgänge nnerhalb von 18 Tagen abgeschlossen wären, dafür wären 42 Tage notwendig. Jeden Tag schlüpfen Bienen, die vor 21 Tagen als Stift begonnen hatten.


    DSchwenk

    ich würde mich freuen, wenn Sie sich noch etwas mehr mit den Grundlagen der Bienenhaltung auseinandersetzen. Keiner von uns imkert hier komplett fehlerfrei und wir lernen hier von einander. Manchmal ist man anderer Meinung und hadert mit dem einen oder anderen Kollegen.

    Ich spreche da aus Erfahrung. Aber auch ich habe irgendwann eingesehen, dass es hier nicht um das Runtermachen oder Profilieren über Fehler eines anderen geht, sondern wirklich um ernstgemeinte Ratschläge.


    Doch eigentlich geht es hier im Forum wirklich um das Wohl der Bienen. Das hier ist nicht mit FB zu vergleichen. Die Leute hier kennen einander lange und versuchen fachlich zuantworten.


    Daher bitte die kritischen Antworten ernstnehmen und objektiv beurteilen.

    Ist Futter ausreichend für den Winter vorhanden?

    Ist die vorhandene Volksstärke ausreichend?

    Kann das Volk noch an Stärke zu dieser Zeit gewinnen?


    Für mich lautet für das gezeigte Volk, die Antwort auf alle Fragen realistisch "Nein". Daher haben viele hier Tipps gegeben, wie man den Bienen noch helfen kann, da man dem Volk insgesamt nicht mehr helfen kann. Die Zeit ist zu kurz und das auch vor 18 Tagen.


    Das es eine teure Königin ist, ist sicher schade. Sie könnten sie an einen anderen Imker geben, der sie brauchen kann.


    Es gibt immer Möglichkeiten, auch wenn sie einem nicht immer angenehm sind.


    Hier hat man einige gute Anregungen bekommen, so eine Situation bei einem Volk zu händeln und dafür möchte ich mich bei allen hier bedanken. Ihr habt unwissentlich meinem Jungimker (im 2 Jahr) mit seinem Ableger geholfen. Das Volk im Video hatte viel weniger Futter, als der Ableger meines Jungimkers, aber die Volksstärke passte einfach nicht. Er hat das Volk aufgelöst und die Königin im Verein zur Verfügung gestellt. Die wurde dankend von einem Imker angenommen.

    Es ist schwer jemand zu sagen, dass ein Volk wahrscheinlich nicht durch den Winter kommt. Man hat eine Mitschuld, auch wenn es das zweite Imkerjahr für ihn ist und er alles selbstständig macht. Daher war es gut, dass ich ihm diesen Thread zum lesen geben zu konnte und er so selbstständig die Entscheidung getroffen hat.


    Danke an alle.

    .

  • Beehulk: Ich prahle mit gar nichts. Auch wieder eine Unterstellung unter vielen, die - im öffentlichen Raum geäußert in Kombination mit diesen - an der Grenze zu einer Straftat steht. Bitte seien sie sich dieses Umstandes stets bewusst.

    Alter, Du bist mit Deiner erfrischenden Art wirklich der Hit 😂👍


    hartmut , mach dem ganzen ein Ende, bitte. Das gibt schlechtes Karma.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...Ihr habt unwissentlich meinem Jungimker (im 2 Jahr) mit seinem Ableger geholfen.

    Das ist eine wichtige Dimension jedes Fadens hier. Es lesen viele mit, ohne daß man von ihnen weiß. Das sollte bei jedem Beitrag auch mitbedacht werden - sowohl beim Verfassen, als auch beim lesenden Interpretieren. Neben der größeren Verantwortung bei beiden Tätigkeiten vermag solche Weitsicht bis zu einem gewissen Grade auch ent-spannen im wörtlichen Sinn. Die Beiträge sind i.d.R. nicht persönlich gemeint, sondern haben die erweiterte Dimension, die sich an die unerkannten, potentiellen Leser bzw. Gesprächspartner richtet - auch und selbst wenn Jemand persönlich angesprochen wird.

  • Dazu fällt mir ein, dass Bernhard Heuvel in seinem 2-Königinnenbetriebs-Vortrag lehrte, dass man im Oktober nach der Auffütterung noch Ableger bilden kann, indem man 2 Brutwaben (Dadant allerdings u. natürlich mit Bienen) von starken Völkern nimmt, 2 Futterwaben dazu und eine Reservekönigin. Zwar schon später Oktober - das wäre vielleicht ein Experiment, um die Königin zu retten. Das wären über den Daumen 4 Zanderbrutwaben + 4 Zanderfutterwaben, und ich würde - so naiv wie ich bin - diese Einheit über einem Zwischenboden einem Vollvolk aufsetzen.

  • Hallo,

    Dazu fällt mir ein, dass Bernhard Heuvel in seinem 2-Königinnenbetriebs-Vortrag lehrte, dass man im Oktober nach der Auffütterung noch Ableger bilden kann, indem man 2 Brutwaben (Dadant allerdings u. natürlich mit Bienen) von starken Völkern nimmt, 2 Futterwaben dazu und eine Reservekönigin. Zwar schon später Oktober - das wäre vielleicht ein Experiment, um die Königin zu retten. Das wären über den Daumen 4 Zanderbrutwaben + 4 Zanderfutterwaben, und ich würde - so naiv wie ich bin - diese Einheit über einem Zwischenboden einem Vollvolk aufsetzen.


    das Vorgehen ist hier bereits erwähnt, inkl. seines Ursprungs:

    Einwinterung in Dadant - wieviele Rähmchen?


    Die Völker überwintern am Ende auf 8 Dadant-Waben und die Spender wurde auch entsprechend aufgefüttert bzw. Vorbereitet. Das heißt man macht sich vorher Gedanken, was man am Ende braucht und handelt entsprechend, und schröpft keine Völker, die gerade so aufgefüttert wurden.


    Wenn ich lese, wie die Völker aufgefüttert wurden, ist schröpfen Evtl. Nicht die Beste Idee...


    Grüße

    Mike

  • Es geht nicht darum, ob wir das wollen, sondern darum, ob Jungimker mit vergleichbarem Erfahrungsdefizit das wollen sollen.

    Wer unbedingt geigeln will oder gar Versuche beginnt (ernsthafte wissenschaftliche Fragestellung vorausgesetzt, kein Russisch-Roulette auf Kosten der Bienen), der benötigt imkerliche Erfahrung und Fachwissen. Daran fehlt es dem Fragesteller ganz offensichtlich und unabhängig davon, ob er selbst das einsieht oder nicht. Er wäre aber schon einen Schritt weiter auf dem Weg zu einem besseren Imker, wenn er eigene Defizite nach wohlgemeinten Hinweisen anerkennen, später evtl. sogar eigenständig erkennen könnte.

  • Das "Volk" wird nie und nimmer den Winter überleben!

    Futter wird es bei diesen Temperaturen auch keins mehr annehmen.

    Das was man an Bienen sieht, sind auch keine gut entwickelten Winterbienen.

    Also, keine Chance!

    Carnicabiene in Segeberger Deutschnormal (DNM) 1.0 :)

  • Ich bedauere gerade meinen Faden zum Thema YouTube - obgleich beim Autor des Fadens hier ja noch mehr Quellen herangezogen werden. (Gut, dass der Faden dicht gemacht wurde)


    Wenn aber hier selbst mir, als einjährigem Imkerneuling nur noch einfällt: "Gib doch endlich ein viel Rauch, Feg doch endlich ab und rede/agiere nicht um den heißen Brei!" dann will das was heißen.


    45 € hin oder her.


    Dabei weiß ich sogar ebenfalls wovon ich rede - auch ich habe ein Volk verloren durch zu späte Reaktion. Meine Verantwortung/mein Verschulden. Erste Jahr - erster Völkerverlust - keine gute Quote.


    Ich habe/Du hast aber eben auch die Verantwortung für den Rest der zurückgebliebenen Bienen.


    Und da solltest Du nicht mehr zögern (wie Dir alle hier schon rateten) sondern ran an die Bienen und "retten" was zu "retten" ist.


    Und ich stimme rase zu - eigentlich gehört auch hier jetzt langsam ein Schloss vor :)

    Imkerei-Silberbiene

    Aus Freude an den Bienen / Honig aus Rotenburgs Gärten