Möglicherweise keine Königin in einem Volk

  • Werbung

    Guten Tag, liebe Forengemeinde.


    Ich habe heute zwei meiner Völker besucht, eigentlich sogar drei.


    Von diesen drei Völkern ist eines ein eingefangener Naturschwarm, der sich bis jetzt auch prächtig entwickelt hatte. Dieser sitzt auf einer Zarge und hatte mal einen Selbstgebildeten Kunstschwarm als Nachbarn, dessen Bienen aus dem dritten Volk das hier eine Rolle spielt stammten. Jetzt muss ich etwas ausholen.


    Ich bildete den Kunstschwarm Ende Juli diesen Jahres, auch mit Kellerhaft und dergleichen (2 Tage).

    Dann stellte ich diesen neben den eingangs erwähnten Naturschwarm und verengte sein Flugloch, dies jedoch nicht eng genug, so dass es zu einer massiven Räuberei kam (das zugefütterte Futter war bei dem KS immer nach einem Tag aus dem Eimer gesaugt, es wurde aber im Volk nichts eingelagert), woran mehr als die Hälfte der Kunstschwarmbienen starb.

    Nach dieser Erkenntnis stellte ich den Kunstschwarm Mitte September auf ein etwa 500m entferntes Grundstück und steckte Reisig in das Flugloch und verengte dieses auf gerade noch eine Bienenbreite. Inzwischen hat dieser Brut angelegt, allerdings bisher, trotz kontinuierlicher Fütterung nur gerade einmal 3x 1/4 Wabenflächen. Die Königin ist gekauft (Bienenzucht-Profi).


    Jetzt habe ich nach Aufsicht auf den am Alten Standort verbliebenen Schwarm festgestellt, dass dessen Waben auf einer Seite leer zu sein schienen, was sich auch beim Gewicht bestätigt hatte. Dies lag daran, dass ich keine Fluglochverengung durchgeführt hatte. So entnahm ich zwei gänzlich geleerte Waben und gab diesem Volk volle Futterwaben aus Volk 2. Bei der Durchsicht um Platz für diese neuen Futterwaben zu schaffen, fand ich auch nach 2 Durchgängen meine Königin, welche Grün markiert ist, nicht. (Dieses Volk ist das einzige, welches einzargig mit Ameisensäure behandelt wurde - Schwammtuch von oben)

    Volk 2 hingegen, also das Volk aus dem die Bienen für den Kunstschwarm stammten und das auch räuberte, war in derartigem Maße schwer geworden, dass man dieses nur noch mit zwei Händen seitlich ankippen kann, dieses bekam im ehemaligen Honigraum die zwei Leerwaben aus dem Naturschwarm eingesetzt.


    Nun zu meinem Problem: Die Bienen im Naturschwarm (in dem Fall am Stand Volk 4) sind relativ ruhig, mich wundert nur, dass auf den ehemals gut mit Brut gefüllten Waben (4 an der Zahl) nur noch Futter war (gelegentlich noch nicht geschlüpfte verdeckelte Brut in einzelnen Zellen) und das dieses Futter von den Waben auf der anderen Seite umgetragen wurde, so dass diese leer wurden und das ich eben die Königin nicht finden konnte.


    Sollte in diesem Volk nun tatsächlich keine Königin mehr sein?


    Wenn ja: Kann ich die Königin aus dem Kunstschwarm herausnehmen, diesen sich selbst überlassen und die Königin über einen verschlossenen Zusetzkäfig mit Futterteig zur Gewöhnung in das Volk 4 hängen?

    Oder soll ich das Volk 4 zum Kunstschwarm dazuschütten und die Futterwaben einlagern?!


    Hier ein kleines Video des Kunstschwarmes, aus welchem ich die Königin entnehmen könnte:


  • Ganz ehrlich: Wenn das Video wirklich vom 8.10. ist, und du irgendwo in Deutschland imkerst, dann wird diese kleine Ansammlung von Bienen mit Königin (Volk wäre anmaßend) und ohne nennenswert Vorrat oder ausgebaute Waben zum Einlagern von Vorrat Weihnachten nur dann erleben, wenn es bis dahin nicht kalt wird.

    Du kannst es -sofern ansonsten gesund- mit einem anderen vereinigen. Sie werden sich dann für eine Königin entscheiden oder du entscheidest vorher mit dem Daumen. Die Königin im anderen Volk legt vielleicht nur gerade nicht und du hast sie übersehen. Vielleicht ist auch die Zeichnung weg oder sie haben umgeweißelt. Ich würde das Volk jetzt nicht durchsuchen. Aber sicher ist: Wenn du diese Kiste so stehen lässt, werden weder Bienen noch Königin das Frühjahr erleben - du verlierst also bei der Vereinigung nichts. Alternativ kannst du natürlich das Völkchen auflösen und dafür sorgen, dass die Königin ein richtiges Volk bekommt, mit dem sie überwintern kann.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich vergaß, das Volk auf dem Video wird permanent über eine Futtertasche (die ja auch im Video zu sehen ist) mit 3:2 Zuckerlösung gefüttert. Aber ja, ich weiß, dass das Volk schwach ist, ich muss mir also die Option offen halten, es aufzulösen. Danke für den Kommentar.

  • Zitat

    ...Brut ist da, da brauchen wir garnicht weiter kucken, das paßt so...

    Nix für ungut, aber da paßt nix. Das Brutnest ist winzig, löchrig & es fehlt massiv an Bienen. Das war leider ein Fehlstart

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Daniel,

    ich würde die Entscheidung aber nicht mehr auf die lange Bank schieben.

    Wer mit wem vereinigt wird, diese Entscheidung kann Dir aus der Ferne niemand abnehmen.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Diese paar Bienen können bei Nachtfrost noch nicht mal die Brutwaben heizen. Viel zu viele leere Waben und Mittelwände. Wer soll die ausbauen? Futtertasche zu weit weg vom Brutnest. Da wir jetzt nicht Juli haben, kann das nichts mehr werden.

    Tips zur Abhilfe sind ja schon gegeben.

  • Ich vergaß, das Volk auf dem Video wird permanent über eine Futtertasche (die ja auch im Video zu sehen ist) mit 3:2 Zuckerlösung gefüttert. Aber ja, ich weiß, dass das Volk schwach ist, ich muss mir also die Option offen halten, es aufzulösen. Danke für den Kommentar.

    Ja, das habe ich gesehen. Man sieht im Video aber keine Bienenmasse, die aus den Mittelwänden noch Waben machen könnte, um Futter einzulagern. Die wenigen Bienen versuchen mühsam die Brut zu wärmen solange das noch geht und verzehren das Futter dabei direkt. Ein größeres Brutnest können sie nicht pflegen und so werden es wenig Bienen bleiben. Wenn es kalt wird, schaffen sie den Weg zur Futtertasche nicht mehr und verhungern dir auf der Wabe neben der Futtertasche.


    In der Wirtschaft nennt man sowas Insolvenzverschleppung, wenn du das weiter laufen lässt.

    Das einzige, das du jetzt machen kannst, ist entscheiden, ob du Königin und Bienen die Chance gibst mit einem anderen Volk weiterzuleben oder ob du ihnen beim sicheren Tod zusehen willst. Die Entscheidung wird die nächsten Tage nicht leichter, aber die nächsten Wochen ist es dann zu Variante sicherer Tod entschieden. Wie du vereinigst, mit dieser Königin umweisest oder was auch immer, muss man aber vor Ort entscheiden, wenn man alle Kandidaten kennt.


    Da war Immenlos schneller, aber auch der hat -so glaube ich- entgegen seinem Namen schon viele Bienenvölker gesehen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Gut, ich denke, ich werde die Königin noch einmal suchen und sollte diese dann nicht gefunden werden, weisele ich das Volk mit der Königin des KS und deren Bienen neu ein. Gott sei dank hat es bei uns auch morgen noch knapp 17°...

    ... und wenn Du sie findest? Was tust Du dann mit dem hoffnungslosen "Volk" vom Video?


    Sei gnädig und gib denen ihr Gnadenbrot in einem anderen Volk.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Wofür ist man in diesem Forum angemeldet, wenn man nicht bereit ist mehr zu lesen, als auf dem eigenen Teller präsentiert wird?

    Vor ein paar Tagen war hier die Diskussion, wie man Völker vereinigt. Dann gibt es noch die Suchfunktion.

    Wer Internetvideos produzieren kann, wird auch mit einer Forumssteuerung umgehen können.


    Ich würde die Bienen nicht vor das Flugloch kippen. Weshalb Ende Oktober noch eine Prügelei provozieren.


    Sind in den anderen Kisten zu Mindest Völker drin, oder sind es auch nur solche Bienenhäufchen?

  • Dann also die Bienen vor das Flugloch des derzeit scheinbar weisellosen Volkes schütten und die Königin zeitgleich im verschlossenen Zusetzkäfig einsetzen? Was mache ich mit der Brut die jetzt im Kunstschwarm ist?

    Liest du die Beiträge? Jede Menge sachlich fundierte Hilfestellung, ohne Häme und es kommt scheinbar nichts an.

    Deine Problemstellung hättest du mit ein bisschen Recherche und minimalem Grundwissen selber beantworten können.

    Die Motivation, sich mit solch einem Nichtvolk im Internet zu präsentieren, lass ich mal dahingestellt.

    Zusammensetzen, sofern du ein brauchbares Volk hast, dass nicht nur in einer Kastenecke chancenlos versucht, die lebensnotwendigen Abläufe aufrechtzuerhalten. Ein erbärmlicher Anblick, ehrlich gesagt.

  • Verstehe ich es richtig - 3 Völker, eines schwach, eines stark und das Dritte anscheinend ohne Kö'?

    Ich würde die Brutwaben samt Bienen uns Kö' des schwachen Volkes in das (ehemalige) Brutnest des Volkes packen, welches vermeintlich keine Kö' hat. Restliche Waben - sind ja eher noch MW - aufheben.


    Ansonsten wird es nix mehr.

    Viel Erfolg!

  • Hallo, Daniel! :)


    Der Winter ist eine harte Bewährungsprobe für ein Bienenvolk. Die Aufgabe des Imkers ist es, die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Überwinterung zu schaffen. Die besten Eigenschaften eines Volks nützen nichts, wenn es im März tot ist. Deshalb ist es wichtig, dass man die Völker ausreichend stark einwintert. Vielleicht fehlt Dir da ein wenig die Vorstellung oder die Erfahrung. Auf der Website von Bienen Schweiz findest Du Merkblätter und neu auch Videos, die Dir eine Vorstellung von einem einwinterungswürdigen Volk verschaffen können. Für Dich sind wohl eher die Videos zu den Magazinbeuten als jene zum Schweizerkasten (Hinterbehandlungsbeute) massgebend. Schau mal hier: https://www.bienen.ch/aktuelle…uslese-im-herbst-909.html


    Viel Erfolg!

    Tobias


    PS: Lieber ein Volk einwintern, das man auch wieder auswintert, als zwei Völker einwintern, von denen man keines mehr auswintert. Man schläft auch besser in den Monaten November bis Februar, kann ich Dir sagen! ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).