Auch Volk verloren

  • Auf der Windel liegen ja nur die toten Varroamilben, die noch niemand anderes sich zum Frühstück geholt hat. Die lebenden könnten immer noch auf den abgeflogenen Bienen und in der Brut (falls welche da ist?) sein. Soweit das theoretische Gedankenspiel.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré, aktuell 9 Völker

  • Und schwupps sind wir wieder hier:

    Akzeptanz von Imkern mit/ohne Imkerkurs - u.a. Stichwort YouTube

    Nur wer fragt, dem kann geholfen werden, daher danke fürs teilen!

    Flip: Mir tut es leid, dass sich dein Volk verabschiedet hat.

    Hast du denn im Sommer behandelt? Oder war das ein Volk/Ableger, das bei der Erstellung schon behandelt wurde? Wenn ja, wie wurde behandelt?

    Normalerweise geht man folgendermaßen vor:

    Nach der Honigernte im Sommer (Ende Juli/Anfang August), gibt es für das Volk einen Futterschub, dann wird behandelt (egal ob AS/OS/MS) und sofort auf Wirksamkeit überprüft (Milbenfall/ggf. Auswaschen).

    Sollte sich die gewünschte Wirksamkeit nicht einstellen, noch mal Nachbehandeln.

    Eigentlich reicht eine Sommerbehandlung aus, wenn sie richtig durchgeführt wurde und die Randbedingungen stimmen (Wetter) und/oder das Volk nur minimal durch Vorbehandlung mit Milben belastet war.

    Überprüft wird dies im September/Oktober, wieder durch den Milbenfall und/oder Auswaschen.

    ABER: Eine Nachbehandlung spät im Jahr bringt nicht mehr so viel, zumindest mit AS/OS/MS im Sprühverfahren. Zu dieser Jahreszeit kannst du effektiv nur mit anderen Mitteln arbeiten (Puderzucker/Bienenhilfe oder OX-Dampf).

    Was du an Milben bis Ende August/Anfang September nicht nachhaltig bekämpft hast, wirst du nur schwer aus dem Volk bekommen.

    Daher immer rechtezeitig das Konzept überdenken und überprüfen.

    Ich gehe auch mit Deichkind, dass sich das Volk, wahrscheinlich nach Varroa, kahl geflogen hat.

    Und dabei haben die Bienen die Milben gleich mitgenommen, daher hast du auch keine Milbe mehr auf der Windel.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Gehen wir von den Fakten aus.


    -mittelstarkes Volk

    -gab es eine erste Varroabehandlung ? Und wann war diese und wie wurde behandelt?

    -Jetzt die Varroabehandlung kann durchaus funktionieren. Wenn der Liebig Dispencer in der Nähe des Brutnestes ist, wird dort die produzierte Wärme für die Verdunstung der AS sorgen. Aber nur wenn noch genug Bienen zum erwärmen vorhanden sind. Und man nicht gerade ein zweizargiges mit Brutnestes unten und Liebig ganz oben nutzt. Der Abstand muss berücksichtigt werden.

    Hier ist aber das Volk abhanden gekommen.

    --Das Problem ist nicht jetzt entstanden, sondern liegt in der Vergangenheit. Es gibt einen Point of no return. Der liegt meist 3-6 Wochen vor dem Tod des Volkes. Die Bienen, die du beim einsetzen des Liebig gesehen hast, waren fast alle überaltert oder geschädigt.

    Das Problem ist also in der Sommerbehandlung zu suchen. Gab es eine? Wenn es ein Ableger war, wurde beim erstellen, bei Brutfreiheit eine Behandlung gemacht?


    Das nur wenige Varroen auf der Windel liegen, sollte nicht irritieren. Die meisten sind mit den ausfliegenden Bienen aus der Beute geflogen.


    Mir tut es leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Es ist schwer, so einem Rest noch sinnvoll zu helfen.


    Du kannst nur lernen und hier wäre mir das wichtigste, dass du mitnimmst, dass der Zeitpunkt bei der Varroabehandlung nicht trivial ist. Ehe eher, desto besser, da du nicht den Point of noch return siehst. Da hat das Volk noch Volksstärke, aber es hält die 3 Wochen bis zum Schlupf der Jungbienen nicht mehr ausreichend stark durch.


    Hamburger-Jung Du warst schneller.... 😉

  • Da nur wenige Informationen von dir vorliegen, ist es schwer zu beurteilen was vorgefallen ist. Sollte noch Brut auf den Waben vorhanden sein, öffne doch mal ein paar Zellen und schau nach wie hoch der Varroa Befall ist.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • -Jetzt die Varroabehandlung kann durchaus funktionieren. Wenn der Liebig Dispencer in der Nähe des Brutnestes ist, wird dort die produzierte Wärme für die Verdunstung der AS sorgen....

    Das ist durchaus richtig.

    Man muss sich aber fragen, was das mit den verbliebenen vermutlich schon geschädigten Bienen macht. Lebenszeit weiter verkürzen. Milben sind dann vielleicht dezimiert, aber ob das Volk dann den Winter überlebt ist die andere Frage.

    Ich würde dann zu Oxalsäre verdampfen (bitte keine Diskussion ob erlaubt, verboten,...) raten.

    Das ist die vermutlich bienenschonendste Variante und wetterunabhängig.

  • Allen anderen ein ernst gemeintes Danke, ich bin wieder raus.

    Dann nächstes Jahr wieder an gleicher Stelle? Das finde ich so frustrierend an Foren, die Wahrscheinlichkeit, das jemand im Laufe einen Fadens pöbelt liegt bei +/- 100%, aber was ist die Wertigkeit gegenüber der hilfreichen Beiträge? Da liest man drüber weg und fertig. Geht doch um das Überleben der anvertrauen Bienen.


    Varroabehandlung im Oktober ist meiner Meinung nach ziemlich sinnlos, sofern die Damen nicht zufällig brutfrei sind. Sonst bringt es so richtig nichts mehr (Winterbienenaufzucht ist in weiten Teilen durch) und man muß höllisch aufpassen, sich die schon vorhandenen Winterbienen nicht zu schrotten.


    Es gibt (in meiner Imkerei) drei kritische Momente:


    1. ~Juli: da muß eine Generation Bienen heranwachsen, die ungepickt, gesund & fett in der Lage ist, fette & gesunde Winterbienen aufzuziehen! Das ist DIE Versicherung gegen varroabedingte Ausfälle! Ich löse das aktuell über eine TBE.

    2. ~August-Oktober: fette Winterbienen brauchen neben der gesunden Mannschaft Tracht & Pollen. Wo Tracht nicht ist, braucht es den Imker. Vollwertige Winterbienen entstehen aus dem Vollen!

    3. Dez.: Eine Winterbehandlung bei brutfreiheit, um bis zur Sommerbehandlung etwas mehr Freiheitsgrade zu haben, weil ich da nicht auf immer auf den letzten Drücker und überall auf Knirsch an die Völker müssen muß ;)


    Damit kommen die Völker zumindest durch.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Machen wir jetzt für jedes tote Volk einen Eintrag?

    Wie war die Geschichte vom Volk? wie wurde es gebildet/gestartet?

    Welche Behandlungen/Brutpausen/Schröpfungen wurden vorgenommen bis zum Tod? Aufschreiben! Betriebsweise ändern!

    Tote Völker haben dann noch einen positiven Effekt.


    Jetzt noch Aktionismus mit AS zu zeigen, die im Juli/August nötig gewesen wäre, wird den Prozeß der Verkürzung der Lebensdauer durch bereits erfolgte Varroaschädigung nur beschleunigen.

    Die Völker brechen jetzt zusammen, weil die Lebensdauer der Sommerbienen zu Ende geht und in den letzten Brutzyklen zu wenig nicht geschädigte Winterbienen erbrütet werden konnten.

    Auf der x-Liste sind sie schon seit 6 Wochen.

    Ox sprühen oder verdampfen, schwache "Völker" auf nur wenigen Wabengassen vereinigen.

  • Machen wir jetzt für jedes tote Volk einen Eintrag?

    Wie war die Geschichte vom Volk? wie wurde es gebildet/gestartet?

    Welche Behandlungen/Brutpausen/Schröpfungen wurden vorgenommen bis zum Tod? Aufschreiben! Betriebsweise ändern!

    Tote Völker haben dann noch einen positiven Effekt.

    Ja Bitte! Das wäre unglaublich lehrreich.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré, aktuell 9 Völker

  • Hier geben wir unseren Jungimkern immer wieder den Rat und entsprechend Hilfestellung: Lernt möglichst schnell, das Gemüll zu lesen (s.a. Link von Glaronius in #38):

    Gemülldiagnose: Wassertropfen um Bienensitz (Gemüllstreifen)

    Wer das konsequent und engmaschig tut, der wird nicht durch einen Varroaschaden überrrascht - weil er den erhöhten Befall rechtzeitig vorher auf der Windel angekündigt bekommt. Selbstverständliche Voraussetzung ist dabei, die eigenen Beobachtungen in ein systematisches Gerüst aus imkerlichem Grundwissen einzuordnen. Die 3 kritischen Momente zu kennen, wie sie rase in #20 so treffend beschrieb, gehört unzweifelhaft zu diesem Gerüst. Ein solches wird hier in Thür. zumindest in den vom Landesverband verantworteten Grundkursen vermittelt.

  • -Jetzt die Varroabehandlung kann durchaus funktionieren. Wenn der Liebig Dispencer in der Nähe des Brutnestes ist, wird dort die produzierte Wärme für die Verdunstung der AS sorgen....

    Das ist durchaus richtig.

    Man muss sich aber fragen, was das mit den verbliebenen vermutlich schon geschädigten Bienen macht. Lebenszeit weiter verkürzen. Milben sind dann vielleicht dezimiert, aber ob das Volk dann den Winter überlebt ist die andere Frage.

    Ich würde dann zu Oxalsäre verdampfen (bitte keine Diskussion ob erlaubt, verboten,...) raten.

    Das ist die vermutlich bienenschonendste Variante und wetterunabhängig.

    Mir ging es darum, das Vorgehen zu beleuchten. Wir wissen nicht mal auf wie vielen Zargen das Volk sitzt.

    Seien wir ehrlich, die Behandlung war jetzt eine Behandlung eines versterbenden Volkes. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Wenn man früher behandelt hätte, im Juli, August, also vor mehr als 6 Wochen. Wäre es kaum zu diesem Thread gekommen.


    Ich bin leider überzeugt, dass keine Behandlung, die vor einer Woche gemacht worden wäre, sei es Ox -sublimierung oder sonst etwas, hätte dieses Volk noch retten können. Die Bienen waren überaltert und was schlüpfte war geschädigt, Varroa und Viren. In dem Moment wäre jede Handlung zu spät gewesen. Auch vor 3 Wochen hätte nur ein sehr erfahrener Imker den Weg aufhalten können, aber nur reines Glück, vor 6 Wochen hätte das Volk eine Chance bekommen, gerne mit einer sanften Methode. Im Juli oder August gut behandelt, wäre kaum ein Risiko für das Volk dagewesen.


    Ich verweise hier nochmal auf das Kommentar von rase, der richtige Behandlungzeitpunkt ist wichtig.