Königinnen erneuern ohne Könginnenzucht

  • Hallo zusammen,


    ich möchte gerne nächstes Jahr 2 Königinnen aufgrund ihres Alters (3) ersetzen.


    Allerdings ist mir eine eigene Königinnenzucht zu aufwendig und Königinnen zu bestellen, wäre dies Mal zunächst nur Plan C.


    Was spricht dagegen, im Frühjahr/Sommer zur Schwarmzeit 2 Ableger zu erstellen (gleichzeitig zu schröpfen) und später diesen dann wieder (nach Entnahme der Altkönigin + 5 Tage) mit dem Wirtschaftsvolk zu vereinen? Die Ertragseinbußen dürften nicht all zu hoch sein, oder?


    Oder was spricht gegen Plan B, indem ich einfach bei der Schwarmkontrolle die 2 schönsten Weiselzellen stehen lasse und die Altkönigin entnehme?

  • Was spricht dagegen, im Frühjahr/Sommer zur Schwarmzeit 2 Ableger zu erstellen (gleichzeitig zu schröpfen) und später diesen dann wieder (nach Entnahme der Altkönigin + 5 Tage) mit dem Wirtschaftsvolk zu vereinen?

    Das verstehe ich jetzt nicht: Wenn Du nachschaffen lassen willst, muss Du ja keine Ableger bilden, wenn die eh und dann so schnell wieder vereinigt werden sollen. Da genügt es, die Königin abzudrücken.

    Was dagegen spricht:

    1. Das Begattungsrisiko. Deswegen ist es sinnvoll, die Königinnen in kleinen Völkern (Ableger, Kunstschwärme) begatten zu lassen.

    2. Nachschaffung bedeutet Brutpause. Das schwächt das Volk.

    3. Nachschaffungsköniginnen haben meist keine optimale Qualität.


    Meine Empfehlung: Unbegattete Königinnen kaufen - die sind auch bei guten Züchtern sehr billig - und in kleinen Ablegern begatten lassen. Da braucht man keinerlei besonderen Kenntnisse, keine Kellerhaft usf.

    Wenn die Jungkönigin ordentlich legt, im alten Volk die Königin entfernen und dann vereinigen. So hast Du eine neue Königin in passabler Qualität (je nach Drohnenvölkern im Flugkreis), keine Brutpause und kein Begattungsrisiko.

    Zur Sicherheit immer ein Viertel mehr Königinnen nachziehen, als Du eigentlich brauchst. Da entspricht etwa den Ausfällen bei der Begattung.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Newton,


    je nachdem wo du dich befindest (füll mal dein Profil aus), kannst du Glück haben, dass ein Imkerverein in der Nähe ist, der Aktionen zur Ablegerbildung (mit integrierter Königinnenzucht) anbietet. Evtl. werden auch Umlarvtermine angeboten.


    Alternativ - wenn du für dich alleine zurechtkommen möchtest, oder auch, um angebotenen Zuchtstoff s.o. zu nutzen. Schau dir in dieser pdf den Abschnitt "Zucht im weiselrichtigen Volk" an. Dadurch, dass du verdeckelte Brut über Absperrgitter setzt, kannst du gezielt geeigneten Zuchtstoff pflegen lassen. Bildest mit den Weiselzellen Reserveableger und kannst dann im Laufe des Jahres entscheiden, was du mit den jungen Völkern machen möchtest.


    Gruß

    Ludger

  • Bei einer 3-jährigen Königin - hoffentlich schafft sie es über den Winter - wird das Volk wahrscheinlich nächstes Jahr schwärmen wollen. Das ist die Gelegenheit für eine gezielte Nachzucht, sofern die Alte brauchbar war und am Stand weitere gute Völker stehen.


    Wenn Du die guten Vorschläge von WFLP oder Ludger Merkens nicht annehmen willst, kannst Du in der Schwarmzeit das Volk aufteilen und jeder Einheit eine oder zwei Weiselzellen dieses Volkes geben. Diese Einheiten entwickeln sich rasant nach Begattung der Prinzessin (hier meist 2/3 - 3/4 der jungen Königinnen). Das setzt natürlich voraus, dass man die Drohnen der guten Völker am Stand nicht ausschneidet, sondern sie schlüpfen lässt....

  • Hallo, mein Senf dazu: alle oben angeführten Möglichkeiten funktionieren irgendwie, hab's auch probiert.

    Aber es geht nichts über eine, beim erfahrenen/bekannten Züchter erworbene, starke Königin!

    Weil dann erst Imkern richtig Spaß macht...

  • Danke euch erstmal für die schnellen und ausführlichen Antworten.


    WFLP:

    Mit der kurzen Ablegerbildung wollte ich ja gerade das Begattungsrisiko gering (also klappt es nicht, ist nur der Ableger betroffen und nicht das Wirtschaftsvolk) und die Brutpause kurz halten (7Tage). Bleibt allerdings die Qualität der Königin... Daher werde ich mich wohl für deine Empfehlung entscheiden, um auch zu vermeiden, dass ich später nur noch stechfreudige Biester im Garten habe.


    Oder die Zucht im weiselrichtigen Volk... :/ wie löst man das denn mit Dadant-(Halb) Honigräumen? Danke dir Ludger Merkens für das übersichtliche Pdf.


    Beemer ...aufgrund der Legeleistung?

  • An den Titel von dem Faden hier mußte ich eben denken, als ich bei einem Stand bei zwei Volkern falsch zurückgelegte Steine auf dem Deckel fand. Und keine offene Brut. Und ausgebissene Nachschaffungszellen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Warte bis zur Schwarmzeit, bei der Sichtung erster Zellen mache einen Altköniginnen - Ableger.
    Nach 5 Tagen: alle Zellen BIS AUF EINE (!) ausbrechen.
    Nach nochmal 5-8 Tagen: nochmal auf NSZ prüfen und ggfs. entfernen. Auch die beim erstenmal übersehenen Zellen ;) Eine stehen lassen!

    Dann das Volk 2 Wochen in Ruhe lassen (lieber 3 oder mehr).


    Zu >80% wird die Junge begattet und stiftelt. Und du hast dann 2 Völker.
    Wenn nicht, dann hast du noch den Altkö-Ableger und könntest wieder vereinigen.


    Der Aufwand ist recht gering: nur 3mal ins Volk schauen.
    (Abgesehen von den Schwarmkontrollen bis zur ersten SZ).


    1. Kö raus

    2. SZ raus

    3. NSZ raus

    3. auf Stifte prüfen

    Und dann für den Rest des Jahres in Ruhe lassen.


    Einfach MIT dem Schwarmtrieb imkern, nicht dagegen.
    Und nein, Königinnen aus Schwarmzellen sind NICHT unbedingt Schwarmteufel. Es sind hochwertige Königinnen!


    Servus,


    Alex