Kinder und Bienen - geht das gut?

  • Ich habe einen 4 jährigen Sohn und einen kleinen Garten (460 qm). Die Beuten (4-6 Völker-Magazin-Freistand) sollen hinter dem Haus stehen. Also durch 3 Meter hohes Gartenhaus vom Aufenthaltsteil des Gartens abgeteilt. Nun steht in den schlauen Büchern für Anfänger lauter Bemerkungen über potentielle Belästigungen von Nachbarn. Wie ist es aber mit meinem Sohn. Wird Junior mit den Bienen (und den Stacheln) klarkommen?
    Vielen Dank für Eure Meinungen
    Fips

  • Hallo Fips,


    Dein Sohn sollte ziemlich sicher sein. Das heißt für ihn besteht die Gefahr das er im Sommer auf eine Biene tritt die auf einem Gänseblümchen oder einer Kleeblüte sitzt. Mehr Gefahr besteht nur wenn er die Bienen ärgert, z.B. indem er mit einem Stock im Flugloch rumstochert o.ä.


    Die Belästigung der Nachbarn, die oft erwähnt wird, bezieht sich hauptsächlich auf die Reinigungsflüge im Spätwinter bzw. Frühsommer. Die ersten warmen Sonnerstrahlen ermutigen nicht nur die Nachbarn zum Wäsche aufhängen im Freien, sondern auch die Bienen zum abkoten - was sie mit einem Reinigungsflug auch in der Nachbarschaft machen.


    Ich gehe davon aus das Dein Sohn nicht irgend eine Allergie gegen Bienengift hat, das könntest Du vorher abklären lassen. Sollte er nicht allergisch reagieren, wird er sich an die Bienen und ein paar Stichen auch gewöhnen. Ich wurde als Kind auch oft gestochen und imkere jetzt sogar selber.


    Natürlich erhebt mein kurzer Bericht nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.



    Gruß
    Franz

  • Hallo Fips,


    außer bei Allergie (s. o.) und evtl. Barfußlaufen brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Wir haben 3 Kinder, 9, 7 und 5, die mit Begeisterung mit zum Stand kommen. Die Kleinste will dann jedesmal einen Willi zum Streicheln haben und hast fast geheult, als wir ihr klarmachen mussten, dass es jetzt erst mal eine ganze Weile keine Willis gibt :cry:


    Unser 7jähriger ist noch verrückter auf die Bienen. Er setzt sich direkt neben die Fluglöcher und lässt sie sich - trotz unseres Hinweises "Du weisst, das die Arbeiterinnen stechen können" - über die Hände krabbeln. Bei der Nummer ist er noch nicht gestochen worden!


    Soweit ich weiss, habe unsere Kinder noch nicht versucht, mit Stöckchen im Flugloch zu hantieren ... aber sowas machen sie nur einmal :D


    Schaff Dir für Deinen Kleinen einen Hut mit Schleier an, der geht im bis über den Po, und dann kann er sich so geschützt mit den Mädels anfreunden.


    Schönen Tag noch,


    Hedwig

  • Hallo Fips,
    ich kann mich den vorherigen Beiträgen nur anschließen.
    Solange keine Allergie vorliegt gibts kein wirkliches Problem.


    Ich habe seit zwei Jahren selber 2 Völker zuhause stehen.
    Meine 2 Töchter (3 und 6) sind bisher insgesamt 2 mal gestochen worden, und immer weil sie auf eine Biene getreten sind.
    Sie sind trotzdem immer gerne dabei, wenn ich an den Bienen arbeite.
    Die Große hat mir im Sommer sogar "geholfen", einen Schwarm zu fangen.


    Wichtig ist auch daß du deinem Kleinen durch dein Beispiel vorlebst, daß man keine Angst vor den Bienen haben muß.
    Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört:
    "Paß auf, da ist eine Biene, die sticht dich gleich!"
    Und das meist von Muttis, die noch nicht mal den Unterschied zwischen Wespe, Biene und Hornisse kennen.


    Viele Grüße,
    und Glückwunsch zu deiner Entscheidung für dieses wunderschöne Hobby



    Erwin

  • Hallo Fips,


    ob sie sich vertragen, hängt von beiden ab. Sanftmütige Bienen sind die eine Voraussetzung, die andere vernünftige Kinder.
    Solange sich ein paar Meter vor dem Flugloch keiner längere Zeit aufhält, sollte es gut gehen. Oben wurde das Meiste schon gesagt.
    Allergien werden jedoch erworben. Das kann jeden jederzeit treffen. Die Zahl der Stiche also auf jeden Fall minimieren.


    Unsere zwei Kinder verhalten sich zu den Bienen sehr unterschiedlich (und die Bienen zu ihnen). Der Große war schon immer skeptisch, er war sieben, als ich mit Bienen anfing. Jetzt, mit 14, man sollte denken er sei vernünftig, schlägt er immer noch wild um sich, sobald ein Insekt in seiner Nähe fliegt. Er wird dann auch, wenn es eine Biene ist, ab und zu gestochen. Der Kleine fing mit zwei ein halb Jahren an, an den Bienenstöcken zu hantieren. Stockmeißel war eines seiner ersten Worte, Deckel öffnen und einnebeln lernte er schnell. Dabei kriegt er seine Nase kaum über den Beutenrand. Den Schleier lehnt er ab. Gestochen wurde er erst einmal, etliche Meter weg von den Völkern.


    Grüße, Thomas

  • Ich habe jetzt 7 Völker, mein Sohn liebt Bienen nicht unbedingt über alles, aber er imkert mit, am liebsten gibt er Rauch. Ich vergesse auch, dass er den Schleier aufsetzen sollte, wenn wir an den Völkern arbeiten. Andereseits hat er nicht gegen den Schleier. Jedenfalls ist ein Bienen´jahr an uns vorbeigegangen, und mein Sohn ist einmal gestochen worden, als er barfuss in einer Schwarwolke auf eine Biene getreten ist. Ich zog sofort den Stachel und es war nichts dramatisches. So im nachhinein muss ich über meine Frage lächeln. Es war ein gutes Jahr und ich und mein 4jähriger Sohn haben durch die Bienen jede Menge gelernt über die Natur und haben jetzt auch 150 kg Honig, mit dem wir uns ein paar kleine Wünsche erfülklen können.
    mfg
    fips