Forderungen des DBIB an die Politik

  • Ist dem etwa nicht so?:evil:

    Ohne EU Kohle und Subs. wären alle großen Investorenbetriebe pleite.....

    Und werden die Preise nicht gestützt oder Hoch gehalten oder kompensiert?

    Nur die Imker, die bekommen nix weil die sö blöde sind und sich gegenseitig ans Bein pinkeln bzw der Eine dem Anderen nich das schwarze unterm Fingernagel gönnt.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von wasgau immen ()

  • Mit den Billigimporten könnten die hiesigen Landwirte nicht konkurieren. Wären wir wieder bei Einfuhrzöllen.

    Auch wenn alle Greta schreien, 2 € für ein Kilo Kartoffeln will keiner zahlen, aber mit dem Auto zum 100 m entfernten Kippenautomaten fahren ist voll ok.

  • der Eine dem Anderen nich das schwarze unterm Fingernagel gönnt.

    Du meinst so, wie du den Bauern nichts gönnst? Das ist natürlich ein gutes Argument :)


    Klar, dass die Subventionspolitik nicht perfekt ist, zu sehr Großbetriebe bevorzugt etc., aber das Bauern die Kohle in den Arsch geblasen bekommen ist in etwa genauso richtig wie der 'Fakt', das mit den Bienen das schnelle und leichte Geld zu verdienen ist. Muss man ja nur hinstellen und später ernten, ne? Wissen wir ja alle. Ich kenne genügend Landwirte, die langsam umstellen auf Biogas/Pferdewirtschaft etc. weil es sich für sie sonst kaum mehr lohnt. Sonst heißt es irgendwann entweder vergrößern oder dicht machen.


    Darüber hinaus sehe ich prinzipiell die Landwirtschaft auch als (noch) subventionswürdiger als die Imkerei an. Ohne Subventionen haben hiesige Landwirte kaum Chancen gegen Getreide aus Kanada und Sibirien etc - da hilft der oben geforderte Subventionsabbau in Rumänien auch nur bedingt weiter.


    Wenn wir keine Berufsimker mehr hätten, wäre das äußerst unerfreulich - hätten wir keine Landwirte mehr, naja. Da will ich nicht wissen was weitere X Jahre Trump/Putin etc. für unserer Lebensmittelversorgung bedeuten würden. Wir Imker sind ja noch in der glücklichen Situation das doch recht viele Menschen unseren Honig als hochwertiges, lokales Produkt zu schätzen wissen und wir uns damit zumindest ein Stückweit vom Import-Honig absetzen können. Das ist sieht beim täglich Brot etwas weniger entspannt aus, erst recht beim Fleisch.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander, und das bezieht auch die Landwirte mit ein.

  • Ohne Subventionen haben hiesige Landwirte kaum Chancen gegen Getreide aus Kanada und Sibirien

    Warum? Weiß ich wirklich nicht. Interessiert mich aber. Das Zeug muss immerhin erstmal hierhin gekarrt werden. Einen (Preis-)Vorsprung gibt es also schon mal für hiesigen Anbau.

    Es wird auch einiges als Tierfutter importiert um dann als Fleisch wieder exportiert zu werden. Ist das nötig?

  • Nötig? Nein. Aber billig. Warum Kanada billiger produziert siehst du, wenn du dir die dortigen Flächen anschaust. Hier in Nordbaden sind die Flächen im Schnitt einige Hektar groß. In den Weiten Ebenen Nordamerikas wird für drei Hektar kein Farmer den Traktor aus dem Schuppen holen. Dazu sind die (kostenintensiven) Auflagen hinsichtlich Natur- und Artenschutz sicher auch nicht ganz auf EU-Niveau.


    Stell dir vor, du hast 100 Völker auf 50 Ständen, dein Nachbarimker hat 1000 Völker auf drei Ständen bei vergleichbar guten Trachtbedingungen (pro Volk). Wessen Honig wird billiger sein?

  • Frage an die anderen DBIB-Mitglieder: Seit wann gibt es Forderungen in dieser Art als offiziellen Verbandskonsens?

    Mir war das in diesem Ausmaß neu.

    Mir auch. 8|

    Habs grad aus dem Briefkasten gefischt und mal in Ruhe komplett gelesen, sind ja immerhin 3 A4 Seiten. Da wird auf weit mehr eingegangen, als da am Schluss aus meiner Sicht doch ziemlich verkürzt auf 7 Punkte gebracht wird (die du korrekt wiedergegeben hast).


    Als 13a-Ausreizer bin ich bei rase:

    Man hätte, um mehr Bienen je Imker zu erreichen, mal eine Erhöhung der Grenze für den 13a fordern können.

    Aus volkswirtschaftlicher Sicht bin ich außerdem der Meinung, dass der Bestäubungsleistung größere (auch finanzielle) Unterstützung zuteil werden darf.

    Zitat aus dem offenen Brief: "....steht einem jährlichen Umsatz aller deutschen Imker von rund 100 Millionen Euro aus Honig und Bienenwachs, ein jährlicher volkswirtschaftlicher Nutzen […] in Höhe von 1,6 Milliarden Euro aus Bestäubungs-Leistung im Obst- und Kulturpflanzenanbau gegenüber..."


    Ich war zum Ende der Sommerferien mit meinen Kindern im Deutschen Bienenmuseum und habe dort zum ersten Mal die festgelegten Bestäubungsprämien aus DDR-Zeiten schwarz auf weiss gesehen. ;( Umgerechnet auf den durchschnittlichen Monatsverdienst damals ein echter Anreiz:

    Jeweils pro Volk

    Raps 5 Mark

    Gewürze 10 Mark

    Stein- und Beerenobst 30 Mark

    Rotklee 35 Mark

    Kernobst bis zu 125 Mark pro Volk


    Grüße

  • Die Forderungen des DBIB sehe ich zunächst einmal als einen symbolischen Akt an.

    Als chronischer Pessimist sehe einiges an Unheil auf (alle) Imker zukommen. Da kann es durchaus nicht schaden, wenn dokumentiert wird, daß nicht alle Imker den Schmusekurs des DIB mittragen.

    Moral ist außerdem so ziemlich das Allerletzte was für mich als Argument in Fragen der Politik Bedeutung hat.

    Warten wir doch zum Beispiel ab, was aus dem Tempolimit wird. Die Zahl der Todesopfer der freien Fahrt für freie Bürger kann man ja ziemlich präzise benennen.

    Mal guggen, was die nächsten Jahre so bringen ...Klaus

    "Gebt mir einen Grund für Euren Optimismus!"

    Max Czollek, 2019

  • in Höhe von 1,6 Milliarden Euro aus Bestäubungs-Leistung im Obst- und Kulturpflanzenanbau gegenüber

    Da würd mich ja mal interessieren, wie man solche Zahlen berechnet? Die kann man doch genau so gut auswürfeln. Die vorhergehenden Annahmen wären sehr interessant.

    Mich auch. Im Bestäubungshandbuch von Mandl & Sukopp 2011 auf Seite 9 finden sich einige Anhaltspunkte zu weiterführender Literatur:

    http://www.bestaeubungshandbuch.at/Bestaubungshandbuch01.pdf


    Dass die Bestäubungsleistung die Honigleistung um ein vielfaches übersteigt, scheint aber breiter Konsens zu sein oder doch nicht?. ;)

    OT: Zumindest bei meinen Völkern und der erbärmlichen Ernte dieses Jahr trifft das wahrscheinlich zu, obwohl viel Obstbestäubung gab´s hier auch nicht. Ein Schnapsbrenner, auf dessen Streuobstwiesen ich 2 meiner Stände hab, brennt heuer das erste Mal gar nix. Zitat: "Des lohnt sich heuer überhaupts net…"


    Grüße

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ehrenbuerg ()

  • Aber das ist ja vielleicht ein eigenes Thema, hier geht's ja um einen ggf. etwas übergriffigen Verband. 'Wir fordern' - bislang hab ich noch mit keinem gesprochen, der das fordert. Und ich frag schon so rum, wa. Wer genau fordert das denn nun? So richtig verteidigen will den Vorstoß ja auch keiner. Seltsam.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich bin verwundert, dass auch die Forderungen wieder durch die Imkerschaft getrieben wird.

    Mit noch mehr Verwunderung nehme ich zur Kenntnis, dass das groh der Forumsteilnehmer das auch ins Reich Absurdistan abtut.

    Dabei wurden einige gute Vorschläge gemacht, wie man mehr in die Berufimkerei kommen kann.

    So bin ich es satt, dass gegenseitig mit den Fingern aufeinander gezeigt wird. Der Hobbyimker von Heute soll.doch der Berufsimker von Morgen werden.

    Auch werden sich einige wundern,.wenn die letzten Bauern den Agrarindustriebetrieben weichen. Agrarmanager 4.0 will und kann dann keine Rücksicht mehr nehmen und muss streng profitorientiert handeln.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.