Forderungen des DBIB an die Politik

  • In der neuesten Ausgabe von "der Berufsimker", dem Mitgliedsrundbrief des DBIB, findet sich ein offener Brief an die Bundeslandwirtschaftsministerin, der die Lage der erwerbsorientierten Imkerei in Deutschland darstellt und gegen Ende konkrete politische Forderungen stellt:

    • Steuerbefreiung der Imker
    • Befreiung von der Verpackungsordnung und den Abgaben
    • Volldeklaration der Herkunftsländer auf den Honigetiketten
    • Befreiung von der Maut
    • Fördergelder analog den Flächenprämien
    • Erschwerniszulagen
    • Ausgleichszahlungen bei Ernteausfällen, Vergiftungen und Winterverlusten


    Frage an die anderen DBIB-Mitglieder: Seit wann gibt es Forderungen in dieser Art als offiziellen Verbandskonsens?

    Mir war das in diesem Ausmaß neu.

    Ich war bis jetzt immer froh (auch meinen Bekannten aus anderen landwirtschaftlichen Sparten gegenüber), dass aus unserem Berufsverband nicht unter großem Gejammere nach der großen Geldspritze gerufen wird. War bisher für mich ein Alleinstellungsmerkmal der Imker, das mir sehr gefallen hat.

    Ich empfand die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Imker bisher auch immer als ziemlich günstig, verglichen mit anderen Landwirten.

    Aber ich hab auch nicht so eine Saison hinter mir, wie sie aus dem Süden Deutschlands berichtet wird...


    Gruß,

    Thomas

  • Ne komplette Steuerbefreiung wird es nie geben (schon alleine wegen der Gleichstellung mit anderen Landwirtschaftlichen teilen die dann Gleichberechtigung fordern würden).


    Die Forderung nach einer Befreiung von den Verpackungsabgaben kann ich nachvollziehen, z.Z. ist die Befreiung der Hobbyimker eine eindeutige Bevorzugung von Wettbewerbern, die sollte Fallen, dafür dürfte der DIB und der BIB aktiv werden und ein einheitliches für ihre Verbandsgläser ins Rollen bringen, das wäre Sinnvoll.


    Drittens definitiv, heute steht meist drauf Honig aus Weltweit und fertig.


    Wäre als Landwirtschaft nachzuvollziehen und ok.


    Ok, wäre schön, aber denke nir mal an die Bestäubungsprämie in Hessen und das Schindluders ws dort getrieben wurde, da muss n konkretes System hinter stecken.


    Erschwernisszulage?

    Kenne ich jetzt nur von den Zuckerrüben für besonders frühe Lieferung, gibts da noch n anderen Grund, außer der Nutzung sls Steuerelement durch die Abnehmer?


    Hmm, da halte ich schon in der Landwirtschaft nichts von, allerdings muss man ehrlich sein die Versicherungssummen sind relativ niedrig.

  • Oh je (sagte mir ein hiesiger Altimker), da war ja in der DDR mehr Marktwirtschaft?!

    Der Satz ist nun nicht auf die Goldwaage zu legen. Aber dauerhafte staatliche Subventionen führen erfahrungsgemäß letztlich zu lebensfremden Verzerrungen, die uns als Gesellschaft/Steuerzahler letztlich sehr viel kosten incl. des oft beklagten Kontrollaufwandes und das angestrebte Ziel mit der Zeit konterkarieren.

    - Was soll eigentlich das Ziel des Forderungskataloges sein? Mehr Berufsimker? Mehr Bienenvölker? Mehr wirtschaftlichen Spielraum für Imker, der u.U. auch für ungewollte Effekte genutzt werden kann (Ausweitung von Bienentransporten in den warmen Süden incl. Retourkutschen nicht nur im geografischen Sinne - Kleiner Beutenkäfer, AFB o.a.)?

    - Hobbyimker müssen nicht zwingend eine Konkurrenz zu Berufsimkern sein. Die Arbeitsproduktivität der Hobbyisten liegt um mindestens eine, bei so Manchen sogar um 2 Zehnerpotenzen niedriger als bei den Profis. Und viele der Hobbyisten leisten mit ihrem liebevollen, manchmal geradezu missionarischen Bemühen einen nicht zu unterschätzenden - quasi unentgeltlichen - Werbebeitrag für regionalen Honig - auch für den der Berufsimker. Das Preisdumping mancher Hobbyisten ist dagegen unkollegial, kann aber nur im Dialog unter Kollegen, nicht durch staatliche Eingriffe gelöst werden. Daran fehlt es oft: Die Kollegen sprechen mehr übereinander als miteinander...

    - Die unterschiedliche Behandlung von gewerblicher Tätigkeit und Hobby ist in allen Branchen eine Selbstverständlichkeit. Warum sollte das ausgerechnet in der Imkerei vom Staat anders gehandhabt werden (Steuern, VerpackG)?

    - Wozu pauschale Flächenprämien in der Landwirtschaft führen, beklagen wir Imker. Wäre es nicht besser, diese Flächenprämien an Insekten-/Bienen-/Imkerfreundlichkeit der Landbewirtschaftung zu koppeln, ggf. einen Teil davon über den jeweiligen Landwirt bspw. als Bestäubungsprämie einzufordern? Ich traf neulich einen Hopbbyimker, der verbittert war über einen ihm fremden Großimker, der seine LKW-Ladungen mit Bienenvölkern sehr unkollegial ihm direkt vor die Nase setzt mit TRACES-Zeugnissen aus dem Süden (deren minderen Aussagewert wir ja bereits diskutiert haben). Wenn der Großmann dann auch noch eine Flächenprämie erhielte, verstünde der diese Prämie mitfinanzierende steuerzahlende Kleinimker die Welt noch weniger.

    - Welche spezifischen Erschwernisse der Berufsimker soll der Staat/resp. wir alle als Steuerzahler ausgleichen und wer das entsprechende Kontrollsystem bezahlen?

    - Winterverluste müssen bei entsprechender imkerlicher Sorgfalt nicht sein. Die Berufsimker unseres IV z.B. arbeiten seit Jahren unter 5% Winterverlusten. Für Vergiftungen gibt es klare Schadenersatz- und darüber hinaus Haftungsregeln. Warum also soll die Gemeinschaft (ob TSK oder gar der Staat) zusätzlich für imkerliche Unachtsamkeiten bei der Völkerführung (Gesundheits-/Varroa-/Überwinterungsmanagement) oder für Versäumnisse bei der Vergiftungsschadensfeststellung über die bereits bestehenden Schadensersatzregeln hinaus einspringen?


    Diese Fragen bleiben beim Offenen Brief des DBIB leider unbeantwortet.

  • Man beklagt den Zustand der Landwirtschaft, und bettelt sich den gleichen Ursachen unterwerfen zu können!? Na Danke.


    Man hätte, um mehr Bienen je Imker zu erreichen, mal eine Erhöhung der Grenze für den 13a fordern können. Der Rest ist doch großteils Quark. Was passiert denn da bitte grade!?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Meinst Du den 13a?

    Ja, klar.

    Der setzt ja quasi die Grenze zwischen Neben- und Vollerwerb: Bis 70 Völker Nebenerwerb, da ist's wenig Getüdel mit dem Finanzamt, wer darüber geht, der geht dann auch deutlich drüber (Der DBIB-Steuerberater Burkart empfielt entweder bis 70 oder aber mehr als 700 Völker;-))

    Diese Grenze wurde vor einigen Jahren von 166 Völkern heruntergesetzt.

    Ich finde die jetzige Größenordnung realistisch, wenn es darum geht, die Finanzämter vom Papierkrieg mit Nebenerwerbslandwirten zu entlasten. Das ganz große Geld ist da noch nicht zu machen, einen gewissen Anreiz, die 70 Völker dann auch zu bewirtschaften, gibt es aber schon.

    Wäre sie deutlich höher (so wie früher), dann beträfe sie auch Vollerwerbsbetriebe.

  • Bis 70 Völker isses ja Freiflug. Würden vermutlich deutlich mehr Leute dann auch mehr Völker machen, wenn sie könnten. Und damit dann auch in den Vollerwerb gehen. Der bürokratische Aufwand zwischen 69 und >70 Völker ist schon ein riesiger Unterschied.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ja, isso.

    Detail: Diese Grenze liegt aber zwischen dem 70. und dem 71. Volk.

    Würde diese Grenze (wieder) hochgesetzt, dann hätte man ja genau diese Steuerfreiheit und komplette Entbürokratisierung für Vollerwerbsbetriebe. Halte ich nicht für erstrebenswert.

    Von z.b. 166 Völkern steuerfrei könnte man, bei guter Vermarktung, schon ganz vernünftig leben.

  • 70 Völker sind schon realistisch. So nebenbei läuft dann soeben noch.

    Ich bin froh ob dieser Regelungen. Endlich.


    LG Andreas

  • Von z.b. 166 Völkern steuerfrei könnte man, bei guter Vermarktung, schon ganz vernünftig leben.

    Wenn man davon vernünftig leben kann, kann man davon auch Steuern zahlen. Es ist eine alte Mähr (die vor allem die FDP gern verbreitet), dass die Steuerlast den Bürger erwürgt). Wer sich mal die Mühe macht, sich die wirkliche Einkommensteuerbelastung anzusehen, wird feststellen, dass das nicht stimmt.

    Die Einkommensteuer ist eine Ertragssteuer, keine Substanzsteuer. Nenneswert Steuern zahlt nur, wern nennenswerte Gewinn erzielt.

    Das Problem ist also tatsächlich ein anderes: Die Imkerei ist nicht rentabel. Das liegt aber an den Honigpreisen und nicht an der Einkommensteuer.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Forderung nach einer Befreiung von den Verpackungsabgaben kann ich nachvollziehen, z.Z. ist die Befreiung der Hobbyimker eine eindeutige Bevorzugung von Wettbewerbern, die sollte Fallen, dafür dürfte der DIB und der BIB aktiv werden und ein einheitliches für ihre Verbandsgläser ins Rollen bringen, das wäre Sinnvoll.

    Mach dir erst mal klar, was du oder der/die Verfasser des Briefes da fordern.

    Wenn du deinem Nachbarn ein Geschenk machen möchtest, musst du dich erstmal anmelden und entsprechende Gebühren zahlen damit du dafür Geschenkpapier verwenden darfst.

    Was ein Unfug.

    Oder wenn du bei irgendeinem Onlinemarktplatz privat etwas verkaufst und es dann in einen Karton steckst und es versendest, hast du die gleiche Prozedur. (Damit auch der Verkauf berücksichtigt wird)

    Hier sind die Parallelen, nicht zu den Berufsimkern.

  • as Problem ist also tatsächlich ein anderes: Die Imkerei ist nicht rentabel. Das liegt aber an den Honigpreisen und nicht an der Einkommensteuer.

    Und an den Herstellungskosten, will ich ergänzen.

    Die sollen gesenkt, das Risiko von Ertragseinbußen aufgefangen, und mit der einwandfreien Erkennbarkeit von Auslandshonig, wird es möglich werden den hiesigen Marktpreis ertäglich für Imker gestalten zu können.

    Ich hab noch nie einen reichen Imker gesehen! (einer der von und mit seinen Bienen lebt)

    Das Großteil der Bauern bekommt mit der Gießkanne Staubzucker in den Hintern geblasen.

    Imker sind aber auch Bauern und werden als solche nur teiweise behandelt, besonders wenn es um Stütze geht. Mal von meist unsinngem Geldregen für Institute usw. abgesehen.

    Habe fertig

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill