Seltsame Brutpausen, stimmt da was nicht?

  • Hallo,


    in ca. 2/3 meiner 26 Völker habe ich seit einigen Wochen an beiden Standorten Beobachtungen gemacht, die ich so noch nicht kenne.


    Bis auf 5 Brutsammler sind alle Völker mit TBE und Milchsäure behandelt worden bis Anfang August und anschließend bis Mitte September aufgefüttert. Im August waren die Brutbilder überall noch sehr schön.


    Im September gab es bei einigen Völkern keinen Polleneintrag mehr und dort gab es wie vermutet die ersten Brutpausen, was ja durchaus normal sein kann, selbst wenn es bis heute noch keinen Nachtfrost hatte. Die Brutpausen haben sich jedoch hingezogen, so dass ich schließlich sicherheitshalber ein paar alte Königinnen ersetzt habe.


    Parallel fiel mir auf, dass weitere Völker aus der Brut gingen bzw. nur noch Stifte aber keine oder nur noch minimalst offene Brut drin hatten. In einigen Fällen habe ich festgestellt, dass teils voll bestiftete Waben nach einer Woche erneut nur (und offenbar frische) Stifte drauf hatten. Schaue ich die Völker jetzt durch, so haben


    1/3 auch offene Brut drin (oft aber nur sehr wenig) und alles scheint halbwegs normal

    1/3 Keine offene Brut, nur auslaufende gedeckelte Brut und Stifte und zwar über einen Zeitraum von mind. 1 Woche

    1/3 Nur auslaufende gedeckelte Brut oder gar keine Brut und in beiden Fällen keine Stifte


    Stutzig gemacht hat mich vor allem, dass scheinbar bestiftete Zellen vor oder nach dem Schlupf offenbar ausgeräumt werden und das in größerem Stil bei etlichen Völkern.


    Was kann dahinter stecken? Hoffentlich keine Krankheit... habe jedoch nichts gefunden und auch keiner der befreundeten/bekannten Imker kann sich das so richtig erklären.


    Danke für sachdienliche Hinweise.


    schöne Grüße!

  • 1. Ursachen bei Wetter (kalte Nächte, Zugluft o.ä.), Standort und Volksbedingungen prüfen (z.B. unzureichende Volksstärke -> Abbau des nicht mehr leistbaren Anteiles am Brutgeschäft durch den Bien; Pollenreserven vorhanden?)

    Beispiel: Die Schaubeute unseres IV hat bereits seit den ersten kalten Nächten im September ebenfalls keinerlei Brut mehr. Stifte wurden von den Bienen immer wieder ausgeräumt, weil sie wegen der ungünstigen Raumbedingungen die Brutnesttemperatur nicht halten können. Auch die warme Witterung in der 2. Septemberhälfte hat daran nichts mehr geändert, obwohl der Bien es auf seinen 2 übereinanderstehenden Waben immer wieder versucht hat (handflächengroße warme Zone fluglochnah, mit Pollenkränzchen).


    - ggf. Wachs prüfen (lassen):

    https://bv-besigheim.de/news/wachs-skandal-zieht-kreise.html


    Vorsicht auch bei Eigenumarbeitung: Durch Einschmelzen/MW-gießen wird die von den Bienen aufgebrachte Propolisbeschichtung entfernt und etwaige Stearinsäureverfälschungen o.a. Fremdbestandteile können ihre zerstörerische Wirkung auf die Brut wieder neu entfalten. Das JKI soll bereits entsprechende Versuchsreihen durchgeführt haben.

    Bernhard Heuvel hat sogar Ansteckungseffekte von verfälschtem Wachs auf saubere Nachbarwaben beobachtet (s.o. Links).

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • danke, ich werds weiter im Auge behalten. Völker waren/sind allesamt stark (bei der TBE habe ich die abgekehrten Waben in weiselrichtige Ableger gegeben). Aktuell merkt man schon die langen Brutpausen. Standorte sollten auch passen, Bodenschieber sind seit Mitte September drin. Kleine Brutnester hätte ich normaler gefunden aber es ist eig. fast in jedem Fall ein Stopp, entweder durch die Königin selbst oder durch die ausräumenden Bienen. An eine Wachsverfälschung durch die Umarbeitung glaube ich nicht, auch weil die Brutnester geschlossen waren/sind zudem hatte ich während der Wachstumsphase zumeist teures Qualitäts-Biowachs zugekauft. Viel machen kann ich wohl eh nicht, ich hoffe es wurden bereits genügend Winterbienen erbrütet.

  • Bei wirklich sehr starken Völkern könnte auch der "sozialverträgliche Personalabbau" auf Überwinerungsstärke eine mögliche Ursache sein. Meine sehr starken TBE-Brutsammler zeigten diesen Effekt ebenfalls regelmäßig. Wir befinden uns bereits 1/2 Monat nach der Tag- und Nachtgleiche.

  • Habe das ebenfalls in wenigen Völkern, die recht stark waren. Nach gut 3 Wochen Brutstopp bin ich dann zur Tat geschritten und habe Kö's ausgewechselt. An die Möglichkeit einer gezielten Varroadezimierung durch den Bien glaubte ich nicht.


    Die neuen Kö's legen völlig normale Brutnester an, so dass noch Winterbienen entstehen.


    Ich habe mich auch gefragt, wie es zu diesem Phänomen kommt.

    Ist doch super, so'n Brutstopp jetzt!? Einmal dampfen jetzt, fertig. Träumchen.

    Ja klar, solche Gelegenheiten nutzt man. Dennoch, ist es bienisches Ziel oder sind's nur schlecht begattete Königinnen ?

  • Wenn die Völker stark und gesund sind, ist so ein Brutstopp super. Solche Genetik wünscht man sich doch am Stand.

    Ja klar, solche Gelegenheiten nutzt man. Dennoch, ist es bienisches Ziel oder sind's nur schlecht begattete Königinnen ?

    Schlecht begattet gäbe Drohnenbrut.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Habe das ebenfalls in wenigen Völkern, die recht stark waren...ist es bienisches Ziel oder sind's nur schlecht begattete Königinnen ?

    Da das bisher jedesmal in meinen wirklich übermäßig starken Brutsammlern (5 Zander 1,0-Zargen überquellend im August) auftrat, führte ich es darauf zurück, daß die Bienen im September den für die Überwinterungsstärke nötigen Personalabbau durch selbst erzeugten Brutstop herbeiführten. Freilich ist das nur meine These.

  • ja ich werde auf jeden Fall die Tage mit dem Sublimox bedampfen, bietet sich ja an.


    Meine Befürchtung war, dass die Brut irgendwie nicht in Ordnung ist und deshalb nach dem Schlüpfen ausgeräumt wird. Bei den zwei Völkern mit dem längsten Brutpausen gabs schließlich kaum noch Flugbetrieb bei bestem Flugwetter, während nebenan Hochbetrieb herrschte und die Bienen sind beim Öffnen dieser Völker etwas langsamer umhergekrabbelt, haben also möglicherweise den Stoffwechsel etwas heruntergefahren. (hatte ich erst mal als etwas lethargisch eingeschätzt, was ja normal kein so gutes Zeichen ist...deshalb bei diesen Völkern ein Kö Austausch) Außerdem lagen in etlichen Fällen zwischen TBE und Brutstopp nur wenige Wochen, so dass ich den Gedanken hatte, dass möglicherweise nicht ausreichend Winterbienen erbrütet wurden.


    Aber ich gehe nun mal davon aus, dass die Bienen schon genau das richtige machen und dass hier nichts vorliegt was die Brut betrifft. Auffällig war, dass vorjährige Königinnen zuerst pausierten und bei diesjährigen Königinnen (die meisten selbst gezüchtet ein paar wenige zugekauft) tw. dann Stifte ausgeräumt wurden und werden.


    Wenn im Frühjahr wie in den Vorjahren wieder alles passt dann habe ich wieder was gelernt. Bislang hatte ich zu der Zeit so gut wie nicht mehr in die Völker geschaut, diesen Herbst war der auffallend fehlende Polleneintrag am Flugloch einiger Völker der Anlass dazu...


    Herzlichen Dank, wird schon hoffentlich alles passen!

  • Ich sehe das hier auch, etwa bei einem Drittel der (meist alt) Völker, und kanns mir nich schlüßig erklären. Selbst Ableger entwickeln sich nich gewohnt.

    Milben sind es nicht, Befall flächig unter 1%!! Viren auch nicht?! Pollen finde ich zu hauf, viel freie Brutflächen ebenso.

    Stifte-jüngste Brut wird nich weiter gepflegt und ausgeräumt. Futterstand normal. Eigener Wachskreislauf.

    Selbst auf dem Überlebensstand, fern(etwa 7Km Radius) jeglicher Landwirtschaft und Besiedlung (Echt sehr einsam) sehe ich das.

    Einige Völker schwinden so dahin, etwa seit ende August, alles begann mit Hitze,Trockenheit und Pollenmangel....

    Das was ich da sehe kenne ich so nicht.

    Sieht aus wie verkühlte Brut, kann aber nich sein......

    Man denkt zuerst an eigene Fehler...... aber nu sind mehrere so ehrlich und schildern hier genau Gleiches!

    Bin ma gespannt was das noch gibt!

    Befreundete Imker in meiner Gegend sehen ebenso dieses Phänomen.

    Ehlich gesagt, bin Ratlos!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Aber Volksstärke ist gut

    Aber Volksstärke ist "gerade noch" gut! Zu mindest hier bei mir. Und da sind noch viele "Altbienen", kann nich anders sein.

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    W. Churchill

  • Bei den Völkern in denen noch gestiftet wird, findet bei mir auch noch reichlich Polleneintrag statt nur wenn die Kö gar nicht mehr stiftet gibt's auch den üblichen Pollen-Stopp. Es wird z.B. auch kein Futter in den Brutnestbereich umgetragen, der wird freigehalten und wird entweder bestiftet und ausgeräumt oder bleibt leer. Falls alles passt finde ich sowas ja spannend, aber etwas merkwürdig finde ich es erst mal schon. Werde darüber auf dem Laufenden halten.

  • Genau das Gleiche hier?(

    Mir schwant nix gutes.

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    W. Churchill