Brutfreiheit + OS-Behandlung

  • ...Völker in diesem Jahr alle mit dem Scalvini brutfrei gemacht und mit OS behandelt (Tag 3 und Tag 6 nach Königin frei). Im September stellte sich die Situation folgendermaßen dar:...

    Auszählung des natürlichen Varroa-Totenfalls auf dem Einschub höchst unterschiedliche Fallzahlen, die von ca. 3/Tag bis zu >100/Tag reichte. Auffällig war, dass die Völker mit Flugloch zur Ostseite relativ gut abschnitten, die Völker mit Flugloch zur Westseite dagegen nicht. Da drängte sich mir folgende Schlussfolgerung auf:

    Die Völker wurden am Abend behandelt und es war sonnig. Infolgedessen flogen die Völker auf der Westseite deutlich stärker als auf der Ostseite. Flugtätigkeit scheint also die Wirksamkeit der OS-Behandlung stark zu beeinflussen.

    Wirklich 100 tote Milben/Tag natürlicher Milbenfall im September?


    Eigentlich wird doch immer geschrieben, daß die Milben v.a. auf Jungbienen aufsitzen, kaum auf den zu Flugbienen qualifizierten Altbienen. Mglw. verändert sich aber die Arbeitsteilung, wenn ein künstlicher Brutstop über längere Zeit herbeigeführt wird, da ja in dieser Zeit keine/kaum Pflegeaktivitäten anfallen. So wären vermehrt varroatragende Jungbienen bereits als Flugbienen aktiv und ggf. während der BeOXung noch fliegend unterwegs bzw. hätten nach der Behandlung Zeit, sich im Flug die Körperunterseite zu putzen.


    OX muß eine gewisse Zeit auf die Milben(haftlappen) einwirken, um diese abzutöten. Meine Thesen dazu:

    - Einwirkzeit von ca. 12 h ist erforderlich, in denen die Milben also weder ihre Füße im Futtersaftsee offener Brutzellen von OX abwaschen dürfen, noch durch vorzeitige Putzaktivitäten der Bienen v.a. an ihrer Körperunterseite (bevorzugter Aufenthaltsort aufreitender Milben; Putzen anatomisch nur im Flug möglich) der Kontakt der Milben zur beOXten Körperoberfläche von Bienen herabgesetzt werden darf.

    - Der Milbentotenfall auf der Windel (natürlich bzw. behandlungsbedingt) wird stark von der Flugaktivität beeinflußt. Dazu die jüngste Beobachtung eines Kollegen bei OX-Blockbehandlung alle 3 Tage (behandlungsbedingter Milbentotenfall nach Schritt 5: 64, nach Schritt 6: 52, aber nach Schritt 7: 225!). Vermutete Ursache: Milbentotenfall bei 7 wurde nicht verfälscht durch Entsorgung von Milbernleichen auf dem Flugweg, da der Kollege irrtümlich vergessen hatte, das Flugloch nach der 7. BeOXung wieder zu öffnen. Am Folgetag nach Öffnung des Fluglochs (Tag 5) sank der Totenfall schlagartig auf 0,5.

  • Hat er denn auch gesagt warum das so sein sollte?

    Nein, hat er nicht. Er war das sehr ehrlich und sagte, dass er das noch nicht wüsste.

    Es wäre ihm nur bei Versuchen aufgefallen, dass z.B. bei Schwärmen oder Ablegern nach einer OXS-Sublimation kaum Milben gefallen wären, bei einer anschließenden konservativen Behandlung aber viele.


    Eine Ursache könnte in der Luftfeuchtigkeit liegen, die notwendig ist, damit die Oxalsäure bei den Milben wirkt.

    Schwärme lassen die meisten Milben zu Hause (in der Brut); da findet man selten viele Milben nach Behandlung.


    Ableger mit neuen Königinnen brüten stark - auch da sitzen die Milben in der verdeckelten Brut; man findet nicht viel nach Behandlung.


    "Konservative Behandlung", da ist wohl AS60% gemeint. Wenn so behandelt wird, kann schon mal das Brutnest und die darin enthaltenen Milben ausgeräumt werden. Das erklärt dann den erhöhten Milbenfall nach AS-Behandlung, was immer als Wirkung in die Brut interpretiert wird.


    Dass eine OXS-Sublimation und die Wirkung der kondensierten Feinstaubpartikeln luftfeuchteabhängig sein soll, halte ich für eine gewagte These. Denn gerade die trockenen OXS-Partikel bestehen direkt nach Sublimation / Kondensation zu nahe 100 % aus OXS. Diese Partikel haften an Oberflächen, u.a. an den Haftlappen der Milbenfüße, wo sie durch deren Membran diffundieren. Und ein Difussionsprozess wird angetrieben durch das Konzentrationsgefälle - hier 100 % außen zu 0 % innrn. Würde die OXS "angefeuchtet werden", hätte sie einen Gehalt von < 100 % und das Konzentrationsgefälle wäre geringer.

  • In diesem Zusammenhang:

    Der Gasoxamat funktioniert ja mit Butan zur Winterbehandlung nur zäh, da muss man alle paar Völker die Kartusche wechseln und anwärmen.

    Bessert sich das deutlich mit Propan oder Butan-Propan?

    Danke für Erfahrungsberichte.

    Jetzt hab ich eigene Erfahrungen:

    Es gibt auch Butan/Propan-Gemisch in der 227g Kartusche.

    Damit brennt der Brenner auch bei Kälte auf Vollgas.

    Ergibt eine deutliche Zeitersparnis.